Pferdegestütztes Coaching für Führungskräfte. Konfliktmanagement und Teamförderung


Hausarbeit, 2021

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Coaching mit Pferden
2.1 Der Begriff Coaching
2.2 Wissenschaftlicher Hintergrund pferdegestützten Coachings
2.3 Lerneffekte für Führungskräfte

3 Coaching im Kontext des Konfliktmanagements
3.1 Führungscoaching
3.2 Der Coaching-Prozess
3.3 Führungskompetenzen nachhaltig entwickeln
3.4 Konflikte lösen in wertschätzender Kommunikation

4 Fazit

Anhangsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Pferd ist dein Spiegel. Es schmeichelt dir nie. Es spiegelt dein Temperament. Es spiegelt auch seine Schwankungen. Ärgere dich nie über ein Pferd; du könntest dich ebensowohl über deinen Spiegel ärgern.

(Rudolf G. Binding, Schriftsteller, 1867-1938)

Menschen verbinden mit Pferden vor allem eines – grenzenlose Freiheit. Neben Hunden sind auch Pferde seit Jahren treue Partner des menschlichen Individuums, die Kraft und Eleganz ausstrahlen. Darüber hinaus sind sie Flucht- und Herdentiere, die bei Bedrohung die Flucht ergreifen und den Herdenverband mit Sicherheit assoziieren. Ihre Aufmerksamkeit, Neutralität, Respekt ranghöheren gegenüber sowie die Akzeptanz jüngerer Herdentiere zeigt dem Menschen, wie dieses Miteinander die Basis für eine ebenso erfolgreiche berufliche Zusammenarbeit schaffen kann (Müller, 2016, S. 89; Konir, 2012, S. 14).

Pferde unterscheiden sich wie Menschen, haben unterschiedliche Bedürfnisse und Fähigkeiten, beispielsweise verfügt ein Dressurpferd über andere Ressourcen wie ein Pferd, das im Springreitsport eingesetzt wird. Eines haben jedoch alle gemeinsam: der Herdenverband und die Bedingungslosigkeit, wie Pferde einander und dem Menschen gegenüber und mit großer Einfühlsamkeit reagieren. Durch aufrichtiges Interesse am Gegenüber lässt sich nicht nur unter Pferden, auch im Unternehmen und seine Mitarbeiter, viel über Gedanken, Gefühle, Wünsche und Fähigkeiten erfahren (Müller, 2016, S. 90).

Durch die sich zunehmende Veränderungen und Technologien in der Arbeitswelt, die immer mehr schnelles Reagieren und Anpassen an sich ändernde Situationen erforderlich machen und überdies vieles mit entsprechender Unsicherheit verbunden ist, gewinnt Coaching, das sich in Dorsch Lexikon der Psychologie als Kollektiv für diverse Beratungsmethoden und -konzepte hinsichtlich Zielen, Individuen und Gruppen definiert, sowie die menschliche Interaktion und Beziehung, immer mehr an Bedeutung (Greif und Rauen, 2019, o.S.).

Neben Unsicherheiten in der heutigen Zeit kann auch Teamarbeit ein mögliches Spannungsfeld darstellen. Verschiedene Individuen, die über differenzierte Bedürfnisse, Wünsche und Ziele verfügen, können mitunter eine große Herausforderung für die alltägliche Interaktion im beruflichen Kontext darstellen. Daher lässt sich folgende zentrale Frage heraus kristallisieren:

„Wie wirkt sich pferdegestütztes Coaching für Führungskräfte

im Konfliktmanagement aus?“

Der Einfachheit halber ist angemerkt, dass die gewählten geschlechterbezogenen Bezeichnungen das weibliche und männliche Geschlecht gleichermaßen umfassen.

2 Coaching mit Pferden

Nach Schütz (2021, o.S.) sind Pferde als Herden-, Flucht- und Beutetier für das Coaching geeignet, durch ihre Aufmerksamkeit nehmen sie geringste Veränderungen ihres Umfeldes wahr (Hasleder, 2019, o.S.). Diese angeborenen Verhaltensweisen ermöglichen das Spiegeln unseres Verhaltens und der Emotionen im Coaching und üben zudem eine positive Wirkung auf das menschliche Individuum aus. Im pferdegestützten Coaching wird nicht geritten, die Pferde lediglich durch einen Parcours geführt. Die Coachees, die Teilnehmer, besitzen keine bis minimale Erfahrung mit den Vierbeinern und noch weniger sind überhaupt schon einmal geritten (Schütz, 2021, o.S.). Staupendahl und Schröder (2019, S. 7) legen folgende Definition pferdegestützten Coachings vor: „[…] bei Beobachtung von Pferden oder Bodenübungen […] in Interaktion zu treten und Erlebnisse aus dieser […] mithilfe einer geleiteten Selbstreflexion zu analysieren und die Erkenntnisse und Ableitungen in den Alltag zu transportieren“.

Pferde sind sensible Wesen, die ihr Gegenüber differenziert wahrnehmen und infolgedessen direkt auf jedes noch so kleinste Detail in Verhalten und Ausstrahlung reagieren. Dadurch zeigen sie menschliche Inkonsequenz auf und spiegeln unsere als noch so bestimmt und entschlossen erachtete Wirkung. Für Pferde entspricht eine Situation immer der Realität und durch Interaktion mit den Vierbeinern lässt sich das menschliche Verhaltens- und Handlungsmobiliar mit dem Fokus weiterentwickeln es entsprechend bewusster und wirksamer in der Zukunft einzusetzen (Die Pferdeakademie, 2021, o.S.).

Nach der Psychoanalyse wird das Pferd als Archetyp gesehen und die Persönlichkeitsstrukturen nach Freud zwischen Pferd (das Es), dem Coach (das Über-Ich) sowie dem Coachee (das Ich) verkörpert (Greiffenhagen und Buck-Werner, 2011, zitiert nach Friesenhahn, 2017, S. 219). Demnach kann das Pferd Gebilde im Unbewusstsein aktivieren und entsprechend unterschiedlich auf den Menschen wirken. Durch die Reaktion des Pferdes kann der Coach auf das intraindividuelle Verhalten des Coachees schließen (Greiffenhagen & Buck-Werner, 2011; Scheidhacker, 2003; Karol, 2007, zitiert nach Friesenhahn, 2017, S. 218). Im Coaching wird dadurch die Synchronisation zwischen bewusster und unbewusster Ebene gefördert (Friesenhahn, 2017, S. 219).

Des Weiteren verweist Friesenhahn auf Banduras Lernen am Model, bei Beobachtung der Pferdeherde lässt sich die nonverbale Kommunikation und das soziale Miteinander erkennen. Dieses Verhalten lässt sich jedoch nicht in den Berufsalltag spiegeln, es muss sinngemäß reflektiert werden. Im personenzentrierten Coaching liegt der Fokus auf durch Akzeptanz, Empathie und Echtheit geprägte Interaktion der Individuen. In dieser sogenannten Du-Evidenz, die eine emotionale Bindung darstellt (Greiffenhagen und Buck-Werner, 2007, S. 26) kann der Coachee mithilfe des Pferdes sich selber besser kennenlernen (Friesenhahn, 2017, S. 220). Nach Opgen-Rhein (2011, zitiert nach Friesenhahn, 2017, S. 41) fördern Pferde Beziehungen von Menschen und deren Umfeld.

Pferde kommunizieren untereinander ehrlich und situationsentsprechend nonverbal durch Schweifschlagen, bewegen der Ohren und der gesamten Körperhaltung (Fraser, 1992, zitiert nach Bode, Die Auswirkungen des nonverbalen Führungsverhaltens von Menschen auf Pferdereaktionen, S. 6). Beier (2019, S. 17f.) richtet ihr Coaching an Menschen, die ihr Entscheidungsverhalten ändern oder fördern und somit im Perspektivenwechsel betrachten wollen. Basis der Interaktion mit Pferden stellt der Fellkontakt sowie die Körpersprache, die auf das Pferd eindeutig wirkt, dar (Greiffenhagen und Buck-Werner, 2011, zitiert nach Friesenhahn, 2017, S. 218).

2.1 Der Begriff Coaching

Nachdem öfters das Wort Coaching aufgegriffen wurde, folgt nun die Definition dazu. Nach Zimmermann (2016, S. 428) ist Coaching eine auf komplexe, differenzierte und dynamische Veränderungen fokussierte Beratung in personen- und organisationsbezogenen Belangen. Der Coachingprozess umfasst Interaktion im Arbeitsumfeld sowie sämtliche Formen des Lernens und Handelns.

Zieht man die Ausführungen von Backhausen und Thommen (2017, S. 1f.) heran, geht Coaching auf fachliche und psychologische Betreuung von Spitzensportlern zurück, das Erreichen von Höchstleistungen durch Förderung der individuellen Kompetenzen. Coaching kann zur Verbesserung der Problemlösungs- und Lernfähigkeit der Mitarbeiter beitragen, gleichzeitig die Fähigkeit zur Veränderung erhöhen und letztlich das Spannungsfeld persönlicher Bedürfnisse, Rollenaufgaben und Unternehmensziele ausgeglichen werden.

Greif und Kollegen (2018, S. 2ff.) führen aus, dass neben unterschiedlicher Begriffsdefinitionen Coaches mit der Aufgabe konfrontiert sind, spezifische Konzepte auszuarbeiten. Wird Coaching zur Förderung ergebnisbasierter Selbstreflexion angesehen, können die Coachees ihre persönlichen Bedürfnisse und Motive sowie Ängste und Probleme offen reflektieren. Zur Unterbindung unendlicher Grübelprozesse kann ein Coach entsprechend Unterstützung zur Aktivierung des jeweiligen Potenzials bieten, die zu festgelegten Zielen und einer bewussten Veränderung des Selbst führt. Nach Fine (2000; zitiert nach Friesenhahn, 2017, S. 218) werden im pferdegestützten Coaching übliche Ansätze des Coachings durch Einbindung des Pferdes verknüpft, durch die Anwesenheit des Pferdes oder Rollenspiele (Chandler et al., 2010, zitiert nach Friesenhahn, 2017, S. 218).

2.2 Wissenschaftlicher Hintergrund pferdegestützten Coachings

Friesenhahn (2017, S. 7f.) greift auf, inwiefern Pferde die Synchronisation von Coach und Coachee beeinflussen können und Einbindung von Pferden in den Coaching-Prozess zu bewerten ist. Anfangs ist ein Verständnis der Wirkung des Coaching-Prozesses erforderlich. Durch kritische Beleuchtung der Komplexität wird ein prozessbegleitender Fragebogen sowie Videoaufnahmen verwendet, die zur Einschätzung der Synchronisation dient und abschließend in Interviews retrospektiv ausgewertet werden. Friesenhahn (2017, S. 31; 2015, o.S.) führt weiters aus, dass für tiergestütztes Coaching ein Fundament aus tiergestützter Pädagogik, Therapie und Erlebnispädagogik hilfreich ist, eine entsprechende Übersicht tiergestützter Formate findet sich in Anhang A. Wenn in der pferdegestützten Therapie der Fokus auf erlebnispädagogische Handlungsorientierung und Lernprozesse liegt und die Pferde eine entsprechende Ausbildung benötigen, unterscheidet sich pferdegestütztes Coaching durch das Klientel, das eben nicht auf Kinder/Erwachsene mit Förderbedarf abzielt, sondern sich mit Führungskräften/Erwachsenen im beruflichen Kontext befasst (Friesenhahn, 2017, S. 54ff.).

Nach Julius und Kollegen (2014, zitiert nach Friesenhahn, 2017, S. 47) konnte in Studien die Ausschüttung von Oxytocin in Tier-Mensch-Interaktionen nachgewiesen werden, welches neben positiver Auswirkungen auf das Sozialverhalten, Stress und Wohlbefinden außerdem die Senkung von Kortisol und Blutdruck begünstigt. Schütz und Steinhoff (2019, o.S.) gelangten in ihrer Studie mit 106 Versuchspersonen im Alter zwischen 19 und 55 Jahren (Versuchsgruppe mit Coaching und Kontrollgruppe ohne Coaching) zum Einfluss pferdegestützten Coachings auf die Selbstwirksamkeitserwartung zum Schluss, dass Selbstbewertung und Selbstwirksamkeitserwartung sich positiv und durch starke Effekte veränderten. Die Selbstbewertung der Teilnehmer wurde vor und nach dem Coaching mittels Videoanalyse, die Selbstwirksamkeitserwartung jeweils an zwei Messzeitpunkten erfasst.

2.3 Lerneffekte für Führungskräfte

Durch Coaching mit Pferden können Führungskräfte auf unvergleichliche Weise direkt eigenes Verhalten illustrieren, fördern und optimieren. So zeichnet sich Wirkung effektiver Führung ab, die nachhaltig umstandsbedingtes Verhalten fördert und Vertrauen und Sicherheit in der Interaktion untereinander begünstigt (Die Pferdeakademie, 2021, o.S.). Es liegt in der Natur sozialer Wesen nach Anschluss zu streben, Pferde sind genauso auf Vertrauen, Respekt sowie Akzeptanz und Motivation angewiesen. Das Pferd reagiert offen, wenn das Gegenüber selbst Vertrauen und Überzeugung ausstrahlt, bei Unsicherheit oder Fragwürdigkeit hingegen wird es zögern oder sich abwenden. Dasselbe geschieht auch im Berufsalltag, weshalb sich Pferde als Indiz für Kommunikations- und Führungskompetenzen und ideale Coaching-Partner eignen (Schäfer, 2021, o.S.).

Nach Konir (2012, S. 72ff.) stellt Führungsaufgabe am Pferd ein Abbild zur Menschenführung dar. Oftmals werden im pferdegestützten Coaching Führungskräfte mit Rollenkonflikten konfrontiert, die beispielsweise in die Führungsrolle gerutscht sind und ursprünglich gar nicht die Motivation dazu hatten. In der Studie von Bode (2007, S. 24) zeigt sich Verhalten der Coachees nonverbal durch einen sicheren Blick nach vorne, der das Pferd folgen lässt, der unsichere Blick zum Coach hingegen veranlasst das Pferd sich abzuwenden.

In einer durch Konstanze Krüger jahrelang beobachtete Herde von Wildpferden in Italien, agierte ein Alphahengst neben einer Gruppe ranghöherer Stuten. Krüger beobachtet überdies, dass oftmals rangniedere Pferde in der Herde bei Konflikten zwischen den Herdentieren vermitteln, um den Gruppenschutz zu erhalten (Krüger, 2014, zitiert nach Friesenhahn, 2017, S. 49). Nach der Geruchsaufnahme folgt die Klärung der Rangordnung auf nonverbaler Ebene, jede noch so kleine Divergenz im Verhalten oder Körpersprache des Menschen nimmt das Pferd wahr und reagiert entsprechend. Unsicheres und angespanntes Verhalten wird ebenfalls mit angespannten, unruhigen Verhalten des Tieres quittiert, selbstbewusste Körpersprache und Verhalten des Coachees animiert das Pferd zum Folgen (Friesenhahn, 2017, S. 48ff.).

Nach Friesenhahn (2017, S. 225; 2015, o.S.) verständigen sich zwei menschliche Individuen in dieser Triade verbal, das tierische Individuum ausschließlich nonverbal. Der Coach unterstützt den Coachee bei Kontaktaufnahme mit dem Pferd und agiert sodann nur als Beobachter der Interaktion zwischen Coachee und Pferd. Die Eingrenzung auf nonverbale Kommunikation verdeutlicht, dass Nichtkommunizieren unmöglich ist und Kommunikation Beziehung und Inhalt umfasst (Vernooij und Schneider, 2008, zitiert nach Friesenhahn, 2017, S. 226). Das Organonmodell, in dem der Coachee mit einem Zug am Führstrick und den Worten „Komm mit“ als Sender und das ihm entsprechend seiner Körpersprache folgende oder nicht folgende Pferd als Empfänger fungiert, lässt ebenfalls eine nonverbale ähnliche Kommunikation sichtbar machen (Friesenhahn, 2017, S. 226). Hasleder (2019, o.S.) führt überdies an, wie Pferde selbst aus großer Entfernung auf jedes dezente Detail der Körpersprache des Coachees reagieren, bei Lächeln und Aufgeschlossenheit bereitwillig folgen und negativen Emotionen wie beispielsweise fehlender Authentizität stehen bleiben oder sich gar abwenden.

3 Coaching im Kontext des Konfliktmanagements

Teamarbeit und der schnelle Wandel führen nicht nur zu Erleichterungen, sondern bergen auch ein Risiko für Krisen, jedes noch so gute Team ist früher oder später mit Differenzen konfrontiert. Führungskräfte stehen vor der Aufgabe, Konflikte rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren, um die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit sowie das Arbeitsklima im Team zu erhalten. In diesem Zusammenhang dient Coaching der Verbesserung der Zusammenarbeit, es gilt Probleme ganzheitlich zu beseitigen und als Fundament für etwaige Dysfunktionen in der Zukunft vorzusorgen (Deutsch, 2020, S. 30).

Nach Deutsch (2020, S. 30f.) ist es unabdingbar, als Führungskraft einen Konfliktinstinkt zu entwickeln, über die Bedürfnisse der Mitarbeiter Bescheid zu wissen und darüber hinaus unmittelbar Probleme wahrzunehmen. Dazu gilt es ein Gespür für etwaige Differenzen und Dysfunktionen zu entwickeln, um Konflikte bestenfalls im Keim zu ersticken. Ist es bereits zur Eskalation gekommen, ist eine wertschätzende Kommunikation unabdingbar, neutral in alle Richtungen zu agieren das Gebot. Bei verhärteten Konflikten ist oftmals ein neutraler externer Beobachter hilfreich – hier kommt der Coach als Moderator zum Zug.

Nach Glöe (Führungskräfte in Führung, o.S.) wird an Führungskräfte die Erwartung gestellt, in selbst schwierigen Situation einfühlsam und selbstbewusst zu agieren. Erfolgreiche Führung basiert auf Respekt und Vertrauen, die durch Wahrnehmung von Stimmungen und Gefühlen als analoge Botschaften unbewusst im Unterbewusstsein wirken. Diese Ebene spielt gerade in konfliktbezogenen Situationen eine große Rolle, da persönliche Einstellungen, Motive und Emotionen Grundlage für die Wirksamkeit von Handlungen darstellen. Pferde reagieren direkt und unbeeinflusst auf das menschliche Gegenüber, spiegeln überdies Authentizität und Vertrauenswürdigkeit und zeichnen sich dadurch als objektiver Feedbackgeber aus (Konir, 2012, S. 11; Glöe, 2021, o.S.).

3.1 Führungscoaching

Weihrauch und Kollegen (2018, S. 219ff.) sagen, dass gerade Führungscoaching als Instrument der Führungskräfteentwicklung stetig an Bedeutung gewinnt. Gute Führung basiert auf Exzellenz-, Wertschätzungs- sowie der ethischen Führungskultur und bedarf auf allen Hierarchieebenen den vier Vs: Vorbild, Verantwortung, Verpflichtung und Vertrauen. Führungscoaching zielt auf Erwartungen sowie Rollenkonflikte ab und beinhaltet die Führungskompetenzentwicklung sowie Wissensübertragung. Überdies bietet sich der Führungskraft die Möglichkeit, individuelles Feedback aus mehreren Perspektiven vom Coach zu erhalten, das zur Erkenntnis des öffentlichen Selbst (der Führungskraft und Außenstehenden bekannt) sowie das unbewusste Selbst (der Führungskraft und Außenstehenden unbekannt) führt. Das unbekannte Selbst und dessen Verhaltensweisen sind gerade den Mitarbeitern der Führungskraft bekannt und wird als „blinder Fleck“ bezeichnet (Weihrauch, Kugler, Mausz und Frey, 2018, S. 209ff.; Konir, 2012 S. 61).

Führungscoaching dient vor allem der Verbesserung von Verhaltensweisen bzw. problembezogenen Situationen im Berufsalltag und beinhaltet die Reflexion über Abläufe, Möglichkeiten zur Verbesserung und die Führungskraft in Person. Dies ist hilfreich bei Konfliktpotenzialerkennung und Entscheidungserleichterung mit sich selbst und in Teams. Mithilfe des Coaches gelingt das Erkennen eigener Grenzen von Belastungen und entsprechende Werteprinzipien herauszuarbeiten. Ein wichtiger Aspekt im Umgang mit Menschen ist Fairness, die sich beispielsweise durch Gleichheitsprinzip, Leistungsprinzip, Bedürfnisprinzip sowie Anrechtsprinzip zeigen kann. Eine wesentliche Fairness ist die informationale, also ehrliche direkte Kommunikation und die interaktionale Fairness, fokussiert auf Wertschätzung und Augenhöhe. Generell ist es unabdingbar, die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter zu kennen, deren Nichterfüllung zu Unlust und Frustrierung führen kann (Weihrauch et al., 2018, S. 209ff.).

3.2 Der Coaching-Prozess

Durch die Hinzuziehung eines Pferdes zum Coaching-Prozess ist ein gewisser organisatorischer Aufwand notwendig, die Coachees müssen nämlich auf den Pferdehof kommen und der gesamte Coachingprozess muss mit Pausen und Bedürfnisorientierung am Pferd strukturiert sein. Dazu kommt, sich über etwaiges Verletzungsrisiko durch das Tier im Klaren zu sein (Friesenhahn, 2017, S. 58f.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Pferdegestütztes Coaching für Führungskräfte. Konfliktmanagement und Teamförderung
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
22
Katalognummer
V1037233
ISBN (eBook)
9783346461193
ISBN (Buch)
9783346461209
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Coaching, Führungskräfte, pferdegestütz, Konfliktmanagement, Spannungen, Mitarbeiter
Arbeit zitieren
Christina Yüksel (Autor:in), 2021, Pferdegestütztes Coaching für Führungskräfte. Konfliktmanagement und Teamförderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1037233

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