Die Forschungsfrage soll sein: Wie erleben Hospiz- und Palliativpflegefachkräfte den Tod und das Sterben in ihrer Welt? Diese Arbeit soll herausfinden, welche Erfahrungen, Einstellungen und Erkenntnisse sich bei den Pflegefachkräften durch die tägliche Arbeit mit Sterbenden herausgebildet haben. Sie soll dazu anregen, dass Pflegekräfte offener mit ihren Erfahrungen umgehen, diese reflektieren und als Komponente ihres pflegerischen Auftrages erkennen. Sie soll eine Verständigung über das Sterben und den Tod innerhalb der Pflegecommunity fördern und idealerweise zur festen Einbindung von Thanatologie und Thanatopsychologie in Pflegecurricula führen. Die gesamtgesellschaftlichen Einstellungen zum Tod, oftmals basierend auf einer negativen Grundhaltung und Ambivalenz, können durch die offenen Deutungen und Erfahrungen aus dem Berufsfeld der HPP, reduziert oder positiv umgewandelt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Relevanz
2 Zielsetzung
3 Theoretische Grundlagen
4 Methodik
4.1 Einschlusskriterien und Studienauswahl
4.2 Qualitätsbewertung
4.3 Analyse
5 Ergebnisse
5.1 Gefühle und Gedanken über den Tod (existentielle Überlegungen)
5.1.1 Bedeutung von Tod
5.1.2 Beziehungen und tiefes Verständnis
5.2 Hospiz- und Palliativpflege als wichtige Einheit
5.2.1 Comfort Care
5.2.2 Erfahrungswissen und berufliche Expertise
6 Diskussion
7 Limitationen
8 Fazit
9 Quellenverzeichnis
10 Appendix
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit zielt darauf ab, die gelebten Erfahrungen, Einstellungen und Erkenntnisse von Pflegefachkräften in der Hospiz- und Palliativpflege zu untersuchen, um ein tieferes Verständnis für den Umgang mit Sterbenden und dem Tod zu entwickeln. Die Forschungsfrage lautet: Wie erleben Hospiz- und Palliativpflegefachkräfte den Tod, das Sterben in ihrer Welt?
- Existenzielle Auseinandersetzung mit dem Tod durch Pflegefachkräfte.
- Die Bedeutung von Empathie und tiefen Beziehungen in der Sterbebegleitung.
- Herausforderungen im Arbeitsalltag, wie ethische Dilemmata und Belastungsfaktoren.
- Wissenstransfer und die Rolle professioneller Anleitung in der Palliativpflege.
- Förderung der Reflexion zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung.
Auszug aus dem Buch
Bedeutung von Tod
Funes et al. (2020) analysiert in ihrer Studie die Einstellung zum Tod und wie dieser definiert wird von Pflegefachkräften. Es hat sich gezeigt, dass Pflegefachkräfte in der HPP den Tod als Ereignis der Umwandlung in eine andere Dimension deuten.
Nurse:” ...For me, dying means only a transition to another dimension. (E1)”
Nurse:” ... I see death as a process of disembodiment, where the spirit continues to live. (E2)”
Er wird ebenso auf physiologischer Ebene betrachtet, als ein biologischer und natürlicher Prozess.
Nurse: “Hmm... [pause] ... it’s the interruption of brain functions, due to the lack of nutrients and oxygen to keep neurons alive. (E3)“
Sie glauben, dass der Tod nicht den Endpunkt des Lebens darstellt. Der Tod ist bereits vom Schicksal vorbestimmt und jeder sollte sich auf das Ereignis in seinem Leben vorbereiten.
Nurse: “Death... we have to know that one day we’ll die. One day we’ll die, and it will end. Because if we don’t have a perspective that our life is going to end, we wouldn’t do things willingly... we would have a lot of time to do it. So, it’s good that everything has to have a limit... life is one of them. (E5)”
Das Sterben ist wie die Geburt, ein Grundstein des Lebens, wenn auch schwer zu begreifen. Die Pflegefachkräfte suchen für das Verständnis über den Tod Unterstützung durch religiöse, spirituelle oder philosophische Aspekte und Theorien. Die Reflektion über den eigenen Tod und den Tod der PatientInnen ist für sie ein Motivationsfaktor, um in diesem Leben Ziele zu verfolgen und zu realisieren (Funes et al., 2020).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Relevanz: Erläutert die gesellschaftliche Tabuisierung des Todes und die Notwendigkeit einer kompetenten pflegerischen Begleitung Sterbender.
2 Zielsetzung: Definiert die Absicht, die persönlichen Erfahrungen der Pflegenden zu beleuchten und eine Einbindung der Thanatologie in die Curricula anzuregen.
3 Theoretische Grundlagen: Bietet philosophische Perspektiven auf den Tod und das Sterben, insbesondere durch Bezugnahme auf Heideggers „Vorlaufen zum Tode“.
4 Methodik: Beschreibt das Vorgehen bei der systematischen Suche und Auswahl qualitativer Primärstudien zum Thema.
5 Ergebnisse: Analysiert und synthetisiert die Erfahrungen der Pflegefachkräfte in Bezug auf existentielle Überlegungen und die Praxis der Hospizpflege.
6 Diskussion: Reflektiert die gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der Bedeutung von Erfahrungswissen und der Notwendigkeit professioneller Unterstützung.
7 Limitationen: Setzt sich kritisch mit der Einschränkung der Sprachauswahl und dem Fokus der berücksichtigten Studien auseinander.
8 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung, dass die Pflege Sterbender eine sinnstiftende, wenn auch belastende Aufgabe ist.
9 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Studien.
10 Appendix: Detaillierte Darstellung der Auswahl und Charakteristika der in das Review eingeschlossenen Studien.
Schlüsselwörter
Hospizpflege, Palliativpflege, Sterbebegleitung, Tod, Pflegefachkräfte, Erfahrungswissen, existenzielle Überlegungen, Comfort Care, Thanatologie, berufliche Expertise, Empathie, Pflegeethik, qualitative Forschung, Mortalitätssalienz, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die gelebten Erfahrungen und die persönliche Haltung von Pflegefachkräften, die tagtäglich mit Sterbenden und deren Angehörigen in der Hospiz- und Palliativversorgung arbeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die existentielle Auseinandersetzung mit dem Tod, die Bedeutung von Empathie und Beziehungen sowie die Herausforderungen, die bei der Pflege am Lebensende entstehen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Erfahrungen der Pflegenden verständlich zu machen, um die Ausbildung in der Pflege zu verbessern und die gesellschaftliche Sicht auf den Tod konstruktiv zu beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine qualitative Übersichtsarbeit (Systematic Review) durchgeführt, bei der einschlägige Studien der letzten Jahrzehnte analysiert und synthetisiert wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung existenzieller Gedanken über den Tod, die Bedeutung ganzheitlicher Pflegeansätze (Comfort Care) und die Rolle der beruflichen Expertise.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Hospizpflege, Sterbebegleitung, existenzielle Reflexion, Pflegeethik, berufliche Belastung und professionelle Entwicklung sind prägende Begriffe.
Wie wirken sich die Erfahrungen auf die Pflegenden aus?
Die Erfahrungen sind oft emotional belastend, können aber bei guter Anleitung und Teamunterstützung zu einer hohen beruflichen Expertise und einer tiefen Sinnhaftigkeit führen.
Warum ist die Einbindung von Thanatologie in die Ausbildung so wichtig?
Da viele Pflegekräfte sich zu Beginn ihrer Laufbahn unvorbereitet fühlen, kann theoretisches Wissen und das Training in Thanatologie Ängste reduzieren und die Qualität der Versorgung erhöhen.
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- Claudia Snow (Author), 2021, Gelebte Erfahrungen zum Thema Tod von Pflegefachkräften in der Hospiz- und Palliativversorgung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1036125