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Wie funktioniert Gerechtigkeit in John Rawls „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ im Vergleich zum Utilitarismus?

Titel: Wie funktioniert Gerechtigkeit in John Rawls „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ im Vergleich zum Utilitarismus?

Hausarbeit , 2020 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Manon Harenberg (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Die Arbeit behandelt die Frage, wie eine gerechte Gesellschaft in „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ definiert wird. Für einen kritischen Ansatz wird vergleichend die Auffassung des Gerechtigkeitsbegriffs des Utilitarismus hinzugezogen, sowie die damit verbundenen Ansichten und Herangehensweisen. Rawls definiert seine Gerechtigkeitstheorie offenkundig als eine „utilitarismuskritische, dem Utilitarismus überlegene ethische Konzeption“.

Als primäre Grundlage für die Herausarbeitung dient John Rawls „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ (2019). Zunächst gibt die Arbeit einen Überblick über die „Theorie der Gerechtigkeit“ und den „Utilitarismus“, um ein einheitliches Verständnis zu gewährleisten. Die anschließende vergleichende Rekonstruktion umfasst die jeweiligen Ausprägungen des Urzustandes: Rawls Schleier des Nichtwissens und den unparteiischen Beobachter des Utilitarismus. Aufbauend auf Rawls Auffassung des Urzustandes thematisiert das nachfolgende Kapitel die Gerechtigkeitsprinzipien, auf die sich die Vertragspartner hinter dem Schleier des Nichtwissens einigen würden.

Der anschließende Theorieteil behandelt vergleichend die deontologische Ethik Rawls und die teleologische Ethik des Utilitarismus. Kernfrage ist dabei, ob die beiden Ethiken sich zwingend widersprechen oder sie sich womöglich gegenseitig ergänzen können. Die darauffolgende Betrachtung der jeweiligen Auffassungen einer gerechten Verteilung schließt mit der Frage ab, ob Rawls Maximin-Regel ebenso utilitaristische Züge aufzeigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die „Theorie der Gerechtigkeit“ von John Rawls

3. Der klassische Utilitarismus

4. Der Urzustand

4.1 Rawls: Der Schleier des Nichtwissens

4.2 Utilitarismus: Der unparteiische Beobachter

5. Die zwei Grundsätze der Gerechtigkeit nach Rawls

5.1 Das erste Gerechtigkeitsprinzip

5.2 Das zweite Gerechtigkeitsprinzip

6. Theorieteil: Deontologische gegen teleologische Ethik

7. Die gerechte Verteilung

7.1 Rawls: Gerechte Verteilung von Grundgütern

7.2 Utilitarismus: das Nutzensummenprinzip

7.3 Trägt die Maximin-Regel Rawls‘ utilitaristische Züge?

8. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Definition einer gerechten Gesellschaft in John Rawls’ Werk „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ und stellt diese in einen kritischen Vergleich zur utilitaristischen Ethik. Dabei wird analysiert, wie beide Ansätze unterschiedliche Konzepte der Gerechtigkeit begründen und welche Konsequenzen dies für die Verteilung gesellschaftlicher Güter sowie für individuelle Freiheitsrechte hat.

  • Grundlagen der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls
  • Struktur und Charakteristika des klassischen Utilitarismus
  • Vergleich der hypothetischen Ausgangslage (Urzustand vs. unparteiischer Beobachter)
  • Analyse der Gerechtigkeitsprinzipien nach Rawls
  • Gegenüberstellung von deontologischer und teleologischer Ethik
  • Diskussion der Maximin-Regel und ihrer utilitaristischen Züge

Auszug aus dem Buch

4.1 Rawls: Der Schleier des Nichtwissens

Laut Rawls werden die sozialen Gerechtigkeitsprinzipien in einem hypothetischen Ausgangspunkt – dem Urzustand – festgelegt. Interessenkonflikte innerhalb einer Gesellschaft entstehen durch konkurrierende Ansprüche der Mitglieder auf knappe Güter (vgl. Kersting 2004: 34). Der Urzustand definiert sich durch einen „ursprünglichen Zustand der Gleichheit“ (Schleidgen 2009: 39 f.), indem konfliktregulierende Normen etabliert werden. So soll eine faire Einigung für die Verteilung der Güter ermöglicht werden. Hierbei handelt es sich um eine Übereinkunft freier und vernünftiger Menschen, die allgemein gültige Prinzipien aufstellen, die moralisch richtig sind und durch die alle Bürger gleichbehandelt werden. Dabei legen die Menschen fest, was als gerecht und ungerecht gelten soll (vgl. Kühn 1984: 35 f.). Die entscheidende Bedingung des Urzustandes ist der Schleier des Nichtwissens. Die verhandelnden Menschen kennen Faktoren wie ihre wirtschaftliche und politische Lage, ihren sozialen Status oder ihre Intelligenz nicht. Dadurch wird es unmöglich eigene Vorteile zu erhalten, denn die Gerechtigkeitsprinzipien werden objektiv ohne Rücksicht auf persönliche Merkmale beschlossen (vgl. Rawls 2019: 159 f.). Es wäre beispielsweise für die Verhandlungspartner völlig unsinnig, Vorteile für eine gewisse gesellschaftliche Position zu bestimmen, denn im Urzustand können sie nicht wissen, welche Position sie anschließend innehaben werden (vgl. Schleidgen 2009: 41).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk von John Rawls ein und steckt das Forschungsziel ab, nämlich die Gerechtigkeitskonzeption von Rawls kritisch anhand des Vergleichs mit utilitaristischen Ansätzen zu beleuchten.

2. Die „Theorie der Gerechtigkeit“ von John Rawls: Dieses Kapitel erläutert den Grundgedanken von Rawls, Gerechtigkeit als Fairness zu verstehen und als notwendiges Grundgesetz einer wohlgeordneten Gesellschaft zu etablieren.

3. Der klassische Utilitarismus: Hier werden die wesentlichen Merkmale des Utilitarismus dargestellt, insbesondere das Prinzip der Nutzenmaximierung als Maßstab für moralisches Handeln.

4. Der Urzustand: Es wird die hypothetische Ausgangslage als moralischer Standpunkt definiert, wobei zwischen dem Schleier des Nichtwissens bei Rawls und dem unparteiischen Beobachter im Utilitarismus differenziert wird.

5. Die zwei Grundsätze der Gerechtigkeit nach Rawls: Das Kapitel widmet sich den beiden zentralen Prinzipien Rawls zur Verteilung von Gütern und Freiheiten sowie deren lexikalischer Ordnung.

6. Theorieteil: Deontologische gegen teleologische Ethik: Diese Sektion kontrastiert die deontologische Ethik von Rawls mit der teleologischen Ausrichtung des Utilitarismus.

7. Die gerechte Verteilung: Hier wird untersucht, wie Rawls Gerechtigkeit als gerechte Verteilung von Grundgütern definiert und warum das utilitaristische Nutzensummenprinzip dazu im Widerspruch steht.

8. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass der Utilitarismus das Risiko birgt, Individualrechte zugunsten des Gesamtwohls zu opfern, während Rawls diese unabhängig davon schützt.

Schlüsselwörter

John Rawls, Theorie der Gerechtigkeit, Utilitarismus, Urzustand, Schleier des Nichtwissens, unparteiischer Beobachter, Verteilungsgerechtigkeit, Deontologie, Teleologie, Maximin-Regel, Gerechtigkeit als Fairness, Nutzenmaximierung, Grundgüter, Gesellschaftsvertrag, Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls und vergleicht diese kritisch mit der utilitaristischen Ethik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit thematisiert insbesondere den Urzustand, die Gerechtigkeitsprinzipien, die Verteilung von Grundgütern sowie den methodischen Gegensatz zwischen deontologischer und teleologischer Ethik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, wie eine gerechte Gesellschaft nach Rawls definiert wird und inwiefern sich dieser Ansatz durch eine Abgrenzung zum klassischen Utilitarismus auszeichnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einem systematischen Vergleich von Gerechtigkeitskonzeptionen auf Basis der Primärquelle von Rawls und einschlägiger Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des Urzustandes, die zwei Gerechtigkeitsprinzipien, die unterschiedlichen ethischen Begründungsmuster und die Frage der gerechten Güterverteilung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind der Urzustand, der Schleier des Nichtwissens, Gerechtigkeit als Fairness, Nutzenmaximierung und die Maximin-Regel.

Inwiefern unterscheidet sich die Ausgangslage im Utilitarismus von der bei Rawls?

Während Rawls den „Schleier des Nichtwissens“ nutzt, um eine faire Verteilung aus Eigeninteresse unter Unsicherheit zu garantieren, setzt der Utilitarismus einen „unparteiischen Beobachter“ voraus, der die Nutzensummen aller Betroffenen abwägt.

Kann man sagen, dass Rawls’ Maximin-Regel utilitaristische Züge trägt?

Die Arbeit zeigt auf, dass Rawls’ Maximin-Prinzip insofern utilitaristische Züge aufweist, als es Ungleichheiten zulässt, sofern diese den am wenigsten Begünstigten zugutekommen, um deren Situation zu verbessern.

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Details

Titel
Wie funktioniert Gerechtigkeit in John Rawls „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ im Vergleich zum Utilitarismus?
Hochschule
Universität Regensburg  (Politikwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Manon Harenberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
13
Katalognummer
V1040531
ISBN (eBook)
9783346461957
ISBN (Buch)
9783346461964
Sprache
Deutsch
Schlagworte
John Rawls Utilitarismus Theorie der Gerechtigkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Manon Harenberg (Autor:in), 2020, Wie funktioniert Gerechtigkeit in John Rawls „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ im Vergleich zum Utilitarismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040531
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Leseprobe aus  13  Seiten
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