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Wie sinnvoll ist der Einsatz der Bibel im Grundschulunterricht - am Beispiel der Handreichungen 'Schalom als Bild der Bibel'

Title: Wie sinnvoll ist der Einsatz der Bibel im Grundschulunterricht - am Beispiel der Handreichungen 'Schalom als Bild der Bibel'

Seminar Paper , 2002 , 12 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Silke Mühl (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Allein der Titel meiner Hausarbeit muss einem provokant erscheinen wenn man Religionspädagogik lehren will. Die Frage nach Sinn oder Unsinn des Einsatzes der Bibel darf sich nämlich gar nicht stellen. Die Bibel ist Grund und Ausgangspunkt für den Religionsunterricht in der Grundschule: „Inhalt des evangelischen Religionsunterrichts sind die Traditionen der Bibel als Deutungsangebot für die Erfahrungen der Mädchen und Jungen in ihren heutigen Lebensvollzügen“ und „...Inhalte biblischer Texte als Erfahrungen thematisieren, die auf Gott hin und von Gott her gedeutet sind“ „...die Kinder befähigen, ... biblisch überlieferte Texte mehrperspektivisch zu deuten“1

Es ist also unser Auftrag den Kindern die Bibel nahe zu bringen. Jetzt darf sich nur noch die Frage nach dem „wie“ stellen. Allerdings gab es bereits Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre Auseinandersetzungen um die Richtung die der Religionsunterricht einschlagen soll. Damals wie heute gab es Stimmen die sich kritisch mit dem Einsatz der Bibel auseinandersetzten. Seinerzeit wachgerüttelt und in Frage gestellt durch die zunehmende Zahl der Abmeldungen vom Religionsunterricht suchte man nach einer neuen Richtung für diesen Unterricht. „«Biblischer Unterricht« stand für weltvergessende Traditionspflege, Einweisung der Heranwachsenden in Überlieferung und kirchliches Leben. «Thematisch-problemorientierter-Unterricht« sollte eine neue Sichtweise und Praxis repräsentieren: das Angebot einer Orientierungshilfe für die Heranwachsenden in einer zunehmend komplexer und schwieriger werdenden Welt. Für einige Jahre hat diese Kontroverse die religionspädagogische Landschaft geprägt; sie erlosch dann, nicht, weil sie ausgetragen oder geklärt worden wäre, sondern weil die konzeptionelle religionspädagogische Arbeit ganz allgemein erlahmte.“2

Ich möchte versuchen nicht eine Begründung für ein „entweder“ „oder“ des Einsatzes der Bibel im Religionsunterricht zu finden, sondern den Versuch aufzeigen die beiden oben genannten Unterrichtsformen sinnvoll zu verbinden. Dies soll zunächst an einem Beispiel (Handreichungen – „Wir suchen Frieden: Schalom als Bild der Bibel Welt und Umwelt“) aufgezeigt werden und im Folgenden Veränderungsvorschläge an dieser Form des Unterrichts aufgezeigt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. VORSTELLEN EINER UNTERRICHTSEINHEIT DER „HANDREICHUNGEN“ „SCHALOM ALS BILD DER BIBEL“

3. KRITIK UND LOB AN DER UNTERRICHTSEINHEIT DER HANDREICHUNGEN

4. DIE UNTERRICHTSEINHEIT „WIR SUCHEN FRIEDEN: SCHALOM ALS BILD DER BIBEL“ NACH KRITIKPUNKTEN VON HORST KLAUS BERG BETRACHTET

4.1 DER BIBEL WIRD DAS «LETZTE WORT« ZUGETEILT

4.2. ERFAHRUNGEN DER KINDER WERDEN ALS «SPRUNGBRETTMETHODE« GENUTZT

4.3 SELBSTVERSTÄNDLICHER GEBRAUCH DER BIBEL

4.4 DIE BENUTZUNG BIBLISCHER GESTALTEN ALS VORBILDER FÜR GLAUBEN UND LEBEN

4.5 UNREFLEKTIERT NORMATIVER GEBRAUCH DER BIBEL

4.6 WAS KÖNNEN BIBLISCHE TEXTE IN THEMATISCHEN EINHEITEN BEWIRKEN?

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch den Einsatz der Bibel im Grundschulunterricht anhand der Handreichungen „Schalom als Bild der Bibel“. Ziel ist es, eine sinnvolle Verbindung zwischen biblischer Tradition und themenorientiertem Unterricht aufzuzeigen, statt diese als Gegensätze zu betrachten.

  • Grundlagen des Religionsunterrichts in der Grundschule
  • Kritische Reflexion der "Sprungbrettmethode"
  • Herausforderungen des normativen Bibeleinsatzes
  • Methoden ganzheitlicher Unterrichtsgestaltung
  • Bibel als Orientierungshilfe für Lebensfragen

Auszug aus dem Buch

Unreflektiert normativer Gebrauch der Bibel

Der unreflektiert normative Gebrauch der Bibel allerdings ließe sich auch an den Handreichungen kritisieren: „von unreflektiert-normativem Gebrauch der Bibel spreche ich, wenn sie den heutigen Adressaten als selbstverständliche, unbefragte Autorität vorgestellt wird und diese keine Möglichkeit haben, sich kritisch mit ihr auseinanderzusetzen“. Durch den unreflektierten Zusammenhang des Bibeleinsatzes an unserem Beispiel (letzte Stunde, unkommentiertes Zuordnen von Bildern zu Texten, die weder besprochen noch erklärt werden) wird ein weiterer klassischer Fehler begangen „Der Adressat hat keine Möglichkeit, sich mit dem Text im Blick auf dessen ursprünglichen Sinn in seinem Entstehungszusammenhang zu beschäftigen; der Text wird also ohne Erläuterungen oder Hinweise zum Verständnis als geltende Norm gesetzt“.

Dies wird einem um so deutlicher, wenn man sich die im Rahmenplan angegebenen Bibelstellen einmal durchliest. Gerade der Jesaja-Text scheint mir für Kinder im Jahr 2002 geradezu unverständlich, wenn nicht das eine oder andere erklärt, der historische Hintergrund erläutert wird, etc.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangssituation und der Problematik des Bibeleinsatzes im Religionsunterricht zwischen Traditionspflege und Themenorientierung.

2. VORSTELLEN EINER UNTERRICHTSEINHEIT DER „HANDREICHUNGEN“ „SCHALOM ALS BILD DER BIBEL“: Beschreibung des geplanten Unterrichtsablaufs, der kreative Gestaltungselemente mit biblischen Themen verknüpft.

3. KRITIK UND LOB AN DER UNTERRICHTSEINHEIT DER HANDREICHUNGEN: Würdigung der ganzheitlichen methodischen Ansätze bei gleichzeitiger Problematisierung des hohen Bastelanteils.

4. DIE UNTERRICHTSEINHEIT „WIR SUCHEN FRIEDEN: SCHALOM ALS BILD DER BIBEL“ NACH KRITIKPUNKTEN VON HORST KLAUS BERG BETRACHTET: Anwendung der religionspädagogischen Kritikpunkte von H.K. Berg auf das konkrete Unterrichtsbeispiel.

4.1 DER BIBEL WIRD DAS «LETZTE WORT« ZUGETEILT: Untersuchung des problematischen Einsatzes der Bibel erst am Ende einer Unterrichtseinheit.

4.2. ERFAHRUNGEN DER KINDER WERDEN ALS «SPRUNGBRETTMETHODE« GENUTZT: Analyse der Gefahr, dass kindliche Erfahrungen nur instrumentell zur Motivation für biblische Themen missbraucht werden.

4.3 SELBSTVERSTÄNDLICHER GEBRAUCH DER BIBEL: Kritik an der fehlenden Begründung für den Einsatz der Bibel und deren unreflektierter Einbindung.

4.4 DIE BENUTZUNG BIBLISCHER GESTALTEN ALS VORBILDER FÜR GLAUBEN UND LEBEN: Diskussion der Identifikationsmöglichkeiten von Kindern mit biblischen Gestalten.

4.5 UNREFLEKTIERT NORMATIVER GEBRAUCH DER BIBEL: Beleuchtung der Schwierigkeiten beim unkommentierten Einsatz komplexer Bibeltexte.

4.6 WAS KÖNNEN BIBLISCHE TEXTE IN THEMATISCHEN EINHEITEN BEWIRKEN?: Aufzeigen von Möglichkeiten, Bibeltexte als echte Deutungsangebote für das Leben zu nutzen.

5. FAZIT: Zusammenfassendes Plädoyer für einen sensiblen Umgang mit der Bibel, der Raum für offene Prozesse und Reflexion lässt.

Schlüsselwörter

Religionspädagogik, Grundschule, Bibel, Schalom, Unterrichtseinheit, Sprungbrettmethode, ganzheitliche Erschließung, Horst Klaus Berg, Friedenserziehung, biblische Didaktik, Handreichungen, normative Autorität, Reflexion, Lebensnähe, Schülerorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Einsatz der Bibel im Grundschulunterricht am Beispiel der Handreichungen „Schalom als Bild der Bibel“ und bewertet diesen kritisch aus religionspädagogischer Sicht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Themen sind die didaktische Verknüpfung von biblischer Tradition und kindlicher Lebenswelt, die methodische Gestaltung von Religionsunterricht sowie die Vermeidung klassischer didaktischer Fehler.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie biblische Inhalte und die subjektiven Erfahrungen der Kinder sinnvoll miteinander verbunden werden können, statt diese in ein unreflektiertes "Entweder-oder" zu zwingen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die kritischen Ansätze der Bibeldidaktik nach Horst Klaus Berg, um die geplante Unterrichtseinheit auf ihre hermeneutische und didaktische Qualität hin zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird der konkrete Aufbau der Friedenseinheit analysiert und anhand spezifischer Kritikpunkte, wie der „Sprungbrettmethode“ oder dem „letzten Wort“ der Bibel, kritisch hinterfragt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bibeldidaktik, Friedenserziehung, ganzheitliche Erschließung, Schülerorientierung und hermeneutischer Unterricht.

Welche Rolle spielt das „Basteln“ in der untersuchten Einheit?

Die Autorin kritisiert, dass das Basteln zu einem Selbstzweck verkommt, der die Kinder vereinzelt, anstatt die biblischen Inhalte tiefgreifend zu erschließen.

Warum ist der Einsatz der Bibel erst am Ende der Unterrichtsreihe problematisch?

Laut der Arbeit führt dies zu einer unreflektierten Normativität, da die Kinder keine Möglichkeit haben, sich kritisch mit den biblischen Texten auseinanderzusetzen und diese auf ihr eigenes Leben zu beziehen.

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Details

Title
Wie sinnvoll ist der Einsatz der Bibel im Grundschulunterricht - am Beispiel der Handreichungen 'Schalom als Bild der Bibel'
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für evangelische Theologie)
Grade
Sehr gut
Author
Silke Mühl (Author)
Publication Year
2002
Pages
12
Catalog Number
V10395
ISBN (eBook)
9783638168311
Language
German
Tags
Klaus Bergs Kritik Handreichungen Bibeldidaktik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silke Mühl (Author), 2002, Wie sinnvoll ist der Einsatz der Bibel im Grundschulunterricht - am Beispiel der Handreichungen 'Schalom als Bild der Bibel', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10395
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