Das Werk "Antigone" wurde im Jahre 1917 von Walter Hasenclever geschrieben und ist auf die altgriechische gleichnamige Tragödie des Dichters Sophokles zurückzuführen. Ziel dieser Arbeit es, folgender These nachzugehen: In Walter Hasenclevers "Antigone" findet man die (expressionistische) Idee des Weltuntergangs. Anhand einer Interpretation sollen die Pro- und Contra-Argumente dieser These dargelegt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielsetzung
2. Literarischer Kontext des Expressionismus
3. Die Idee des Weltuntergangs bei Hasenclever
4. Analyse der gesellschaftlichen Spannungsfelder
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist es, die expressionistische Idee des Weltuntergangs in Walter Hasenclevers Stück Antigone (1917) zu untersuchen, deren Vorhandensein kritisch zu beleuchten und eine begründete Stellungnahme zur zentralen These abzugeben.
- Analyse des Werkes im Kontext des literarischen Expressionismus
- Untersuchung der apokalyptischen Erzählweise und Weltuntergangsvisionen
- Gegenüberstellung von Hass und Liebe sowie Macht und Widerstand
- Analyse der gesellschaftlichen Krisensymptome im Stück
- Interpretation der Rollen von König Kreon, Antigone und des Volkes
Auszug aus dem Buch
Die Idee des Weltuntergangs und das apokalyptische Erzählen
Am Anfang der Geschichte steht insbesondere der Hass auf das Alte im Vordergrund. Einerseits überzeugt der neue König Kreon seinem Volk vom Hass auf den alten toten Feind und ‚Verräter‘ Polyneikes, andererseits bekämpft Antigone diese Hassgefühle. Ersteres lässt sich dadurch erklären, dass Polyneikes sich während des Krieges die Herrschaft über Theben heranziehen wollte. Folge dieses Hasses ist, dass Polyneikes nicht bestattet werden darf, sondern auf dem Schlachtfeld liegen gelassen werden soll.
Diesen Hass wird dem Volk auferlegt, dadurch, dass ein Verbot auf das Begraben des Feindes eingeführt und dessen Übertritt auf Befehl Kreons mit dem Tod geahndet wird: „Wer des Verbotes ungeheure Mahnung übertritt – wer dieser Leiche letzte Ehre spendet, der wird zu Tod gesteinigt, sein Kadaver jenem zugesellt.“ (S.364, Z.7-11). In Kreons eigener Rede wird diese Botschaft nur unterstrichen: „Noch einmal hier befehle ich mit meiner ganzen Strenge: Kein Grab für seinen Überrest! Mag in die Welt, wo Völker wohnen, der Pestgeruch von seinem Namen dringen.“ (S.372, Z.1-5). Am letzten Satz ist außerdem zu erkennen, wie stark der Hass anwesend ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielsetzung: Einführung in das Werk von Walter Hasenclever und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der expressionistischen Weltuntergangsidee.
2. Literarischer Kontext des Expressionismus: Einordnung des Werkes in die Zeit des Ersten Weltkriegs und Erläuterung der Merkmale der expressionistischen Strömung.
3. Die Idee des Weltuntergangs bei Hasenclever: Theoretische Herleitung des Begriffs der Apokalypse nach Thomas Anz und Anwendung auf das Drama.
4. Analyse der gesellschaftlichen Spannungsfelder: Untersuchung der Konflikte zwischen den Protagonisten, insbesondere der Antagonisten Kreon und Antigone.
5. Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Bestätigung der These, dass Hasenclevers Antigone zentrale Züge einer Weltuntergangsvision trägt.
Schlüsselwörter
Walter Hasenclever, Antigone, Expressionismus, Weltuntergang, Apokalyptik, Sophokles, Erster Weltkrieg, Literaturanalyse, Krieg, Gesellschaftskritik, Macht, Widerstand, Polyneikes, Kreon, Drama
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht Walter Hasenclevers Theaterstück Antigone aus dem Jahr 1917 auf expressionistische Motive, insbesondere auf die Idee des Weltuntergangs.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die literarische Epoche des Expressionismus, die Rolle des Krieges, die Darstellung von gesellschaftlichem Verfall und die moralische Auseinandersetzung zwischen Individuum und staatlicher Macht.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass in Hasenclevers Werk eine spezifisch expressionistische Weltuntergangsidee verarbeitet wird, indem Pro- und Contra-Argumente anhand des Textes analysiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die das Werk in einen historisch-literarischen Kontext setzt und durch Textinterpretation sowie den Einbezug von Sekundärliteratur gestützt wird.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Darstellung von Hass und Liebe, das Motiv des Verbots der Bestattung Polyneikes' sowie die unterschiedlichen Weltanschauungen der Charaktere wie Kreon und Antigone.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Expressionismus, Weltuntergang, apokalyptisches Erzählen, Krieg, Theben und der Gegensatz zwischen der alten und neuen Weltordnung.
Wie unterscheidet sich Hasenclevers Antigone von der Vorlage des Sophokles?
Während die antike Tragödie zeitlose Fragen von Recht und Moral behandelt, integriert Hasenclever spezifische Merkmale seiner Zeit, insbesondere die Erfahrung des Ersten Weltkriegs und expressionistische Weltuntergangsszenarien.
Welche Rolle spielt die Figur des Kreon für die Weltuntergangsthese?
Kreon repräsentiert einerseits die alte Ordnung und den Machtanspruch, gerät jedoch durch sein Handeln selbst in den Strudel der Krise und des gesellschaftlichen Zusammenbruchs.
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- Dirk Eismann (Author), 2015, Die expressionistische Idee des Weltuntergangs in "Antigone" von Walter Hasenclever, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1037181