In der Hausarbeit geht es darum, was die UN-Behindertenkonvention aussagt und wie diese in Deutschland umgesetzt wird. Dabei werden ausgewählte Aspekte beleuchtet. Weltweit leben rund 650 Millionen Menschen mit einer Behinderung, davon zweidrittel in Entwicklungsländern, sodass das Übereinkommen der UN-Behindertenrechtskonvention auch auf die allgemeine Erklärung der Menschenrechte und auf die wichtigsten Menschenverträge der Vereinten Nationen zurück greift.
Die UN-Behindertenrechtskonvention, kurz auch UN-BRK, ist das erste Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Sie wurde von den Vereinten Nationen am 13. Dezember 2006 in einer Generalversammlung beschlossen und trat zwei Jahre später am 3. Mai 2008 in Kraft (vgl. UN-BRK). In Deutschland ist die Konvention seit 2009 gültig. Sie besteht aus „[…] zwei völkerrechtlichen Verträgen: dem Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (BRK) und einem Fakultativprotokoll (FP), das besondere Verfahrensarten im Zusammenhand mit der Umsetzung der Konvention enthält.“
Inhaltsverzeichnis
1. Die UN – Behindertenrechtskonvention
1.1 Inklusionsbegriff
1.2 geschichtlicher Hintergrund
1.3 inhaltliche Aspekte der UN – Behindertenrechtskonvention
2. Darstellung der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in Deutschland anhand von drei Aspekten
2.1 Kritik
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Implementierung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland mit einem Fokus auf die Wirksamkeit inklusiver Prozesse. Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit das deutsche Sozialsystem die rechtlichen Vorgaben umsetzt und wo strukturelle Barrieren die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen weiterhin einschränken.
- Entwicklung und inhaltliche Schwerpunkte der UN-BRK
- Theoretische Grundlagen des Inklusionsbegriffs
- Umsetzungsanalyse im deutschen Bildungs- und Arbeitssystem
- Kritische Reflexion gesellschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
1.1 Inklusionsbegriff
Durch die UN-Behindertenrechtskonvention wurde der Begriff der Inklusion präsenter und wird vor allem in Verbindung mit Reformen des Bildungssystems in vielen Ländern diskutiert (vgl. Wansing, 2015,43). Auch in Deutschland hat der Inklusionsbegriff an Bedeutung gewonnen und das System umstrukturiert, was in Kapitel 2. dieser Hausarbeit näher erläutert wird. Im Folgenden wird zunächst erläutert, was Inklusion bedeutet und warum dieser Begriff im engen Zusammenhang zur UN-Behindertenrechtskonvention steht.
Der Begriff Inklusion ist schwer definierbar, weshalb es verschiedene Definitionen gibt. Im Lexikon heißt es, die Inklusion ist eine „[…] gesamtgesellschaftliche Herausforderung und bezieht sich auf Lebensbereiche, Lebensphasen und alle gesellschaftlichen Felder. Inklusion zielt auf die Überwindung von MARGINALIERUNG, DISKRIMINIERUNG, STIGMATISIERUNG und setzt auf die Anerkenntnis der Unteilbarkeit der menschenrechtlichen Basis [Feuser & Maschke, 2013, 8]. Als ein Prozess der Veränderung von Verhältnissen in der Gesellschaft, in Systemen, in Organisationen, Institutionen und Gemeinschaften ist Inklusion kein herzustellender Zustand, sondern ein Orientierungsrahmen mit dem Ziel, humanen und demokratischen Zusammenlebens, -lernens und -arbeitens.“ (Ziemen, 2016, 101).
Die UNESCO definiert den Begriff etwas anders: „Die UNESCO vertritt einen umfassenden Inklusionsbegriff, der alle Menschen einschließt. Danach bedeutet inklusive Bildung, dass allen Menschen die gleichen Möglichkeiten offen stehen, an qualitativ hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre Potenziale entwickeln zu können, unabhängig von besonderen Lernbedürfnissen, Geschlecht, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen.“ (UNSECO, 2017).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die UN – Behindertenrechtskonvention: Einführung in die Entstehungsgeschichte und die zentralen menschenrechtlichen Prinzipien der Konvention, die den Schutz von Menschen mit Behinderungen regelt.
1.1 Inklusionsbegriff: Erörterung der unterschiedlichen Definitionen und der normativen Bedeutung von Inklusion als gesellschaftlichem Transformationsprozess.
1.2 geschichtlicher Hintergrund: Darstellung der historischen Entwicklung der Konvention, initiiert durch Mexiko, sowie der zentralen Konfliktlinien bei den Verhandlungen.
1.3 inhaltliche Aspekte der UN – Behindertenrechtskonvention: Analyse der Struktur der Konvention und der spezifischen Artikel, die Pflichten zur Barrierefreiheit und gesellschaftlichen Teilhabe festschreiben.
2. Darstellung der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in Deutschland anhand von drei Aspekten: Untersuchung der praktischen Anwendung in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt und Bewusstseinsbildung innerhalb des deutschen Sozialsystems.
2.1 Kritik: Reflexion über die Diskrepanz zwischen theoretischem Anspruch der Inklusion und der realen Situation, insbesondere im Hinblick auf Separationsstrukturen und medizinrechtliche Regelungen.
3. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Umsetzungsgeschwindigkeit und der Erkenntnis, dass Inklusion einen langfristigen gesellschaftlichen Prozess darstellt.
Schlüsselwörter
UN-Behindertenrechtskonvention, Inklusion, Behindertenpolitik, Menschenrechte, Barrierefreiheit, Bildungssystem, Arbeitsmarkt, Diskriminierung, Bewusstseinsbildung, Teilhabe, Sozialpolitik, Selbstbestimmung, Menschenwürde, Sonderpädagogik, Gesellschaftsstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im deutschen Sozialsystem und hinterfragt kritisch, inwieweit das System bereits inklusiv gestaltet ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Recht auf Bildung, der Zugang zum Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen sowie die staatliche Pflicht zur Bewusstseinsbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse, wie Deutschland die völkerrechtlichen Vorgaben der Konvention umsetzt und welche strukturellen Herausforderungen diesen Prozess behindern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die bestehende Fachliteratur und Dokumente der UN-BRK auf die deutsche Sozialpolitik anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Inklusion, die Entstehungsgeschichte der Konvention und eine konkrete Analyse der Umsetzung in Bildungs- und Arbeitsbereichen dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Inklusion, UN-BRK, Teilhabe, Barrierefreiheit und die gesellschaftliche Umstrukturierung.
Wie bewertet die Autorin die deutsche Bildungspolitik hinsichtlich der Inklusion?
Die Autorin stellt fest, dass zwar Bemühungen bestehen, aber durch die fortwährende Existenz von Förderschulen und Sonderstrukturen oft eine Separation statt einer echten Inklusion stattfindet.
Warum wird im Fazit ein direkter Bezug zur Abtreibungsthematik hergestellt?
Dies dient als kritisches Beispiel, bei dem die Autorin einen Widerspruch zwischen dem im Artikel 8 geforderten positiven Bewusstsein gegenüber Menschen mit Behinderungen und der straffreien Abtreibung bei diagnostizierter Behinderung sieht.
Wie beurteilt die Arbeit die Rolle von Werkstätten für behinderte Menschen?
Die Autorin sieht diese Einrichtungen kritisch, da sie zwar Beschäftigung bieten, aber nicht als gleichwertige Alternative zum ersten Arbeitsmarkt, sondern oft als Ort der Aussonderung fungieren.
Wie lange dauert der Prozess der gesellschaftlichen Inklusion laut der Arbeit?
Die Arbeit betont, dass Inklusion ein langfristiger Prozess ist und eine bloße Unterzeichnung der Konvention nicht ausreicht, um tiefgreifende gesellschaftliche Strukturen in kurzer Zeit zu wandeln.
- Arbeit zitieren
- Yasmin Kaltwasser (Autor:in), 2020, Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im deutschen Sozialsystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040214