Wie sinnvoll ist der Einsatz der Bibel im Grundschulunterricht - am Beispiel der Handreichungen 'Schalom als Bild der Bibel'


Seminararbeit, 2002

12 Seiten, Note: Sehr gut


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Vorstellen einer Unterrichtseinheit der „Handreichungen“ „Schalom als Bild der Bibel“

3. Kritik und Lob an der Unterrichtseinheit der Handreichungen

4. Die Unterrichtseinheit „Wir suchen Frieden: Schalom als Bild der Bibel“ nach Kritikpunkten von Horst Klaus Berg betrachtet
4.1 Der Bibel wird das «letzte Wort« zugeteilt
4.2. Erfahrungen der Kinder werden als «Sprungbrettmethode« genutzt
4.3 Selbstverständlicher Gebrauch der Bibel
4.4 Die Benutzung biblischer Gestalten als Vorbilder für Glauben und Leben
4.5 Unreflektiert normativer Gebrauch der Bibel
4.6 Was können biblische Texte in thematischen Einheiten bewirken?

5. Fazit

6. Literaturangaben
Primärliteratur
Weitere Literatur

1. Einleitung

Allein der Titel meiner Hausarbeit muss einem provokant erscheinen wenn man Religionspädagogik lehren will. Die Frage nach Sinn oder Unsinn des Einsatzes der Bibel darf sich nämlich gar nicht stellen.

Die Bibel ist Grund und Ausgangspunkt für den Religionsunterricht in der Grundschule: „Inhalt des evangelischen Religionsunterrichts sind die Traditionen der Bibel als Deutungsangebot für die Erfahrungen der Mädchen und Jungen in ihren heutigen Lebensvollzügen“ und „...Inhalte biblischer Texte als Erfahrungen thematisieren, die auf Gott hin und von Gott her gedeutet sind“ „...die Kinder befähigen, ... biblisch überlieferte Texte mehrperspektivisch zu deuten“[1]

Es ist also unser Auftrag den Kindern die Bibel nahe zu bringen. Jetzt darf sich nur noch die Frage nach dem „wie“ stellen.

Allerdings gab es bereits Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre Auseinandersetzungen um die Richtung die der Religionsunterricht einschlagen soll. Damals wie heute gab es Stimmen die sich kritisch mit dem Einsatz der Bibel auseinandersetzten. Seinerzeit wachgerüttelt und in Frage gestellt durch die zunehmende Zahl der Abmeldungen vom Religionsunterricht suchte man nach einer neuen Richtung für diesen Unterricht. „«Biblischer Unterricht« stand für weltvergessende Traditionspflege, Einweisung der Heranwachsenden in Überlieferung und kirchliches Leben. «Thematisch-problemorientierter-Unterricht« sollte eine neue Sichtweise und Praxis repräsentieren: das Angebot einer Orientierungshilfe für die Heranwachsenden in einer zunehmend komplexer und schwieriger werdenden Welt. Für einige Jahre hat diese Kontroverse die religionspädagogische Landschaft geprägt; sie erlosch dann, nicht, weil sie ausgetragen oder geklärt worden wäre, sondern weil die konzeptionelle religionspädagogische Arbeit ganz allgemein erlahmte.“[2]

Ich möchte versuchen nicht eine Begründung für ein „entweder“ „oder“ des Einsatzes der Bibel im Religionsunterricht zu finden, sondern den Versuch aufzeigen die beiden oben genannten Unterrichtsformen sinnvoll zu verbinden.

Dies soll zunächst an einem Beispiel (Handreichungen – „Wir suchen Frieden: Schalom als Bild der Bibel Welt und Umwelt“) aufgezeigt werden und im Folgenden Veränderungsvorschläge an dieser Form des Unterrichts aufgezeigt werden.

2. Vorstellen einer Unterrichtseinheit der „Handreichungen“ „Schalom als Bild der Bibel“

Die „Handreichungen“ sollen Religionspädagogen eine Hilfe sein, die im Rahmenplan geforderten Themen altersadäquat zu behandeln. In dem Auszug den ich heute vorstellen möchte wird in der didaktisch-theologischen Vorüberlegung von einem Unterricht ausgegangen, der die subjektiven Lebenserfahrungen der Kinder zum zu behandelnden Thema mit einbezieht. Schon in dieser Vorüberlegung wird die Bibel zwar bedacht, der Sinn ihres Einsatzes jedoch nur kurz gestreift: „Da die Bibel konkrete Lebenserfahrungen aufgenommen hat und zugleich im Hinblick auf ein allumfassendes „Schalom“ über sie hinausweist, können die Kinder ihre eigenen Friedensvorstellungen in der Symbolsprache der Bibel wieder entdecken...Auf diese Weise lassen sich umgekehrt biblische Bilder auf der Erfahrungsebene der Kinder verstehen und deuten.“[3]

Im Folgenden werden 6 Schulstunden zum Thema vorgestellt. Der Weg durch die Stunden geht von persönlichen „Berührungserfahrungen“ in der ersten Stunde (wer hat mich berührt...) über das Basteln von Puppen mit denen man Berührungserfahrungen nachspielen kann über das gemeinsame Betrachten von Menschen die sich in irgendeiner Art berühren (streiten, umarmen...) und die entsprechende Diskussion über die Bilder in der zweiten Stunde. In der dritten Stunde wird ein Text erzählt „Mobile“, und im folgenden von den Kindern ein Mobile gebastelt.

In der vierten Stunde geht es dann um den Unfrieden. Es werden an der Tafel persönliche Meinungen der Kinder gesammelt. Die Kinder sollen bis zur nächsten Stunde Protokolle von unfriedlichen Situationen erstellen, die die Kinder im Laufe eines Schulvormittages beobachten. Die entsprechenden Erfahrungen werden dann auf einem Plakat festgehalten. Letztlich malt sich jedes Kind in die Mitte eines vorbereiteten Blattes und zieht Verbindungslinien (evtl. auch hier als „Basteleinheit“ mit Wollfäden) zu Momenten des Unfriedens an denen es selbst manchmal beteiligt ist.

[...]


[1] Rahmenplan Grundschule, Hessisches Kultusministerium, Juni 1995, S. 36

[2] Schweitzer F., Faust-Siehl G. (Hrsg.) Religion in der Grundschule – Religiöse und moralische Erziehung, Berg H.K., „Biblischer oder thematischer Unterricht“, S. 132

[3] Handreichungen (ausgeteilt von S. Schlesinger im SS 02 Bibeldidaktik) „Wir suchen Frieden: Schalom als Bild der Bibel“ – leider keine konkrete Quellenangabe, S. 127

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Wie sinnvoll ist der Einsatz der Bibel im Grundschulunterricht - am Beispiel der Handreichungen 'Schalom als Bild der Bibel'
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für evangelische Theologie)
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V10395
ISBN (eBook)
9783638168311
Dateigröße
358 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Anhand der Vorstellung einer Unterrichtseinheit der Handreichungen 'SCHALOM ALS BILD DER BIBEL' wird Religionsunterricht in der Grundschule untersucht. Wie wichtig ist die Bibel für den Religionsunterricht? Wie sinnvoll ist sie? 185 KB
Schlagworte
Klaus Bergs Kritik, Handreichungen, Bibeldidaktik
Arbeit zitieren
Silke Mühl (Autor), 2002, Wie sinnvoll ist der Einsatz der Bibel im Grundschulunterricht - am Beispiel der Handreichungen 'Schalom als Bild der Bibel', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10395

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