Durch die Erfindung des Internets und der dadurch entstandenen Möglichkeit, Daten und Informationen jederzeit weltweit abzurufen und auszutauschen, wurden bereits viele disruptive Innovationen ermöglicht, gegen die traditionelle Märkte und Unternehmen große Schwierigkeiten haben zu konkurrieren. Eine kleine Auswahl der Unternehmen, welche bereits seit vielen Jahren gewachsene Märkte und Unternehmen disruptieren, sind beispielsweise der Onlinehandel, welcher aufgrund günstigerer Preise und besserer Vergleichbarkeit der Preise dem Einzelhandel immer mehr Marktanteile abnimmt. Start Ups wie Airbnb greifen die Immobilienvermietungsbranche an, indem sie als Plattform neben der traditionellen Miete eine kurzzeitige Untervermietung radikal vereinfachen und nicht zuletzt Uber, das über eine einfache App das Personenbeförderungsmonopol von Taxibetreibern und ähnlichen Verkehrsmitteln angreift. In diese Liste, der durch das Internet ermöglichten, disruptiven Erfindungen reiht sich nun auch das Bitcoin-Netzwerk ein, welches ein enormes Potential besitzt, unser Verständnis von Geld und Investments, wie wir es bisher kennen, grundlegend zu verändern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Forschungsfrage
1.3 Struktur der Arbeit
2 Bitcoin
2.1 Begriffliche Abgrenzung
2.2 Ursprung und zeitliche Entwicklung
2.3 Eigenschaften
2.3.1 dezentralisiert / Peer-to-Peer
2.3.2 Trust Minimized / Permissionless / Open Source
2.3.3 Immutable / Censorship Resistant
2.3.4 Disinflationary/ Hard Coded Monetary Policy/ Scarcity
2.4 Investment Case
2.4.1 Safe Haven Asset
2.4.2 Portfoliodiversifikation
2.4.3 Alternative Asset
3 Preisliche Einflussfaktoren
3.1 Interne Einflussfaktoren / intrinsischer Wert
3.2 Externe Einflussfaktoren
3.2.1 Angebot und Nachfrage verbunden mit Nachfrageschocks
3.2.2 Bitcoin Mining
3.3 Sonstige Einflussfaktoren
3.3.1 Tether
3.3.2 Bankarbeitstage
4 Empirischer Teil
4.1 Methodik
4.1.1 Returns
4.1.2 Schiefe und Kurtosis
4.1.3 Arithmetisches Mittel und Median der täglichen Returns
4.1.4 Korrelation der Handelsvolumen
4.2 Ergebnisse
4.2.1 Returns
4.2.2 Schiefe und Kurtosis
4.2.3 Arithmetisches Mittel und Median der täglichen Returns
4.2.4 Korrelation der Handelsvolumen
4.3 Diskussion
5 Fazit und Ausblick
5.1 Welche Einflussfaktoren beeinflussen den Bitcoin-Preis?
5.2 Grenzen dieser Arbeit
5.3 mögliche zukünftige Forschungsfragen
5.4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Einflussfaktoren auf den Bitcoin-Preis, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Untersuchung möglicher Preisanomalien an Bankfeiertagen liegt. Es wird der Frage nachgegangen, ob die eingeschränkte Verfügbarkeit von Banküberweisungen an Wochenenden zu einem Verkäuferüberhang und somit zu sinkenden Renditen führt.
- Grundlagen des Bitcoin-Netzwerks und dessen dezentrale Architektur
- Analyse interner und externer preislicher Einflussfaktoren (z.B. Mining, Tether, Angebot/Nachfrage)
- Empirische Untersuchung historischer Preisdaten von 2014 bis 2020
- Überprüfung der Hypothese hinsichtlich Renditemustern an Nicht-Bankarbeitstagen
- Diskussion des Potenzials von Bitcoin als alternative Anlageklasse
Auszug aus dem Buch
2.3.1 dezentralisiert / Peer-to-Peer
Vorgänger, die versuchten, eine digitale Alternative zum staatlich herausgegebenen Geld zu etablieren, scheiterten grundsätzlich daran, dass sie nicht gleichzeitig dezentralisiert und vollständig ohne einer zu vertrauenden dritten Partei (trusted third parties) waren. Um zu verhindern, dass Beträge im traditionellen Finanzsystem doppelt ausgegeben werden, führen beispielsweise Banken zentralisierte Datenbanken, welche sie bei ausgehenden und eingehenden elektronischen Zahlungen aktualisieren. Dieses Problem existiert bei Bargeldzahlungen in dieser Form nicht, da das Geld hier nur einmal ausgegeben kann, jedoch in der Form von Fälschungen von Banknoten und Münzen. Auch für digitale Währungen war daher bisher solch eine zentrale Stelle nötig. Satoshi Nakamoto hatte es zum ersten Mal geschafft, das double-spending Problem von vorangegangenen elektronischen Cash Implementierungen zu lösen und erfolgreich eine dezentralisierte Kryptowährung zu schaffen.
Die öffentliche Blockchain des Bitcoins wird dabei auf vielen weltweit verteilten Rechnern simultan ausgeführt. Jeder dieser Rechner enthält eine Kopie des öffentlich einsehbaren Transaktionsregisters. Diese autonomen Rechner werden als sogenannte Full-Nodes bezeichnet, da sie die volle Transaktionshistorie abspeichern und validieren. Diese hohe Anzahl an unabhängigen Full-Nodes ist unter anderem wichtig, um die Zensurresistenz des Netzwerkes zu stärken vor beispielsweise Staaten oder anderen für die Integrität des Netzwerkes potenziell gefährlichen Akteuren zu schützen. Damit die Full-Node Software an sich kein Flaschenhals in der Dezentralität des Netzwerkes wird, gibt es mehrere solcher Implementationen, dabei ist die meistgenutzte Version „Bitcoin Core“ gefolgt von „Bitcoin Knots“.
Bestimmte Full-Nodes übernehmen dabei nicht nur die Aufgabe der Verifizierung von Transaktionen, sondern führen diese Transaktionen selbst aus, bevor sie von anderen Full-Nodes verifiziert werden. Diese werden als sogenannte Miner bezeichnet. Auf diesen Prozess wird in Kapitel 2.3.3 und folgenden näher eingegangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema Bitcoin, Erläuterung der Motivation sowie Definition der Forschungsfrage und Struktur der Arbeit.
2 Bitcoin: Umfassende Darstellung des Bitcoin-Netzwerks, seiner technischen Eigenschaften, seiner Historie und seiner Eignung als Investment.
3 Preisliche Einflussfaktoren: Analyse interner (intrinsischer Wert) und externer Faktoren wie Angebot/Nachfrage, Mining-Kosten und sonstige Einflüsse wie Tether oder Bankarbeitstage.
4 Empirischer Teil: Detaillierte methodische Vorgehensweise und Auswertung der historischen Preisdaten hinsichtlich Renditen und Handelsvolumina an unterschiedlichen Wochentagen.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage, kritische Reflexion der Untersuchungsgrenzen und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Bitcoin, Kryptowährung, Peer-to-Peer, Blockchain, Mining, Finanzmarkt, Rendite, Volatilität, Bankarbeitstage, Investment, Safe Haven, Portfoliodiversifikation, Kursanalyse, Tether, Marktkapitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die den Bitcoin-Preis beeinflussen, mit speziellem Fokus auf statistische Muster in Preisdaten und Handelsvolumina.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Neben den technischen Grundlagen von Bitcoin und dessen Charakterisierung als Investment werden interne Faktoren sowie externe Markteinflüsse wie Mining und der Stablecoin Tether analysiert.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob an Wochenenden und Bankfeiertagen aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten für Banküberweisungen auf Handelsplattformen signifikante Preisanomalien oder Verkäuferüberhänge bei Bitcoin auftreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt quantitative Analysen historischer Preisdaten und Handelsvolumina im Zeitraum von 2014 bis 2020, wobei Kennzahlen wie arithmetisches Mittel, Median, Schiefe und Kurtosis berechnet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit den Einflussfaktoren sowie eine empirische Untersuchung, die das Renditeverhalten an verschiedenen Wochentagen vergleicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit dreht sich primär um Bitcoin, Kryptowährung, Finanzmarktanalyse, Volatilität, Blockchain, Investment und das spezifische Verhalten von Preisrenditen an Banktagen.
Welche Rolle spielt die "Schiefe" und "Kurtosis" bei der Bitcoin-Preis-Analyse?
Diese statistischen Maße werden genutzt, um die Verteilung der Bitcoin-Returns zu untersuchen, insbesondere um das Vorhandensein von "Fat Tails" und die Asymmetrie der Kursbewegungen wissenschaftlich zu bestätigen.
Kommt die Arbeit zu einer Bestätigung der Hypothese, dass Bitcoin-Preise an Bankfeiertagen stärker sinken?
Die empirischen Daten liefern keine eindeutige Bestätigung für diese Hypothese, da beispielsweise der Samstag entgegen der Annahme oft mit sehr positiven Ergebnissen abschneidet.
- Arbeit zitieren
- Narek Cicek (Autor:in), 2021, Analyse der Einflussfaktoren auf den Bitcoin-Preis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1038609