Verschiedene Formen von Gottesvorstellungen. Beispiel - Aborigines


Referat / Aufsatz (Schule), 1998
4 Seiten

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Beweise, daß es Gott gibt!

Verschiedene Formen von Gottesvorstellungen. Beispiel: Aborigines

Wie sieht die Lebenswirklichkeit, die Umwelt der betreffenden Gruppe aus?

Vor 45.000 Jahren kamen die Aborigines über Südostasien nach Australien. Heute leben vermutlich nur noch einige hundert Aborigines nach der Art ihrer Vorväter, vorwiegend in entlegenen Gebieten Zentral- und Nordaustraliens. Ausschlaggebend dafür war das Zusammentreffen der Uraustralier mit Menschen einer völlig andersartigen Denk- und Lebensweise. Erst seit Mitte dieses Jahrhunderts bemüht sich eine stetig wachsende Zahl Weißer um ein tieferes Verständnis und eine Würdigung der kulturellen Errungenschaften der australischen Eingeborenen. Immer mehr weiße Australier begreifen, daß die alte Kultur der Aborigines vielleicht der wichtigste Teil der Traditionen ihres Landes ist. Die Aborigines sind nicht als ein homogenes Volk zu betrachten, sondern viel mehr wie die amerikanischen Ureinwohner, als Stämme oder Kleinvölker. Anthropologen schätzen, daß es ursprünglich 500-600 verschiedene Stämme und mindestens 200 unterschiedliche Sprachen. Viele dieser Sprachen sind heute nicht mehr im Gebrauch oder sterben gerade aus. Da keiner der Stämme eine Schrift kannte, wurden Traditionen und Wissen durch die Stammesältesten an die Jugend weitergegeben. Durch deren Tod starb aber nach und nach das Wissen um ihre Kultur aus. Im Gegensatz zu Europa, wo sich verschiedenste Kulturen unmittelbar nebeneinander entwickelten, gab es bei den Ureinwohnern Australiens kaum kulturelle Unterschiede in der sozialen Stammes- und Glaubensstruktur. Einzige Auswirkung auf die Wirtschaftsweise waren landschaftliche Gegebenheiten, sowie das Klima. Diese Gegebenheiten legten meist die Wanderrouten der Stämme fest. Dadurch sind die Aborigines sehr naturverbundene Völker.

Alter und Tod spielt bei den Aborigines eine große Rolle. Alte Leute werden von ihrer Familie gut versorgt. Wenn ein Familienmitglied stirbt, bedeutet das für den Stamm Sorge und Not. Die Bestattung findet auf unterschiedliche Weisen statt: Verbrennung, Erdbestattungen, Beisetzung auf Bäumen oder Einlagerung in Höhlen.

Wie ergibt sich daraus die jeweilige Gottesvorstellung?

Die Religion der Aborigines ist ein System, in dem die Menschen mit Tieren, Pflanzen und Naturerscheinungen gleichgestellt werden. Diesen Glauben bezeichnet man als "Totemismus".

Im Gegensatz zu ihrer einfachen materiellen Kultur, hat sich im Verlauf der Jahrtausende eine äußerst komplexe, und für uns kaum vorstellbare, Glaubensstruktur und Mythos entwickelt. So ist das Leben eines Aborigine sehr stark von Ritualen und Zeremonien bestimmt. Es gibt keine Kirchen, oder Götter. Der Glaube besteht aus einer Art Ahnenverehrung.

Diese Glaubensstruktur begründet sich auf die sogenannte Dreamtime (Traumzeit).

Das Wort für „Dreamtime“ lautet bei den Aborigines „Lalai“, und umschreibt den Anfang allen Lebens, aber auch die Gegenwart und Zukunft der Schöpfung.

Es gibt eine Verbindung zwischen den Toten und den Lebenden. Schöpferwesen aus der Traumzeit werden als direkte totemistische Vorfahren verstanden. Jedes dieser Wesen steht in einer Beziehung zu einem Tier oder Pflanze. So kann sich ein Totem-Vorfahr auch in einen Emu verwandeln. Das bedeutet dann, das dieser als Urvater aller Emus seines Lebensraumes gilt. Alle Menschen die in diesem Gebiet geboren werden, gelten als seine Nachfahren und dürfen einen Emu weder essen noch töten, weil dies Brudermord und Kannibalismus bedeuten würde. Aus diesem Grund gibt es genaue Tabuvorschriften über den Umgang mit dem Totemtier oder der Totempflanze. So bedeutet die Verdrängung der Aborigines aus ihrem angestammten Gebiet nicht nur den Verlust ihres Landes sondern auch den Verlust ihrer Seele und Kultur.

Zeremonien finden in den Traumzeitplätzen (siehe Beispiel) statt. Damit soll die dort gespeicherte Energie aktiviert und das Band zwischen Traumzeit und dem Heute nicht durchschnitten werden. Mit mystischen Tänzen und Beschwörungsritualen wollen sie ihre Totems / Vorfahren dazu bringen, das Gleichgewicht der Natur zu erhalten, und ihnen Schutz und Kraft zum Überleben geben. Wenn man einer Traumzeitfigur nicht das ihr zustehende Ritual erbringt, so glaubt man, an eine Bestrafung mit Naturkatastrophen.

Vorbereitungen für kultische Handlungen sind das Bemalen der Körper mit sakralen (heiligen) Ockerfarben und das Dekorieren mit Daunenfedern, die oft mit Blut angeklebt werden. Dadurch wird für die Dauer des Rituals selbst die Gestalt des Totemwesens angenommen. Der Höhepunkt viele Zeremonien ist das rituelle Blutopfer, das heiligste und geheimste Ritual, bei dem die Männer ihr Blut auf die Erde tropfen lassen, um den Ahnen für ihre Gunst zu danken. Für alle Zeremonien gibt es strenge Vorschriften, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. An manchen Zeremonien dürfen alle teilnehmen. Aber die mystischen Totemspiele und andere geheime Kultfeste, die bis zu zwei Monaten dauern können, sind ausschließlich Männersache. Die Frauen haben allerdings auch ihre geheime Zeremonien von denen die Männer ausgeschlossen sind.

Eine weitere Kulthandlung ist ein sogenannte „Walkabout“, ein Umherwandern, das nichts mit Nahrungsbeschaffung zu tun hat. Die Schöpferwesen haben den Menschen ein Land hinterlassen, das von einem Labyrinth unsichtbarer Wege durchzogen ist - den Traumpfaden. Diese Traumpfade verbinden die einzelnen heiligen Zentren. Bei einem Walkabout wandert ein Aborigine immer seinem Traumpfad entlang. Er folgt den Spuren seines Totemahnen und vollzieht damit als Reinkarnation den Schöpfungsakt seines Vorfahren nach. Wenn ein Aborigine von seinem Traumpfad abweicht, so kann er dafür getötet werden.

Die Aborigines haben auch einen starken Hang zur Magie. Das sogenannte Knochenzeigen (Pointing of the Bone) ist bis heute rätselhaft. Es stellte eine Todesbeschwörung über hunderte von Kilometern dar. Schon bald nachdem das Opfer von seiner Verwünschung erfuhr, starb es auf rätselhafte Weise. Beweise die den heutigen Wissenschaftlern noch Rätsel aufgeben existieren genug. Oftmals versuchten weiße Ärzte einen 'Verwunschenen' zu helfen - ohne Erfolg.

Die Medizinmänner sind außerdem geschickte Heiler. Sie kennen eine primitive Form der Akkupunktur und benuzen ausschließlich Heil- und Hilfsmittel aus der Natur, wie etwa den abgekochten Rindensaft des Chinarindenbaumes als Mittel gegen Fieber, Schimmelpilz (der wie eine Art Penicillin wirkt) gegen enzündete Wunden, oder die Zangen der großen Bullenameise zum Klammern von offenen Wunden.

Weitverbreitet ist auch der Glaube an ein vorbestimmtes Schicksal und an die Wiedergeburt.

Spezielle Zeremonien beschwören den Geist des Verstorbenen den Leichnam zu verlassen, damit er an anderer Stelle wiedergeboren werden kann. Es findet eine Begräbniszeremonie statt, welche den Glauben an die Heimkehr der Seele zeigt. Der Tod wird nicht als ein natürliches Ereignis angesehen, sondern es wird immer angenommen, daß die Ursache die böse Absicht irgendeiner Person sei, meistens der einer anderen Horde.

Beispiele für diese Vorstellung: Die Traumzeit

Diese Mythologie besagt, daß am Anfang die Erde flach und leer war. Es gab kein Licht, keine Wärme und kein Leben. Dann tat sich der Boden auf und Kreaturen - teils Mensch, teils Tier, teils Pflanze - begannen das Schöpfungswerk. Diese schufen durch ihre Wanderungen alles, was es auf derErde gibt. Höhlen und Schluchten enstanden durch das Hervorbrechen dieser Wesen aus der Erde, Seen und Flüsse aus ihrem Urin.

Wasserstellen gingen aus den Rastplätzen hervor, aus ihren Fußabdrücken entstanden Pflanzen, aus ihren Speeren Bäume. Aus ihrem Blut entstanden die für kultische Handlungen wichtigen Ockerlager. Sie erschufen auch die Menschen und lehrten ihnen sich zu ernähren, den Umgang mit Feuer und legten die heute noch gültigen Riten, wie zum Beispiel die Heiratsvorschriften fest. Als eines der bedeutendsten Schöpferwesen gilt die Regenbogenschlange (Kunapipi oder Almudj) die für die Erschaffung tiefer Gewässer verantwortlich war. Die Regenbogenschlange ist wahrscheinlich das älteste verehrte religiöse Symbol der Erde. Die Aborigines glauben, daß man sie nach einem Regen oft als Regenbogen auf ihrer Schwanzspitze stehend sieht. Die Plätze, zu denen sich die Traumzeitwesen zurückzogen, heißen „Traumplätze“. Dort ist die Schöpferkraft gespeichert.

Solche Stätten sind zum Beispiel der Uluru (Ayers Rock), oder die Kata Tjuta (Olgas). Aus dieser Vorstellung heraus ist für die Aborigines das ganze Land sakrosankt (heilig): Es darf weder verändert noch zerstört werden.

Beweise und Grundlagen für diese Vorstellung

Als Beweis gilt hier der ??? Beweis. Schon das Vorhandensein der Natur, wie Berge, Flüsse, oder Seen, sind ein Beweis für ihren Glauben. Die Tatsache, daß keine Naturkatastrophe stattfindet, ist auch ein Beweis für die Hilfe der Ahnen. Magische Riten, wie etwa das Knochenzeigen - was funktioniert hat - kann auch als Beweis gesehen werden.

Ist es ein menschenfreundlicher Glaube?

Der Glaube der Aborigines ist sehr menschenfreundlich. So werden ältere Familienmitglieder nicht als unbrauchbar abgestempelt, sondern als wichtig angesehen. Es wird viel Wert auf ihr Wissen und ihre Meinung gelegt, und durch die Religion ist auch für ihre Altersvorsorge gesorgt.

Außerdem leben die Aborigines im Einklang mit der Natur. Für sie ist die Erde, auf der sie leben heilig und darf nicht zerstört werden. So erhält ihr Glaube die Natur, welche die Grundlage für unser Leben ist. Auch das Nicht - Zerstören des jeweiligen Totemtiers, bzw. der Totmpflanze, erhält die Artenvielfalt. So gibt es eine Art von Reservaten, in denen der Nachwuchs von Tieren gesichert wird. Auch Pflanzen werden hier geschützt. Dadurch wird für Nahrung gesorgt.

Die Kultur der Aborigines ist nicht materiell. So ist es nicht wichtig, was einzelne haben, sondern jeder hat seinen Platz in der Gesellschaft und ist gleichbedeutend. Es ist also egal, ob jemand Nährer ist oder Jäger, da alles Arbeiten sind, die für die Gemeinschaft getan werden müssen. Schwer vorstellbar und als negativ angesehen am Glauben der Aborigines sind für uns die Blutopfer, welche von den Männern an bestimmten Zeremonien gemacht werden. Natürlich ist es für uns auch unverständlich, daß die Aborigines an Magie und Verwünschungen glauben.

Dies begründet sich auf unser westliches Denken. Die Tatsache, daß wir mit Dingen wie Magie oder Blutopfern nicht vertraut sind, läßt sie uns unverständlich und eher in einem negativem Licht erscheinen. Unserer Meinung nach ist es zwar gut, wenn so etwas hilft, aber es ist trotzdem brutal und verstößt gegen unsere Vorstellungen von Moral. Im Gegensatz dazu könnten wir uns aber ein Beispiel daran nehmen, wie die Aborigines mit der Natur umgehen.

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Details

Titel
Verschiedene Formen von Gottesvorstellungen. Beispiel - Aborigines
Autor
Jahr
1998
Seiten
4
Katalognummer
V103892
Dateigröße
332 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verschiedene, Formen, Gottesvorstellungen, Beispiel, Aborigines
Arbeit zitieren
Daniela Imhoff (Autor), 1998, Verschiedene Formen von Gottesvorstellungen. Beispiel - Aborigines, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103892

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