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"Helmut Halm" und "Klaus Buch" - Kontrastfiguren? Martin Walsers "Ein fliehendes Pferd"

Titel: "Helmut Halm" und "Klaus Buch" - Kontrastfiguren? Martin Walsers "Ein fliehendes Pferd"

Akademische Arbeit , 2021 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Donja Zamani (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit Walsers männliche Protagonisten wirklich als Kontrastfiguren identifiziert werden können. Hierfür werden diese zunächst charakterisiert. Durch eine Gegenüberstellung der Protagonisten wird überprüft, ob sich die männlichen Hauptfiguren in ihrer Lebensweise unterscheiden. Anhand verschiedener Aspekte wie deren Beziehungen, ihrer Sexualität und ihrem Umgang mit Problemen soll dies veranschaulicht werden. Im Zuge dessen gilt es, die unterschiedlichen Fluchtversuche beider Figuren zu analysieren. Im Rahmen dieser Analyse treten mögliche Parallelen in den Vordergrund, durch die die Gegensätzlichkeit der Protagonisten in Frage gestellt werden kann. Schlussendlich wird das Werk auf seinen Novellencharakter untersucht. Hierbei liegt der Fokus auf Symbolen und Motiven, welche die Charakteristik der Figuren und ihr Verhältnis zueinander unterstreichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

2. Vorstellung der männlichen Hauptfiguren

2.1 Helmut Halm

2.2 Klaus Buch

3. Vergleich

3.1 Kontraste

3.2 Fluchtversuche

4. Novellencharakter

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die männlichen Protagonisten Helmut Halm und Klaus Buch aus Martin Walsers Novelle „Ein fliehendes Pferd“ als Kontrastfiguren betrachtet werden können, und analysiert dabei ihre individuellen Strategien zur Lebensbewältigung.

  • Analyse der Persönlichkeitsstrukturen von Helmut Halm und Klaus Buch.
  • Untersuchung der verschiedenen Fluchtversuche beider Protagonisten vor ihrem Alltag.
  • Gegenüberstellung der unterschiedlichen Lebensprinzipien und sozialen Masken.
  • Einordnung des Werkes als Novelle anhand charakteristischer Gattungsmerkmale.
  • Reflektion über die gesellschaftliche Prägung und Entfremdung des Individuums.

Auszug aus dem Buch

3.1 Kontraste

„Während Halm den Boden unter den Füßen zu verlieren glaubt, steht Buch fest auf dieser Erde. […] Halm [erweist sich] als Experte im Vorbeischauen, [während] Klaus dem Dasein frontal und offensiv [begegnet]“ (Reich-Ranicki 1979: S.169).

Reich-Ranicki kennzeichnet die Protagonisten durch diesen Ausspruch als absolute Antagonisten. Ihre Gegensätzlichkeit wird dem Leser besonders an ihren unterschiedlichen Einstellungen zum Leben demonstriert. Hier gehen die Protagonisten in völlig entgegengesetzte Richtungen: Helmut Halm fühlt sich dem Tod und Vergangenem nahe, „Abgestorbenheit“ und „Vernichtetheit“ ziehen ihn an (vgl. Walser 2014: S.24). Klaus hingegen sieht seinen Sinn darin, das Leben in vollen Zügen auszuschöpfen, ein Ende kann er sich nicht vorstellen (vgl. Zimmermann 1988: S. 290). Dieses Streben nach Nutzen und Leistung zeigt sich auch in Klaus‘ Umgang mit Sexualität: „Es gilt, sich durch permanente Höchstform sexueller Potenz als Lebenstüchtige zu erweisen“ (ebd.). Buch sticht durch seinen „prolligen“ Umgang mit Körperlichkeit hervor und thematisiert sie vordergründig (vgl. ebd. S.284). Helmut hingegen verhält sich bei diesem Thema eher passiv (vgl. Waine 1980: S. 114). Er unterdrückt seine Geschlechtlichkeit und entzieht sich dieser weitestgehend, vor allem aus Furcht, dem Druck der Sexkonsumgesellschaft nicht gerecht zu werden (vgl. Lehmann 1980: S. 287). Durch das Auftreten von Klaus, der „Leistungsnorm in Person“, wird Helmuts innere Unsicherheit in Bezug auf seine Männlichkeit verstärkt (vgl. Struck 1988: S.22). Gezwungenermaßen setzt er sich mit seinem Komplex auseinander und bestätigt dadurch seine Wettbewerbsfähigkeit hinsichtlich sexueller Leistung (vgl. ebd. S.21). Anhand des konträren Verhaltens der Männer, beim Auftauchen des fliehenden Pferdes, kann dies verdeutlicht werden (vgl. Walser 2014: S.60-64).

„Indem Klaus, im Gegensatz zu allen anderen Männern, sein Leben aufs Spiel setzt, um das Pferd wieder einzuholen, beweist er seine Männlichkeit und hebt indirekt die Minderwertigkeit aller anderen Männer hervor. Bezeichnenderweise verweigert Helmut seinem siegreichen Kontrahenten die Ehrung“ (Waine 1980: S.115).

Zusammenfassung der Kapitel

2. Vorstellung der männlichen Hauptfiguren: Dieses Kapitel skizziert die Charaktereigenschaften, Ängste und das soziale Verhalten von Helmut Halm und Klaus Buch, die als introvertiert bzw. extrovertiert wahrgenommen werden.

3. Vergleich: Hier werden die Kontraste zwischen den Männern herausgearbeitet und ihre jeweiligen, als Flucht interpretierten Strategien im Umgang mit ihrer Lebenskrise analysiert.

4. Novellencharakter: Das Kapitel ordnet das Werk gattungstheoretisch als Novelle ein und untersucht, wie die formale Gestaltung, Symbole und die kreisförmige Erzählstruktur die inhaltlichen Gegensätze unterstreichen.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Halm und Buch trotz ihres oberflächlichen Gegensatzes in ihrer grundsätzlichen Entfremdung und ihrem Scheitern an gesellschaftlichen Erwartungen Parallelen aufweisen.

Schlüsselwörter

Martin Walser, Ein fliehendes Pferd, Helmut Halm, Klaus Buch, Novelle, Kontrastfiguren, Flucht, Entfremdung, Lebenskrise, Männlichkeit, Scheinwelt, Symbolik, Literaturanalyse, Identität, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die männlichen Protagonisten aus Martin Walsers Novelle „Ein fliehendes Pferd“ und untersucht, ob Helmut Halm und Klaus Buch tatsächlich als Antagonisten (Kontrastfiguren) gelten können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Identitätskrise, der Leistungsdruck der Gesellschaft, das Motiv der Flucht sowie der Kontrast zwischen Introversion und Extroversion im Kontext der 1970er Jahre.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu prüfen, inwieweit die zwei Charaktere trotz ihrer unterschiedlichen Lebensweisen ähnliche Fluchtmechanismen und Ängste teilen und ob sie somit auch als Parallelfiguren interpretiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Textinterpretation der Novelle sowie der Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zu Martin Walser basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Figuren, einen detaillierten Vergleich ihrer Lebensprinzipien sowie eine Untersuchung der gattungsspezifischen Merkmale der Novelle im Zusammenhang mit den Figurenkonstellationen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Wichtige Begriffe sind unter anderem das „fliehende Pferd“ als zentrales Symbol, Scheinidentität, gesellschaftliche Normierung, Entfremdung und die spezifische Erzählstruktur der Novelle.

Warum wird Helmut Halm im Text als introvertiert charakterisiert?

Halm meidet soziale Interaktionen, pflegt ein unauffälliges Leben und baut eine „Schutzfassade“ auf, da er seine Ängste und Unsicherheiten vor der Außenwelt verbergen möchte.

Wie definiert sich Klaus Buch im Kontrast zu Halm?

Klaus Buch tritt nach außen hin selbstbewusst, aktiv und leistungsorientiert auf; er nutzt seine Ehefrau und seine physische Präsenz, um gesellschaftliche Anerkennung und eine Bestätigung seiner Männlichkeit zu suchen.

Welche Bedeutung kommt dem Symbol des „fliehenden Pferdes“ zu?

Das Motiv dient als Metapher für die Lebensproblematik der Protagonisten, ihr Bedürfnis zur Flucht vor dem Alltag und symbolisiert gleichzeitig die Unausweichlichkeit ihrer inneren Zerrissenheit.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Helmut Halm" und "Klaus Buch" - Kontrastfiguren? Martin Walsers "Ein fliehendes Pferd"
Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Autor
Donja Zamani (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
16
Katalognummer
V1040311
ISBN (eBook)
9783346459169
ISBN (Buch)
9783346459176
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Walser Ein fliehendes Pferd Klaus Buch Helmut Halm Kontrastfiguren
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Donja Zamani (Autor:in), 2021, "Helmut Halm" und "Klaus Buch" - Kontrastfiguren? Martin Walsers "Ein fliehendes Pferd", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040311
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Leseprobe aus  16  Seiten
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