Inwiefern ist die Inklusion ein Thema für die interkulturelle Pädagogik? Es handelt sich hierbei um eine Studie über Bezugsmöglichkeiten vonseiten der interkulturellen Pädagogik hinsichtlich des Inklusionsdiskurses.
Das Ziel der Arbeit besteht darin, diese Kernfrage als Untersuchungsgegenstand im Laufe dieser Arbeit zu revidieren und im Rahmen dessen zu beantworten. Das Anliegen dieser Arbeit besteht darin, ein Vergleich beider Diskurse herzustellen, da in der deutschsprachigen Erziehungswissenschaft und in der deutschen Bildungspolitik beide Begriffe zwar koexistieren, jedoch kaum in der Literatur in einem gemeinsamen Kontext thematisiert werden.
Da beide Begriffe unterschiedlich definiert und kaum respektive selten vonseiten der deutschsprachigen Erziehungswissenschaft und der deutschen Bildungspolitik in der Literatur miteinander verglichen werden und darauf geschaut wird, inwiefern man die Inklusion thematisch zur Interkulturellen Pädagogik zuordnen kann, wird mit dieser Arbeit ein Diskussionsbeitrag geleistet und diesbezüglich untersucht, ob und inwiefern Gemeinsamkeiten und Differenzen beider Diskurse vorliegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Fragestellung
1.3 Thematischer Umriss der Arbeit
2. Interkulturelle Pädagogik
2.1 Begriffserklärung: Interkulturelle Pädagogik
2.2 Ausländerpädagogik
2.3 Der Paradigmenwechsel: Von Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik
2.3.1 Historischer Kontext
2.3.2 Ein Vergleich der paradigmatischen Ansätze
2.4 Ziele
2.5 Kritische Gesichtspunkte
3. Rassismus
3.1 Begriffsgeschichtliche Hintergründe
3.2 Begriffserklärung: Rassismus
3.3 Ebenen von Rassismus
3.3.1 Individueller Rassismus
3.3.2 Institutioneller Rassismus
3.3.3 Kultureller Rassismus
4. Bildungsbenachteiligung und Diskriminierung
4.1 Begriffsgeschichtliche Hintergründe
4.2 Bildungsbenachteiligung
4.3 Diskriminierung
4.4 Institutionelle Diskriminierung
4.5 Intersektionalität
5. Inklusion
5.1 Begriffserklärung: Inklusion
5.2 Inklusion im historischen Kontext
5.3 Ziele
5.4 Legitimität: Inklusion
6. Interkulturelle Pädagogik und Inklusion
6.1 Gemeinsamkeiten
6.2 Differenzen
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Interkulturellen Pädagogik und dem Inklusionsdiskurs, um zu klären, inwieweit Inklusion als relevantes Thema innerhalb der Interkulturellen Pädagogik verstanden werden kann. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Differenzen beider Diskurse im Hinblick auf ihre pädagogischen Ansätze und Zielsetzungen herauszuarbeiten und so einen Beitrag zur erziehungswissenschaftlichen Diskussion zu leisten.
- Vergleichende Analyse der Konzepte Interkulturelle Pädagogik und Inklusion
- Untersuchung von Rassismus und Bildungsbenachteiligung als zentrale Herausforderungen
- Darstellung der historischen Entwicklung und paradigmatischen Wechsel
- Analyse institutioneller Diskriminierung im deutschen Schulsystem
- Reflexion über Diversität, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Ein Vergleich der paradigmatischen Ansätze
Die Ausländerpädagogik und die Interkulturelle Pädagogik geben grundlegende pädagogische Reaktionen auf migrationsgesellschaftliche Unterschiede wieder und umfassen als Bezeichnung für Prinzipien, die in bestimmten historischen Perioden und in bestimmten politischen Kontexten herrschend sind, eine Vielzahl von Handlungsansätzen, theoretischen Referenzen und Selbstverständnissen (vgl. Mecheril 2010, S. 60). In dem Lehrbuch „Migrationspädagogik“ werden die Unterschiede der paradigmatischen Ansätze „Ausländerpädagogik“ und „Interkulturelle Pädagogik“ tabellarisch aufgezeigt. Mecheril markiert Merkmale beider Paradigmen (Siehe Tabelle 1): Die Ausländerpädagogik richtet sich an die Zielgruppe „Ausländer“ und auf deren Pass/Herkunft (Nationalitäten), während die Interkulturelle Pädagogik nicht auf „spezifische Andere“ Bezug nimmt, sondern rückt die Unterscheidung aller Menschen und deren Kulturen in den Vordergrund.
Die Ausländerpädagogik beurteilt die „Anderen“ nach ihren (Sprach-)Fertigkeiten, während bei der Interkulturellen Pädagogik hingegen die Akzeptanz des Unterschieds zwischen den kulturellen Identitäten von Wichtigkeit ist. Die Ausländerpädagogik basiert auf einer Defizitperspektive und die „Anderen“ werden an die deutsche Kultur assimiliert bzw. müssen sich angleichen. Im Gegensatz dazu erkennt die Interkulturelle Pädagogik die Differenz der Migrantinnen und Migranten an und trifft für dessen Anerkennung ein. Die Kultur der Zugewanderten und ihrer Kinder werden bei der Ausländerpädagogik als defizitär und lediglich bei der Interkulturellen Pädagogik different zur Kultur der „Einheimischen“ betrachtet (vgl. Nohl 2014, S. 9).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz des Themas im Kontext von Interkultureller Pädagogik und Inklusion sowie die zentralen Fragestellungen der Untersuchung.
2. Interkulturelle Pädagogik: Dieses Kapitel definiert die Interkulturelle Pädagogik, grenzt sie von der Ausländerpädagogik ab und beleuchtet den historischen Paradigmenwechsel.
3. Rassismus: Hier werden die begriffsgeschichtlichen Hintergründe und Ebenen des Rassismus, insbesondere im Hinblick auf den schulischen Kontext, dargelegt.
4. Bildungsbenachteiligung und Diskriminierung: Dieses Kapitel analysiert Ursachen und Formen von Bildungsbenachteiligung sowie Diskriminierung und deren strukturelle Verankerung im Bildungssystem.
5. Inklusion: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung des Inklusionsbegriffs, seiner historischen Wurzeln, Ziele und seiner Legitimität in der Bildungspolitik.
6. Interkulturelle Pädagogik und Inklusion: Das Hauptkapitel untersucht Gemeinsamkeiten und Differenzen beider Diskurse und prüft, inwiefern sie sich wechselseitig ergänzen oder abgrenzen.
7. Fazit und Ausblick: Dieses Kapitel resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und zieht ein abschließendes Fazit zur Integration von Inklusionsaspekten in die Interkulturelle Pädagogik.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Pädagogik, Inklusion, Ausländerpädagogik, Rassismus, Diskriminierung, Bildungsbenachteiligung, Migration, Diversität, Intersektionalität, Schulentwicklung, soziale Gerechtigkeit, Teilhabe, institutionelle Diskriminierung, Migrationspädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis und mögliche Bezugsmöglichkeiten zwischen der Interkulturellen Pädagogik und dem Inklusionsdiskurs in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Interkulturelle Pädagogik, Inklusion, Rassismus, Diskriminierungsformen und Bildungsbenachteiligung im Schulsystem.
Welche Forschungsfrage steht im Mittelpunkt?
Die zentrale Kernfrage lautet: „Inwiefern ist die Inklusion ein Thema für die Interkulturelle Pädagogik?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und dem Vergleich pädagogischer Paradigmen, um Gemeinsamkeiten und Differenzen herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Interkulturellen Pädagogik und Inklusion sowie Analysen zu Rassismus, Diskriminierung und Bildungsbenachteiligung, um die Kernfrage fundiert zu beantworten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Neben den Hauptthemen wie Interkulturelle Pädagogik und Inklusion sind dies Begriffe wie institutionelle Diskriminierung, Rassismuskritik und Diversität.
Warum war ein Vergleich der Begriffe notwendig?
Da beide Begriffe in der deutschen Bildungslandschaft koexistieren, jedoch selten in einem gemeinsamen Kontext wissenschaftlich verglichen werden, liefert die Arbeit einen wichtigen Diskussionsbeitrag.
Welches Fazit zieht der Autor zur Kernfrage?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Inklusion ein Teilthema der Interkulturellen Pädagogik ist, jedoch aufgrund unterschiedlicher Entstehungsgeschichten und Definitionsunsicherheiten nur partiell umfassend integriert ist.
- Arbeit zitieren
- Mert Ceker (Autor:in), 2021, Interkulturelle Pädagogik und Inklusion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1039815