In dieser Hausarbeit werden zunächst wichtige Begrifflichkeiten im Kontext "Medien in der frühen Kindheit" geklärt. Es wird sich in diesem Zusammenhang auch mit der Frage beschäftigt, ob man von "Medienkompetenz" oder "Medienmündigkeit" sprechen sollte. Weitere Themen sind die Medienerziehung und Medienpädagogik, die Medienaneignung bei Kindern sowie die Medienkompetenzförderung in Kindertagesstätten. Zum Schluss wird auf Probleme bei der frühkindlichen Medienerziehung in pädagogischen Institutionen aufmerksam gemacht und diese diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wichtig Begrifflichkeiten im Kontext „Medien in der Frühen Kindheit“
2.1 Frühe Kindheit
2.2 Was sind Medien?
2.3 Medienkompetent oder medienmündig?
3 Medienerziehung & Medienpädagogik
4 Medienaneignung bei Kindern
4.1 Entwicklungsaufgaben im Kindesalter
4.2 Wie verarbeiten Kinder ihre Medienerlebnisse?
5 Medienkompetenzförderung in Kindertagesstätten
5.1 Welche Möglichkeiten bietet die Medienpädagogik im Kindergarten?
5.2 Medienpädagogische Infrastruktur zur Medienkompetenzförderung
6 Probleme bei der frühkindlichen Medienerziehung in pädagogischen Institutionen
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Rolle von Medien in der frühen Kindheit auseinander und verfolgt das Ziel, die These zu untermauern, dass Kinder bereits früh und bewusst an eine mediatisierte Gesellschaft herangeführt werden müssen, um einen selbstbestimmten und kompetenten Umgang mit Medien zu erlernen.
- Bedeutung zentraler medienpädagogischer Begrifflichkeiten
- Prozess der kindlichen Medienaneignung und Entwicklungsaufgaben
- Medienpädagogische Förderung in Kindertagesstätten
- Herausforderungen und Barrieren bei der praktischen Umsetzung
- Rolle der Erwachsenen und der pädagogischen Institutionen
Auszug aus dem Buch
4 Medienaneignung bei Kindern
Schon von Geburt an werden Kinder mit der Medienwelt konfrontiert, weshalb bereits mit der Geburt die Medienaneignung von Kindern beginnt (GMK 2013: 34). Doch wie genau nehmen Kinder ihre Umwelt und somit auch die Medien in ihren ersten Lebensjahren überhaupt wahr? Zunächst erleben Kinder die Welt vorwiegend körperlich, wenn sie auf die Welt kommen (Schäfer et al. 2007: 60). Das bedeutet für uns Erwachsene, dass wir Kindern dementsprechend viele dreidimensionale Anreize bieten bzw. schaffen müssen. Denn Kinder erfahren nur mit Hilfe von Bewegung und Handeln wie Dinge zusammenhängen. Nur so erschließen sie sich ihre ersten Welterfahrungen (Schäfer et al. 2007: 61). Das bedeutet, dass sinnlich erfahrene Handlungszusammenhänge eine wesentliche Grundlage des kindlichen Wissens darstellen und somit Handlungs- und Sinneserfahrungen zum Ausgangspunkt von Können und Wissen von Kindern werden (Schäfer et al. 2007: 61). Medien werden von Säuglingen und Kleinkindern primär als Reizquellen wahrgenommen. Sie registrieren Medien als Geräusch- und Lichtquellen (Tillmann et al. 2014: 306), sind jedoch nicht in der Lage deren Inhalte zu begreifen. Oftmals kommt es dadurch zu Missdeutungen seitens der Eltern. Das Zuwenden zum Fernseher als Geräuschquelle wird so beispielsweise mit gezieltem Interesse des Kindes verwechselt. Durch das Betasten und Greifen von Geräten beginnt die aktive Medienaneignung bei Kindern. Sie ahmen das nach, was sie bei ihren Eltern beobachten können.
Bis etwa zum zweiten Lebensjahr benötigen Kinder kommunikative Beziehungen und eine große Bandbreite an Erfahrungsrealitäten, um ihre Umwelt zu erfühlen und zu begreifen (Neuß 2012: 120). Mit Abschluss des zweiten Lebensjahres sind Kinder vermehrt fähig mit „medial vermittelten Informationen“ (Neuß 2012: 120) umzugehen, sie zu verstehen und sie für sich einzuordnen. Medienerfahrungen von Kindern und der Umgang mit ihnen sind somit in den ersten Lebensjahren vermehrt außengesteuert, meist von dem familiären Umfeld. Das heißt, welche Bedeutung Kinder in den ersten Lebensjahren Medien zuschreiben, hängt nur geringfügig von eigenen Entscheidungen ab. Aus diesem Grund sind die Eltern auch mit die wichtigsten Begleiter bei der Erlernung der Mediennutzung. Sie sollen den Kindern als Orientierung dienen. Nur mit Hilfe von Anleitungen und Erklärungen im Umgang mit „Neuen Medien“ (Internet, Fernseher, Computer usw.) gelingt eine frühkindliche Medienkompetenzförderung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Mediatisierung der Gesellschaft und begründet die Notwendigkeit einer frühkindlichen Medienerziehung als essenzielle Aufgabe für pädagogische Institutionen.
2 Wichtig Begrifflichkeiten im Kontext „Medien in der Frühen Kindheit“: Dieses Kapitel definiert zentrale Termini wie „Frühe Kindheit“ und „Medien“ und diskutiert die Konzepte der Medienkompetenz sowie der Medienmündigkeit.
3 Medienerziehung & Medienpädagogik: Hier werden die Zielsetzungen der Medienerziehung im vorschulischen Bereich dargelegt, wobei der Fokus auf der Unterstützung der Kinder durch pädagogische Fachkräfte liegt.
4 Medienaneignung bei Kindern: Das Kapitel analysiert, wie Kinder Medien in den ersten Lebensjahren wahrnehmen und wie der Prozess der Medienaneignung durch das soziale Umfeld beeinflusst wird.
5 Medienkompetenzförderung in Kindertagesstätten: Es werden praktische medienpädagogische Möglichkeiten für den Kindergartenalltag sowie unterstützende Infrastrukturen wie Vereine und Projekte vorgestellt.
6 Probleme bei der frühkindlichen Medienerziehung in pädagogischen Institutionen: Dieses Kapitel identifiziert die mangelnde medienpädagogische Ausbildung von Fachkräften und unzureichende Rahmenbedingungen als Haupthindernisse.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer strukturellen Förderung und der Etablierung von Medienerziehung als fachübergreifende Querschnittsaufgabe.
Schlüsselwörter
Medienerziehung, Medienkompetenz, Frühe Kindheit, Medienaneignung, Medienpädagogik, Medienmündigkeit, Kindertagesstätten, Digitalisierung, pädagogische Fachkraft, Chancengleichheit, mediatisierte Gesellschaft, frühkindliche Bildung, Mediennutzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Notwendigkeit, Kinder bereits im frühen Kindesalter an eine mediatisierte Welt heranzuführen, um ihnen einen kompetenten, aktiven und selbstbestimmten Umgang mit Medien zu ermöglichen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?
Zu den Schwerpunkten gehören die begriffliche Klärung von Medienkompetenz, die kindliche Medienaneignung, praktische Umsetzungsmöglichkeiten der Medienpädagogik in Kitas sowie die Analyse von Problemen bei der Umsetzung in pädagogischen Institutionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die These zu stützen, dass Kinder früh und bewusst an Medien herangeführt werden sollten, und aufzuzeigen, wie pädagogische Einrichtungen diese Aufgabe wahrnehmen können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender medienpädagogischer Konzepte, Definitionen und Bestandsaufnahmen zur Situation der Medienbildung in Kindertagesstätten.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsdefinition, die Analyse kindlicher Lernprozesse und die Darstellung konkreter pädagogischer Handlungsfelder und struktureller Herausforderungen bei der Medienförderung.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Medienkompetenz, Medienaneignung, Chancengleichheit und Medienmündigkeit aus.
Warum wird der Begriff „Medienmündigkeit“ in der Arbeit thematisiert?
Der Begriff wird als Ersatz für „Medienkompetenz“ diskutiert, da er die Aspekte der Reifung und Selbstbestimmtheit stärker betont, die für einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien notwendig sind.
Welche konkreten Hürden für Medienarbeit in Kitas werden genannt?
Als Haupthindernisse werden neben unzureichenden strukturellen Rahmenbedingungen vor allem die mangelhafte medienpädagogische Ausbildung des pädagogischen Fachpersonals und die resultierende Überforderung genannt.
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- Rebecca Petros (Author), 2021, Die bewusste Heranführung von Kindern an die mediatisierte Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1038573