Diese Ausarbeitung zum „C–Trainer Breitensport“ ist nach der Ausbildungsordnung des Deutschen Karate Verbandes (DKV) ausgerichtet. Der allgemeine Teil ist über den Landessportbund (LSB) zu absolvieren. Bei den entsprechenden Themen ist jeweils ein Hinweis zur Information in grauer Schrift eingefügt. Die Kurzbeschreibung soll zur Vervollständigung dienen. Am Ende jedes Themenbereichs sind Arbeitsblätter mit den entsprechenden Fragen.
Allgemeine Hinweise
Die Ausarbeitung beinhaltet sehr viel Theorie und nimmt somit einen großen Teil in Anspruch. Natürlich ist die Praxis ebenso wichtig und kann durch die Theorie gezielter eingesetzt werden. Bei der Praxis wird an dieser Stelle davon ausgegangen, dass diese (Kihon, Kata, Kumite usw.) durch die vorausgesetzte Graduierung gegeben ist. Eine genaue Beschreibung der Techniken entfällt somit.
Inhaltsverzeichnis
I. Sportpolitik / Organisation
1.1. Struktur der Lizenzausbildung im DOSB / DKV
1.1.1. Ausbildungsordnung im DKV (Stundenübersicht)
1.2. Struktur und Aufgaben der Sportorganisationen
1.3. Sport und Umwelt
1.4. Rechtsfragen I: Vereinsrecht, Aufsichts-/Haftpflicht
1.5. Rechtsfragen II: Notwehrrecht
1.5.1. BGB
1.5.2. Vereinsrecht
1.5.3. Rechtsfragen
1.5.4. Gesetzliche Grundlagen (Aus dem Strafgesetzbuch StGB)
1.5.5. Allgemein
II. Sportpädagogik / Sportpsychologie
2.1. Ethische Ansprüche im Karate
2.1.1. Ethik
2.1.2. Ziele der Ethik
2.2. Gruppenpädagogik und Führungsstile
2.3. Allgemeine und karatespezifische Vermittlungsmethodik
2.3.1. Zwei mögliche Unterrichtskonzepte
2.3.2. Lerntypen einer Trainingsgruppe
2.4. Lehren und Lernen im Karate
2.4.1. Die sportliche Leistungsfähigkeit
2.4.2. Trainingsaufbau
2.4.3. Die motorischen Beanspruchungsformen
2.4.4. Bewegungslernen
2.4.5. Thesen zum Optimalen Bewegungslernen
2.4.6. Die Trainingseinheit
2.4.7. Fehlerkorrektur
2.5. Entwicklungspsychologische Grundlagen
2.5.1. Allgemeines
2.5.2. Entwicklung der Entwicklungspsychologie
III. Sportbiologie
3.1. Anatomische Grundlagen
3.2. Physiologische Grundlagen
3.3. Anpassungsvorgänge des Organismus
3.4. Sportverletzungen und Sportschäden
3.5. Körperliche Entwicklung, Belastungs- und Leistungsfähigkeit
3.6. Aufwärmtraining
3.7. Funktionelle Dehnung und Kräftigung
IV. Allgemeine Trainingslehre
4.1. Trainingsprinzipien
4.1.1. Wichtige Trainingsprinzipien
4.1.2. Didaktische Leitsätze
4.2. Konditionelle und koordinative Fähigkeiten am Beispiel ausgewählter Praxisinhalte
V. Spezifika des Karate-Do
5.1. Geschichte und Philosophie des Karate
5.1.1. China
5.1.2. Okinawa
5.1.3. Japan
5.1.4. Das Bubishi
5.1.5. Schema der Karate Geschichte
5.1.6. Zeittafel des Karate
5.1.7. Philosophien im Vergleich (Funakoshi, Musashi)
5.1.8. Dojo Kun verschiedener Kampfkunst Stile
5.1.9. Fünfzehn eherne Regeln des Karate
5.2. Kriterien des Karate
5.2.1. Kata Kriterien
5.2.2. Kata Erklärung
5.3. Spektrum der Karate-Grundtechniken
5.3.1. Ziele im Kihon
5.3.2. Inhalte und methodische Grundsätze
5.3.3. Grundtechniken verschiedenartig dargestellt
5.3.4. Technikausführung in der Gegenüberstellung
5.3.5. Technikausführung und Merkfähigkeit in der Praxis
5.4. Spezifika verschiedener Stilrichtungen
5.4.1. Karate-Stilrichtungen
5.4.2. Shotokan-Ryu
5.4.3. Wado-Ryu
5.4.4. Goju-Ryu
5.4.5. Shito-Ryu
5.4.6. Weitere Stilrichtungen
VI. Breitensport im Karate
6.1. Aufbau und Inhalte eines Anfängerkurses
6.1.1. Aufbau der Trainingseinheit
6.1.2. Planung eines Anfängertrainings für Erwachsene
6.2. Kihon im Breitensport
6.2.1. Schulung der koordinativen Fähigkeiten
6.2.2. Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit
6.2.3. Schulung der Reaktionsfähigkeit
6.2.4. Schulung der Differenzierungsfähigkeit
6.2.5. Schulung der Rhythmusfähigkeit
6.2.6. Schulung der Orientierungsfähigkeit
6.3. Kata im Breitensport
6.3.1. Kata Unterschiede Breitensport / Wettkampfsport
6.3.2. Die drei Arten der Kata
6.3.3. Kata Bunkai
6.3.4. Kata Unterteilung in vier Stufen
6.3.5. Okinawanische Kata im 19. Jahrhundert
6.3.6. Kreislauf von Kata, Kihon und Kumite
6.3.7. Kata in der Praxis einmal anders
6.3.8. Kata des Wado-Ryu
6.4. Kumite im Breitensport
6.4.1. Kumite
6.5. Selbstverteidigung / Gewaltprävention
6.5.1. Selbstverteidigung Konzept
6.5.2. Selbstverteidigung Ablaufplan mit 10 Übungsstunden
6.5.3. Allgemein zur Selbstverteidigung
6.6. Karate mit Kindern / Soundkarate
6.6.1. Soundkarate im Verein
6.6.2. Soundkarate im Schulsport
6.7. Karate mit Jukuren
6.7.1. Eigenschaften und Anforderungen des Trainers
6.7.2. Weiterführende Informationen
6.8. Trainingsplanung im Breitensport
6.8.1. Planung einer Trainingseinheit
6.8.2. Belastungsstruktur einer Übungsstunde
6.8.3. Methodischer Aufbau einer Übungsstunde
6.8.4. Vorlage Stundenentwurf
6.8.5. Trainingsplanung (Beispiel) Schwerpunkt 4 Elemente
6.8.6. Trainingsplanung in Bezug auf den Hauptteil
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dient als strukturierte Ausarbeitung für die Ausbildung zum C-Trainer Breitensport im Deutschen Karate Verband (DKV). Das primäre Ziel ist es, angehenden Trainern ein fundiertes theoretisches Wissen zu vermitteln, das die praktische Ausbildung in den Vereinen unterstützt und durch sportwissenschaftliche Grundlagen untermauert.
- Sportpolitik und Organisationsstrukturen im DKV
- Sportpädagogische und sportpsychologische Grundlagen
- Sportbiologische Aspekte und Trainingslehre
- Methodik des Karatetrainings (Kihon, Kata, Kumite)
- Trainingsplanung und Breitensportkonzepte
Auszug aus dem Buch
2.4. Lehren und Lernen im Karate
Training wird hier als sportliches Training verstanden. Trainieren hat eine doppelte Bedeutung und bezieht sich hier auf den Trainer (er trainiert jemanden) und auf den Karateka (er trainiert sich selbst, er wird trainiert).
Trainingsprozesse laufen überall ab. Sie sind nicht nur bezogen auf den Bereich der Motorik oder den Sport. Auch Trainingsarten wie mentales Training und autogenes Training gehören heute dazu.
Das motorische Training kann sich gliedern in Arbeits-, Alltags- und Ausdrucksmotorik. Der Balletttänzer, der Astronaut, der Autofahrer und der Schachspieler trainieren.
Der Begriff des Trainings ist also umfassend und zielt auf verschiedene Aspekte des menschlichen Lebens. Er bezieht unterschiedliche Verhaltensweisen ebenso ein wie unterschiedliche Zielsetzungen. Letztere lassen sich als Grobziele dreigliedrig kennzeichnen:
1. Das sportliche Training bezweckt Veränderungen im physischen und psychischen sowie im sozialen Bereich.
2. Das sportliche Training zielt auf Stabilisierung im physischen und psychischen sowie im sozialen Bereich.
3. Das sportliche Training erstrebt Verminderungen des Rückgangs im Bereich physischer, psychischer und sozialer Qualifikationen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Sportpolitik / Organisation: Vermittlung der administrativen Grundlagen, einschließlich der Verbandsstruktur und rechtlicher Rahmenbedingungen wie Vereinsrecht und Notwehrrecht.
II. Sportpädagogik / Sportpsychologie: Fokus auf ethische Aspekte, Vermittlungsmethoden und die psychologischen Grundlagen des Lernens und Lehrens im Karate.
III. Sportbiologie: Behandlung anatomischer und physiologischer Grundlagen sowie Aspekte zur Sportverletzungsprävention und Belastungsfähigkeit.
IV. Allgemeine Trainingslehre: Einführung in grundlegende Trainingsprinzipien und die Verknüpfung von konditionellen sowie koordinativen Fähigkeiten.
V. Spezifika des Karate-Do: Historische Einordnung, stilistische Besonderheiten und die philosophischen Grundlagen der Kampfkunst.
VI. Breitensport im Karate: Praktische Anleitung für das Anfängertraining, die Trainingsplanung und spezifische Zielgruppen wie Kinder oder Jukuren.
Schlüsselwörter
Karate, DKV, Breitensport, Trainingslehre, Sportpädagogik, Sportbiologie, Koordination, Didaktik, Kihon, Kata, Kumite, Trainingsplanung, Notwehrrecht, Vereinsrecht, Jukuren
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Ziel dieser Ausbildung?
Das Ziel ist die fundierte Qualifizierung von Trainern für den Breitensport im DKV durch die Vermittlung von theoretischem Fachwissen und methodischen Kompetenzen.
Welche zentralen Wissensgebiete deckt das Buch ab?
Es deckt Sportpolitik, Pädagogik/Psychologie, Biologie, allgemeine Trainingslehre sowie spezifische Inhalte zu Karate und Breitensport ab.
Wie definiert die Arbeit den Begriff "Training"?
Training wird als komplexer und geistiger Prozess verstanden, der maßgeblich von Kondition, Taktik, Motivation sowie der Beziehung zu Begabung und psychischen Eigenschaften bestimmt wird.
Welche Bedeutung hat das Kihon im Breitensport?
Das Kihon dient als Basis mit Energie, wobei nicht nur technische Fertigkeiten geschult werden, sondern auch Konzentration, Ausgeglichenheit und Körperwahrnehmung gefördert werden.
Wie ist eine Trainingseinheit typischerweise aufgebaut?
Sie gliedert sich in einen einleitenden Aufwärmteil (Einklang), den Hauptteil mit inhaltlichem Schwerpunkt und einen Schlussteil (Cool down/Ausklang).
Welche Rolle spielt die Fehlerkorrektur?
Die Fehlerkorrektur ist ein wesentlicher Bestandteil des Lernprozesses, um die Automatisierung von Bewegungsfehlern zu vermeiden und die technische Entwicklung zu fördern.
Wie unterscheiden sich "äußere" und "innere" Stile?
Externe (äußere) Schulen betonen körperliche Stärke und Muskulatur, während interne Schulen auf Weichheit, Geschmeidigkeit, defensive Bewegungen und Atmung setzen.
Was ist das "Bubishi" und warum ist es relevant?
Es ist ein altes chinesisches Schriftstück unbekannter Herkunft und gilt als wichtige Quelle der Kampfkunstphilosophie für Karate in Okinawa.
Was unterscheidet das Training mit Kindern/Soundkarate?
Soundkarate nutzt Musik im 4/4 Takt als Medium, um Grundschultechniken spielerisch, aber konzentriert zu vermitteln und die koordinativen Fähigkeiten zu schulen.
Was bedeutet "Jukuren" und worauf ist dabei zu achten?
Jukuren bezeichnet "Erfahrende" (ab 40). Das Training muss hierbei besonders auf die individuelle Leistungsfähigkeit und gesundheitliche Aspekte abgestimmt sein.
- Quote paper
- Frank Steffen (Author), 2021, Ausbildung zum C-Trainer im Breitensport mit dem Schwerpunkt Karate, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1036513