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Frühe Sprachbildung als Möglichkeit des Chancenausgleiches. Wie Bildungsinstitutionen auf soziale Ungleichheit einwirken

Titel: Frühe Sprachbildung als Möglichkeit des Chancenausgleiches. Wie Bildungsinstitutionen auf soziale Ungleichheit einwirken

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jenny Eyer (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll ein genauer Blick auf die Sprachförderprogramme in deutschen Kindertagesstätten geworfen werden, mit dem Ziel, eine Bewertung vorzunehmen, ob diese als Instrumente geeignet erscheinen, der Bildungsungleichheit in Deutschland entgegenzuwirken. Dabei soll es explizit nicht alleinig um die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund gehen, sondern um die Gesamtheit der Maßnahmen im Bereich Sprache. Dazu sollen in Kapitel 2 zunächst die soziale Bildungsungleichheit dargestellt und die Begriffe Chancengleichheit und Bildungsarmut erörtert werden. In Kapitel 3 wird ein Überblick über die in Deutschland genutzten Sprachförderprogramme und deren durch Studien nachgewiesene Effekte gegeben. Zuletzt soll auf der Basis der Ergebnisse dieser Studien ein Fazit über die Effektivität der existierenden Förderprogramme zur Reduzierung von Bildungsungleichheit gegeben und mögliche Verbesserungen der Sprachförderung in deutschen Kindertagesstätten diskutiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziale Ungleichheit im Bildungssektor

2.1 Bildung und Bildungssoziologie

2.2 Soziale Bildungsungleichheit

2.2.1 Pierre Bourdieu: Die Theorie der Kapitale

2.2.2 Chancengleichheit und Bildungsarmut

3. Frühe Sprachbildung als Möglichkeit des Chancenausgleiches

3.1 Voraussetzungen erfolgreicher Frühförderung

3.2 Sprachförderprogramme in Deutschland

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Effektivität von Sprachförderprogrammen in deutschen Kindertagesstätten als Instrument zur Reduzierung sozialer Bildungsungleichheit. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern diese Maßnahmen geeignet sind, Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft faire Bildungschancen zu ermöglichen.

  • Analyse der sozialen Bildungsungleichheit auf Basis soziologischer Theorien
  • Erörterung der Begriffe Chancengleichheit und Bildungsarmut im Kontext des Elementarbereichs
  • Evaluierung der Wirksamkeit verschiedener Ansätze der frühen Sprachförderung
  • Diskussion von Qualitätsstandards und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Frühförderung
  • Untersuchung des Einflusses von Kapitalformen (ökonomisch, sozial, kulturell) auf den Schulerfolg

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Pierre Bourdieu: Die Theorie der Kapitale

Es gibt zahlreiche Theorien, die sich mit der Entstehung und Reproduktion von sozialer Ungleichheit befassen. Eine richtungsweisende Theorie ist die des französischen Soziologen Pierre Bourdieu, der die Strukturen sozialer Ungleichheit mit seiner Kapital-Theorie beschreibt. Bourdieu unterscheidet drei Arten von Kapital: das ökonomische, das soziale und das kulturelle Kapital. Ökonomisches Kapital stellt hier die Finanzkraft einer Person dar, also Eigentum, das Geld ist oder in Geld umgewandelt werden kann. Soziales Kapital bezeichnet die sozialen Verpflichtungen und Beziehungen einer Person. Das kulturelle Kapital bezeichnet schulische Titel und Bildung, welche auch unter bestimmten Voraussetzungen in ökonomisches Kapital konvertiert werden kann (vgl. Bourdieu 1983, S. 185). Kulturelles Kapital, so Bourdieu, gibt es wiederum in drei verschiedenen Formen: in inkorporierter Form, also Disposition und Begabung eines Menschen; in objektiviertem Zustand in Form von kulturellen Gütern wie Gemälden, Büchern oder Instrumenten; und in einer institutionalisierten Form, für die akademische Titel und Abschlüsse ein Beispiel sind (vgl. ebd.). Für Bourdieu ist die Hypothese des kulturellen Kapitals dafür geeignet zu erklären, „die Ungleichheit der schulischen Leistungen von Kindern aus verschiedenen sozialen Klassen zu begreifen“ (Bourdieu 1983, S. 185). Schulerfolg, also der Nutzen, welche Kinder aus schulischer Bildung ziehen können, verteilt sich so gemäß dem individuellen kulturellen Kapital. Bourdieu bricht bewusst mit der Prämisse, „derzufolge schulischer Erfolg oder Mißerfolg [sic!] auf die Wirkung natürlicher „Fähigkeiten“ zurückgeführt wird“ (ebd.). Vielmehr als diese persönlichen Fähigkeiten spielt für Bourdieu die „Transmission kulturellen Kapitals in der Familie“ die maßgebliche Rolle beim Schulerfolg (Bourdieu 1983, S. 186). Je mehr kulturelles Kapital eine Familie also in ihr Kind investieren kann, desto besser ist der mögliche schulische Erfolg eines Kindes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle politische Debatte um Sprachstand und vorschulische Förderung und definiert das Ziel, Sprachförderprogramme hinsichtlich ihrer Eignung gegen Bildungsungleichheit zu bewerten.

2. Soziale Ungleichheit im Bildungssektor: Dieses Kapitel erläutert bildungssoziologische Grundlagen, die Bedeutung der Kapitaltheorie Bourdieus sowie die Konzepte von Chancengleichheit und Bildungsarmut.

2.1 Bildung und Bildungssoziologie: Hier wird der Bildungsbegriff im institutionellen Kontext definiert und das Forschungsfeld der Bildungssoziologie hinsichtlich ihrer Analysen zu Bildungsprozessen vorgestellt.

2.2 Soziale Bildungsungleichheit: Das Kapitel beschreibt die ungleiche Verteilung von Bildungsabschlüssen und deren Auswirkungen auf die Lebensbiografien von Individuen.

2.2.1 Pierre Bourdieu: Die Theorie der Kapitale: Es werden Bourdieus Kapitalformen (ökonomisch, sozial, kulturell) dargelegt und deren entscheidender Einfluss auf den Schulerfolg und die soziale Reproduktion analysiert.

2.2.2 Chancengleichheit und Bildungsarmut: Hier werden die Begrifflichkeiten im Kontext des Grundgesetzes und der pädagogischen Psychologie erörtert sowie das Spannungsfeld zwischen Chancengleichheit und Bildungsarmut aufgezeigt.

3. Frühe Sprachbildung als Möglichkeit des Chancenausgleiches: Dieses Kapitel verknüpft ökonomische Erkenntnisse zur Investition in frühe Bildung mit qualitativen Anforderungen an pädagogische Einrichtungen.

3.1 Voraussetzungen erfolgreicher Frühförderung: Es wird analysiert, welche Rahmenbedingungen – wie Personalqualität und kontinuierliche Förderung – notwendig sind, damit Vorschulprogramme Bildungsungleichheiten effektiv entgegenwirken können.

3.2 Sprachförderprogramme in Deutschland: Dieses Kapitel differenziert Sprachförderprogramme nach Zielgruppen, Inhalten und Strukturiertheit und diskutiert deren Wirksamkeit anhand vorliegender Studien.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit frühzeitiger, systematischer Sprachförderung sowie weiterer Forschung in diesem Bereich.

Schlüsselwörter

Bildungsungleichheit, Sprachförderung, Chancengleichheit, Soziale Herkunft, Pierre Bourdieu, Kulturelles Kapital, Bildungsarmut, Frühkindliche Bildung, Elementarbereich, Sprachförderprogramme, Literacy, Sprachstand, Soziale Integration, Bildungsbiografie, Sprachkompetenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle von Bildungsinstitutionen bei der Entstehung und Verringerung sozialer Ungleichheit, mit einem spezifischen Fokus auf die frühe Sprachförderung in Kindertagesstätten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Bildungssoziologie, der Bedeutung familiärer Kapitalausstattung nach Bourdieu, den Konzepten von Bildungsarmut und Chancengleichheit sowie der Wirksamkeit vorschulischer Sprachförderung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es zu bewerten, ob und unter welchen Bedingungen die in Deutschland genutzten Sprachförderprogramme tatsächlich dazu beitragen können, Bildungsungleichheiten zwischen Kindern unterschiedlicher sozialer Herkunft abzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Konzepte sowie eine Analyse und Diskussion bestehender Metaanalysen und Studien zur Wirksamkeit von Sprachförderung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung sozialer Ungleichheit im Bildungssystem und eine kritische Auseinandersetzung mit der Effektivität verschiedener Förderansätze im Elementarbereich.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, kulturelles Kapital, Chancenausgleich, Sprachförderprogramme und die Qualität frühkindlicher Bildung.

Warum ist das Vorschulalter laut der Arbeit so bedeutend?

Die Arbeit betont – gestützt durch neurowissenschaftliche und psychologische Erkenntnisse – das Vorschulalter als eine der bedeutsamsten Phasen der individuellen Bildungsbiografie und als entscheidenden Schritt für lebenslanges Lernen.

Welche Rolle spielt die Qualität des Personals in Kitas?

Die Autorin führt an, dass hochqualifizierte Fachkräfte und ein guter Betreuungsschlüssel essenziell sind, um die Qualität der Pädagogik zu sichern, da nur so qualitativ hochwertige Interaktionen zwischen Kindern und Personal entstehen können.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Arten der Sprachförderung?

Es wird zwischen kompensatorischen Angeboten (für Kinder mit besonderem Förderbedarf) und nicht-kompensatorischen Ansätzen sowie zwischen hochstrukturierten Programmen und alltagsintegrierter Sprachförderung unterschieden.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frühe Sprachbildung als Möglichkeit des Chancenausgleiches. Wie Bildungsinstitutionen auf soziale Ungleichheit einwirken
Hochschule
(IU Internationale Hochschule)  (Soziale Arbeit)
Note
1,0
Autor
Jenny Eyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V1038907
ISBN (eBook)
9783346452696
ISBN (Buch)
9783346452702
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachbildung Mehrsprachigkeit Chancengleichheit Bildung Frühe Bildung Kita soziale Ungleichheit Pädagogik Soziale Arbeit Frühpädagogik Kindheitspädagogik Sprachförderung Erziehungswissenschaften Migration
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jenny Eyer (Autor:in), 2020, Frühe Sprachbildung als Möglichkeit des Chancenausgleiches. Wie Bildungsinstitutionen auf soziale Ungleichheit einwirken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1038907
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Leseprobe aus  14  Seiten
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