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Die "Theorie der Bildung des Menschen" von Wilhelm von Humboldt und seine Gültigkeit in der Kontroll- und Wissensgesellschaft

Title: Die "Theorie der Bildung des Menschen" von Wilhelm von Humboldt und seine Gültigkeit in der Kontroll- und Wissensgesellschaft

Bachelor Thesis , 2010 , 20 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Andrea Böck (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Ist Humboldts "Theorie der Bildung des Menschen" in der Kontroll- und Wissensgesellschaft noch gültig oder ist sie obsolet geworden? Diese Frage versuche ich in der vorliegenden Arbeit zu beantworten. Dabei gehe ich von Wilhelm von Humboldts neuhumanistischer Theorie aus, beschreibe den Übergang von der Disziplinar- zur Kontrollgesellschaft und beleuchte die Merkmale der Wissensgesellschaft.

Das Subjekt der Wissensgesellschaft wird in den Blick genommen, Information und Wissen begrifflich getrennt, Bildung in der Wissensgesellschaft definiert und der Zusammenhang von Wissen und Macht in der Wissens- und Kontrollgesellschaft thematisiert. Schließlich wird die formale der materialen Auffassung von Bildung, die Identitätsbildung der Bildung ohne Identität und die Vielperspektivität der Reduktion auf Ökonomie gegenübergestellt, um eine mögliche Antwort auf die oben gestellte Frage zu geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Wilhelm von Humboldts Theorie der Bildung des Menschen

2 Kontrollgesellschaften

3 Die Wissensgesellschaft

4 Die Gültigkeit der „Theorie der Bildung des Menschen“ in der Kontroll- und Wissensgesellschaft

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die heutige Relevanz von Wilhelm von Humboldts bildungstheoretischem Fragment „Theorie der Bildung des Menschen“ unter den Bedingungen der modernen Kontroll- und Wissensgesellschaft. Dabei wird analysiert, inwieweit die humboldtschen Ideale der allgemeinen Menschenbildung durch ökonomische Verwertungsinteressen und gesellschaftliche Transformationsprozesse verdrängt oder in ihrer Bestimmung grundlegend transformiert werden.

  • Die humboldtsche Bildungstheorie und ihre historische Einordnung im Neuhumanismus
  • Charakteristika der Kontrollgesellschaft in Abgrenzung zur Disziplinargesellschaft nach Foucault
  • Strukturen und Subjektverständnis in der Wissensgesellschaft
  • Die Spannung zwischen formaler Bildung und ökonomisch orientierter Kompetenzentwicklung
  • Bildungswissenschaft als Instanz zur Aufdeckung von Machtstrukturen und Ökonomisierungszwängen

Auszug aus dem Buch

2.1. Von der Disziplinar- zur Kontrollgesellschaft

„Die Einschließungen sind unterschiedliche Formen (Hervorh. im Original), Gußformen (sic!), die Kontrollen jedoch sind eine Modulation (Hervorh. im Original), sie gleichen einer sich selbst verformenden Gußform (sic!), die sich von einem Moment zum anderen verändert, oder einem Sieb, dessen Maschen von einem Punkt zum anderen variieren.“ (Deleuze 1993, S. 256)

Gilles Deleuze beschreibt Kontrollgesellschaften in Abgrenzung zu Michel Foucaults aufgezeigten Disziplinargesellschaften, welcher dieser dem 18. und 19. Jahrhundert zuschreibt und ihren Höhepunkt im 20. Jahrhundert ausmacht. Disziplinargesellschaften funktionieren im Wesentlichen über so genannte Einschließungsmilieus, welche die Funktion haben, das Individuum zu disziplinieren und unterzuordnen. So kommt ein Mensch in der Disziplinargesellschaft von der Familie in die Schule, vielleicht in die Kaserne, in die Fabrik, wenn nötig in die Klinik und manchmal sogar ins Gefängnis (vgl. Deleuze, 1993, S 254), d.h. die Disziplinarmacht ist eng mit Institutionen und Orten verbunden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Wilhelm von Humboldts Theorie der Bildung des Menschen: Dieses Kapitel führt in Humboldts Bildungsideal ein, erläutert den Kontext des Neuhumanismus und legt die Bedeutung der „Theorie der Bildung des Menschen“ als Grundpfeiler der Arbeit dar.

2 Kontrollgesellschaften: Hier wird der Übergang von der Disziplinargesellschaft hin zur Kontrollgesellschaft nach Gilles Deleuze analysiert, wobei der Fokus auf veränderten Machtmechanismen und der Selbststeuerung des Individuums liegt.

3 Die Wissensgesellschaft: Das Kapitel beleuchtet die Merkmale der modernen Wissensgesellschaft, den Wandel vom Begriff der Bildung hin zu Kompetenzen sowie die Rolle des Subjekts im Netzwerk der ökonomischen Verwertung.

4 Die Gültigkeit der „Theorie der Bildung des Menschen“ in der Kontroll- und Wissensgesellschaft: Den Abschluss bildet eine kritische Reflexion, ob und wie Humboldts Ideen in einer ökonomisierten Welt, in der Bildung zunehmend als Humankapital verstanden wird, noch Bestand haben können.

Schlüsselwörter

Wilhelm von Humboldt, Theorie der Bildung des Menschen, Kontrollgesellschaft, Wissensgesellschaft, Neuhumanismus, Bildung, Selbstbildung, Kompetenz, Ökonomisierung, Humankapital, Disziplinargesellschaft, Macht, Subjekt, Identitätsbildung, Wissen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die theoretische und praktische Anwendbarkeit von Humboldts „Theorie der Bildung des Menschen“ innerhalb der heutigen, von Ökonomisierung geprägten Kontroll- und Wissensgesellschaft.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Bildungsphilosophie Humboldts, die Machttheorien der Kontrollgesellschaft nach Deleuze und Foucault sowie die gesellschaftlichen Anforderungen der modernen Wissensökonomie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Hauptziel ist zu klären, ob Humboldts Bildungsideale unter den Bedingungen heutiger ökonomischer Zwänge noch gültig sind oder ob sie durch eine bloße Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt ersetzt wurden.

Welche wissenschaftlichen Methoden verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine bildungstheoretische und gesellschaftskritische Analyse, basierend auf Literaturstudien und der komparativen Gegenüberstellung klassischer Bildungstheorien mit modernen soziologischen Gesellschaftsanalysen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die historischen Grundlagen der humboldtschen Bildungstheorie, die Funktionsweisen der Kontrollgesellschaft und die Strukturen der Wissensgesellschaft sowie deren Einfluss auf Bildungsprozesse detailliert analysiert.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Selbstbildung, Kontrollgesellschaft, Humankapital, Wissensgesellschaft, Macht und die Dialektik von Entfremdung und Rückkehr bestimmt.

Wie unterscheidet sich der Bildungsbegriff bei Humboldt von dem der Wissensgesellschaft?

Während Humboldt Bildung als Selbstzweck und freien Entwicklungsprozess der menschlichen Kräfte begreift, wird Bildung in der Wissensgesellschaft primär als funktionale Qualifizierung für den Markt instrumentalisiert.

Welche Rolle spielt die „Ich-AG“ im Kontext dieser Arbeit?

Das Konzept der „Ich-AG“ wird als Ausdruck der unternehmerischen Selbststeuerung des Individuums in der Kontrollgesellschaft angeführt, bei der das Subjekt gezwungen ist, sich zur Verbesserung der eigenen Marktchancen permanent selbst zu optimieren.

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Details

Title
Die "Theorie der Bildung des Menschen" von Wilhelm von Humboldt und seine Gültigkeit in der Kontroll- und Wissensgesellschaft
College
University of Vienna  (Bildungswissenschaft)
Grade
Sehr gut
Author
Andrea Böck (Author)
Publication Year
2010
Pages
20
Catalog Number
V1039826
ISBN (eBook)
9783346456649
ISBN (Book)
9783346456656
Language
German
Tags
Humboldt Kontrollgesellschaft Wissensgesellschaft Humanismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Böck (Author), 2010, Die "Theorie der Bildung des Menschen" von Wilhelm von Humboldt und seine Gültigkeit in der Kontroll- und Wissensgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1039826
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