Raymond Williams: ,, Culture is ordinary"


Ausarbeitung, 2001

4 Seiten


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Gliederung

1. Biographie

2. Begriff der gemeinsamen Kultur

3. Kulturanalyse

4. Cultural Materialsm

5. Kritik

1.Biographie

- 1921 geboren nahe Pandy in Wales
- Besuch der Abergavennery Grammar School
- Ausbildung am Trinity College in Cambridge
- Erwachsenenbilder an Uni Oxford
- 1961 Dozent für Englisch in Cambridge
- 1974- 1983 Professor für Theaterwissenschaften in Cambridge
- 1988 gestorben

- Vater der Cultural Studies
- Junge aus Arbeiterklasse
- Mit Hilfe von Stipendien höhere Ausbildung
- eigene Erfahrung prägen seine Werke
- Grundüberzeugung: theoret. Modelle müssen der wirklichen Lebenserfahrung der Individuen standhalten
- Vielfalt der Kulturen in der Gesellschaft
- Vorraussetzung: Aufarbeitung der Vergangenheit
- Kritische Aufgabe: Verknüpfung zwischen Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur

Werke:

- Culture and Society
- Long Revolution
- Drama in Performance

2. Begriff der gemeinsamen Kultur:

- Kultur, insbesondere in England, einer der Faktoren über die sich Klassenunterschiede zwischen Menschen vermitteln

- Debatte über Kultur und Gemeinschaft:

- Elliot: - konservative Position

- Aufhebung des Bildungsprivilegs

- Entwicklung des industriellen und urbanen Lebens

> Zerstörung/ Verwässerung der Kultur durch gewisse Demokratie

- Williams: Ablehnung, da unrealistischer Versuch Klassengesellschaft unter Kontrolle traditionelle Institutionen zu bringen ( fortschreitender Kapitalismus)

- Leavis: - ähnliche Haltung

- Skepsis bei Durchführbarkeit der Einbeziehung aller in kulturelle Tradition

- Williams: Ablehnung aus Gründen wie bei Eliot, denn kulturelle Position bedingt soziale Position

- Marx: - Akzeptanz von Akzent auf histor. Wandel und deren engen Beziehung zu Klasse und Kultur

- Williams: Ablehnung, da keine Deckung mit eigenen Erfahrungen von Kultur

Alternative:

- Begriff der gemeinsamen Kultur
- These: Kultur ist gewöhnlich
- Nicht nur begabter Minderheiten vorbehalten
- Bedeutungen einer bestimmten Lebensform eines Volkes entstammen aus dem gesamten Bereich seiner Erfahrungen
- Kritik an dem was Menschen anstelle einer solchen Kultur auferlegt wurde
- Nicht vererbbar, sondern muss immer wieder geschaffen und erneuert werden
- Kulturkritik: gemeinsame Kultur wird nicht erreicht durch Übertragung der Werte einer Minderheit auf eine andere Gruppe
- Vorrausetzungen schaffen, das das Volk als ganzes an Entscheidungen über Werte und Bedeutung teil haben kann
- Praxis: Beseitigung aller materieller Hindernisse ( Privateigentum: Kontrolle über Arbeitsprozess und Lenkung der Gesellschaft
- Gemeinsame Kultur ist auch kritische Äußerung über die Klassengesellschaft
- Einführung einer Bildungs- und Partizipationsdemokratie: Bildung sollte gewährleistet werden, aber Partizipation des Einzelnen bleibt bestehen
- Long Revolution: Prozess des Kampfes für gemeinsam verstandene Kultur
- Langer und schwieriger Prozess in dessen Verlauf Bedeutungen und Werte definiert werden (besonders in Perioden der Unterdrückung)

- Kultur: was ganzen Bereich des aktiven Lebens umfasst, für den der Kampf geführt wird

3. Kulturanalyse

- 3 Definitionen von Kultur:

1. ideale Bestimmung: Kultur ist Zustand oder Prozess menschlicher Perfektion gemessen an absoluten oder universellen Werten
2. dokumentarisch: Kultur als Korpus geistiger und imaginativer Werke, in denen menschl. Denken und Erfahrung auf detaillierte Weise aufgezeichnet sind
3. gesellschaftl. Bestimmung: Beschreibung einer bestimmten Lebensweise, deren Werte sich in Kunst und Erziehung ausdrücken, aber auch in Institutionen und gewöhnlichem Verhalten

Kritik: man muss den Begriff weiter fassen, denn allgemeine menschliche Kultur ist wirksam in konkreten Gesellschaften, geformt durch temporäre und lokale Einflüsse

Zu 1.: ideale Entwicklung des Menschen im Gegensatz zu seiner animalischen Natur ( Bedürfnisbefriedigung) ist unannehmbar

Zu 2.: lediglich in geschriebenen und aufgemalten Aufzeichnungen ein Wert und die Trennung vom gesellschaftl. Leben

Zu 3.: Geschichte und Korpus der Kunst als Abfallprodukt und die passive Widerspiegelung der wahren Interessen der Menschheit

- Lösung: Prozess als Ganzes zu sehen

Analyse:

- Entdeckung von Mustern

- Beziehung zwischen Mustern

- Problem: Abstraktheit, da Element der vergangenen Kultur abgelagert ist

- dokumentarische Analyse: Material über Gesamtorganisation, in der Kultur Ausdruck fand

dokumentarische Analyse:

- 3 Definitionen von Kultur in Schichten:

1. Kultur an bestimmten Ort zu Bestimmter Zeit, ist nur den in ihr Lebenden in vollem Umfang zugänglich
2. aufgezeic hnete Kultur jeder Art = Kultur einer Periode
3. Kultur der selektiven Tradition: Verbindung der beiden

Selektive Tradition:

- Kultur wird in Periode nicht mehr gelebt

- Was übrigbleibt hängt von nachfolgenden Perioden ab, die allmählich eine Tradition bilden

- Keiner kennt alle Werke einer Periode, denn sie umfasst mindestens 3 Generationen

- Dadurch kommt es zur Selektion

- Theoretisch lässt sich Periode aufzeichnen

- Praktisch wird die Aufzeichnung von selektiver Tradition absorbiert

- Selektion selbst in jeweiliger Periode

- Aus der Masse werden Tätigkeiten hervorgehoben und geschätzt

- Selektionsunterschiede sehr groß

- einstige Kultur existiert in reduzierter Form
- allgemeine menschliche Kultur
- Ablehnung beträchtlicher Bereiche einer einst lebenden Kultur
- Aber auch Interpretation: durch eigene Erfahrungen

Fazit: dokumentarische Analyse mündet in Gesellschaftsanalyse

4. Cultural Materialsm

- ab 1970 Auseinandersetzung mit Strukturalismus
- kulturelle Handlungen durch die kulturelle Objekte geschaffen werden
- Beziehung zwischen Produzent und ihrem Produkt
- Unterscheidung von kulturellen Handlungen: dominant, nicht dominant
- weitere Unterscheidung der Handlung: Verfall, im Entstehen, in voller Blüte stehend
- Blick auf materielle Vorraussetzungen der kult. Produktion im Zusammenhang mit sozialen Beziehungen
- kult. Handlungen sind konstitutiv für gesell. Prozesse
- gegen bloßen techn. Determinismus

5. Kritik:

- begriffliche Unschärfe bei Formulierung
- Abgehobenheit von Realgeschichte: Formulierung des Begriffes Idee mit Bezug zu Wirklichkeit
- verschiedene Bedeutung gleicher Begriffe
- sehr starkes Einflechten von persönlichen Erfahrungen und Betonung dieser

Quellen:

- Eldrigde, John/ Eldridge Lizzie: Raymond Williams. Making connections. London: Routledge 1994
- Higgins, John: Raymond Williams. Literature, Marxism and Cultural materialism. London: Routledge 1999
- Inglis, Fred: Raymond Williams. London: Routledge 1995
- Klaus, H. Gustav: Raymond Williams. Innovationen. Über den Prozesscharakter von Literatur und Kultur. Frankfurt am Main: Syndikat 1977
- Kramer, Jürgen: British Cultural Studies. München: Fink, 1997
- Williams, Raymond: Culture and Society. London: Hogarth 1993
- Williams, Raymond: Culture. London: Fontana Press 1981

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Details

Titel
Raymond Williams: ,, Culture is ordinary"
Hochschule
Technische Universität Dresden
Autor
Jahr
2001
Seiten
4
Katalognummer
V103911
ISBN (eBook)
9783640022878
Dateigröße
337 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Raymond, Williams, Culture
Arbeit zitieren
Simone Riecke (Autor:in), 2001, Raymond Williams: ,, Culture is ordinary", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103911

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