Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Intersektionale Perspektiven auf Behinderung und Sexualität

Titel: Intersektionale Perspektiven auf Behinderung und Sexualität

Bachelorarbeit , 2020 , 63 Seiten

Autor:in: M. Bernt (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, wie sich die Intersektion von Behinderung und Sexualität nicht-heterosexueller Orientierung gestaltet. Diese Arbeit begrenzt sich dabei auf die nicht-heterosexuellen Orientierungen homosexuell (lesbisch/schwul), bisexuell und pansexuell.

Der Betrachtung der Intersektion von Behinderung und Nicht-Heterosexualität nähert sich die vorliegende Arbeit schrittweise. In Kapitel 2 werden Sexualität, sexuelle Orientierung und Heterosexismus definiert und thematisiert, in Kapitel 3 Behinderung und Ableismus. Danach werden in Kapitel 4 die Konzepte Mehrfachdiskriminierung, Intersektionalität und Interdependenz vorgestellt. Die Disability Studies und die Queer Studies haben Theorien zu Behinderung und Sexualität hervorgebracht, die in Kapitel 5 behandelt werden. Diese Kapitel bauen ein Vorwissen auf, das für das Verständnis der Intersektion von Behinderung und Nicht-Heterosexualität benötigt wird. Kapitel 6 erläutert diese Intersektion und unterscheidet dabei zwischen Makroebene (Zusammenhang zu Macht- und Herrschaftsverhältnissen) und Mikroebene (lebensweltliche Auswirkungen auf Personen, die zugleich nicht-heterosexuell und behindert sind).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sexualität, Sexuelle Orientierung und Heterosexismus

2.1 Sexualität

2.2 Sexuelle Orientierung

2.2.1 homosexuell (lesbisch/schwul)

2.2.2 bisexuell

2.2.3 pansexuell

2.3 Heterosexismus

3 Behinderung und Ableismus

3.1 Behinderung

3.1.1 körperliche Behinderung

3.1.2 geistige Behinderung

3.1.3 psychische Behinderung

3.2 Ableismus

4 Mehrfachdiskriminierung, Intersektionalität und Interdependenz

4.1 Konzept der Mehrfachdiskriminierung

4.2 Konzept der Intersektionalität

4.3 Konzept der Interdependenz

5 Disability Studies und Queer Studies

5.1 Exkurs: Behindertenbewegung in der Bundesrepublik Deutschland

5.2 Exkurs: Diskurs und Norm

5.3 Disability Studies

5.3.1 medizinisches bzw. individuelles Modell von Behinderung

5.3.2 soziales Modell von Behinderung

5.3.3 kulturelles Modell von Behinderung

5.4 Queer Studies

5.4.1 Queer Theory

5.5 Gemeinsamkeiten der Kategorien Behinderung und Sexualität

6 Intersektion von Behinderung und Nicht-Heterosexualität

6.1 Intersektion von Behinderung und Nicht-Heterosexualität auf der Makroebene

6.1.1 Heteronormativität und Able-bodied heterosexuality

6.2 Intersektion von Behinderung und Nicht-Heterosexualität auf der Mikroebene

6.2.1 Behinderte Nicht-Heterosexualität

6.2.2 Diskriminierung in den In-Groups

6.2.3 Schaffung einer eigenen Szene

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Intersektion von Behinderung und Sexualität nicht-heterosexueller Orientierung, um die lebensweltlichen Auswirkungen und die damit verbundene Diskriminierung auf Personen, die zugleich behindert und nicht-heterosexuell sind, aufzuzeigen. Hierbei soll dargelegt werden, wie diese Kategorien durch Macht- und Herrschaftsverhältnisse sowie gesellschaftliche Normen wie Heteronormativität und Ableismus miteinander verwoben sind.

  • Analyse des Zusammenhangs von Behinderung und Nicht-Heterosexualität im Kontext von Machtverhältnissen.
  • Untersuchung lebensweltlicher Diskriminierungserfahrungen in Behinderten- und LGBTQ+-Szenen.
  • Darstellung der Modelle von Behinderung (medizinisches, soziales, kulturelles Modell) und Queer Theory.
  • Erörterung des Konzepts der Intersektionalität zur theoretischen Fundierung der Arbeit.
  • Aufzeigen der Notwendigkeit einer reflexiven Haltung innerhalb der Sozialen Arbeit.

Auszug aus dem Buch

6.2.1 Behinderte Nicht-Heterosexualität

Für die Gruppe der behinderten Menschen sollte angenommen werden, dass sie ebenso sexuell divers ist, wie die Gruppe der nicht-behinderten Menschen, da es keinen objektiven Grund gibt, weshalb dem nicht so sein sollte.

Ein Wert von ca. 10% für nicht-heterosexuell in der Gruppe der behinderten Menschen erscheint daher durchaus realistisch (vgl. Deveaux 2016). Dies würde bedeuten, dass ca. 10% der beeinträchtigten Menschen durch die lebensweltlichen Auswirkungen der Heteronormativität in ihrer Sexualität in besonderem Ausmaß behindert werden. Geistig beeinträchtigte Menschen werden über ihre Beeinträchtigung hinaus in ihrer Sexualität und in der Entwicklung ihrer sexuellen Identität behindert (Langner 2010, S. 164). Dies gilt nicht nur für geistig behinderte, sondern ebenso für psychisch oder körperlich behinderte Menschen, sofern auf ihr soziales Umfeld das Folgende zutrifft: „rooted in (…) the heterosexual matrix and (…) the medical model of disability“ (Rembis 2010, S. 51). Behinderten Menschen, die in Heimen untergebracht sind oder im Mikrokosmos der eigenen Familie leben und deren Bezugspersonen und soziales Umfeld (für gewöhnlich unbewusst) auf die heterosexuelle Matrix und das medizinische Modell von Behinderung referieren, wird häufig jegliche Sexualität abgesprochen. Sie werden also als asexuell fremdidentifiziert (ebd.).

Oft erfahren sie dadurch eine „sexualitätsfeindliche Sozialisation“, die mit der Behauptung legitimiert wird, dass behinderte Menschen „keine sexuellen Wesen seien“ (Herrath 2013, S. 31). Neben der Zuschreibung von A-Sexualität tabuisiert sexualitätsfeindliche Sozialisation Sexualität, sodass sie nicht thematisiert werden darf und es findet keine Sexualerziehung statt. Das Ausleben von Sexualität wird de facto als eine Art Verbrechen gehandelt (vgl. Mattke 2004, S. 48ff.) oder unterliegt starken Restriktionen (Winges-Yanez 2014, S. 113).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Intersektionalität von Behinderung und Sexualität ein und begründet die Relevanz für die Soziale Arbeit.

2 Sexualität, Sexuelle Orientierung und Heterosexismus: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Sexualität und verschiedene sexuelle Orientierungen und thematisiert Heterosexismus als diskriminierendes System.

3 Behinderung und Ableismus: Hier wird Behinderung differenziert (körperlich, geistig, psychisch) und Ableismus als ideologiesches Konstrukt der Benachteiligung analysiert.

4 Mehrfachdiskriminierung, Intersektionalität und Interdependenz: Das Kapitel stellt wissenschaftliche Konzepte vor, um die Gleichzeitigkeit verschiedener Ungleichheitskategorien theoretisch zu erfassen.

5 Disability Studies und Queer Studies: Es werden die Forschungsfelder Disability und Queer Studies sowie deren Modelle und Theorien zur Analyse von Normalität und Abweichung vorgestellt.

6 Intersektion von Behinderung und Nicht-Heterosexualität: Dieses Kapitel verknüpft die bisherigen Theorien, um die Intersektion auf Makro- und Mikroebene sowie die Notwendigkeit eigener Communities zu erläutern.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Diskriminierung abzubauen und die berufsethische Verantwortung der Sozialen Arbeit hervorzuheben.

Schlüsselwörter

Intersektionalität, Behinderung, Sexualität, Nicht-Heterosexualität, Ableismus, Heterosexismus, Disability Studies, Queer Studies, Diskriminierung, Soziale Arbeit, Machtverhältnisse, Normalität, Identität, Inklusion, Community

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Gleichzeitigkeit von Behinderung und nicht-heterosexueller Orientierung und analysiert, wie diese Intersektion zu spezifischen Diskriminierungserfahrungen führt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen Begriffe wie Sexualität und Behinderung, soziale Modelle von Ungleichheit, Intersektionalität sowie die gesellschaftliche Bedeutung von Machtstrukturen und Normalitätsvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Behinderung und nicht-heterosexuelle Identität keine isolierten Kategorien sind und dass Sozialarbeiter*innen diese Verschränkung in ihrer Praxis verstehen und reflektieren müssen.

Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?

Die Arbeit nutzt Konzepte der Intersektionalität, Interdependenz, Disability Studies und Queer Theory als theoretischen Rahmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Begriffe, die Vorstellung wissenschaftlicher Konzepte sowie die Analyse der konkreten Intersektion von Behinderung und Nicht-Heterosexualität auf Makro- und Mikroebene.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Intersektionalität, Ableismus, Heterosexismus, Heteronormativität sowie die Konzepte von Behinderung (soziales, medizinisches und kulturelles Modell).

Warum spielt das soziale Modell von Behinderung eine so wichtige Rolle für das Verständnis der Arbeit?

Es ist zentral, weil es Behinderung nicht als individuelles Defizit, sondern als durch gesellschaftliche Barrieren und Strukturen mitkonstruiertes Phänomen betrachtet, was die politische Forderung nach Teilhabe legitimiert.

Wie unterscheidet sich die Diskriminierung in den In-Groups?

In der LGBTQ+-Szene erleben behinderte Menschen oft Barrieren und Ableismus, während in der Behindertenszene nicht-heterosexuelle Orientierung tabuisiert oder unsichtbar gemacht wird.

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Intersektionale Perspektiven auf Behinderung und Sexualität
Hochschule
Hochschule Darmstadt
Autor
M. Bernt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
63
Katalognummer
V1040053
ISBN (eBook)
9783346459756
ISBN (Buch)
9783346459763
Sprache
Deutsch
Schlagworte
behinderung sexualität intersektion intersektionalität beeinträchtigung pansexuell bisexuell homosexuell Nicht-Heterosexualität queer studies disability studies LGBTQ+ LGBTQ
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M. Bernt (Autor:in), 2020, Intersektionale Perspektiven auf Behinderung und Sexualität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040053
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  63  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum