Im Verlauf dieser Hausarbeit soll unter anderem dargestellt werden, wie sich das Bild von Menschen mit Behinderung in der Bundesrepublik Deutschland in der Gesellschaft sowie auf gesetzlicher Ebene gewandelt hat. Es soll ebenfalls auf die Änderungen der Arbeitssituation für diese Menschen in den letzten 120 Jahren eingegangen werden.
Zu Beginn findet eine Definition der Begriffe „Behinderung“ und „Arbeit“ statt. Anschließend befasst sich diese Arbeit mit dem Wandel im Umgang mit Behinderung, ausgehend von der Situation ab dem 20. Jahrhundert. Danach wird der Blick auf die Arbeitssituation während des Nationalsozialismus, der Nachkriegszeit und den Jahrhundertwechsel gerichtet.
Diese Hausarbeit bezieht sich auf den Umgang mit Menschen in der Bundesrepublik Deutschland. Die Situation in der ehemaligen DDR wurde außer Acht gelassen. Zum Abschluss dieser Arbeit erfolgt ein Resümee
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1. Behinderung
2.2. Arbeit
3. Umgang mit Behinderung im Wandel der Zeit
3.1. Behinderung im frühen 20. Jahrhundert
3.2. Behinderung in Zeiten des Nationalsozialismus
3.3. Behinderung in der Nachkriegszeit
3.4. Behinderung ab 1990
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel der Behindertenpolitik und der Arbeitssituation von Menschen mit Behinderung in der Bundesrepublik Deutschland über einen Zeitraum von 120 Jahren, um gesellschaftliche und gesetzliche Veränderungsprozesse aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung der Behindertenfürsorge vom 20. Jahrhundert bis heute.
- Analyse der Arbeitssituation von Menschen mit Behinderung in verschiedenen Epochen.
- Einfluss des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit auf den Umgang mit Behinderung.
- Gesetzliche Reformen und der Wandel hin zur Inklusion durch die UN-Behindertenrechtskonvention.
- Bedeutung von Empowerment und Selbstbestimmung in der modernen Behindertenpolitik.
Auszug aus dem Buch
3.2. Behinderung in Zeiten des Nationalsozialismus
In der Zeit nach dem Inkrafttreten des „Krüppelfürsorgegesetz“ verbreitete sich immer mehr nationalsozialistisches Gedankengut. Ursprung dieses Gedankenguts lag zum Teil an den Theorien von Charles Darwin und Gregor Mendel. Beides Wissenschaftler, die mit Hilfe ihrer Theorien auf Phänomene in der Natur aufmerksam machen wollten. Allerdings wurde ihr Ursprungsgedanke abgeändert und auf Menschen angewandt. Der sogenannte Sozialdarwinismus, der Mitte des 19. Jahrhunderts das erste Mal auf Menschen bezogen wurde, handelte davon, dass sich nur die besten Menschen fortpflanzen sollten. Minderwertige oder schwache Menschen sollten durch „natürliche“ Auslese selektiert werden. (vgl. Fornefeld 2020, S. 37–38)
Auch Gregor Mendels Vererbungsgesetze wurden auf den Menschen übertragen. Demnach fördert die Ehe und Fortpflanzung von besonders begabten Menschen über mehrere Generationen eine „Super- Rasse“ des Menschen. ( vgl. Fornefeld 2020, S. 37–38)
Diese Überlegungen legten den Grundstein für das nationalsozialistische Gedankengut, dass sich immer mehr verbreitete. Zu finden waren diese Überlegungen beispielsweise in der 1920 erschienenen Schrift von Karl Bindung und Alfred Erich Hoche (1920), die den Titel „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens“ trug.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verortet die Arbeit im rechtlichen Rahmen des Sozialstaats Deutschland, definiert das Erkenntnisinteresse und grenzt den Untersuchungsgegenstand zeitlich und räumlich ein.
2. Begriffserklärung: Dieses Kapitel liefert die notwendigen theoretischen Grundlagen durch die Definition der Begriffe Behinderung und Arbeit im Kontext des historischen Wandels.
3. Umgang mit Behinderung im Wandel der Zeit: Der Hauptteil beleuchtet die gesellschaftliche und politische Entwicklung der Behindertenfürsorge und Arbeitssituation vom frühen 20. Jahrhundert über den Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit bis hin zu den Reformen ab 1990.
4. Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse über den Wandel von Exklusion zu Inklusion zusammen und identifiziert bestehende Herausforderungen für eine gleichberechtigte Teilhabe in der heutigen Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Behinderung, Arbeit, Behindertenpolitik, Nationalsozialismus, Inklusion, Integration, UN-Behindertenrechtskonvention, Sozialdarwinismus, Teilhabe, Selbstbestimmung, Empowerment, Werkstätten, Geschichte, Sozialstaat, Lebenshilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den geschichtlichen Wandel des gesellschaftlichen und politischen Umgangs mit Menschen mit Behinderung in der Bundesrepublik Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit befasst sich schwerpunktmäßig mit der Entwicklung der Behindertenpolitik, dem Wandel von Exklusionsmechanismen zur Inklusion sowie der historischen Arbeitssituation behinderter Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich das Bild von Menschen mit Behinderung über 120 Jahre gewandelt hat und welche Auswirkungen dies auf die gesetzliche Teilhabe am Arbeitsleben hatte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse und Literaturrecherche, die auf fundierten Fachquellen der Behindertenpädagogik und Sozialpolitik basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte: das frühe 20. Jahrhundert, die Zeit des Nationalsozialismus, die Nachkriegszeit sowie die Entwicklung ab 1990 bis zur Gegenwart.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Behinderung, Inklusion, UN-Behindertenrechtskonvention, Selbstbestimmung und Teilhabe.
Warum wurde die Situation in der ehemaligen DDR von der Untersuchung ausgeschlossen?
Die Autorin hat den Fokus der Arbeit explizit auf die Bundesrepublik Deutschland gelegt, um eine fokussierte Analyse der dortigen Entwicklungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen zu gewährleisten.
Welche Bedeutung hat das „Budget für Arbeit“ für Menschen mit Behinderung?
Es soll Menschen mit Behinderung ermöglichen, ein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einzugehen, statt nur in geschützten Werkstätten tätig zu sein.
Wie hat sich die Sprache im Umgang mit behinderten Menschen über die Jahrzehnte gewandelt?
Die Arbeit zeigt einen Wandel von abwertenden Bezeichnungen wie „Krüppel“ oder „Schwachsinnige“ hin zu einem menschenrechtlich orientierten Begriff von Behinderung gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention.
Was kritisiert das Resümee am aktuellen Stand der Inklusion?
Das Fazit stellt fest, dass trotz verbesserter gesetzlicher Grundlagen weiterhin erhebliche physikalische und gesellschaftliche Barrieren bestehen und die Inklusionsbemühungen in der Praxis noch nicht konsequent umgesetzt werden.
- Arbeit zitieren
- Alina Sayed (Autor:in), 2019, Wandel der Behindertenpolitik in der Bundesrepublik Deutschland ab 1900, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040028