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Undinen sind überall. Kunstmärchen im 21. Jahrhundert

Titel: Undinen sind überall. Kunstmärchen im 21. Jahrhundert

Kein Eintrag , 2021 , 137 Seiten

Autor:in: Helmut Otten (Herausgeber:in)

Erzählung
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine im hohen Grad lebendige Wirkung übt das Kunstmärchen Undine von Friedrich de la Motte Fouqué (1777-1843) nicht nur auf die Literaturgeschichte von der Romantik bis in die Gegenwart aus, sondern auch auf die Geschwisterkünste Kunst, Musik und Film bis ins 21. Jahrhundert hinein. Zahlreiche literarische Adaptionen, Malereien und Skulpturen, klassische und moderne Kompositionen bis hin zur Rockmusik, Theaterstücke und filmische Interpretationen, zuletzt erst gerade 2020 in einer deutsch-französischen Koproduktion erschienen, werden von dem Undine-Mythos erfasst und durchdrungen.

Diese Kunstmärchen-Sammlung entstand im Textkompetenz-Seminar (Fachdidaktik Deutsch) zum Thema Der Undine-Mythos im europäischen Kunstmärchen von der Romantik bis ins 21. Jahrhundert in Literatur, Kunst, Musik und Film im Wintersemester 20/21 an der FU Berlin.

Vergleichend verstehendes Interpretieren literarischer Texte und Reflexion individueller Rezeptionsprozesse, analysierendes Interpretieren künstlerischer, musikalischer sowie filmischer Adaptionen und Produktion eines eigenen Kunstmärchens im Kontext des Undine-Mythos waren die Schwerpunkte des Seminars mit dem Ziel zu erweiternder Textkompetenzen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Helmut Otten Vorwort

Nilam Ali Undine oder die nasse Grenze

Josephine Behlke Blindflug

Julia Binner Andenken

Heline Celik Die Sehnsucht einer Meerjungfrau

Erstes Kapitel

Zweites Kapitel

Drittes Kapitel

Viertes Kapitel

Fünftes Kapitel

Nadija Dizdarevic Eine Welle

Sophie Kelm Verschlingende Tiefen

Prolog

Hanno

Meridia

Hanno

Meridia

Hanno

Meridia

Hanno

Meridia

Hanno

Meridia

Hanno

Meridia

Hanno

Meridia

Francesca Merz Die Farben des Wassers

1

2

3

4

5

6

7

8

Stefanie Obermann Die verlorene Identität

Kapitel 1 - Hubert

Kapitel 2 - Undis

Kapitel 3: Eine Sommernacht

Kapitel 4: Der Pakt der Liebe

Kapitel 5: Die Hintergangene

Kapitel 6: Ein Brief aus bekannter Ferne

Kapitel 7: Die Liebestrauung

Kapitel 8: Eine triste Hotelbar

Kapitel 9: Das eigentliche Kennenlernen

Kapitel 10: Das Gericht und die Verurteilten

Kapitel 11: Der tödliche Kuss

Aylin Özbek Der Kuss der Treue

Kapitel 1: Eine Flucht aus dem Alltag

Kapitel 2: Kein Grauburgunder

Kapitel 3: Eine Sommernacht

Kapitel 4: Der Pakt der Liebe

Kapitel 5: Die Hintergangene

Kapitel 6: Ein Brief aus bekannter Ferne

Kapitel 7: Die Liebestrauung

Kapitel 8: Eine triste Hotelbar

Kapitel 9: Das eigentliche Kennenlernen

Kapitel 10: Das Gericht und die Verurteilten

Kapitel 11: Der tödliche Kuss

Nadine Schönfeld Undine – ein Smartphone-Märchen

Charlotte Weber-Spanknebel U-ntiefen

Angelika Winnen Eben so

Nikolai Wittenstein Dalgacik

Serpil Yakut Die Muschelkette

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Publikation dokumentiert die im Rahmen eines Master-Seminars an der FU Berlin entstandenen kreativen Arbeiten, die sich aus fachdidaktischer Perspektive mit der Transformation des Undine-Mythos in die moderne Lebenswelt auseinandersetzen. Ziel ist die Untersuchung literarischer Rezeptionsprozesse und die produktive Auseinandersetzung mit dem Stoff durch das Verfassen eigener, zeitgenössischer Kunstmärchen.

  • Literarische Adaption und Transformation klassischer Mythen
  • Die Rolle der Wasserfrau in Literatur, Musik und Film
  • Reflexion über Identität, Sprache und zwischenmenschliche Entfremdung
  • Didaktik der Textkompetenz und kreatives Schreiben
  • Schnittstelle zwischen romantischem Erbe und aktueller Lebensrealität

Auszug aus dem Buch

Undine oder die nasse Grenze

Es kam Martin nun schon wie eine halbe Ewigkeit vor, die er am Bahnsteig stand und die Erde unter seinen Fingernägeln hervorpulte, während er auf die S-Bahn wartete. Der Bahnhof war wie ein Skelett aus Stahl in Bögen und Stützen, die schwerfällig durch die Luft schnitten, die bevölkert waren von Tauben, an denen der ganze Dreck der Stadt zu haften schien und jetzt auf Martin herunterfiel. Wenn er ganz bis zum Ende des Bahnsteigs lief, konnte er hinter den Schienen durch die fleckige, getrübte Glaswand auf die Spree schauen, deren braunes Wasser in der Dunkelheit hin und her schwappte, gegen die Flussmauern schwappte, sich mühsam wiegte wie ein verlassenes, wässriges Wesen in einer ihm fremdgewordenen Stadt. Die Lichter der umliegenden Häuser reflektierten auf den kleinen, zuckenden Wellen, spiegelnde Fenster verformten sich zu einem fleckigen Teppich aus Wasser und Licht. Mit einem Mal war es so, als wäre der Fluss bei der Stadt zu Hause, als wären sie eins und nicht, der eine fließend, die andere starr.

„Sehr geehrte Damen und Herren, aufgrund von Verbindungsschäden ist der Zugverkehr zurzeit leider unterbrochen.“

Die Lautsprecheransage unterbrach Martins Versunkenheit, ganz kurz fühlte er sich schrecklich leer und einsam, während sein Blick durch die Fenster aufs Wasser fiel, bis sein Verstand sich gegen alle Durchlässigkeit verschloss und Martin auf der digitalen Anzeige las: „Ersatzverkehr wird eingerichtet“. Es machte keinen Sinn mehr zu warten, also lief er ganz bis zum Ende des Bahnsteigs, lief die Treppen hinab, schickte sich an, weg vom Fluss dem Lauf der Straße zu folgen, die ihn zu seiner Wohnung bringen würde, als er ein Platschen hörte, das ihn erst schaudern ließ, dann neugierige Aufregung in ihm weckte. Er lief schnell zum Ufer, das eine graue Mauer war und beugte sich über das kalte, metallene Geländer hinunter zum Fluss. Unten auf einer schmalen, steinernen Kante, die nur ein kleines Stück höher als das Wasser lag und auch schon ganz feucht war, stand ein alter Mann mit grauer Kleidung und grauem Bart, der eine Angel in seinen schmutzigen Händen hielt. Wenn Martin blinzelte, schien es ihm nahezu, als würde der Fischer in der feuchten Ufermauer verschwinden, seine dunklen Augen aus der grau-grünen Wand heraus ihn anstarren.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Der Herausgeber reflektiert die zeitlose Faszination des Undine-Mythos und erläutert die didaktische Zielsetzung des Seminars an der FU Berlin.

Undine oder die nasse Grenze: Eine Erzählung über die Begegnung eines Mannes mit einer geheimnisvollen Frau an der Spree, die Fragen nach Zugehörigkeit und Identität aufwirft.

Blindflug: Die Geschichte eines Mannes im Naturschutzgebiet, der durch eine mysteriöse Begegnung und das Malen versucht, eine emotionale Grenze zu überwinden.

Andenken: Eine Reflexion über Erinnerung und menschliche Einsamkeit vor dem Hintergrund eines tragischen Vorfalls am Neptunbrunnen.

Die Sehnsucht einer Meerjungfrau: Die Geschichte der jungen Mairin, die durch die Begegnung mit einer Seejungfrau die Grenzen zwischen den Welten erforscht.

Eine Welle: Eine künstlerisch geprägte Erzählung über das Ringen mit Farben und der Suche nach einer tiefen, blauen Identität in einer grauen Stadt.

Verschlingende Tiefen: Eine komplexe Geschichte über die Beziehung zwischen einem Mann, seiner Frau und der mysteriösen Meridia, die im Verrat und einer tragischen Wendung mündet.

Die Farben des Wassers: Hendrik und Undine erkunden ihre Verbundenheit und die künstlerische Inspiration durch das Wasser, bis eine dritte Person die Harmonie stört.

Die verlorene Identität: Die Geschichte von Hubert und Berta, die durch eine Begegnung mit einem geheimnisvollen Wesen eine schicksalhafte Wendung nimmt.

Der Kuss der Treue: Stefan und Beatrice suchen nach einem Ausweg aus ihrer erkalteten Ehe, doch eine mysteriöse Frau und ein Pakt verändern alles.

Undine – Ein Smartphone-Märchen: Ein moderner Chat-Dialog, der die Geschichte von Undine in das digitale Zeitalter überträgt.

U-NTIEFEN: Eine fragmentarische, städtische Erzählung über Farben und flüchtige Begegnungen im Berliner U-Bahn-Netz.

Eben so: Ein intimer Einblick in die Pflege eines sterbenden Partners und die Erinnerungen an eine vergangene, tiefe Liebe.

Dalgacık: Eine atmosphärische Geschichte über einen Mann in Marmaris, der am Hafen eine rätselhafte Seglerin kennenlernt.

Die Muschelkette: Die traurige Geschichte eines Fischers, der nach dem Verlust seiner Frau eine neue Verbindung sucht und auf eine Nixe stößt.

Schlüsselwörter

Undine, Kunstmärchen, Mythos, Literaturgeschichte, Romantik, Identität, Transformation, Fachdidaktik, Wasserfrau, Moderne, Sage, Erzähltechnik, Schreibseminar, Zwischenwelt, Mythologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?

Dieses Buch ist eine Sammlung von Kunstmärchen, die den klassischen Mythos der Undine in zeitgenössische Kontexte übertragen und reflektieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Texte?

Die zentralen Themen sind die Sehnsucht nach Identität, die Entfremdung in modernen Lebenswelten, die Kraft der Liebe und die magische Anziehung des Elements Wasser.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Sammlung ist die produktive Auseinandersetzung mit literarischen Stoffen, um Textkompetenz zu fördern und den Mythos in neue, moderne Erzählstrukturen zu überführen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine vergleichend-verstehende Interpretation von Texten und Adaptionen mit einer reflexiven Produktionsphase kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil finden sich vierzehn unterschiedliche erzählerische Arbeiten, die das Thema Undine in verschiedenen Settings von der Berliner Großstadt bis zum Mittelmeer variieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Undine, Identität, Transformation, Mythos und Literaturdidaktik definieren.

Wie wird das Smartphone in "Undine – ein Smartphone-Märchen" als narratives Mittel genutzt?

Nadine Schönfeld nutzt den Chat-Verlauf, um die Unmittelbarkeit und die flüchtigen zwischenmenschlichen Verbindungen des 21. Jahrhunderts als modernes Äquivalent zum märchenhaften Erzählen zu inszenieren.

Welche Bedeutung hat das Element Wasser in den verschiedenen Geschichten?

Das Wasser fungiert in allen Texten sowohl als Grenze zwischen der menschlichen und der mythischen Welt als auch als Symbol für die tiefen, oft verborgenen Emotionen der Protagonisten.

Ende der Leseprobe aus 137 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Undinen sind überall. Kunstmärchen im 21. Jahrhundert
Autor
Helmut Otten (Herausgeber:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
137
Katalognummer
V1038044
ISBN (eBook)
9783346454379
ISBN (Buch)
9783346454386
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literarisches Schreiben
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Helmut Otten (Herausgeber:in), 2021, Undinen sind überall. Kunstmärchen im 21. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1038044
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Leseprobe aus  137  Seiten
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