Inwiefern wird die Schriftstellerin ihrem postuliertem Anspruch an ihren Roman, mit Hinblick auf die Soziologie Bourdieus, gerecht und wird dies zu einer gesteigerten Interdisziplinarität von Autoren in der Gegenwartsliteratur führen? Zunächst werden nun die Habitus-Theorie sowie die soziologischen Grundbegriffe von Pierre Bourdieu genannt und erläutert. Darauf folgt ein inhaltlicher Überblick über das Werk „La Place“ von Annie Ernaux und die Einbettung des Romans in einen soziologischen Kontext. Diese Zusammenhänge werden im praktischen Teil anhand des Werdegangs des Vaters genau betrachtet und mit Hilfe von Beispielen analysiert. Anschließend werden die gewonnen Erkenntnisse in einem Fazit zusammengefasst und ein Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Habitus und Kapitalsorten
1.2 Thematische Einordnung
2. La Place zwischen Literatur und Soziologie
3. Habitus anhand von Sprache, Verhaltensmustern und Vorlieben
3.1 Scham
3.2 Fotosymbolik
3.3 Beziehung zwischen Vater und Tochter
3.4 Stil und Form
4. Schluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Annie Ernaux’ Roman „La Place“ unter Anwendung der soziologischen Habitus-Theorie von Pierre Bourdieu. Dabei wird analysiert, inwiefern die Autorin ihrem Anspruch gerecht wird, das Leben ihres Vaters objektiv darzustellen und dabei die Grenzen zwischen Literatur und Soziologie zu überwinden, um das komplexe Verhältnis zwischen Vater und Tochter zu beleuchten.
- Analyse des Habitus, der Klasse und des Geschmacks des Vaters
- Untersuchung soziologischer Kapitalsorten in der literarischen Darstellung
- Deutung der Fotosymbolik als Struktur- und Erinnerungselement
- Reflektion über die Distanz in der Vater-Tochter-Beziehung
- Analyse von Schreibstil und Erzählform zur Wahrung der Objektivität
Auszug aus dem Buch
3. Habitus anhand von Sprache, Verhaltensmustern und Vorlieben
Der Hauptteil dieser Hausarbeit soll Aufschluss darüber geben, inwiefern es der Autorin gelungen ist, diesem Anspruch gerecht zu werden. Zwecks Erörterung dient hier eine genaue Betrachtung des Habitus, der Klasse und des Geschmacks des Protagonisten. Wie eingangs erwähnt, spiegelt sich der Habitus einer Person in ihrem gesamten Auftreten wieder. Im Folgenden wird der Roman „La Place“ vor dem Hintergrund Bourdieus Theorien untersucht und analysiert. Die Person, die betrachtet wird, ist der Vater von Annie Ernaux, der von seiner Geburt an bis hin zu seinem Tod mit den Grenzen seiner Existenz konfrontiert wird.
Die Schriftstellerin selber formuliert es folgendermaßen: „Parce que ces façons de vivre étaient à nous, un bonheur même, mais aussi les barrières humiliantes de notre condition.“ (Ernaux 1983: 54). Der Fokus soll vor allem auf seiner sprachlichen Ausdrucksweise, seinen Verhaltensweisen und Vorlieben liegen. Diese lassen sich als Indikatoren verwenden, um ihn in der Gesellschaft zu verorten und seine Klassenzugehörigkeit näher zu bestimmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, stellt das Werk von Annie Ernaux vor und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Interdisziplinarität zwischen Literatur und Soziologie.
2. La Place zwischen Literatur und Soziologie: Hier wird die Verknüpfung von soziologischen Konzepten Bourdieus mit literarischen Erzählweisen diskutiert, um die Objektivität im Schreibprozess zu beleuchten.
3. Habitus anhand von Sprache, Verhaltensmustern und Vorlieben: Dieser Hauptteil analysiert das Leben des Vaters durch die Anwendung soziologischer Kategorien und untersucht Aspekte wie Scham, Symbolik und die familiäre Distanz.
4. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die Leitfrage bezüglich des literarischen und wissenschaftlichen Anspruchs der Autorin.
Schlüsselwörter
Annie Ernaux, La Place, Pierre Bourdieu, Habitus, Soziologie, Gegenwartsliteratur, Klassenzugehörigkeit, ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, Fotosymbolik, Interdisziplinarität, Erzählform, soziale Ungleichheit, Vater-Tochter-Beziehung, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Roman „La Place“ der französischen Schriftstellerin Annie Ernaux im Hinblick auf seine soziologische Fundierung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Begriffe Habitus, Kapitalarten sowie die Darstellung von Klassenunterschieden und deren Auswirkung auf zwischenmenschliche Beziehungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu prüfen, inwiefern die Autorin den Anspruch erfüllt, ihren Roman durch soziologische Analysemethoden objektiv zu gestalten und die Grenze zwischen literarischem Schreiben und wissenschaftlicher Beobachtung zu überwinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich primär auf die Habitus-Theorie und die Definitionen zu Kapitalsorten (ökonomisch, kulturell, sozial) von Pierre Bourdieu.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert anhand spezifischer Lebensstationen des Vaters, wie sich sein Habitus durch Sprache, Verhaltensmuster, Fotosymbolik und sein Verhältnis zur Tochter manifestiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Habitus, Klassenzugehörigkeit, Interdisziplinarität, Objektivität und Identitätskonstruktion geprägt.
Welche Rolle spielt die Fotosymbolik für das Verständnis des Werkes?
Die Fotos dienen als objektive Zeitzeugnisse und strukturierendes Leitmotiv, um die soziale Herkunft des Vaters und die Distanz zur Tochter sichtbar zu machen.
Wie beeinflusst das Konzept der Scham das Verhalten des Vaters?
Scham wirkt als dominierender Faktor, der den Vater zu Vermeidungsstrategien zwingt, um seinen erreichten sozialen Status nicht durch Unwissenheit oder unpassendes Verhalten zu gefährden.
- Citation du texte
- Janine Tillmanns (Auteur), 2020, "La Place" von Annie Ernaux zwischen Literatur und Soziologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1039408