Das Ziel der Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit der literarischen Moderne und den zwei Werken „Das Urteil“ und „Die Verwandlung“ von Franz Kafka, die dieser zugeordnet werden können. Aus welchen Gründen werden die Kafka-Erzählungen der literarischen Moderne zugeordnet?
Beide Werke sind der Epoche der literarischen Moderne zuzuordnen. Jede Epoche weist gemeinsame Merkmale und Strukturen auf, die epochenspezifisch sind bzw. nicht auf frühere oder folgende Epochen zutreffen. Außerdem nehmen verschiedene Bereiche, wie die Gesellschaft, Politik und die Wissenschaft, Einfluss auf die jeweilige Epoche. Im ersten Teil dieser Analyse werden diese Elemente für die Moderne als literarische Epoche dargestellt und erläutert.
Im zweiten und dritten Teil der Analyse werden die beiden modernistischen Werke Kafkas „Das Urteil“ und „Die Verwandlung“ genauer in Betracht gezogen. Die Texte Kafkas werden nach modernistischen Merkmalen untersucht. Für die Merkmale aus dem ersten Teil sollen konkrete Beispiele aus der Literatur gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Merkmale der Moderne
2. Franz Kafkas „Das Urteil“
3. Franz Kafkas „Die Verwandlung“
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der literarischen Moderne auseinander und untersucht die Erzählungen „Das Urteil“ sowie „Die Verwandlung“ von Franz Kafka auf ihre Zugehörigkeit zu dieser Epoche, mit der zentralen Forschungsfrage, aus welchen Gründen diese Werke der literarischen Moderne zugeordnet werden können.
- Merkmale und Strukturen der literarischen Moderne
- Erzähltechnische Mittel in der Moderne (Fokalisierung, erlebte Rede, Bewusstseinsstrom)
- Analyse der Absurdität und Erzählhaltung in „Das Urteil“
- Subjektiver Erzählerstandpunkt und individuelle Bewusstseinsdarstellung in „Die Verwandlung“
Auszug aus dem Buch
Franz Kafkas „Die Verwandlung“
„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ – diesen komischen Anfangssatz aus „Die Verwandlung“ kennt jeder. Er symbolisiert die Lapidarität des Erzählstils, die sich in der ganzen Erzählung finden lässt: Ohne weitere Erläuterungen werden Tatsachen ganz trocken festgestellt und angenommen.
Die Geschichte fängt mit einer unmöglichen und unerwarteten Situation an, nämlich, dass die Hauptperson Gregor Samsa in einen Käfer verwandelt ist. Nach dem ersten Satz wird der Leser gleich in die Perspektive der Hauptperson versetzt („»Was ist mit mir geschehen?«, dachte er.“), die ihm fortan, über den Verlauf der Erzählung hin, die einzige Möglichkeit bleibt, die Welt zu betrachten. Dieser subjektive Erzählerstandpunkt und die Beschränkung des Blickwinkels hängt stark mit der literarischen Moderne zusammen: Aufgrund schwieriger gesellschaftlicher Zusammenhänge und kontinuierlicher Veränderung legte man mehr Wert auf das individuelle Bewusstsein.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Autors Franz Kafka, der beiden untersuchten Erzählungen sowie Darlegung der Zielsetzung und Forschungsfrage der Arbeit.
1. Merkmale der Moderne: Erläuterung der Epoche der Moderne, ihrer zeitlichen Einordnung sowie der für die Narratologie zentralen literarischen Techniken wie Fokalisierung, erlebte Rede und Bewusstseinsstrom.
2. Franz Kafkas „Das Urteil“: Untersuchung der Erzählung hinsichtlich der epochentypischen Absurdität der Ausgangslage, des Vater-Sohn-Konflikts sowie der Erzählhaltung unter Anwendung moderner erzähltechnischer Mittel.
3. Franz Kafkas „Die Verwandlung“: Analyse des Werks im Hinblick auf den subjektiven Erzählerstandpunkt, die Darstellung des individuellen Bewusstseins und die Unverständlichkeit der Verwandlungsthematik.
Schlüsselwörter
Franz Kafka, literarische Moderne, Das Urteil, Die Verwandlung, Bewusstseinswiedergabe, Fokalisierung, erlebte Rede, Bewusstseinsstrom, Narratologie, Vater-Sohn-Konflikt, Absurdität, Gregor Samsa, Georg Bendemann, Erzählhaltung, individuelle Wirklichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Epoche der Moderne und untersucht, wie zwei Erzählungen von Franz Kafka – „Das Urteil“ und „Die Verwandlung“ – deren Merkmale repräsentieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Definition der literarischen Moderne, die narratologischen Besonderheiten wie Bewusstseinsdarstellung sowie die inhaltliche und stilistische Analyse der beiden Kafka-Werke.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der literarischen Moderne und die Beantwortung der Frage, warum die Erzählungen Kafkas der Moderne zugeordnet werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine Literaturanalyse, in der modernistische Merkmale definiert und anschließend auf die Texte angewandt sowie anhand von konkreten Textbeispielen belegt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Epochenmerkmale der Moderne und die anschließende spezifische Untersuchung von „Das Urteil“ und „Die Verwandlung“ hinsichtlich Erzählweise und Absurdität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kafka, Moderne, Narratologie, Fokalisierung, erlebte Rede, Absurdität und individuelles Bewusstsein.
Wie wird die Absurdität in „Das Urteil“ begründet?
Die Absurdität liegt in der unverhältnismäßigen Reaktion des Vaters, der den Sohn für mangelnden Briefkontakt zum Tod verurteilt, sowie in der widerspruchslosen Annahme dieses Urteils durch den Sohn.
Warum wird „Die Verwandlung“ als modernistische Literatur eingestuft?
Die Einstufung erfolgt aufgrund der Reduzierung des Erzählbereichs auf die subjektive Innenwelt der Hauptfigur und der trockenen, lapidaren Darstellung einer völlig unrealistischen Situation.
- Quote paper
- Dirk Eismann (Author), 2014, Die literarische Moderne. Eine Analyse von "Das Urteil" und "Die Verwandlung" von Franz Kafka, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1037179