In dieser Seminararbeit werde ich versuchen, herauszuarbeiten, ob die Grundannahmen der geschichtlich gewordenen didaktischen Theorien, wie sie Stefan Hopmann in seinem Aufsatz „Restrained Teaching. The common core of Didaktik” (2007) darlegt, einem konstruktivistischen Verständnis von Didaktik entgegenkommen oder ob diese Grundannahmen in der konstruktivistischen Didaktik obsolet geworden sind.
Mit Humboldts Fragment „Theorie der Bildung des Menschen“ werde ich versuchen, den Bildungsbegriff zu beleuchten, um ihn einer konstruktivistischen Bildungsidee gegenüberzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Didaktik und Bildung
2. Konstruktivismus
3. Didaktik und Bildung im Konstruktivismus
4. Gemeinsamkeiten, Gegensätze und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen traditionellen didaktischen Grundannahmen und einem konstruktivistischen Verständnis von Lehren und Lernen, um zu klären, ob klassische Konzepte in einer konstruktivistischen Didaktik weiterhin Bestand haben oder als obsolet zu betrachten sind.
- Analyse des Begriffs der Didaktik und historisch gewachsener Theorien
- Gegenüberstellung von Humboldts Bildungskonzept und konstruktivistischen Ansätzen
- Untersuchung der Rolle von Lehrerautonomie und Schülerautonomie
- Reflexion der Wissensübertragung und Bedeutungskonstruktion
- Kritische Diskussion der Anschlussfähigkeit traditioneller Didaktik an den Konstruktivismus
Auszug aus dem Buch
4 Gemeinsamkeiten, Gegensätze und Ausblick
Im Folgenden werde ich drei der oben genannten Grundannahmen jeder Didaktik, wie sie Hopmann herausgearbeitet hat dahin gehend untersuchen, ob diese einer konstruktivistischen Didaktik immanent sind oder nicht. Ich beziehe mich dabei vor allem auf die Seiten 2 - 4 dieser Arbeit (Auflistung 1. – 5., sowie Auflistung a., b., c.).
Durch Zurückhaltung des Lehrers/der Lehrerin soll dem Schüler/der Schülerin Raum zur eigenen Entfaltung gegeben werden. Der Lehrer/die Lehrerin beherrscht den Inhalt, der Schüler/die Schülerin schafft Bedeutung.
Diese Forderung ist ein Kernpunkt (fast) jeder Didaktik, wie Hopmann in seinem Aufsatz aufzeigt. Auch in der konstruktivistischen Didaktik ist dieser Aspekt vorhanden. Diese geht davon aus, dass beim Lernen die subjektive Welt des Lernenden mit Wissensbeständen in Beziehung gesetzt wird. Daher kann der Lehrer/die Lehrerin „nur“ ein Sachwissen anbieten, von dem der/die Lernende Gebrauch machen kann oder eben nicht. Die Lehrperson vermittelt zwischen Sachwissen und Erfahrungswissen. (Siebert 2008, 139) Die Lehrenden haben aus konstruktivistischer Sicht vor allem eine anregende Lernsituation zu arrangieren. Reich stellt drei Anforderungen an die heutige Didaktik: sie solle pragmatisch, konstruktiv und systemisch sein. Konstruktiv bedeutet, dass der Lehrende eher passiv, der Lernende eher aktiv agiert. Lehrende seien nicht mehr jene Autoritäten, die ein sicheres Wissen für alle Zeiten vorgeben können. Das Ziel der konstruktivistischen Didaktik ist die Aneignung von Wissen, die Handlungskompetenzen unterstützt. Erfahrungslernen und soziales Lernen wird aufgewertet. Arnold spricht von Ermöglichungsdidaktik, die didaktische Interventionen der Lehrpersonen nicht ausschließen. Didaktik wird in diesem Sinne definiert „als die Kunst, zwischen den Erfahrungen zu gehen“ (Arnold 2007a, zit. n. Siebert 2008, 135).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Didaktik und Bildung: Einführung in das Begriffsverständnis von Didaktik und Bildung sowie Darstellung historischer Phasen und Merkmale traditioneller didaktischer Theorien nach Hopmann.
2. Konstruktivismus: Erläuterung der erkenntnistheoretischen Grundlagen des Konstruktivismus, insbesondere der subjektiven Wirklichkeitskonstruktion und des Begriffs der Viabilität.
3. Didaktik und Bildung im Konstruktivismus: Diskussion der Transformation pädagogischer Ansätze unter konstruktivistischen Prämissen und die Verschiebung von Bildungszielen in der Postmoderne.
4. Gemeinsamkeiten, Gegensätze und Ausblick: Kritische Untersuchung, inwieweit klassische didaktische Grundannahmen an konstruktivistische Theorien anschlussfähig sind und welche Rolle die Autonomie der Akteure dabei spielt.
Schlüsselwörter
Konstruktivistische Didaktik, Stefan Hopmann, Wilhelm von Humboldt, Bildung, Wirklichkeitskonstruktion, Viabilität, Autonomie, Lehren und Lernen, Wissensvermittlung, Interaktion, Postmoderne, Erfahrungslernen, Ermöglichungsdidaktik, Subjektivität, Autopoiese.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen traditionellen didaktischen Theorien und der konstruktivistischen Didaktik, um festzustellen, ob klassische Grundannahmen in diesem Kontext noch relevant sind oder als obsolet gelten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind der Bildungsbegriff nach Humboldt, das didaktische Begriffsverständnis nach Stefan Hopmann, die erkenntnistheoretischen Grundlagen des Konstruktivismus sowie die Rolle der Autonomie von Lehrenden und Lernenden.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Anschlussfähigkeit traditioneller didaktischer Theorien an das konstruktivistische Verständnis von Didaktik zu prüfen und Gemeinsamkeiten sowie Differenzen herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung und Literaturanalyse, in der existierende Konzepte (insb. Hopmann, Humboldt, Konstruktivisten) gegenübergestellt und theoretisch reflektiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen (Didaktik, Bildung, Konstruktivismus), deren Verknüpfung im pädagogischen Kontext und eine abschließende Untersuchung spezifischer didaktischer Grundannahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Konstruktivistische Didaktik, Bildung, Wirklichkeitskonstruktion, Autonomie und Lehren beschreiben.
Warum spielt das Bildungskonzept von Humboldt eine so zentrale Rolle?
Humboldt dient als Referenzpunkt für ein klassisches Bildungsverständnis, das der Autorin zur Gegenüberstellung mit modernen konstruktivistischen Bildungsideen als erkenntnisreicher Vergleichsmaßstab dient.
Wie verändert der Konstruktivismus die Rolle der Lehrperson?
Der Konstruktivismus wandelt die Rolle von der autoritären Wissensvermittlung hin zu einer eher passiven, moderierenden Position, die Lernumgebungen anregt und den Lernenden als eigenständigen Konstrukteur seiner Wirklichkeit begreift.
Was bedeutet der Begriff „Viabilität“ im pädagogischen Kontext?
Viabilität bezeichnet die subjektive Gangbarkeit oder Nützlichkeit von Wissen und Modellen für das Individuum in seiner jeweiligen Umwelt, anstatt nach einer objektiven Wahrheit zu suchen.
- Arbeit zitieren
- BA MA Andrea Böck (Autor:in), 2012, Konstruktivistische Didaktik. Sind die Kernaussagen der Didaktik in einer konstruktivistischen Didaktik obsolet geworden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1039842