Hartmann von Aue - Gregorius


Hausarbeit, 2001
9 Seiten

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Buße und Erhebung

1.Buße

Der Sinn des Lebens ist es, in Gemeinschaft mit Gott zu leben. Der Mensch meint aber, sein Leben ohne Gott meistern zu können. Er lehnt sich gegenüber Gott auf oder ist ihm gegenüber gleichgültig. Diese Haltung nennt die Bibel Sünde. Sie führt zu einem falschen Verhältnis zum Mitmenschen und zu sich selbst. Offensichtliche Verfehlungen im mitmenschlichen Bereich haben ihre Wurzeln in der zerstörten Beziehung zu Gott. Es wird oft betont, dass kein Mensch frei von Sünde ist, nicht einmal ein Kind. Sie können deshalb nicht vor Gott bestehen. Der Mensch versucht durch eigenes Bemühen, durch gutes Leben, Philosophie, Religiösität oder Mitmenschlichkeit, die Kluft zwischen der Heiligkeit Gottes und der Sündhaftigkeit des Menschen zu verkleinern. Wie Bayer sagt, ist für „Gregorius wie Hartmann Buße nicht bloß eine geistliche Übung zur Verringerung einer bestimmten süntlichen bürde, sondern eine religiös-ethische Grundhaltung, demütige Bußfertigkeit.“ (Bayer, S.36) Nach der Glaubenstreue bzw. Sündenvergebung muss der Mensch seine Verfehlung beichten, bereuen und seine Schuld bekennen. Jetzt beginnt, egal wie groß die Sünde war, der Bußweg. Mit dem Vertrauen in Gott und der Überzeugung, die sündige Tat nie zu wiederholen, dauert er so lange und ist so schwer, wie Gott es für nötig erachtet, bis er den Sünder begnadigt und er frei von der Schuld ist. „Hartmann hat“ -wie Bayer sagt-„diese sehr strenge Bußauffassung seinem Gregorius zugrunde gelegt.“ (Bayer, S.38)

Gregorius wird zweimal unbeabsichtigt zum Sünder. Er ist das Kind aus einer Geschwisterliebe, was ihn tief erschüttert und zweifeln lässt, ob er diese Schande je verbüßen könnte:

ich bin verfallen verre

âne alle mîne schulde.

wie sol ich gotes hulde

gewinnen nâch der misset ât (1780-1784)

Sein Verlangen, Gott als Ritter zu dienen, ist jetzt größer als je zuvor. Er fasst den Entschluss und reitet los, in der Hoffnung von Gott begnadigt zu werden, und, dass jener ihm seine Herkunft zeigt. Dieser vergibt ihm, dass er aus einer inzestuösen Beziehung hervorgegangen ist und führt ihn zu seiner Mutter. Gregorius kann seine Sünde jedoch nicht vergessen, betet jeden Tag für sich und die Sündenlast seiner Eltern und begeht gleichzeitig seine zweite Schuld, die Hochzeit und den Geschlechtsverkehr mit seiner eigenen Mutter. Er ´erkennt´ sie nicht und sündigt unwissentlich. Als die Mutter ihn von den Tatsachen in Kenntnis setzt, ist Gregorius vom Schmerz überwältigt und zeigt sich zornig Gott gegenüber und macht ihm Vorwürfe:

diz ist des ich ie bat,

daz got mich braechte ûf die stat

daz mir sôwol geschaehe

daz ich mit vreuden saehe

mîne liebe muoter.

rîcher got vil guoter,

des hâst dûanders mich

danne ich an dich hân gegert. (2609-2616)

Doch nach dem ersten Schock und dem Nichtverständnis in Gottes Handeln, besinnt sich Gregorius wieder und ruft sogar seine Mutter zur Ordnung, die den Glauben in Gott zu verlieren scheint:

Muoter, sprach Gregorius

gesprechet niemer mêre alsus:

ez ist wider dem gebote.

niht verzwîfelt an gote:

ir sult harte wol genesen. (2695-2699)

So groß bzw. klein die Sünden beider auch zu sein scheinen, Gregorius will büßen und erklärt seiner Mutter, dass Gott jede Sünde bei entsprechend wahrer Reue und Buße vergibt:

an spîse und an gewande

sult ir dem lîbe entziehen,

gemach und vreude vliehen.

ir ensult ez sôniht behalten

niuwan daz ir deste mêre

gote rihtet mit dem guote. (2708-2715)

Er rät der Mutter, sie solle ihr ganzes Leben Re ue zeigen und büßen, indem sie allem versagt, was sie begehrt. Weiter solle sie ihre Einkünfte mit den Armen teilen und um ihr Land Klöster gründen, dann würde sich Gott barmherzig zeigen. Gregorius selbst nimmt Abschied von seiner Mutter und beginnt seinen Bußweg als armer Bettler. Er fühlt sich schuldig, als er von seiner Mutter die Wahrheit erfährt, es kommt allerdings erst beim Zusammentreffen mit der Fischerin zum öffentlichen Schuldbekenntnis, als er ihre Speisen ablehnt, weil er glaubt, dieser nicht wert zu sein.

Er erlegt sich eine Buße auf, die radikal und vorbildlich ist und vor allem freiwillig von ihm eingegangen wird. Er nimmt die Rolle des Bettlers an, nimmt freudig Pein und Spott auf und trägt keine Schuhe, denn wie Bayer berichtet führt der Kirchvater aus, daß der körperliche Schmerz eine wichtige Aufgabe in der Bußpraxis zu erfüllen hat.“ (Bayer, S.39) Er nimmt kein Essen an und reagiert auf ihm entgegengebrachte schlechte Behandlung ohne Kummer und Beschwerden, er wünscht sie sich geradezu:

herre, ich bin ein man

[∴]

und suoche umb gotes hulde

ein stat in dirre wüeste,

ûf der ich iemer müeste

büezen unz an mînen tôt

vaste mit des lîbes nôt.. (2955-2962)

Der Büßer hat genaue Vorstellungen, wo er abgewandt von den Mensche n seine Buße tun will, auf einem wilden stein oder in einer hol, um Gottes Gnaden zu erlangen. Der Fischer kennt einen Felsen über der See, wo Gregorius allein beten und klagen kann. Gregorius nimmt den Vorschlag freudig an:

sôw âren im die raete

rehte als er wünschen wolde,

ob er wünschen solde. (3016-3019),

Doch ihm ist dies noch zu wenig, er lässt sich anketten und bleibt ohne Nahrung, Dach und Schlafplatz, wenig Wasser zurück, um sich ausschließlich seiner Buße widmen zu können. Der Fischer glaubt nicht, dass er lange überleben wird und schmeißt den Schellenschlüssel ins Meer.

Er überlebt die siebzehn Jahre, die Haare verfilzt und bis zum Boden gewachsen. Er sieht armselig, abscheulich aus, als er gefunden wird. Sein Gesicht ist farblos und eingefallen, und er ist abgemagert. Er hat die Jahre nur durch Gottes Hilfe und Wasser überlebt. Auch nach siebzehn Jahren der Qual ist Gregorius immer noch zu gleicher Buße bereit.

Gregorius ist sich seiner Schuld bewusst, versteht und erträgt seinen Bußweg und möchte nicht, dass andere seinetwegen leiden müssen.

Die Form der Buße, die Hartmann hier vorstellt, „übersteigt menschliche Kraft und menschliche Grenzen.“ (Dittmann, S.236) Denn er kann bei den tatsächlichen Bedingungen nicht überleben, er schafft es nur mit Gottes Hilfe. Hartmann war es nicht wichtig, realistisch zu sein, oder dass das dargestellte Verhalten zur Nachahmung auffordert, er wollte durch seine übertriebene Darstellung deutlich machen, dass der Mensch sich einen maßvollen Bußweg wähle n soll. Gregorius dient hier nur als Exempel für Hartmanns Hauptaussage: „übergroße Schuld verlangt übergroße Buße, erlangt aber auch übergroße Gnade Gottes.“ Es geht also „um die sich in der Gnade offenbarende Wirklichkeit Gottes.“ (Dittmann, S.236)

Merte ns behauptet, dass die Buße der „sinntragende Hauptpfeiler des Ganzen“ ist, der „Angelpunkt“ der Erzählung, „hier wird aus dem sündaere der guote, der Heilige.“ Schon der Prolog spricht vom „Weg der Rechtfertigung.“(Mertens, S.12) Gregorius entschließt sich zur Buße, als er von seinem unwissentlich begangenen Inzest mit der Mutter erfährt. Er wählt eine Form, die nicht im Verhältnis zum Inzestvergehen steht, sie geht weit darüber hinaus. Wie Mertens weiter feststellte, hat jedoch Gregorius durch den ungewollten, nichtwissentlichen Inzest mit seiner eignen Mutter keine Schuld begangen. (vergleiche: Mertens, S.62) Doch er selbst kann mit dieser Tat nicht leben und erlegt sich freiwillig einen unmenschlichen Bußweg auf, denn er glaubt, nur auf diesem Wege sich von seiner Schuld befreien zu können. Er fordert vom Fischer, er solle ihm einen Ort in der Wildnis nennen. Dieser begegnet Gregorius misstrauisch, behandelt ihn schlecht:

er wart in hundes wîs getriben

an den hof vür die tür., (3029-3030)

und ne nnt ihm den einsamsten Ort, den er kennt:

ich weiz hie bîuns einen stein,

ein lützelüber disen sê:

dâ mac dir wol werden wê. (29778-2980)

Doch auch dem Verhalten des Fischers begegnet er freundlich, als hätte er es nicht anders verdient, denn er nimmt alles als Bußauftrag hin.

Die höchste Form der Buße betrug nach kirchlichen Regeln allerdings „höchstens fünfzehn Jahre, auch zum Teil zehn Jahre, davon maximal sieben Jahre im Exil und sieben bei Wasser und Brot“. (Mertens, S.14) Doch Gregorius, dessen Fall nur für ihn ein Existentieller ist, „der nur mit unbedingtem Einsatz der ganzen Person zu lösen ist“ (Mertens S. 15), übertreibt seine Buße maßlos, obwohl er aus seiner Jugend die Grundsätze der Theologie beherrschte, für ihn es aber die einzige „Lebensform[...], die ihn in seiner Situation allein aus der Hölle herausführen vermag, da sie den höchsten Preis darstellt, den ein Mensch bezahlen kann“ (Mertens, S.61), denn er befindet sich selbst als sündic lîp und sagt zu den Befreiern:

wande ich derêren wol enbir

daz mir diu gn âde iht geschehe

daz ich iemer guoter an sehe

mit sôsüntlîchen ougen. (3508-3511)

Er geht siebzehn Jahre in die Verbannung, mit der Absicht, dort sein Leben zu beenden, denn er meint:

waere ich bîin huite ,

ez müesen guote liute

engelten mîner misset ât. (3519-3521).

Er ernährt sich lediglich von wenig Wasser ohne jegliche Nahrung (auch bekannte Eremiten haben entsagt, doch lediglich dem Wein, Fleisch und gekochten Speisen. Vergleichbar ist jedoch sein Dasein dahingehend, dass er freiwillig die Einsamkeit sucht und sich von den Menschen völlig abwendet, eine Insel wählt und sich nach eremitischer Tradition anketten lässt, er wählt die extremste Form der Askese, die er eigentlich nicht überleben kann. Auch nach siebzehn Jahren hält er sich immer noch für sündig und nichtswürdig und ist nicht gewillt, seine Buße aufzugeben, sondern sein Leben lang am Felsen zu bleiben. Er hat sich zu einem Leben entschlossen, welches keinen kirchlichen Forderungen entspricht, sondern einen rationalen Bereich verlässt und in einen übermenschlichen übergeht. Da Hartmann jedoch zeigen will, was man durch solch eine extreme Bußform erreichen kann, macht er ihn zum Papst (prämiert ihn mit dem höchsten Lohn ), dem muss also eine „extreme Leistung“ vorausgegangen sein. (vergleiche Mertens, S.13)

2. Erhebung

Als die Gesandten von Rom kommen, um Gregorius die Nachricht zu überbringen, dass er Papst werden soll, kann er es nicht glauben und zweifelt die Aussagen der Boten an. Er glaubt, so viel Ehre nicht zu verdienen, und dass seine Sünden zu groß seien, als dass er unter guten Menschen leben dürfe:

mîn vleisch ist sôunreine

daz ich billich eine

belîbe unz an mînen tôt. (3513-3576)

Er ist immer noch davon überzeugt, Gottes Zorn zu verdienen und will nicht einmal mit den Gesandten sprechen, denn nach so langer Zeit der Isolation fällt es ihm schwer, sich wieder an das Vergnügen des Sprechens zu gewöhnen, und er sieht es als schlecht an. Er glaubt, so unrein zu sein, dass er den Rest seines Lebens allein bleiben müsse. Denn die letzten siebzehn Jahre hat er damit zugebracht, jegliches Vergnügen zu vermeiden:

ich vürchte, vreude und gemach

diu ich mit rede mit iu hie hân

ich müeze ir ze buoze st ân

vor im der deheine missetât

ungerochen niene lât. (3580-3584)

Erst durch das Wunder, dass der Schlüssel im Magen des Fisches gefunden wird, kann Gregorius von seiner Berufung zum Papst überzeugt werden. Denn diesen Schlüssel hatte der Fischer ins Meer geworfen und sagte, dass, wenn er ihn je wiederfände, Gregorius sündenfrei und wohl ein Heiliger sei.

daz weiz ich âne wân

swenne ich den slüzzel vunden hân

üz der tiefenünde

so bist du âne sünde

unde wol ein heilic man (3095-3099)

(vergleiche: Tobin,S.49f.)

Der Schlüssel ist auch als Zeichen dafür zu sehen, dass wahre Reue des Menschen Gottes Gnade aufschließe. Hartmann selbst bezieht „die konkrete Funktion des Schlüssels auf die sinnbildliche Bedeutung des wortzeichen “ (Dittmann, S.238):

den slüzzel dâmit ich dâ bin

sus vaste beschlozzen in

des gewalt die helle entslôz,

des gn âde sînoch merre. (3621 f. 3610 f.)

Ein weiteres Zeichen für seine Heiligkeit ist die Tafel, die er vor siebzehn Jahren auf der Halbinsel verloren hatte. Diese Tafel findet er in genau dem Zustand wieder, in dem er sie verloren hat, obwohl die Hütte, in der sie liegt, eingefallen und vermodert ist.

Auf dem Weg nach Rom geschehen noch einige andere Wunder, die Gregorius’ Berufung den göttlichen Segen versichern. Denn die Reise verläuft sehr unbeschwerlich und es stellen sich ihnen keine Gefahren und Hindernisse in den Weg. Essen und Trinken füllen sich von selbst immer wieder auf, sodass sie weder Hunger noch Durst leiden müssen.

Auch das Volk, dass auf ihn wartet, wird durch Wunder davon überzeugt, dass Gregorius ein würdiger Papst sein wird:

vor der kunft dreier tage

dôwart ze Rôme ein grôzer schal:

sich begundenüber al

die glocken selbe liuten

und kunten den liuten

dáz ir rihaere

schiere künftic waere.

dâkôs wîp unde man

sîne heilicheit wol an. (3754-3762)

Dank seines neuen Amtes ist er nun befähigt, Kranke zu heilen, was er auf seinem Weg nach Rom bei vielen Angereisten beweist.

Andere Zeichen im Verlauf der Geschichte bereiten gezielt auf diese Wendung vor. Z. B bezeichnet ihn die Fischersfrau als guot man (2843), womit sie ihren Mann vergebens davor zu warnen versucht, dass es sich bei dem Fremden um einen Heiligen handeln könnte.

swenne dich unser herre

diner saelden ermande

und dir sinen boten sande,

den soldest du emphahen baz. (2850-2853)

Dass er überhaupt unter diesen Umständen, unter denen er siebzehn Jahre lang lebte, noch am Leben ist, was nur durch Gottes Macht erklärt werden kann, ist als voraussagendes Zeichen für seine Erwählung zu sehen. Es ist auch nur durch Gottes Inspiration möglich, dass die Boten überhaupt den Weg zum Fischer, also zum Wegweiser der Insel finden.

Dass Gregorius zum Papst erhoben wird, zeigt „die Annahme der Buße durch Gott.“ (Mertens, S.71)

Die „Begnadigung und Berufung des Gregorius vollziehen sich gänzlich im Bereich des Legendenhaften. Alles Geschehen geht nun ausschließlich von Gott aus.“ (Dittmann, S.237) Gregorius selbst bleibt nur passiv. Dies ändert sich erst als er nach Rom kommt und Papst wird. Nun ist er der jenige, der Buße auferlegt und erteilt. Und er ist auch derjenige, der den Sünder von seiner Schuld befreit. Er vergibt dem Fischer und erkennt später seine bußfertige Mutter-Gattin und vreute sich ze gote (3863). Diese Wiederbegegnung mit seiner Mutter zeigt, dass die Erwählung und die Amtsvollmacht auch die schändliche Doppelbeziehung - iuwer sun und iuwer man (3926) - übertrumpfen kann. Er erkennt sie jedoch nicht auf den ersten Blick, da sie durch Kummer und Trübsal stark gealtert ist.

Hartmann lässt Gregorius auch in der Daseinsstufe des Papstes die höchste Form der Vollkommenheit erreichen. Obwohl er nun ein mächtiger Herrscher ist, bewahrt er Demut. Er verschafft sich jedoch auch den nötigen Respekt denen gegenüber, die sich von ihm und von Gott abwenden, notfalls tut er das auch mit Gewalt. Grundsätzlich sind seine Strafen jedoch milde, und es gelingt ihm immer, das richtige Maß zu finden.

sus kunde er rehte m âze geben

über geistlîchez leben. (3823 f.)

„Das Papstamt ist Richteramt, es ist ê re (3546) und grôz gewalt (3561).“

(Comeau/Störmer, S.138) Und nur aufgrund seines ´übertriebenen` Bußweges ist es möglich, Gregorius ohne die sonst üblichen vorherigen Weihen, das Papstamt zu übertragen.

Seinen Eltern und ihm werden die Sünden nach langer Zeit vergrben, denn sie sind gute Sünder, die sich nicht beirren lassen. Dieses Verhalten soll jedoch keinem Menschen ein Vorbild sein, denn wer in dieser Hoffnung sündigt, ist schon in des Teufels Gewalt. Er kann nur gerettet werden, wenn er ehrlich bereut und maßvolle Buße leistet. Gott erlässt nur jenen die Sünden, bei denen er den Glauben verspürt, dass sie nach ihrer Konversion von Nutzen für die Kirche sein werden. Reue und Buße dienen der Reinigung des Fleisches und damit der Tilgung der Sündenschuld. Nur ein guter Sünder erfährt, wenn Gott es will, Erhebung zum Erwählten und bekommt ein Lehramt übereignet. So bekommt der Sünder nach der Tilgung seiner Sünden die Gelegenheit, denen, die im Begriff sind zu sündigen oder sich von Go tt abzuwenden, den richtigen Weg zu zeigen. Denn diese Erwählten geben ihren Mitmenschen die Hoffnung der Sündenvergebung.

Daran ist deutlich die theologische Grundlage des Gregorius zu erkennen. Buße und Erhebung werden miteinander verknüpft. Die Heilung vollzieht sich nicht durch die Beichte, sondern nur durch Selbsterkenntnis, Demut und Buße. (vergleiche: Bayer,S.36)

Die Geschichte von Gregorius soll allen Sündern als Beispiel dienen. Denn sie zeigt, dass keine Sünde zu groß ist, als dass sie nicht von Gott vergeben werden könnte. Doch nur unter der Bedingung, dass der Sünder die richtige Bußgesinnung zeigt und nicht an Gottes Gnadenwillen zweifelt. (Vergleiche: Bumke,S.148ff.)

Am Ende tritt der menschliche Akt der Bewährung sogar in den Hintergrund, um einzig und allein die Gnade Gottes sichtbar werden zu lassen:

Als uns got an einem man

Erzeiget und bewaeret hât (44f.)

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Hartmann von Aue - Gregorius
Hochschule
Freie Universität Berlin
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V104033
Dateigröße
346 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hartmann, Gregorius
Arbeit zitieren
Nora Otte (Autor), 2001, Hartmann von Aue - Gregorius, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104033

Kommentare

  • Gast am 5.6.2005

    LIt.Verz..

    Nahezu unbrauchbar, da Literaturverzeichnis fehlt

Im eBook lesen
Titel: Hartmann von Aue - Gregorius


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