Junior Management Science (JUMS) ist das erste wissenschaftliche Journal, das die besten Abschlussarbeiten der Betriebswirtschaftslehre aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region) veröffentlicht.
Für die Publikationen von JUMS legen wir höchste wissenschaftliche Qualitätskriterien an. Um diese sicherzustellen, unterliegen die Abschlussarbeiten – wie in der Wissenschaft üblich – einem double-blind Review-Prozess. Dies bedeutet, dass zwei Wissenschaftler*innen die Abschlussarbeiten unabhängig voneinander begutachten, ohne zu wissen, von wem und an welcher Hochschule die Arbeit verfasst worden ist. Nur die Arbeiten, welche einstimmig als herausragend beurteilt werden, werden von uns publiziert. Die Qualität der Begutachtung wird nicht zuletzt durch unser Advisory Editorial Board gewährleistet, welches über 50 Professor*innen von mehr als 30 Universitäten und Hochschulen aus der DACH-Region umfasst.
In diesem Sammelband befinden sich die besten Beiträge im Jahr 2021, welche in Junior Management Science Volume 6 Issue 1 publiziert wurden.
"The Value of CSR in Times of Increased Policy Uncertainty: Evidence from the Brexit Referendum" von Olivia Hohlwegler
"Are Firms Paying for the Minimum Wage? Evidence from Germany" von Maximilian Kühn
"The Glass Cliff – Women’s Thrive to Save Poor Performance and how to Approach it in the Workplace" von Julia Vetter
"Employment Protection Legislation, Youth Unemployment and the Role of the Educational System" von Kimberly Klebolte
"The Impact of Management, Family and Employee Ownership Concentration on Firm Performance" von Michael Amroudi
"Der Einfluss der Besteuerung auf Managementanreize und die Nutzung von Bonusbanken" von Daniel Dyck
"Modern Approaches to Dynamic Portfolio Optimization" von Philipp Schiele
"Analyse globaler Steuerstandards der OECD zu digitalen Geschäftsmodellen" von Christina Winder
Inhaltsverzeichnis
The Value of CSR in Times of Increased Policy Uncertainty: Evidence from the Brexit Referendum
1. Introduction
2. Theoretical Framework
2.1. Social Capital and Corporate Financial Performance
2.2. Corporate Financial Performance in Times of Policy Uncertainty
2.3. CSR, Firm Performance, and Policy Uncertainty
3. Research Design
3.1. Empirical context
3.2. Brexit Referendum as a Policy Uncertainty Shock
3.3. Sample Construction
3.4. Empirical Methodology
3.4.1. Shock-Period Returns
3.4.2. Corporate Financial Performance Surrounding the Brexit Referendum
4. Empirical Results
4.1. Descriptive Statistics
4.2. Regression Outcomes
4.2.1. Cross-Sectional Regression
4.2.2. Difference-in-Difference Regressions
5. Robustness Tests
5.1. Cross-Sectional Regression
5.2. Difference-in-Difference Models
6. Further Discussion on the Dynamic Relationship Between CSR and Corporate Financial Performance
7. Conclusion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von wirtschaftspolitischer Unsicherheit auf den Zusammenhang zwischen Corporate Social Responsibility (CSR) und der finanziellen Unternehmensleistung, wobei das Brexit-Referendum von 2016 als natürliches Experiment dient. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob Unternehmen durch zuvor aufgebautes Sozialkapital (durch CSR-Initiativen) ihre finanzielle Performance während Zeiten erhöhter politischer Unsicherheit schützen können.
- Analyse des Einflusses von politischer Unsicherheit auf CSR und Unternehmensleistung.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen verschiedenen CSR-Dimensionen (Umwelt, Soziales, Governance) und finanziellen Ergebnissen.
- Vergleich der Bewertung von CSR durch investierende (Aktionäre) gegenüber nicht-investierenden Stakeholdern.
- Anwendung einer Schock-basierten kausalen Inferenzmethode (Differenz-von-Differenzen-Modell).
- Einordnung der Erkenntnisse in die bestehende Literatur zum "Stakeholder-View" versus "Shareholder-View" des Unternehmens.
Auszug aus dem Buch
1. Introduction
In the title of his article from 1970, Milton Friedman famously claimed that “The Social Responsibility of Business is to Increase Its Profits”. Almost 40 years after one of the most influential neoclassical economists negated the fundamental question of whether firms should go beyond investing in activities with direct link to profit generation, corporations and investors draw a different picture: Over the last two decades, Corporate Social Responsibility (CSR) and environmental, social and governance (ESG) initiatives have developed into popular buzzwords in business literature (Rüegg-Stürm, 2014). At the end of 2017, 12 trillion dollars were invested in socially responsible assets in the USA alone (Forum, US Social Investment, 2018). Likewise, 78% of the world’s largest 4,900 companies disclose information on governance mechanisms and their social and environmental impact (KPMG, 2017). The justification behind pursuits of socially responsible activities are that they create a form of intangible, alternative capital: the so-called social capital comprising relational wealth among stakeholders. Important component of this capital is increasing trustworthiness of firms. Knack and Keefer (1997); Putnam (1993) argue this to reduce transaction costs as stakeholders attribute lower uncertainty about whether firms honour their contracts to firms they trust.
Conversely, the last decade of expanding trust-building initiatives to mitigate uncertainty among stakeholders was accompanied by numerous political events inducing policy uncertainty across markets affecting stock markets and real performance (inter alia, Baker et al., 2016; Kelly, Pastor, & Veronesi, 2016; Pastor & Veronesi, 2012; Voth, 2002).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Introduction: Diese Einleitung führt in die historische Debatte um die soziale Verantwortung von Unternehmen ein und stellt den Kontext der steigenden Bedeutung von CSR und ESG in Zeiten zunehmender politischer Unsicherheit dar.
2. Theoretical Framework: Das Kapitel erläutert die beiden gegensätzlichen Denkschulen – den Stakeholder-View und den Shareholder-View – und leitet daraus Hypothesen über den Effekt von CSR auf die Unternehmensleistung ab.
3. Research Design: Hier werden die Datenbasis, die Konstruktion der Stichprobe und die methodische Vorgehensweise, insbesondere die Nutzung des Brexit-Referendums als exogener Schock, detailliert dargelegt.
4. Empirical Results: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse der deskriptiven Statistik sowie die Resultate der Regressionsanalysen, die den Zusammenhang zwischen CSR und Performance untersuchen.
5. Robustness Tests: Die Robustheit der Ergebnisse wird durch alternative ökonometrische Spezifikationen und zeitliche Varianten der Datenmessung auf die Probe gestellt.
6. Further Discussion on the Dynamic Relationship Between CSR and Corporate Financial Performance: Hier werden die Ergebnisse mit der bestehenden Literatur zu Krisenzeiten (wie der Finanzkrise 2008) in Beziehung gesetzt und Diskrepanzen diskutiert.
7. Conclusion: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und leitet daraus Implikationen für Investoren, Manager und politische Entscheidungsträger ab.
Schlüsselwörter
Brexit-Referendum, CSR, ESG, politische Unsicherheit, soziale Verantwortung, Unternehmensperformance, Finanzleistung, Sozialkapital, Governance, Stakeholder-Theorie, Shareholder-Value, kausale Inferenz, Event-Studie, Differenz-von-Differenzen-Modell, Risikominderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob CSR-Maßnahmen Unternehmen dabei helfen, negative Auswirkungen durch wirtschaftspolitische Unsicherheit abzufedern, am Beispiel des Brexit-Referendums von 2016.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Corporate Social Responsibility, Unternehmensfinanzleistung und makroökonomischer politischer Unsicherheit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage lautet: Kann durch CSR-Investitionen aufgebautes Sozialkapital als Schutzschild gegen die negativen Auswirkungen politischer Unsicherheit auf die finanzielle Performance von Unternehmen dienen?
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?
Es wird eine Schock-basierte kausale Inferenzmethode angewandt, primär eine Regressionsanalyse sowie ein Differenz-von-Differenzen-Design, um die Sensitivität gegenüber dem Brexit-Schock zu messen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung der Hypothesen (Stakeholder- vs. Shareholder-View), dem Forschungsdesign, der empirischen Analyse von Aktienmarktrenditen und realwirtschaftlichen Daten sowie der Robustheitsprüfung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Brexit, CSR, ESG, politische Unsicherheit, Sozialkapital und Unternehmensperformance.
Welche Rolle spielt der Brexit konkret in der Argumentation der Autorin?
Das Brexit-Referendum dient als exogener Schock für wirtschaftspolitische Unsicherheit, der es erlaubt, die Sensitivität von Unternehmen gegenüber Unsicherheit objektiv zu prüfen.
Zu welchem Ergebnis kommt die Autorin bezüglich der CSR-Investitionen?
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass CSR-Investitionen in Zeiten erhöhter politischer Unsicherheit den Shareholder-Wealth (Aktienmarktwert) tendenziell eher mindern, insbesondere bei Governance-fokussierten Unternehmen, und keine signifikante positive Wirkung auf die realwirtschaftliche Performance zeigen.
- Quote paper
- Junior Management Science e.V. (Author), 2021, Junior Management Science, Volume 6, Issue 1, March 2021, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1036704