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Ökonomisierung als Driving Force?

Title: Ökonomisierung als Driving Force?

Seminar Paper , 2001 , 29 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Herbert Reichl (Author)

Communications - Mass Media
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Summary Excerpt Details

Der Stellenwert von in den letzten Jahrzehnten immer wichtiger werdenden Begriffen wie Marketing, Marktpositionierung eines Produktes, Konkurrenz, oder Wettbewerb wurde in den letzten Jahrzehnten in der Wirtschaft immer höher. Die Mehrheit von kleineren, mittleren und großen Firmen führt Marktanalysen durch, um zu sehen, wie sich ihr Produkt verkauft, um dessen Absatz zu verbessern oder die ideale Marktposition zu erlangen. Diese Entwicklung macht auch vor dem Bereich der Publizistik und der Medienunternehmen nicht halt. Doch gerade im Gebiet der Kommunikationswissenschaften ist eine Diskussion des Themas Ökonomisierung der Medien mit vielen Unklarheiten verbunden und keineswegs so einfach wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Man könnte an das Thema Ökonomisierung der Medien von zweierlei Richtungen herangehen. Einerseits wird immer wieder betont, dass Ökonomie nicht nur in den Medien eine zentrale Rolle spielt, Arbeitsplätze schafft, wichtig für die Wirtschaft ist, und uns unter anderem schließlich den Wohlstand verschafft hat, den wir zur Zeit genießen. Andererseits jedoch wird genau diese Sichtweise kritisiert und die Ökonomisierung der Medien als Schritt zur totalen Kapitalisierung und Kommerzialisierung der Gesellschaft und des Mediensystems gesehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Zur problematischen Diskussion des Themas

3) Definitionen

4) Theoretische Herangehensweisen

4.1) Die systemtheoretische Betrachtungsweise

4.2) Die politökonomische Betrachtungsweise

4.3) Die “kritische” Sichtweise

4.4) Die organisationswissenschaftliche Betrachtungsweise

5) Wichtige Grundlagen und Konzepte

5.1) Medien als besonderes Gut

5.2) Allokation der Ressourcen

5.2.1) Publizistische Vielfalt

5.2.1.1) Konsumtive Vielfalt

5.2.1.2) Meritorische Vielfalt

5.2.1.3) Horizontale und vertikale Vielfalt

5.3) Wettbewerb

5.4) Konzentration

5.5) Regulierung

6) Struktur und Entwicklung des Medienmarktes

7) Das Mediensystem im Wandel

7.1) Deregulierung

7.2) Digitalisierung und Konvergenz

8) Einführung in die “kritische” Sichtweise

9) Ökonomie vs. Medien

10)Ökonomie - Medien – System vs. Sinn

11) Medium v. Individuum

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die vielschichtige und ambivalente Rolle der Ökonomisierung als treibende Kraft in der heutigen Medienlandschaft sowie deren Wechselwirkung mit ökonomischen, politischen und technischen Sektoren.

  • Analyse theoretischer Ansätze zur Medienökonomie
  • Untersuchung zentraler Konzepte wie Medien als Gut, Allokation und Wettbewerb
  • Diskussion von Konzentrationsprozessen und Regulierungsmechanismen
  • Betrachtung des Mediensystems im Wandel durch Deregulierung und Digitalisierung
  • Erörterung des Spannungsfeldes zwischen ökonomischen Imperativen und gesellschaftlicher Sinnstiftung

Auszug aus dem Buch

4.2) Die politökonomische Betrachtungsweise:

Diesem theoretischen Ansatz unterliegt die Behauptung, dass schon seit jeher bei der Medienproduktion die erwerbswirtschaftlichen Kriterien eine zentrale Rolle gespielt haben. Die politische Ökonomie der Kommunikation analysiert, wie ein Mediensystem mit seinen Inhalten auf die bestehenden Gesellschaftsstrukturen einwirkt und wie es die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen den mächtigen gesellschaftlichen Akteuren beeinflusst. Weiters wird hier angenommen, dass wenige riesige Medienkonzerne aus Nordamerika und Europa die Qualität der Ökonomisierung der Medienproduktion auf regionaler und nationaler Ebene maßgeblich strukturieren.

Die damit verbundene Medienkritik umfasst unter anderem folgende Punkte:

Kommerzielle Medien handeln in der Regel strukturkonservativ, d.h. kapital und gesellschaftsverträglich, indem sie hohe unternehmerische Gewinne erzielen und permanent konkrete Kaufanreize für Konsumgüter und Dienstleistungen ermöglichen.

Öffentliche Kommunikation und die Bedürfnisse der Bevölkerung werden systematisch der Nachfrage der werbetreibenden Wirtschaft und den privaten Interessen der Kapitaleigner untergeordnet. Aus Gründen der Rentabilität, so diese Sichtweise, setzen sich ständig Konzentrationsprozesse fort, die den publizistischen Wettbewerb und die Medienvielfalt verringern und so die Demokratie gefährden.

Bedingt durch indirekte Finanzierung und Marktwirtschaft sind herrschende politische Machtgruppen und führende Medienunternehmen in der Lage, ihre Interessen auch publizistisch durchzusetzen, z.B. durch Marketingjournalismus.

Mit einer derartigen Analyse und Herangehensweise ist es der politischen Ökonomie gelungen, gewisse Mängel der Wirtschaftswissenschaften aufzuzeigen. Interessant jedoch wird dieser Ansatz erst, wenn es gelungen ist, den empirischen Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Produktionsbedingungen und publizistischen Leistungen herzustellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Einführung in die Diskussion über die Ökonomisierung der Medien und die Zielsetzung der Seminararbeit.

2) Zur problematischen Diskussion des Themas: Darstellung der wissenschaftlichen Schwierigkeiten bei der Einordnung der Medienökonomie aufgrund vielfältiger Disziplinen.

3) Definitionen: Gegenüberstellung verschiedener wissenschaftlicher Definitionen des Begriffs Ökonomisierung.

4) Theoretische Herangehensweisen: Vorstellung von vier zentralen theoretischen Sichtweisen, darunter systemtheoretische und politökonomische Ansätze.

5) Wichtige Grundlagen und Konzepte: Erläuterung ökonomischer Kernbegriffe wie Medien als Gut, Allokation, Wettbewerb, Konzentration und Regulierung.

6) Struktur und Entwicklung des Medienmarktes: Analyse der wirtschaftlichen Bedeutung von Massenmedien anhand von Umsatzdaten.

7) Das Mediensystem im Wandel: Betrachtung des Wandels durch Deregulierung, Digitalisierung und technische Konvergenz.

8) Einführung in die “kritische” Sichtweise: Reflexion über die Entwicklung der medialisierten Gesellschaft und die Rolle von Technik und Ökonomie.

9) Ökonomie vs. Medien: Diskussion der Symbiose und Spannungsfelder zwischen ökonomischen Systemen und dem Mediensystem.

10)Ökonomie - Medien – System vs. Sinn: Philosophische Betrachtung über das Streben nach Sinn versus ökonomische Verwertung.

11) Medium v. Individuum: Analyse des Menschen als Wirtschaftssubjekt und der Auswirkungen von Opportunismus und rationalem Handeln.

Schlüsselwörter

Medienökonomie, Ökonomisierung, Mediensystem, Medienvielfalt, Politische Ökonomie, Systemtheorie, Medienkonzentration, Deregulierung, Digitalisierung, Wettbewerb, Kapitalismus, Kommunikation, Marketingjournalismus, Medienmarkt, Medienkonsum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das komplexe Thema der Ökonomisierung der Medien und analysiert, inwiefern wirtschaftliche Interessen und Logiken zunehmend das Mediensystem und die Gesellschaft beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören theoretische Herangehensweisen, medienökonomische Grundkonzepte wie Wettbewerb und Konzentration sowie der Wandel des Mediensystems durch Deregulierung und Digitalisierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Ambiguität der Diskussion über Medienökonomie aufzuzeigen und zu untersuchen, ob Ökonomie als treibende Kraft ("Driving Force") im Wechselspiel zwischen Wirtschaft, Kultur, Technik und Politik wirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine systematische Literaturanalyse und theoretische Einordnung verschiedener wissenschaftlicher Perspektiven, um eine kommunikationswissenschaftliche Seminararbeit zu erstellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung der Medienökonomie über die Analyse von Medienmarktstrukturen bis hin zu einer philosophischen Betrachtung des Verhältnisses von System, Sinn und Individuum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind insbesondere Medienökonomie, Ökonomisierung, Mediensystem, Medienvielfalt, Wettbewerb, Konzentration und Digitalisierung.

Welche Rolle spielt die Politik im Mediensystem laut Arbeit?

Die Politik versucht den Wandel zu regulieren, hinkt jedoch laut Analyse oft hinterher und passt sich letztlich den Erwartungen der Technik- und Ökonomie-Akteure an.

Wie wird das Verhältnis von Individuum und Ökonomie bewertet?

Der Mensch wird zunehmend als "Wirtschaftssubjekt" definiert, dessen Handeln durch Eigennutz und opportunistisches Verhalten geprägt ist, was den Widerspruch zwischen ökonomischer Rationalität und individueller Sinnfindung verschärft.

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Details

Title
Ökonomisierung als Driving Force?
College
University of Salzburg  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Course
SE: Medialisierung und Mediatisierung der Gesellschaft
Grade
Gut
Author
Herbert Reichl (Author)
Publication Year
2001
Pages
29
Catalog Number
V10374
ISBN (eBook)
9783638168168
Language
German
Tags
Driving Force Medialisierung Mediatisierung Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Herbert Reichl (Author), 2001, Ökonomisierung als Driving Force?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10374
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