Zar Nikolaus II. - Familie & Politik


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
3 Seiten, Note: 2

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Zar Nikolaus II.

Familie & Politik

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1.) Kindheit & Jugendzeit

2.) Hochzeit & Krönung

3.) Im Kreise der Familie

4.) An der Spitze des Reiches

5.) Die Zeit schwieriger Entscheidungen

6.) Rasputin

7.) Der Weg in die Katastrophe

8.) Worterklärungen

9.) Quelle

(1.-5. & 7. Überschriften der einzelnen Abschnitte aus Quelle übernommen)

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Großfürst Nikolai Alexandrowitsch kam als erstgeborener Sohn des Zäsarewitsch Alexander

Alexandrowitsch, dem späteren Alexander III., und seiner Gattin Maria Fjodorowna am 6. Mai 1868 zur Welt. Den größten Teil seiner Kindheit verbrachte er mit seinen vier Geschwistern, zwei Brüder und zwei Schwestern, im Anitschkow Palast. Er wurde sehr häuslich erzogen und hatte eine enge Familienbindung, doch er verstand die Welt jenseits seiner Familie sehr viel schlechter, als es dem Thronfolger Russlands geziemte. Nach mehreren Attentaten auf seinen Großvater, den Zaren Alexander II., siedelte die Familie in den Gatschina Palast um, der eher einer Festung glich und deshalb für sicher erachtet wurde.

Ab seinem achten Lebensjahr erhielt Nikolai eine Spezialausbildung, in der er Wissen für seine spätere Regentschaft erwerben sollte. Sie endete 1890. Beim Militärdienst erwarb er sich den Rang eines Oberst. 1892 zog ihn sein Vater zur Arbeit des Staatsrates und des Ministerkomitees hinzu, damit er sich mit diesen hohen Ebenen vertraut machen konnte.

1894 verlobte sich Nikolai mit seiner Jugendliebe Alice von Hessen, die nach dem Übertreten zum orthodoxen Glauben den Namen Alexandra Fjodorowna annahm.

Sie wurden im November 1894 in Petersburg in einer öffentlichen Zeremonie getraut. Zwei Monate zuvor war Nikolais Vater Alexander III. an einer chronischen Nierenentzündung gestorben. Nun musste sein Sohn seinen Platz einnehmen. Nikolai bestieg den Thron, doch wurde er erst zwei Jahre später, am 14. Mai 1896, in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale zum Zaren Russlands gekrönt.

Die Ehe von Nikolai und Alexandra war reich mit Kindern gesegnet. In den ersten sieben Ehejahren schenkte sie ihm vier Töchter, Olga (1895), Tatjana (1897), Maria (1899) und Anastasia (1901). Doch der erhoffte Thronfolger blieb aus und erst nach langem Bangen und Hoffen wurde 1904 Alexej geboren. Doch die Freude über seine Geburt wurde schnell durch die Tatsache getrübt, dass der Zäsarewitsch an der Bluterkrankheit litt.

Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich die Wirtschaft so schnell wie nie zuvor. Doch auch dadurch konnte die Situation in Russland nicht verbessert werden. Der Zar besaß nicht die Herrschernatur und die Autorität seines Vaters. Er fühlte sich nicht reif für die Ausübung des wichtigsten Posten des Landes und hatte auch keinerlei Erfahrung, so dass sich viele Freiwillige fanden, die ihn berieten oder ihm ihre Meinungen aufdrängten. Nikolai empfand die Notwendigkeit, immer öfter schwierige Entscheidungen in Staatsangelegenheiten treffen zu müssen, als Hauptproblem, neben vielen anderen wie z.B. der Ausarbeitung eines staatspolitischen Kurses. Nikolai machte sich mit allen wichtigen Dokumenten und Unterlagen persönlich vertraut, doch er ließ den Dingen ihren Lauf und reagierte dann auf sie, anstatt sie vorauszusehen. Dadurch verbreitete sich die Enttäuschung über den Zaren selbst bei überzeugten Monarchisten und ließ die tiefe Krise des Staatsaufbaus erahnen.

Um die Jahrhundertwende nahm die Unzufriedenheit der unterschiedlichsten Schichten Kreise mit dem Zaren besonders schnell zu und im Februar 1900 kehrte mit einem Attentat auf den Minister N. Bogolepow der politische Terror wieder zurück. Doch keine dieser beiden Tatsachen konnte Nikolai dazu bewegen, den Lauf der Dinge durch vom Volk geforderte Reformen zu beeinflussen. Nachdem die Ausbreitung zum Mittelmeer hin gescheitert war, versuchte man jetzt, das Land nach Osten hin auszuweiten. Man sah weder in China noch in Japan einen mächtigen Gegner, der es wagen könnte, sich Russland in den Weg zu stellen. Doch damit lag man falsch. 1904 erklärte Japan Russland den Krieg, der Russland schweren Schaden zufügte. Die militärischen Niederlagen führten zur weiteren Abnahme des Ansehen des Zaren. Als im Dezember auch noch die Marinebasis in Port Arthur auf der chinesischen Halbinsel Liaotung fiel bildete dies den Auftakt zu folgend Revolutionen.

Das Jahr 1905 war in jedem Fall ein Wendepunkt. Im Krieg mit Japan erlitt Russland eine Niederlage, bis schließlich Frieden geschlossen wurde, nach der anderen und im eigenen Land gipfelten die Streiks am 9.Januar im „Blutsonntag“, bei dem 1200 von 140000 friedlich demonstrierende Menschen von Soldaten erschossen wurden. Das Land war erschüttert und die erste Revolution folgte kurze Zeit später. Das Volk forderte Reformen, und nach der Ermordung von Großfürst Sergej Alexandrowitsch begann der Zar, Zugeständnisse zu machen. Eine Staatsduma wurde eingeführt, doch damit war fast niemand zufrieden. Nach einer erneuten Streikwelle im Oktober folgten Beratungen, doch Nikolai stand der Plan der Umgestaltung skeptisch gegenüber. Und doch unterzeichnete er eine Einverständniserklärung für eine Verfassung, so dass am 17. Oktober 1905 eine Volksvertretung eingeführt wurde. Rechtlich gesehen blieb der Zar autokratischer Monarch, doch in Wirklichkeit verlor er die frühere Unbegrenztheit seiner Macht und bekam eine Rechenschaftspflicht auferlegt. Unwiderruflich verwandelte Russland sich langsam in eine repräsentative Monarchie.

Ende der 1910er Jahre erschien am kaiserlichen Hof das erste Mal der „Gottesmensch“ Grigori Rasputin, ein Mann mit übernatürlichen Kräften, der sich schnell einen besonderen Platz bei dem Zaren und seiner Frau verschaffte.

Über seine Fähigkeiten rätselt man noch heute, doch aus den unterschiedlichsten Quellen geht hervor, wie er Menschen geholfen hat. Den Zäsarewitsch heilte er des öfteren durch „heilige Gebete“ und auch die Zarin bewarte er vor mehreren Nervenzusammenbrüchen. Am Hof besaß er angeblich einen großen Einfluss, doch das war nur ein Gerücht, ebenso wie sein Verhältnis mit Alexandra und ihren Töchtern. Doch die Bevölkerung schenkte diesen Gerüchten Glauben und die Achtung vor dem Herrscher schwand immer weiter.

Obwohl in diesen Jahren ein nie gesehener wirtschaftlicher Aufschwung herrschte, die Industrie einen beinahe europäischen Standart erreichte und auf dem Land die begüterte Bauernschaft wuchs, wurde nicht davon der Staatsmacht als Verdienst angerechnet, sondern jeder noch so kleine Fehler mit Schadenfreude aufgebläht. Der Zar zog sich mit seiner Familie immer mehr von der Öffentlichkeit zurück und siedelte von Petersburg nach Zarskoje Selo in den Alexander Palast um. Auch die internationalen Ereignisse gönnten dem Zaren keine Ruhe. Revolutionen in den Monarchien Iran, Türkei und China, die Marokkokrisen, der Balkankrieg und der italienisch-türkische Konflikt 1911 waren nur Vorreiter für den schwersten Schicksalsschlag, der 1914 mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand folgte. Nun war auch ein europäischer Krieg nicht mehr abzuhalten. Der Zar wollte keinen Krieg. Er hasste Gewalt und außerdem wusste er, dass dieser Krieg das Ende der alten Ordnung in Europa sein würde. Dennoch griff er ein, als Österreich-Ungarn ein Ultimatum an Serbien stellte. Im Juli gab er den Befehl zur allgemeinen Mobilisierung. Als Deutschland davon erfuhr, erfolgte ein Ultimatum an Russland, die Mobilisierung innerhalb von 12 Stunden einzustellen, doch es folgte keine friedliche Lösung und so erklärte Deutschland Russland den Krieg. Mehrere Niederlagen folgten und Russland war nicht im Stande, seine Soldaten mit genügend Waffen und Verpflegung zu versorgen. Inmitten dieser Krise, im Dezember 1916, wurde Rasputin, der Vertraute des Kaiserpaares, ermordet. Seine Vorhersagung, dass sein Tod das Vorzeichen zum Ende der Romanov - Dynastie werden würde, bewahrheitete sich. Zwei Monate nach seinem Tod, Februar 1917, begannen erneut Massenstreiks, bei denen dieses Mal auch die Truppen des Zaren teilnahmen. Die Befehlshaber der einzelnen Fronten 2 und mehrere Fürsten beschworen den Zaren, zum Wohle des Volkes auf den Thron zu verzichten, und am 15. März 1917 entsagte Nikolai dem Thron für sich und für seinen Sohn Alexej.

Die Familie lebte noch bis zum August im Alexander-Palast, jedoch mit „Hausarrest“. Zu Anfang glaubte man noch, dass Nikolai und Alexandra mit ihren Kindern zu Verwandten in ein anderes europäisches Land übersiedeln würden, doch unter den Umständen des Krieges erklärte sich kein Land bereit, sie aufzunehmen. Im August wurde die Familie nach Tobolsk und im April des folgenden Jahres von Bolschewiken nach Jekaterinenburg gebracht.

Während all der Zeit standen sie unter bolschewistischer Bewachung, erst später im Ipatjew Haus in Jekaterinenburg waren sie Gefangene. Ihre Hinrichtung war schon länger von der jetzigen Regierung der bolschewistischen Partei unter Lenin geplant worden, und von der Nacht des 16. auf den 17. Juli 1918 wurde die Familie im Keller des Hauses erschossen.

Worterklärungen:

Zäsarewitsch (Zarewitsch/Zessarewitsch) = Sohn eines russischen Zaren, russischer Kronprinz orthodox = rechtgläubig, strenggläubig

die orthodoxe Kirche = die seit 1054 von Rom getrennt morgenländliche oder Ostkirche Monarchist = Anhänger des Monarchismus, der Monarchie

Staatsduma = 1.) Rat der fürstlichen Gefolgsleute 2.) Stadtverordnetenversammlung seit 1870 3.) russisches Parlament

Autokratie = Regierungsform, bei der die Staatsgewalt unumgeschränkt in der Hand eines einzelnen Herrschers liegt

Repräsentation = Vertretung einer Gesamtheit von Personen durch eine einzelne Person oder eine Gruppe von Personen

Bolschewisten (Bolschewik) = 1.Mitglied der von Lenin geführten revolutionären Fraktion in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands vor 1917

2.(bis 1952) Mitglied der Kommunistischen Partei Russlands bzw. der Sowjetunion

Quellen:

1.) „Nikolaus II.“ - J. + E. Schelajew, N. Semjonow, L. Prozai © 1998

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Details

Titel
Zar Nikolaus II. - Familie & Politik
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
3
Katalognummer
V103780
Dateigröße
329 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Revolution - Romanow - Nikolaus - Zar- Russland
Arbeit zitieren
Sarah Rähse (Autor), 2001, Zar Nikolaus II. - Familie & Politik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103780

Kommentare

  • Gast am 29.12.2001

    DANKE!!!.

    Hey, vielen Dank für deine Mühe, dadurch hast du mir eine Menge Arbeit erspart. Mach weiter so *g*
    - Chris

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