„Früher war alles besser!“
Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört? Völlig gleichgültig wie alt der Absender dieses Satzes ist, er scheint immer zu stimmen. Ursprünglich verbinden wir mit solchen Aussagen evtl. unsere Großeltern, die, ob ihrer Lebenserfahrung ganze Gesellschaftssysteme miteinander vergleichen können. Doch ertappen wir uns nicht selbst auch dabei? Hat nicht jüngst sogar meine 5jährige Tochter gesagt: „Als es noch die Mark gab, war alles besser.... jetzt ist das Eis so teuer!“
Und nun im Besonderen auf das Thema Grundschule und Kindheit heute fokussiert: „Früher hat es das alles nicht gegeben!“ –Nie gab es so viele hyperaktive Kinder, von Kindern mit ADS hatte man sowieso nicht gehört. Aggression und Gewalt in der Schule? Unkonzentriertheit? Aber auch Kindesmisshandlung, - missbrauch..... gab es nicht! Die Eltern versagen, die Institution Schule versagt, die Gesellschaft versagt......??? In dieser Hausarbeit möchte ich die jeweiligen Aspekte einer veränderten Kindheit im Jahr 2002 :
o Kinder und Medien
o Kinder und Konsum
o Spiel- und Freizeitverhalten
o Familienstruktur/Familienbegriff
o Multikulturelle Gesellschaft
o Erziehungsnormen und soziales Verhalten
o Lern- und Arbeitsverhalten
o Bedrohte Kindheit/Kinder als Hoffnungsträger
näher durchleuchten. Die einzelnen Aspekte werde ich bezüglich meiner eigenen Wahrnehmung,, der Wissenschaft und dessen was uns der Rahmenplan Grundschule dazu sagt, bearbeiten.
Besonders auffällig ist, dass die Wissenschaft sich häufig an negativen Veränderungen von Kindern orientiert, und sowohl die Stärken der Kinder als auch die Vorteile der veränderten Gesellschaft und der heutigen Einflüsse ins Abseits rückt. Zudem scheint es problematisch Kindheit verallgemeinern zu wollen, da jedes Kind individuell verschieden und einzigartig ist.
In der Reflexion, bzgl. dessen was die Grundschule tun kann, werde ich versuchen Möglichkeiten und Ideen aufzuzeigen, wie man mit den verschiedenen Aspekten von veränderter Kindheit und deren Auswirkungen umgehen kann. Da diese Möglichkeiten sehr weitreichend sind, stelle ich nur einige Grundgedanken und –ideen zusammen. Zudem wird noch kurz auf die recht provokante Eingangsthese eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ASPEKTE VERÄNDERTER KINDHEIT
2.1. KINDER UND MEDIEN
2.2. KINDER UND KONSUM
2.3. SPIEL- UND FREIZEITVERHALTEN
2.4. FAMILIENSTRUKTUR/FAMILIENBEGRIFF
2.5. MULTIKULTURELLE GESELLSCHAFT
2.6. ERZIEHUNGSNORMEN UND SOZIALES VERHALTEN
2.7. LERN- UND ARBEITSVERHALTEN
2.8. BEDROHTE KINDHEIT – KINDER ALS HOFFNUNGSTRÄGER
3. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die anthropologisch-psychologischen und sozio-kulturellen Voraussetzungen des modernen Grundschulunterrichts im Kontext einer sich wandelnden Kindheit. Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Grundschullehrkräfte mit den Herausforderungen dieser Veränderungen umgehen können, um den Kindern gerecht zu werden.
- Einfluss von Medienkonsum und veränderten Spielgewohnheiten auf die kindliche Entwicklung.
- Herausforderungen durch Konsumdruck und heterogene Familienstrukturen.
- Förderung sozialen Verhaltens und interkultureller Kompetenz im Klassenzimmer.
- Anpassung von Unterrichtsformen zur Bewältigung von Konzentrations- und Ausdauerproblemen.
- Die Rolle der Grundschule als pädagogischer Schutzraum angesichts einer zunehmend als bedrohlich wahrgenommenen Umwelt.
Auszug aus dem Buch
2.1. Kinder und Medien
Kinder in der heutigen Zeit verbringen einen großen Anteil ihrer Zeit/Freizeit mit der Nutzung von Medien. „Medien wie Fernseher, Computer, Printmedien, Walkman, Kassettenrecorder, Internet, Telefon etc. sind im Leben von Kindern ein wichtiger Faktor geworden“1
Einerseits scheint dieses Medium, und da ist man sich landläufig einig, unbedingt notwendig, um einmal einen guten Beruf zu erlernen, um Karriere zu machen, um weiterzukommen. Von daher ist der Umgang zur wissenschaftlichen Nutzung mit dem Computer gewünscht. Die Kinder sollen darauf eingestimmt werden, sollen den Umgang mit Lernsoftware etc. lernen.
Andererseits nutzen die Kinder den Computer selbstverständlich auch zu ihrer Freizeitgestaltung, Computerspiele etc. sind sehr beliebt und viele Kinder verbringen einen Großteil ihres Tages vor der Mattscheibe. Die These der sozialen Verarmung, weil man keine Kontakte mehr mit „wirklichen“ Kindern habe drängt sich auf.
„Oft ist die Freizeit von Kindern durch die Nutzung von Medien bestimmt Sie helfen bei Langeweile und Isolation, sorgen für Unterhaltung und sind fast immer verfügbar“.2 „Durch diese Verfügbarkeit sind Kinder weniger auf andere Kinder als Spielpartner bzw. auf eine eigene Spielinitiative angewiesen“.3
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung thematisiert den Wandel der Kindheit aus subjektiver und gesellschaftlicher Sicht und führt die zu untersuchenden Aspekte ein.
2. ASPEKTE VERÄNDERTER KINDHEIT: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Einflussfaktoren auf die kindliche Lebenswelt, wie Medien, Konsum, Spielverhalten, Familienstrukturen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
2.1. KINDER UND MEDIEN: Der Abschnitt diskutiert die Rolle der Medien als Lernwerkzeug und Unterhaltungsmedium sowie deren potenzielle Auswirkungen auf das Sozialverhalten.
2.2. KINDER UND KONSUM: Hier wird der Umgang von Kindern mit Konsumgütern und der Einfluss von Werbung auf die kindliche Identitätsbildung reflektiert.
2.3. SPIEL- UND FREIZEITVERHALTEN: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel von der „Straßen-“ zur „Innenraumkindheit“ und dessen pädagogische Implikationen.
2.4. FAMILIENSTRUKTUR/FAMILIENBEGRIFF: Es wird analysiert, wie vielfältige Familienkonstellationen den Schulalltag und die erzieherische Arbeit beeinflussen.
2.5. MULTIKULTURELLE GESELLSCHAFT: Dieses Kapitel thematisiert die Anforderungen an die Grundschule durch ethnische und kulturelle Pluralisierung.
2.6. ERZIEHUNGSNORMEN UND SOZIALES VERHALTEN: Hier stehen Veränderungen in Werten, Selbstständigkeit und der Umgang mit Konflikten in der Schule im Fokus.
2.7. LERN- UND ARBEITSVERHALTEN: Der Abschnitt diskutiert Konzentrationsschwierigkeiten und Ansätze wie die Rhythmisierung des Unterrichts zur Förderung der Lernfähigkeit.
2.8. BEDROHTE KINDHEIT – KINDER ALS HOFFNUNGSTRÄGER: Dieses Kapitel behandelt den Schutzauftrag der Schule gegenüber Umweltbedrohungen und Kriminalität sowie die Stärkung der Resilienz.
3. FAZIT: Das Fazit resümiert, dass Heterogenität in der Klasse als Bereicherung begriffen werden sollte und ein individueller, pädagogisch abgestimmter Unterricht notwendig ist.
Schlüsselwörter
Grundschulpädagogik, Kindheit, Medienkonsum, Konsumverhalten, Familienstruktur, Multikulturelle Gesellschaft, Erziehungsnormen, Sozialverhalten, Lernverhalten, Unterrichtsrhythmisierung, Heterogenität, Pädagogischer Rahmenplan, Kindesentwicklung, Schulkultur, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die veränderten anthropologischen, psychologischen und sozio-kulturellen Voraussetzungen von Kindheit im Jahr 2002 und deren Auswirkungen auf den Grundschulunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Mediennutzung, Konsumverhalten, verändertes Spielverhalten, Familienkonstellationen, Multikulturalität, soziales Verhalten, Lern- und Arbeitsverhalten sowie den Schutz der Kinder in einer komplexen Umwelt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Grundschullehrer auf die Veränderungen der Kindheit reagieren und pädagogische Konzepte entwickeln können, die den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin kombiniert eine literaturgestützte Analyse der Rahmenpläne für die Grundschule mit persönlichen Beobachtungen und Reflexionen, um pädagogische Handlungsoptionen abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist in acht spezifische Teilkapitel untergliedert, die jeweils einen Aspekt der veränderten Kindheit darstellen und diesen mit den Anforderungen an den Unterricht sowie den Vorgaben des Rahmenplans verknüpfen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Grundschulpädagogik, Kindheit, Heterogenität, Medienkompetenz, Sozialisation und individuelle Förderung.
Wie bewertet die Autorin den "offenen Unterricht" bei ADHS?
Die Autorin kritisiert, dass offener Unterricht und mangelnde Struktur für hyperaktive Kinder oft eine Überforderung darstellen und eine Rückkehr zu klareren Strukturen oder festeren Abläufen für diese Kinder hilfreicher sein könnte.
Wie geht die Grundschule laut Autorin mit dem Familienbegriff um?
Die Schule soll alle Familienformen neutral akzeptieren, Vorurteile abbauen und sensibel auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen, ohne dabei in ein "Kreuzverhör" zu geraten.
- Quote paper
- Silke Mühl (Author), 2002, Aspekte einer veränderten Kindheit - Veränderte Grundschule - zu den anthropologisch-psychologischen und sozio-kulturellen Voraussetzungen des Grundschulunterrichts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10396