Absicht dieser Hausarbeit ist es, die Geschichte der Migration in Hinblick auf Flüchtlinge, Vertriebene und Displaced Persons (DPs) unter dem regional-geschichtlichen Bezug zu Schleswig-Holstein zu untersuchen. Schleswig-Holstein war eines der Länder, welches mit einer sehr hohen Anzahl an Flüchtlingen, Vertriebenen und DPs zurechtkommen musste. Daher soll der Fragestellung nachgegangen werden, warum Schleswig-Holstein ein so beliebtes Ziel gewesen ist und warum auch nach der Übergabe an die Bundesrepublik noch eine beachtliche Zahl an DPs zählbar war.
Zu Beginn wird die methodische Vorgehensweise genauer erläutert. Im theoretischen Teil werden verschiedene Begrifflichkeiten näher betrachtet und definiert. Ferner erfolgt ein Einblick in die verschiedenen Migrationsformen. Hierbei wird im Zusammenhang mit Flucht und Vertreibung als Kriegsfolge, eine Eingrenzung auf die Gewaltmigration vorgenommen. Im nächsten Teil wird der geschichtliche Kontext betrachtet. Dazu wird gesondert auf die Ursachen von Flucht und Vertreibung, die Flüchtlinge und Vertriebenen in Schleswig-Holstein, sowie die Aufnahme und die Integrationsversuche in Schleswig-Holstein eingegangen. Anschließend werden die Displaced Persons in Schleswig-Holstein untersucht. An dieser Stelle werden die Repatriierung der Displaced Persons, die DP-Lager und die Übergabe von der IRO an die Bundesrepublik näher beleuchtet. Zum Schluss werden die zusammengetragenen Ergebnisse im Fazit analysiert und die Fragestellung beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Methodik
III. Theorie
1. Was ist Migration?
2. Migrationsformen
IV. Geschichtlicher Kontext
1. Ursachen für Flucht und Vertreibung
2. Flüchtlinge und Vertriebene in Schleswig-Holstein
3. Aufnahme und Integrationsversuche
V. Displaced Persons in Schleswig-Holstein
1. DP-Lager
2. Repatriierung der Displaced Persons
3. Die Übergabe der Displaced Persons
VI. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Migrationsgeschichte in Schleswig-Holstein im Zeitraum von 1933 bis 1950, mit einem besonderen Fokus auf die Aufnahme und Lebensumstände von Flüchtlingen, Vertriebenen sowie Displaced Persons (DPs). Ziel der Analyse ist es zu beleuchten, warum Schleswig-Holstein trotz seiner agrarischen Struktur zu einem Hauptziel der Zuwanderungsbewegungen wurde und wie die Integration dieser Gruppen in die schleswig-holsteinische Gesellschaft verlief.
- Ursachen und Auswirkungen von Flucht, Vertreibung und Gewaltmigration während und nach dem Zweiten Weltkrieg.
- Die spezifische regionale Situation in Schleswig-Holstein als Aufnahmeland für Millionen von Zuwanderern.
- Die Lebensbedingungen und die Organisation der Displaced Persons in Sammellagern.
- Herausforderungen bei der Repatriierung der Displaced Persons und der Prozess der Übergabe an die deutsche Verwaltung.
Auszug aus dem Buch
1. DP-Lager
Die Unterbringung von Displaced Persons in den Besatzungszonen wurde von den alliierten Besatzungsmächten organisiert. In Schleswig-Holstein gab es insgesamt fast 1.200 Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeiterlager, welche auf die unterschiedlichen Kreise und Städte verteilt waren. Rendsburg verfügte mit 126 Lagern über die meisten Unterkünfte dieser Art. Bei den Lagern handelte es sich in der Regel um öffentliche Sammelzentren (Assembly Centers), in deren Kategorie ehemalige Kasernen, Baracken und beschlagnahmte oder verlassene Privathäuser fielen. Die Lager waren unterschiedlich groß und auch die Ausstattungen variierten. Es herrschten Elend und Unzufriedenheit, da die allgemeinen Voraussetzungen in den Unterkünften völlig unzureichend waren. Sei es in Hinblick auf die sanitären Einrichtungen, die in viel zu geringer Zahl vorhanden waren und dessen Reinigung in keiner Weise geregelt war oder auch die Müllentsorgung. Dieser Mangel an hygienischen Gegebenheiten, sowie die Unterernährung, trug dazu bei, dass sich Krankheiten schneller verbreiten konnten.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausnahmesituation Schleswig-Holsteins ein, das nach 1945 einen überproportional hohen Zuwachs an Flüchtlingen und Displaced Persons verzeichnete.
II. Methodik: Der methodische Rahmen wird hier als Literaturarbeit definiert, die durch statistische Quellen des Landesamtes Schleswig-Holstein ergänzt und mithilfe der Schneeballmethode erschlossen wurde.
III. Theorie: Dieser Abschnitt definiert Migration und grenzt verschiedene Migrationsformen, insbesondere die Gewaltmigration, als theoretische Grundlage für die Untersuchung ein.
IV. Geschichtlicher Kontext: Das Kapitel erläutert die Ursachen von Flucht und Vertreibung vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Expansionspolitik und beschreibt die Situation der verschiedenen Personengruppen in Schleswig-Holstein.
V. Displaced Persons in Schleswig-Holstein: Hier werden die Lebensumstände in den DP-Lagern, die Herausforderungen der Repatriierung und die spätere rechtliche Übergabe der DPs an die Bundesrepublik behandelt.
VI. Fazit: Das Fazit fasst die Gründe für die hohe Flüchtlingsdichte in Schleswig-Holstein zusammen und bilanziert das Scheitern bzw. die Schwierigkeiten bei der Repatriierung der Displaced Persons.
Schlüsselwörter
Migration, Schleswig-Holstein, Flüchtlinge, Vertriebene, Displaced Persons, Gewaltmigration, Integration, Repatriierung, Zweiter Weltkrieg, DP-Lager, Zwangsarbeiter, Nachkriegszeit, Bevölkerungsausgleich, UNRRA, IRO
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der Migration in Schleswig-Holstein zwischen 1933 und 1950 und betrachtet dabei insbesondere die Zuwanderung von Flüchtlingen, Vertriebenen und Displaced Persons.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Ursachen der Fluchtbewegungen, die Aufnahmebedingungen im Land Schleswig-Holstein, das Leben in den DP-Lagern sowie die anschließende Integration und Repatriierung der Betroffenen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Gründe für das hohe Migrationsaufkommen in Schleswig-Holstein zu analysieren und zu untersuchen, wie die Region die Aufnahme und Versorgung der Zuwanderer bewältigt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich primär um eine Literaturarbeit, die durch die Auswertung zeitgenössischer Statistiken und die Schneeballmethode zur Literaturrecherche gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Migrationsformen, eine Darstellung des historischen Kontexts von Flucht und Vertreibung sowie eine detaillierte Analyse der Situation der Displaced Persons in Schleswig-Holstein.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Migration, Schleswig-Holstein, Flüchtlinge, Displaced Persons, Gewaltmigration und Integration sind die prägenden Begriffe dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung.
Warum war Schleswig-Holstein ein so zentrales Ziel für Flüchtlinge?
Aufgrund der vergleichsweise geringen Kriegszerstörungen bot das Land im Vergleich zu anderen Regionen mehr verfügbaren Wohnraum und infrastrukturelle Aufnahmemöglichkeiten für die ankommenden Flüchtlingsströme.
Was passierte mit den sogenannten "heimatlosen Ausländern"?
Nach der Auflösung der IRO und dem Übergang der Verantwortung an die Bundesrepublik blieben viele DPs, die nicht repatriiert werden konnten, in Deutschland und wurden als „heimatlose Ausländer“ in die Gesellschaft eingegliedert.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Migration in Schleswig-Holstein 1933 bis 1950, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1037268