Inflation. Arten, Ursachen und Auswirkungen


Referat / Aufsatz (Schule), 1999

7 Seiten, Note: 12 Punkte


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Inhaltsverzeichnis

1. Begriff der „Inflation“

2. Arten der Inflation
2.1 Erkennbarkeit
2.2 Dauer
2.3 Tempo

3. Ursachen der Inflation
3.1 Angebotsinduzierte Inflationstypen
3.1.1 Kosteninflation
3.1.2 Gewinninflation
3.1.3 Steuerinflation
3.2 Nachfrageinduzierte Inflationtypen
3.2.1 Nachfrageinflation
3.2.2 Importierte Inflation
3.2.2.1 Auslandsnachfrageinflation
3.2.2.2 Exportüberschussinflation
3.3 Monetäre Inflationstheorie
3.3.1 Quantitätstheorie
3.3.2 Neoquantitätstheorie
3.4 Anspruchsinflation

4. Wirkungen der Inflation
4.1 Stagflation
4.2 Inflation und Einkommen
4.3 Inflation und Vermögen
4.4 Inflation und Schulden
4.5 Inflation und Staat
4.6 Inflation und Beschäftigung
4.7 Inflation und Außenwirtschaft

1. Begriff der „Inflation“

„Inflation [l. „Aufblähung“], Zunahme der im Verkehr befindl. Zahlungsmittel üb. d. wirtschaftl. erforderl. Bedarf hinaus; Folge ist Geldentwertg. u. Preissteigerg.“1

2. Arten der Inflation

Die Inflationsarten werden nach der Erkennbarkeit, der Dauer und dem Tempo des Inflationsprozesses unterschieden.

2.1 Erkennbarkeit

- Offene Inflation: Die Preissteigerung ist „offen“ erkennbar. Sie sorgt für eine unmittelbare Schwächung der Kaufkraft des Geldes und ist in Statistiken ablesbar. Die Entwicklung der Preise wird vom Marktgeschehen bestimmt, der Staat nimmt keinen Einflußauf die Preise.

- Verdeckte (zurückgestaute, verklappte) Inflation: Die Preissteigerung ist nicht offen erkennbar. Der Staat hält die Preise durch Maßnahmen, wie Preis- und Lohnstops, Festlegung von Höchstpreisen, Subventionen usw., verhält- nismäßig stabil. Die Leute haben zwar Geld, können damit aber nichts anfangen, da das Güter- angebot zu gering ist, was zur Bildung von Schwarzmärkten für besonders begehrte Güter führt.

2.2 Dauer

- Temporäre Inflation: Diese Inflation2 tritt nur in einem kurzen Zeitraum auf. · Permanente Inflation: Diese Inflation tritt dauerhaft auf.

2.3 Tempo

- Schleichende Inflation: Die Preissteigerung tritt über einen langen Zeitraum konstant niedrig auf. Die Preissteigerungsrate ist niedriger als der Zinssatz für langfristige Geldanlagen.
- Trabende Inflation: Sie ist der Übergang zwischen der schleichenden zur galoppierenden Inflation. Die Preissteigerung ist mäßig.
- Galoppierende Inflation: Die Rate der Preissteigerung ist sehr hoch, nimmt laufend zu und liegt über dem Zinssatz für langfristige Geldanlagen (etwa 6 bis 8%). Liegt die Rate über 50%, dann spricht man von einer Hyperinfla- tion.3

3. Ursachen der Inflation

Über die Ursachen der Inflation gibt es viele Theorien und Ansätze, die sehr unterschiedlich ausfallen können.

Eine Möglichkeit sie zu unterscheiden, ist sie nach Angebot und Nachfrage zu trennen, da die Marktpreise durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage gebildet werden.4

3.1 Angebotsinduzierte Inflationstypen

Die Steigerung des Preisniveaus geht bei dieser Theorie von der Angebotsseite aus, wobei mindestens eins, der zur Bildung des Preises notwendigen Bestand- teile5 steigt. Nach diesen Bestandteilen, kann man noch einmal unterscheiden.6

3.1.1 Kosteninflation

Um ihre Kosten zu decken, erhöhen die Betriebe die Preise, wenn

- überhöhte Lohnforderungen durchgesetzt
- die Kostensteuern und die Lohnnebenkosten steigen
- die Zinsen erhöht
- bei gleichbleibender Kapazitätsauslastung die Stückkosten erhöht
- die Preise für ausländische Rohstoffe oder Vorprodukte erhöht werden.

3.1.2 Gewinninflation

Um ihre Gewinne zu steigern, erhöhen oligopolistische und monopolistische Unternehmen die Preise für ihre Güter auf Kosten der Nachfrager.7

3.1.3 Steuerinflation

Jedes Gut hat im Marktpreis auch Mehrwertsteuern enthalten. Werden diese erhöht, dann steigen auch die Preise.8

3.2 Nachfrageinduzierte Inflation

Die Steigerung des Preisniveaus geht bei dieser Theorie von der Nachfrageseite aus. Es wird, gesamtwirtschaftlich gesehen, davon ausgegangen, dass die (Geld-)Nachfrage größer ist bzw. schneller steigt, als das (Güter-)Angebot.9

Auch hier kann man weiter differenzieren.

3.2.1 Nachfrageinflation

Wenn bei privaten Haushalte, den Unternehmen und dem Staat die Sparneigung abnimmt und/oder sie Kredite Aufnehmen (Geldschöpfung) um ihre Interessen zu finanzieren.10

3.2.2 Importierte Inflation

Im allgemeinen kann man sagen, das die importierte Inflation die Auswirkungen des Ausland auf das inländische Preisniveau.11 Allerdings kann auch hier wieder unterschieden werden.

3.2.2.1 Auslandsnachfrageinflation

Die Auslandsnachfrageinflation besagt im Grunde nur, dass eine Steigung der Auslandsnachfrage auch die gesamtwirtschaftliche Nachfrage erhöht.12

3.2.2.2 Exportüberschussinflation

Wenn der Export höher ist als der Import, dann besteht ein Exportüberhang. Die durch diesen Exportüberschußeingenommenen ausländischen Zahlungsmittel (Devisen) werden nicht mehr für Importzwecke verwendet und in inländische Währung umgetauscht. Durch diesen Umtausch wird das inländische Geldvolumen erhöht, was zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führt, wodurch eine Preissteigerung herbeigeführt wird.13

3.3 Monetäre Inflationstheorie

Bei dieser Theorie werden nur Erhöhungen der Geldmenge für Veränderungen des Preisniveaus verantwortlich gemacht. Hierbei unterscheidet man zwischen einer alte und neuen Quantitätstheorie.14

3.3.1 Quantitätstheorie

Bei dieser Theorie ist Geld nur ein Tauschmittel für Güter. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wird vernachlässigt.

3.3.2 Neoquantitätstheorie

Die Ansätze der Neoquatitätstheorie sind ähnlich wie die der alten Quantitätstheorie, nur berücksichtigt die neuere Theorie nicht nur das Geldangebot, sondern auch die Geldnachfrage.

3.4 Anspruchsinflation

„Die „Anspruchsinflation“ kann als Versuch einer Integration der zuvor diskutierten Inflationstheorien gewertet werden.“15

4. Wirkungen der Inflation

Die Wirkungen der Inflation kann man im weitesten Sinne damit beschreiben, dass man für eine bestimmte Geldmenge immer weniger Güter eintauschen kann. Doch die Wirkungen nur dadurch zu beschreiben wäre zu ungenau, deshalb hat man sie in verschiedene Bereiche unterteilt.16

4.1 Stagflation

Die Stagflation, Stagnation mit Inflation, ist wohl die schlimmste Folge der Inflation. Sie ensteht z.B. dadurch, wenn Unternehmen ihre steigende Kosten aus Konkurrenzgründen nicht durch Preiserhöhungen ausgleichen können. Sie führen dazu, dass die Unternehmen Verluste machen und die Investitionen sinken17:

„Die Güterproduktion stagniert, und es entsteht Arbeitlosigkeit bei steigenden Preisen.“18

4.2 Inflation und Einkommen

Wer ein Einkommen bezieht und Kaufkraftverluste durch die Inflation verhindern will, sollte sein Einkommen erhöhen und so der Geldentwertung angleichen. Meist geschieht dies durch die Gewerkschaften, die es schaffen wenigsten einen Inflationsaugleich durchzusetzen. Da Rentner auch ein Einkommen haben, mußauch das angepasst werden. Die Rentner waren also immer benachteiligt und um diese Benachteiligung aufzuheben, gilt seit 1957 die dynamische Rentenregel, welche die Renten automatisch anpasst.19

4.3 Inflation und Vermögen

Ist der Zinssatz kleiner als die Inflationsrate, dann nimmt das Geldvermögen ab, da Geldvermögen durch Zinsen wachsen. Anders sieht die Sache bei Sachver- mögen aus, sie wachsen durch Wertsteigerungen. Da die Steigerungsrate meistens über der Inflationsrate liegt, werden Sachvermögensbesitzer kaum benachteiligt, und so läßt sich auch die Flucht in Sachwerte erklären, wobei hier das Geldver- mögen in Sachvermögen umgewandelt wird.20

4.4 Inflation und Schulden

Bei Schulden gilt das Nominalprinzip, das heißt, dass auch bei einer hohen Inflationsrate 100 DM Schulden 100 DM Schulden bleiben. Schuldner werden also begünstigt und Gläubiger benachteiligt.

4.5 Inflation und Staat

Durch Inflation erhöht sich das Einkommen des Staates, da seine Haupteinnahme- quellen die einkommensabhängigen Steuern und die Mehrwertsteuer sind. Steigt die Inflationsrate erhöhen sich auch die Einkommen, wodurch mehr Steuern eingenommen werden können. Und da die Mehrwertsteuern vom Nettopreis erhoben werden, erhöhen sich die Mehrwertsteuereinnahmen durch inflationsbe- dingte Güterpreissteigerungen. Aus diesem Grund wird der Staat auch als Inflationsgewinner bezeichnet. Diese Aussage ist aber nicht ganz richtig, denn auch der Staat hat Ausgaben. Erhöhen sich die Güterpreise, mußauch der Staat diese erhöhten Preise zahlen, und auch seinen Beschäftigten höhere Löhne zahlen.21

4.6 Inflation und Beschäftigung

Der Zusammenhang zwischen Inflation und Beschäftigung ist nicht ganz klar. Oft kann man beobachten das bei steigender Inflationsrate auch die Beschäftigung zu nimmt, was aber nicht heißt, das sie in irgendeinem Zusammenhang stehen.

Darstellen kann man diesen etwas undurchsichtigen empirischen Zusammenhang mit Hilfe der PHILLIPS-Kurve.22

4.7 Inflation und Außenwirtschaft

Wie man bei der importierten Inflation erkennen kann, beeinflussen die außenwirtschaftlichen Beziehungen die Inflation, auf der anderen Seite kann man sagen, dass die Inflationsrate Einflußauf Export und Import hat.23

Literaturverzeichnis

ALBERS, Hans-Jürgen u.a., Volkswirtschaftslehre, 2. Aufl., Haan-Gruiten: Europa, 1997.

BARFUß, Karl Marten, „Geld und Währung“, in: Volkswirtschaftslehre, 2. Aufl., Hg. R. Neubäumer und B. Hewel, Wiesbaden: Gabler, 1998. S.505-514

BOLLE, Fritz, Knaurs Lexikon A-Z, 2. Aufl., München: Droemersche Verlags - anstalt Th. Knaur Nachf. 1956

HARTMANN, Gernot B., Volks- und Weltwirtschaft, 17. neubearbeitete Aufl.: Merkur Verlag Rinteln, 1995.

KOHLER, REINHARD & MÜLLER, U., „Inflation“, in: Gablers-Wirtschafts - lexikon Band F-K, 5. Aufl., Wiesbaden: Gabler, 1992. S. 1603-1607.

[...]


1 BOLLE, Knaurs Lexikon A-Z, 1956. S. 699.

2 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 263

3 Vgl. insbes. HARTMANN, Volks- und Weltwirtschaft, 1995

4 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 263

5 Preisbestandteile = Kosten, Gewinn und indirekte Steuern

6 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 265f

7 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 266

8 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 266

9 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 264

10 Vgl. insbes. HARTMANN, Volks- und Weltwirtschaft, 1995. S. 288

11 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 267

12 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 267

13 Vgl. BARFUß, Volkswirtschaftslehre, 1998. S. 509

14 Vgl. BARFUß, Volkswirtschaftslehre, 1998. S. 507

15 BARFUß, Volkswirtschaftslehre, 1998. S. 511

16 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 269

17 Vgl. HARTMANN, Volks- und Weltwirtschaft, 1995. S. 290

18 HARTMANN, Volks- und Weltwirtschaft, 1995. S. 290

19 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 269

20 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 269f

21 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 270

22 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 270f

23 Vgl. ALBERS, Volkswirtschaftslehre, 1997. S. 271

7 von 7 Seiten

Details

Titel
Inflation. Arten, Ursachen und Auswirkungen
Note
12 Punkte
Autor
Jahr
1999
Seiten
7
Katalognummer
V103704
Dateigröße
339 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inflation
Arbeit zitieren
Jens Coordes (Autor), 1999, Inflation. Arten, Ursachen und Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103704

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