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Ist Cybermobbing eine Form von Gewalt? Analyse anhand der Theorie von Randall Collins

Tatort Internet

Titel: Ist Cybermobbing eine Form von Gewalt? Analyse anhand der Theorie von Randall Collins

Hausarbeit , 2019 , 18 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Tom Neugebauer (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Cybermobbing und untersucht, inwiefern es sich hierbei um eine Form von virtueller Gewalt handelt. Es soll aufgezeigt werden, welche Gruppendynamiken sich verorten lassen, inwiefern sich hieraus eventuelle soziale Zwänge ergeben und welchen Einfluss diese auf einzelne Individuen haben. Als theoretische Basis dient Randall Collins noch relativ junge mikrosoziologische Theorie über die Dynamik der Gewalt, welche im deutschsprachigen Raum erst vor wenigen Jahren veröffentlicht wurde.

Bei der Entstehung von Gewalt sind nach Collins die Interaktionen und Prozesse zwischen Individuen entscheidend. Um Gewalt anwenden zu können, müssen die Täter_innen ihre eigene Angst überwinden. Dies gelingt beispielsweise, indem Opfer ausgewählt werden, die Schwäche zeigen. Solche Schwächen können zum Beispiel aufgrund einer geringeren sozialen Stellung, schlechterer finanzieller Ressourcen oder auch eines nicht regelkonformen Aussehens auffällig werden.

Hierdurch entsteht für Täter_innen die Möglichkeit einer Machtposition, aus welcher hinaus Ängste überwunden werden können. Wird diese Machtposition mittels Social Media ausgenutzt, spricht man von Cybermobbing oder Cyberbullying. Vor dem Hintergrund dieser ersten Annahmen ergibt sich die Frage: Inwieweit ist das Phänomen Cybermobbing nach Randall Collins als eine Form der Gewalt zu bezeichnen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Gewalt

2.2 Randall Collins Gewalttheorie

3 Exploration

3.1 Mobbing

3.2 Cybermobbing

4 Analyse

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Cybermobbing als eine Form virtueller Gewalt auf Basis der mikrosoziologischen Gewalttheorie von Randall Collins. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern die im Internet stattfindenden aggressiven Handlungen als Akte der Gewalt unter das Verständnis von Collins subsumiert werden können und welche Gruppendynamiken dabei eine Rolle spielen.

  • Mikrosoziologische Analyse von Gewaltsituationen nach Randall Collins
  • Definition und Abgrenzung von Mobbing und Cybermobbing
  • Untersuchung der psychologischen und sozialen Folgen für Betroffene
  • Rolle von Anonymität und Mediatisierung in Gewaltdynamiken
  • Machtverhältnisse und die Funktion von Zuschauerinnen und Zuschauern

Auszug aus dem Buch

2.2 Randall Collins Gewalttheorie

Mit seinem Werk Dynamik der Gewalt, welches im Jahr 2011 in deutscher Sprache erschien, beschreibt der US-amerikanische Soziologe verschiedene Gewaltsituationen und erklärt potentielle Ursachen für einen Ausbruch von Gewalt auf einer mikrosoziologischen Ebene. Wie bereits eingangs erwähnt, sieht Collins den Ausgangspunkt von gewalttätigem Verhalten in den Interaktionen zwischen einzelnen Individuen und den daraus resultierenden Prozessen und nicht im Individuum selbst (vgl. Collins 2011: 9). Zuerst grenzt er den Gewaltbegriff deutlich von den ihm ähnlich scheinenden Konstrukten ab. So sind Konflikte, ganz egal wie offen sie geführt werden sowie Gefühle wie Frustration oder Enttäuschung, die aus einer solchen Situation entspringen können, eindeutig von der daraus möglicherweise entstehenden Anwendung von Gewalt zu trennen. „Konflikte sind Handlungen von Uneinigkeit, jede Seite versucht, ihre Dominanz [...] durchzusetzen“ (Collins 2016: 19), wohingegen für den tatsächlichen Ausbruch von Gewalt einige weitere situationsspezifische und intrapersonelle Voraussetzungen erfüllt sein müssen (vgl. Collins 2011: 36). Vorher kann aber ferner noch zwischen der sogenannten Alltagsgewalt und der kriminellen Gewalt unterschieden werden. Während sich kriminelle Gewalt, mit denen sich die meisten Gewalttheorien beschäftigen vielmehr in extremen Situationen, wie bei Aufständen oder kriegerischen Handlungen äußert, als in Situationen in denen Mobbing stattfindet (vgl. ebd.: 37), wird für das weitere Vorgehen das Verständnis der Alltagsgewalt verwendet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Cybermobbings ein und stellt die Forschungsfrage, ob dieses Phänomen nach Randall Collins als Gewalt zu bezeichnen ist.

2 Theoretischer Hintergrund: Hier werden der Gewaltbegriff definiert und Randall Collins' mikrosoziologische Theorie der Gewaltdynamik grundlegend erläutert.

3 Exploration: Dieses Kapitel betrachtet die Konzepte Mobbing und Cybermobbing als soziale Phänomene und arbeitet deren spezifische Merkmale im digitalen Raum heraus.

4 Analyse: In diesem Teil wird die Theorie von Collins auf das Cybermobbing angewendet, um die Dynamiken und Voraussetzungen dieser Gewaltform tiefergehend zu untersuchen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Cybermobbing unter das Verständnis von Randall Collins als Gewaltakt gefasst werden kann.

Schlüsselwörter

Cybermobbing, Gewalt, Randall Collins, Mikrosoziologie, Mobbing, Mediatisierung, digitale Gewalt, Gruppendynamik, Anonymität, soziale Interaktion, Alltagsgewalt, virtuelle Gewalt, Identitätsdiebstahl, Machtposition, Bystander-Effekt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit Cybermobbing und untersucht, ob dieses Phänomen als eine Form von Gewalt eingestuft werden kann, wenn man die soziologische Perspektive von Randall Collins anwendet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Gewalt, die mikrosoziologische Gewalttheorie, klassisches Mobbing sowie die Besonderheiten des Cybermobbings im digitalen Raum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit sich Cybermobbing anhand der Theorie von Randall Collins als Gewaltakt analysieren lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der eine vorhandene soziologische Theorie (Randall Collins) auf ein empirisches Phänomen (Cybermobbing) angewendet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Gewaltbegriff, Collins-Theorie), eine Exploration der Begriffe Mobbing und Cybermobbing sowie eine Analyse, welche die Theorie mit den Merkmalen des Cybermobbings verknüpft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Cybermobbing, Randall Collins, Mikrosoziologie, virtuelle Gewalt, Mediatisierung und soziale Interaktionsdynamiken.

Wie unterscheidet Collins nach dieser Arbeit zwischen Konflikt und Gewalt?

Collins differenziert, dass Konflikte lediglich eine Uneinigkeit oder Dominanzbestrebung darstellen, während Gewalt den Durchbruch von Barrieren wie Angst und Anspannung erfordert, die durch spezifische situative Faktoren ermöglicht werden.

Warum spielt Anonymität bei Cybermobbing eine so zentrale Rolle?

Die Anonymität senkt die Hemmschwelle für Täterinnen und Täter, da sie die Angst vor direkter Konfrontation reduziert und das Risiko persönlicher negativer Konsequenzen minimiert.

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Details

Titel
Ist Cybermobbing eine Form von Gewalt? Analyse anhand der Theorie von Randall Collins
Untertitel
Tatort Internet
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Gewalt und soziale (Un-)Ordnung im 21. Jahrhundert
Note
1.0
Autor
Tom Neugebauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V1037755
ISBN (eBook)
9783346452627
ISBN (Buch)
9783346452634
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gewalt Sozial Soziale Ordnung Soziale Unordnung Soziale Ungerechtigkeit Mobbing Cybermobbing Randall Collins Collins Sowi Sozialwissenschaften Soziologie Sozialtheorie Soziologische Theorie Hass Soziale Ungleichheit Internet Mediatisierung 21. Jahrhundert Postmoderne Gewalttheorie Theorie über Gewalt Theoretische Grundlagen Hausarbeit Seminararbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tom Neugebauer (Autor:in), 2019, Ist Cybermobbing eine Form von Gewalt? Analyse anhand der Theorie von Randall Collins, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1037755
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Leseprobe aus  18  Seiten
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