Die Kirche in Europa a.D. 1300 - 1550


Studienarbeit, 1999
17 Seiten, Note: 2

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INHALTSVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

2. Wie die religiöse Welt zu Beginn des 14. Jahrhunderts aussieht

3. Ein Beispiel für die Inquisition

4. Großes Schisma

5. Martin Luther

Literaturverzeichnis

Erklärung nach §31 Abs. 5 RaPo

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Aldebert, Jaques; Bender, Johan; Krzysztof Bielecki, M. Jan; u.a.; Das europäische Geschichtsbuch; Stuttgart 1998 (2)

F. A. Brockhaus GmbH; dtv-Lexikon; Mannheim/München 1992

1. Einführung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zu Beginn soll hier ein Zitat einen Überblick verschaffen, wie man sich im Mittelalter die Verbindung zwischen Alltag und Glauben vorzustellen hat:

“(...) Das Leben der mittelalterlichen Christenheit ist in all seinen Beziehungen durchdrungen, ja völlig gesättigt von religiösen Vorstellungen. Es gibt kein Ding und keine Handlung, die nicht fortwährend in Beziehung zu Christus und dem Glauben gebracht werden. (...) Selbst bei einem so hochstehenden Heiligen wie Heinrich Seuse, bei dem die religiöse Spannung vielleicht keinen Augenblick aussetzte, bleibt dennoch für unser nicht mehr mittelalterliches Empfinden, der Abstand vom Erhabenen zum Lächerlichen recht gering.(...) Bei Tisch pflegte Seuse, wenn er einen Apfel aß, diesen in vier Teile zu zerschneiden: drei Teile verzehrte er im Namen der Dreieinigkeit, und den vierten aß er »in der minne, als diu himmelsch muter irem zarten kindlein Jesus ein epfelli gab zu essen«, und er aß dieses letzte Stück mit der Schale, weil kleine Knaben Äpfel ungeschält essen. In den Tagen nach Weihnachten - zur Zeit also, da das Jesuskind noch zu klein war, um Äpfel zu essen - aß er das vierte Stückchen nicht, sondern opferte es Maria, damit sie es ihrem Sohn gäbe. Jeglichen Trunk nahm er in fünf Zügen zu sich, um der fünf Wunden des Herrn willen; da aber aus Christi Seite Blut und Wasser floß, tat er den fünften Zug zweimal.”(1)

Dazu ist nun kurz zu erläutern, wer Seuse war. Heinrich Seuse war Mystiker und Dominikaner. Er war Seelsorger in Dießenhofen und Ulm. Über ihn existiert die älteste in deutscher Sprache verfaßte Selbstbiographie.

Der Glaubwürdigkeit zuliebe möchte ich noch ein weiteres kleines Beispiel über die Verbindung zwischen Alltag und Kirche vorbringen: Es geht hierbei um die universitäre Frömmigkeit. Es gab Statuten, die die von der universitären Körperschaft zu leistenden Werke festlegten. Die Mitglieder mußten bestimmten Gottesdiensten, Prozessionen und Andachten beiwohnen. Dazu gehört z.B. auch die Anbetung der heiligen Schutzpatrone, wie dem hl. Nikolaus, dem Schutzpatron der Studenten. Gern wurde Jesus in der Mitte von Doktoren dargestellt und Heilige werden mit den Beigaben der (2) Meister ausgestattet und in deren Gewänder gekleidet.(2)

2. Wie die religiöse Welt zu Beginn des 14. Jahrhunderts aussieht.

Das 4. Laterankonzil hat 1215 stattgefunden. Es schrieb die österliche Kommunion und die jährliche Beichte beim Pfarrer vor. Katharer und Waldenser wurden ab sofort durch die bischöfliche Inquisition verfolgt.

Die Katharer waren eine religiöse Gruppierung, die glaubten: “(...)In streng dualist. Scheidung stand nach ihrer Lehre dem guten Gott der Teufel als Weltenschöpfer gegenüber. Die damit böse Welt suchten die K. durch strenge Askese zu überwinden.(...)”(3)

Die Waldenser waren eine “(...)Laienprediger-Bewegung, die mit apostol. Armut und Buße für eine Reform der Kirche eintrat.(...)”(4)

Des weiteren gab es Bettelorden und andere Gruppen, die ebenfalls versuchten die Verweltlichung der Kirche abzuwehren.

1300 verkündete Papst Bonifazius VIII. das heilige Jahr. Ungefähr 2 Millionen Menschen pilgerten daraufhin nach Rom, was auf die grosse Bedeutung des Glaubens zu damaliger Zeit schließen lässt, zudem eine Reise im Mittelalter nicht vergleichbar einfach war wie heute.

Wie gut es der Kirche wirklich ging und warum sich deshalb Menschen miteinander gegen sie vereinten, soll aus der Begründung des englischen Reformers und Theologieprofessors John von Wycliff entnommen werden, sich gegen die damalige Kirche aufzulehnen. Er war zum Beispiel gegen den politischen Anspruch, den das Papsttum erhob. Er verteidigte später die Verweigerung des päpstlichen Lehenszinses und die Besteuerung der Kirchengüter durch die Krone. Er verurteilte die Kirche und die Klöster ihres Besitzes und ihrer weltlichen Herrschaft wegen, dem Klerus sei christliche Armut angemessen, war seine Meinung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Papstpalast in Avignon

1309 ließ sich Papst Clemens V. in Avignon nieder. Aber erst 30 Jahre später beschloß Papst Benedikt XII., einen Palast über der arabischen Zitadelle auf dem Dom-Felsen bauen zu lassen. Clemens VI. fügte noch einige kostspielige Anbauten hinzu. 1362 wurde der Palast vollendet. Die Hofhaltung Der Päpste war wegen ihres Luxus berühmt. 1348 erwarb Clemens VI. Avignon von Johanna, Königin von Neapel und Gräfin der Provence. Die Stadt blieb dann bis zur Vereinigung mit Frankreich 1791 im Besitz der Päpste.(I)

(I) Quelle: Aldebert, Jaques; Bender, Johan; Krzysztof Bielecki, M. Jan; u.a.; Das europäische Geschichtsbuch; Stuttgart 1998 (2); S. 178

3. Ein Beispiel für die Inquisition

Im 13. Jhd. erfuhr man einen mystischen Aufschwung, der mit seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen Verirrungen, Auswüchse und Reformtendenzen auslöste. Diese wurden dann als hetärisch bekämpft. Die Ausbreitung der Katharer schließlich war Schuld an der Einrichtung der Inquisition.(5)

Wie bereits erwähnt war diese in vollem Gange. Verfolgt wurden Kartharer, Waldenser, Albigenser, Templer und dergleichen mehr, was sich der katholischen Kirche nicht anschließen wollte. “Inquisition [lat. Untersuchung], Kirchengeschichte: das geistl. Gericht zum Aufsuchen und Bestrafen der Ketzer. Aus dem Einvernehmen von Papst (Lucius III.) und Kaiser (Friedrich I.) als Maßnahme gegen Katharer und Waldenser entstanden (...), wurde (...) zur päpstl. Einrichtung, in deren Auftrag bes. Dominikaner und Franziskaner als päpstl. Inquisitoren ausgesandt wurden. Neben kirchl. Strafen konnten je nach dem Urteil Gütereinziehung, Gefängnis und in schweren Fällen Auslieferung an die weltl. Gewalt zum Feuertod verhängt werden. (...)” Ein Beispiel für Inquisition in Form von Verfolgung eines Ketzers und dessen Ende soll hier angeführt werden.(6)

[...]


(1) Huizinga, Johan; Herbst des Mittelalters; Stuttgart 1975(11); S. 210f.

(2) vgl. Le Goff, Jaques; Die Intellektuellen im Mittelalter; Stuttgart 1986;S. 89

(3) F. A. Brockhaus GmbH; dtv Lexikon; Mannheim/München 1992; Bd. 9, S. 243

(4) F. A. Brockhaus GmbH; dtv Lexikon; Mannheim/München 1992; Bd. 19, S. 263 Ein weiteres Indiz dafür, wie gut es der Kirche im Mittelalter gegangen sein muß:

(5) vgl. Reliquet, Philippe; Ritter, Tod und Teufel; München 1984; S. 29

(6) F. A. Brockhaus GmbH; dtv Lexikon; Mannheim/München 1992; Bd. 8, S. 297

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Details

Titel
Die Kirche in Europa a.D. 1300 - 1550
Hochschule
Hochschule München
Veranstaltung
Geschichte, Theorien, Werte und Normen
Note
2
Autor
Jahr
1999
Seiten
17
Katalognummer
V103668
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kirche, Europa, Geschichte, Theorien, Werte, Normen
Arbeit zitieren
Manuela Hager (Autor), 1999, Die Kirche in Europa a.D. 1300 - 1550, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103668

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