Wirtschaftsethnologie: Tierdomestikation - Rinderzucht im Ostafrika


Hausarbeit, 1998

12 Seiten


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Inhaltverzeichniss

0. Vorwort

1. Domestikation des Rindes

2. Rinderformen in Afrika
2.1 Die ursprüngliche Form
2.2. Die heutige Formen

3. Nomadismus in ost-subsaharischen Afrika
3.1 Form der Haltung
3.2 Masai
3.2.1 Kraal
3.2.3 Eigentum
3.2.4 Ernährung
3.2.5 Militärische Organisation

4.Schlußbemerkung

Literaturverzeichnis

Abbildungen

0.Vorwort

Das Zusammenleben von zwei Lebensweisen verschiedener Arten ist stets ein sehr interessante Vorgang -. Ob es Seamone und Siedelkrebs oder Mensch und Rind sind, bleibt erstaunlich, daß beide Seiten daran interessiert sind, die Beziehung zu pflegen, wobei sie ihre Aufgabe erfühlen.

In meiner Proseminararbeit habe ich mich mit der „Symbiose“ Mensch - Rind beschäftigt. Die reizende ursprüngliche Frage, wie es zu einer Domestikation gekommen ist, bleibt trotzt aller Vermutungen immer noch offen.

Es wäre sehr umfangreich , die gesamte Lokalität des Zusammenlebens Rind - Mensch mit allen Beispielen, die in der verschiedenen Teilen der Welt zu nennen sind, aufzufassen. Ddeswegen habe ich mich auf das ostafrikanische Gebiet bezogen, mit einem wohl interessantesten Beispiel des Hirtenvolkes Masai. Der Grund für meine Wahl ist das enge Zusammenleben diesen Menschen mit dem Rind.

Im ersten Kapitel habe ich versucht , den Historische Prozeß und die Ursache der Domestikation darzustellen, und zwei verschiedene Ansätze darzubieten.

Das zweite Kapitel handelt um die drei spezifischen Formen der Rinder im afrikanischem Gebiet mit der Betonung auf Zebus als einen Mutanten,der für das tropische Klima geeignet ist.

Im dritten Abschnitt habe ich einen Exkurs zum Thema Nomadismus gemacht, um die wichtigste Charakteristika für eine Form dieser Lebensart der Menschen darzustellen, die einen besonderen Gebrauch und Zusammenleben mit dem (in diesem Fall) Rind führen. Darunter werden Formen der Haltung des Viehes vorgesstellt und der gesammte Fokus wird auf die Masai als ein Beispiel eines Nomadisch- kriegerischen Stammes gerichtet, der in sich sowohl die Afrikanische ( von den Bantu beeinflußte) Lebensweise auch vermutlich ursprüngliche jüdisch - äthiopische Züge verbindet.

Meine Arbeit basiert sich hauptsächlich auf das Werk von Ceasar Bovettger, der allgemein über Haustiere Afrikas und ihre Domestikation schreibt, und von M. Merker, der die erste und umfangreichste Monographie über Volks der Masai schhuf.

1.Domestikation des Rindes

Domestikationsversuche von Tieren durch den Menschen kann man verschiedenerweise erklären. Ich gebe hier den Beitrag von Caesar Bovettger, (Die Haustiere Afrikas ) der von E. Hahn Theorie ausgeht, vergleiche dann mit Zeuners Werk (Geschichte der Haustiere ), als zwei unterschiedliche Begründungen des Vorgangs.

Boettger ist ein Vertreter des religiöses Zweckes der Domestikation von Rind. Nach seiner Meinung ist das Rind gezähmt worden 1 * durch das Bedürfnis der Opfervorratesherde ** beim Mondkult ***.

Alls später die Vorstellung vortrat, daß es wirksamer wäre, mit dem heiligem Fruchgtbarkeitstier die Erde zu bearbeiten, kam zu Entstehung des Pfluges und damit auch die Opferung der sexualität des Stieres zum Gunsten der Mondgötin. Auf die Weise entstand der Ochse und man stellte fest, daß der Ochse durch die Operation besser lenkbar ist (,Boettger; 36-37). Man kann sehen, daß die Rinderdomestikation unterschiedlicher als bei zwei anderen gewöhnlichen Haustieren wie Hund und Schwein verlaufen hat, die als erste domestiziert wurden, nämlich aufgrund ihre eigene Initiative, um sich mit Nahrung zu versorgen, die in der Nähe des Menschen immer zu finden war. Der Mensch nutzte sie für seine Zwecke erst später. (Boettger.;33).

Doch die Frage wie eine solche Vorratsherde entstanden ist, bleibt immer offen. Erwachsene, nicht gezähmte Tiere sind sehr schlecht lenkbar und unwillig.( Man muß sich auch die Größe, Gewicht, Maße und dazu entsprechende Gefahr, was von einem erwachsenem Stier ausgeht, vorstellen. ) Boettger vermutet : ..“durch allerhand Kunstgriffe, wie etwa die Darreichung von Salz an die Tiere, erreichen erfahrene Priester...einen hohen Grad von Zahmheit und Vertrautheit ihres Pfleglinge. „ ( Boettger; 36)

Zeugner sieht die Domestikation in einem Biologischen Zusammenhang . Er vergleicht das Zusammenleben vom Mensch und Tier zu eine Art von Symbiose, die man in freier Natur immer wieder finden kann ( SiedlerkrebsSeearosee ) ( Zeuner;35.), die auf einer Wirt - Gast Beziehung **** ( Wirt als Ausbeuter) basiert ( Zeuner; 36.).

Die Domestikation ist durch rationäle Grunde verursacht . Der Mensch hatte vorher Erfahrungen mit dem Hund und Schaf gemacht .und später auch das Rind gezähmt. ( Zeugner;. 48. ) .Um überhaupt auf den Gedanken zu kommen das Rind zu domestizieren, musste der Mensch mit dem Rind ins Kontakt gelangen: „ Die Rinde sind am Anfang wahrscheinlich im vom Menschen bearbeiteten Land eingebrochen „. Zeugner bezeichnet sie (genau wie Büffel, Elefant, Kaninchen, Gans ) als Ernteräuber (S.52).

Beide Autoren gehen davon aus , daß das Rind nicht das erste domestizierte Tier ist. Jeder hat aber einer eigenen Ansatz, der möglichst den Vorgang der Domestikation zu erklären versucht. Die wesentliche Frage wie- und warumbleibt jedoch unbeantwortet.

2. Rinderformen in Afrika

2.1. Die ursprüngliche Form :

Der Vorfahren der jetztigen domestizierten Form des Rindes im afrikanischem Gebiet ist der bereits ausgestorbene Wildling Ur ( Bos taurur primigenius ), der in einer großen Lokation ( von Pazifik über Zentralasien bis zum Atlantischen Ozean )verbreitet war. (Boettger;33).

Die ersten Domestikationsversuche wurden im vorderasitischenen Gebiet (Mesopotamien ) etwa 2 650 v.Ch.unternommen ( Zeugner ;30). Von dem Gebiet aus kamen Rinder nach Ost- und Nord-Afrika. Die heutigen Rassenunterschiede des Rindes sind Folgen einer möglichen Aufspaltung der Art (Bovettger;33).

2.2.Heutige Formen des Rindes in Afrika

Die heutigen Formen , die im afrikanischem Gebiet verbreitet sind, sind spezielle Formen , die für tropisches und subtropisches Klima geeignet sind (Abb. Nr.1). Sie verfügen über bessere Thermoregulation und größere Fähigkeit die Dürre zu überstehen; also vertragen sie besser Wassermangel. Speziell in Afrika sind diese Formen verbreitet :(Legel,110).

1) Buckellose
2) Zeboide ( ist eine Zwischenform )
3) Zebu = Buckelrind

Zu beachten ist die letzte Form ,die von Steppenrinder stammt und ihre Häufigkeit in Afrika immer mehr zunimmt. Wie schon der Name verratet ist sie mit einem Buckel vesorgt, der mutativ am Körper des Tieres entstanden ist (Abb.2). Dieses Domestikationsmerkmal dient als Nahrungsstoffvorrat, denn es enthält eine große Menge Fett, welches außerdem bei Abbau auch Wasser liefert. Würde aber beispielweise die Fettschicht den ganzen Körper bedecken, würde es im heißem Klima zu Überwärmung führen ( Boettger;61)

3. Nomadismus in Ost-subsaharischen Afrika

Unter Nomadismus wird eine Lebensweise von sozialen Grupen verstanden, deren Wirtschaftsform Herdenviehzucht ist (Janatta;343)

Hans-Georg Schinkell definiert Nomadismus als :

„...ale Formen und Abstuffungen einer Viehwirtschaft, die die beschränkte Kapazität derNaturweiden,Wasserstellen und unter Umständen auch Salzvorkommen hauptsächlich durch planmäßige Verlagerungen der Mehrzahl der Herdentiere,...ausgleicht, unabhängig davon,welche Rolle der Bodenbau oder andere Formen der Ergänzungswirtschafft spielen eine hoch gradig naturabhängige und existenzgefährdete, großräumig operirende,wenig differenzierte Produktionswirtschaft...für den Eigenbedarf, nicht mit großer Wertkonzentration im Produktionsmittel Vieh, sehr schwach entwickelte Vorratswirtschaft und mit ...Armut an Produktionsinstrumenten und anderen materielen Kulturgütern, doch mit hochentwickelter Arbeitsorganisation.“(S.11)

Die größe einer Herde,wie schon Schinkell ewähnt hat, ist von zwei ökonomischen Grenzen bestimmt. Die obere ist von den Naturbedienungen geprägt ( genügend Weiden, Wasser,ect.) Die untere hängt von der Sicherung des Lebensunterhaltes einer Familie, bzw.min. Zahl des Viehes für Unterhalt eines Familienmitgliedes, wobei das Rind ( in afrikanischem Gebiet ) eher als Fleischvorrat * dient, nicht als Hauptnahrungsmittel. Zur Ernährung für den Hirten und seinen Familie dient Milch.( Legel;446 ) . *,**,***,**

Es gibt immer eine Bestrebung ,die Herde so groß wie möglich zu halten,denn das Rind ist...“das Kapital , nach dessen Umfang man den Reichtum eines Mannes wertet.“ ( Bovettger; 1954:68.)

Als typische Charakteristika der Nomaden bezeichnet Schinkell :“...planvolles Handeln, körperliche Beweglichkeit, Selbstbewußtsein, Konservatismus, kriegerischer Sinn und Genügsamkeit. „( S.11).

Außer dem Rind, das vor allem in Sahel-zone und Mongolei genutzt wird, verwenden die Nomaden noch andere Tiere: Schaf und Ziege ( von Nordafrika bis Tibet), Dromedar (Arabische Halbinsel, Afrika), Yak (Tibet) und Ren (Nordeuropa) (Janatta;343).

3.1 Form der Haltung

Nach dem Artikel von Josefine Huppertz,will ich jetzt einige Kategorien vorstellen in die man die Art der Haltung des Viehes einstufen kann.

1) Freier Weidegang -

J.Huppertz beobachtet die Form des freien Weidegangs als ürsprünglichste in der Viehhaltung, sie wird von den Rentiernomaden, besonders in Asien (Sibierien ) und Lappland, betrieben. Die Tiere sind in ständiger Bewegung. Den ganzen Sommer ziehen sie durch das Gebiet der Tundra,und verweilen kaum auf einem Platz. Nur diejenigen, die zum Transport dienen und dadurch gezähmt wurden, halten sie sich in der Nähe des Lagers auf.(S.105).

Das Lebensunterhalt wird durch das Rentierfleisch bestritten, wobei Milch eine geringe Rolle spielt,außer sie wird zum Käsegewinnung bei manchen Ethniken benutz ( S.105).

2)Freie Lagerhaltung

Es handelt sich um eine jungere Gestaltung der Viehhaltung ,wo die Tiere am Abend zusammen getrieben werden, damit sie sich in der Nacht nicht verlaufen. Diese Form kann man in Südsibirien, Zentralasien, Arabien und auch Nordafrika beobachten ( S.106).

3)Kraal

Diese Einrichtung ist für die Gebiete Ost-, Süd-Afrika und Madagaskar typisch. Huppret unterteilt sie weiter in zwei Beriche(S 107-108 ).

*)Kraalhaltung

I m Vergleich zu Lagerhaltung bietet Kraalhaltung einen besseren Schutz vor wilden Tieren vor allem durch die mit Dornenhecken eingezäumte Viehplätze, die im Zentrum von der Siedlungsanlage stehen ( S.108) Abb.3.

**)Kraalwirtschaft

Kraalwirtschaft unterscheidet sich vor allem durch die Nutzung des Mistes als Düngemittels. Anstatt Zelte, die bei den ersten Viehhaltunsformen benutzt wurden, werden Hütten gebaut und bei ihrem Bau findet der Viehmist wieder seinen Gebrauch ( S.108). Die Hütten deuten auf eine viel größere Seßhaftigkeit den Nomaden an.

Milch wird hier als Hauptnahrungsmittel verwendet. Fleisch lediglich als Zuleistung ( S.108).

3.2 Masai

3.2.1 Abstammung und Ursprung :

Volk der Masai stammt aus Hamito-Nilotischen Südgruppe, die heute im Westkenia und Nordtansania zu finden ist Abb.4( Kronenberg,1979:171). Ursprung der Masai war,wie Merker glaubt,auf der arabischen Halbinsel, wo auch andere Semmiten abstammen.Nach Afrika sollen sie um das 4.Jahrtausend vor Ch. gekommen sein( Merker;3).

Merker vermutet eine ursprüngliche Zusammenhörigkeit der Masai und der Israeliten. Die Masai, die Hebräer und die Amoriten sind Nachfolger des Urvolkes der Amai (S.332). Als Beweiße liefert Merker eine Menge von Beispielen aus Sitten, Gewohnheiten, religiösen Vorstellungen etc., die mit den Geschichten aus dem Altem Testament zu vergleichen sind ( zB. : Bennenung des Gottes, monotheistische religiöse Vorstellung , Die Arche Noas,...etc.). Das die Masai bei ihren religiösen Vorstellungen durch Missionäre beeinflußt worden sind, hält Merker nicht für möglich( S.294).

Dagegen glaubt Kronenberg,daß die Masai eher von der Kultur der christlichen Äthiopier und Galla, islamischen Sommali und indisch-persische- Arabischen Kultur beeinflußt werden ( Kronnenberg;175).

3.2.2 Kraal

Wie ich schon im der kap.3.1 angedeutet habe ,ist die Kraalwirtschaft eine Form der Haltung des Viehes, die speziell im Afrika hervortritt. Dieses finden wir auch bei den Masai.

Krall stellen 20-50 aneinander gebauten Kopfhütten aus einem Material, der immer an der Stelle vohanden ist,dar. Zum Hüttebau wird , Graß, Rinderhäute und Rindermist benutzt. Hüttenbau ist eine Frauenangelegenheit ( Merker;23). Der Kraal wird mit einem hohen Zaun von dornigen Akazienäste umgeben ( S.26).

In einem Kraal leben mehrere Familien zusammen ( verheiratete Männer,ihre Frauen, Kinder).

Die Viehherde besteht aus Rindern ( kurzhornige,langhornige Form des Zebus), Schafen, Ziegen, Esel.

Das Vieh wird von älteren Knaben bewacht (S.28).

Kühe werden nie geschlachtet, sie haben Eigennamen (S.161) und sind mit Eigentumsmarken geschmückt, die im Form einer Ornamentierung im Körper des Tieres gebrannt sind (S.163 ). Falls ein Stier geschlachtet wird, sein Körper wird mit viel Sorgfalt zerteilt .

„Jeder einzelne Muskelwird herausgeschält,da besondere Speisegezetze bestimmen, welche Menschenklasse dies oder jenes Stück zufällt..“ (Merker 168)

Es gibt auch unterschiedliche Regeln, wie das Auseinanderschneiden und Zuteilen abläuft, je nach dem ob das Tier im Busch oder im Kraal zerlegt wurde. Kranke Tiere werden geheilt. Masai konnen einige Viehkrankheiten behandeln zB. Lungenzeuche wird mit einer Art Impfung saniert.* (S.166). Nachdem die Weide um den Kraal abgegrast ist, ziehen die Masai weiter, dort, wo ein geigneter Platz von Kundschaften gefunden wurde,und auf der Stelle wird ein neuer Kraal gebaut (S.168).

3.2.3 Eigentum

Eigentum in der Form eines Familienbesitzes existiert nicht ( S.28 ),der einzige Eigentümer im Kraal ist der Familienvater, der zugleich Familienoberhaupt ist ( S.30). Sein Reichtum ist vor allem auf der Zahl des Viehes geschätzt, wo der erste Wert das Rind darstellt. Aber auch Hütten und Haushaltrat gehören ihm, obwohl sie praktisch von den Ehefrauen verwaltetwerden. Das Vieh , das auf den Kriegerzügen erbeutet wurde geht auch unter den Besitz des Vaters ( S.30 ). Die Hauptfrau kriegt einen größeren Teil der Rinder zur Nutzung,was sie selbst bewirtschaften kann, ohne daß der Mann sich in ihre Angelegenheiten einmischt (S.30 ).

Eigentum des Vaters teilt sich erst,wenn die Söhne der Frauen, deren ein teil der herde zur Benutzung gegeben wurde, mindestensz 12 Jahre alt sind . Falls ein Sohn das Vieh bekommt, zieht er mehrere Kilometer mit seine Mutter weiter, um einen eigenen Krall anzulegen( S.28 ).

3.2.4.Ernährung

Der Austauschprinzip ist ein Schwerpunkt bei der Ernährung der beweglichen Nomadenvölker .Sie müssen, um die gebrauchte Kohlenhydrate ersetzen, entwerder selbst subsidiäre Ackerbau betreiben oder Kontakte mit seßhaften Völkern pflegen, von denen sie verschiedene Anbauprodukte bekommen können. Merker schreibt,daß nach der Viehzeuche 1890 sich Masai selbst auch mehr mit Ackerbau zu beschäftigen angefangen haben.(S.32).

Sonst bleib ihre Präferenz natürlich bei den Rindprodukten, wie . Milch, Fleisch, Blut. Und zwar die Milch inder gekochter oder frischer Form,und das Blut wird sehr beliebt frisch getrunken( wird als Blutenzug dem lebenden Tieren gennomen).*** Zu vermeiden ist, daß Milch und Fleisch an einem Tag zusammen getrunken werden, man glaub, „..daß das Euter der Kuh, von welcher jene Milch stammt, dauernd krank werden würde.“ ( S .33.) Daher wird Milch nur sehr ungern verkauft, denn man kann nicht ähnen ob der käufer später beide Lebensmittel vermischt (S.32 )

Was sonst an Milch, Fleisch,und Fellen nicht im eigenen Haushalt verbraucht wird, wird zum Tauschmittel, mit dem man vegeterische Lebensmittel einkauft. Wildfleisch, Vögeln und Fische werden verabscheut ( S.33 ).Man verarbeitet aber auch Honig, aus dem Hönigbier gemacht wird oder benuzt ihm als Medikament ( S.34 ).

3.2.5. Militärische Organisation

Der größe Teil des Vermögens eines Familienvaters stammt, wie schon im kap.

3.2.2. erwähnt, aus den Raubzügern der Krieger.

Kriegesleben gehört zu den wesentlichen Zügen der Masai und mit der Beute wird in der Wirtschaft der Masai gerechnet. Darum müssen sie über eine präzise militärische Organisation verfügen, die bei ihnen aus dem Prinzip der Altersklassen besteht ( S. 73 ).

Das Heer setzt aus zwei Kriegerklassen, wo Männer zwischen 15-30 Jahre organisiert sind, zusammen. Rekruten sind die jungsten Männer, die gerade eine Beschneidung durchgemacht haben. Die höhere Klasse bilden die Krieger, ihrer Helden „ol oinoni „ ( Stiere ) gennant werden. Als Reseve für eine mögliche Kriegszeit dienen die jüngssten verheiratete Männer ( S.73 ). Die Krieger leben in einem separat lokalisierten Kraal, der meistens die strategische und währ- positionen nimmt. Dort wohnen 20-50 ( S. 82 ) Männer mit ihren Müttern und erwachsenen, unbeschnittenen Mädchen ( S.27 ). Mit der Einstuffung in die Kriegerklasse verdienen die Rekruten ein besseres Ansehen, deshalb wünschen sie sich so schnell wie möglich den Kriegern gleich zu sein ( S.76 ). In der Zeit wo sich die Rekruten bereit und stark genug fühlen , verlangen sie mit Provokationen Ansehen von Seite der Krieger, die dann bereit sind sie in einer den nächsten Nächte zu überfallen und falls Rekruten diesen nicht unterliegen, dürfen sie als Soldaten anerkant werden und ihr eigenes Kriegeskraal bauen. Die älteren Krieger dürfen,wenn sie ungefähr das dreizigste Jahr erreicht haben,heiraten und die Kriegerklasse verlassen. Das geschiet in der Regel kurz nach dem die Rekruten zum Soldaten geworden sind.( S.82 ).

4.Schlußbemerkung :

Das Rind spielt immerhin in der Domestikationsgeschichte eine wichtige Rolle. In dem ostafrikanischen Gebiet könnte man Rind, vor der Kolonisation und dem Einführen des komerziellen Geldes, als einer der wichtigsten wirtschaftlichen Mitteln betrachten. Und auch noch heute gehört es in vielen Entwicklungsländer zu den unentbärlichen Arbeits und Transportsmitteln.

Im Gegensatz zu der Domestikation von Schwein, Ziege oder Hund, ist die Rinddomestikation ein viel anspruchsvollen Vorgang. Die Frage, was genau den Anlaß gab, das Rind zu domestizieren, bleibt unbeantwortet. Jedoch habe ich versucht klar zustellen, welcher wirtschafltichen und sozialen Einfluß das Rind auf denn Menschen ausüben kann.

Literaturverzeichnis :

Boettger, C. : Die Haustiere Afrikas. S.33-73.jena. 1954.

Huppertz, J. : Unterschiede in der Tierhaltung bei den Viezüchternn Asiens und Afrikas.In : Tirage a part : Actes du IV Congres International Anthropoloques, Vienne 1952, Tome II.

Janatta, A. :Nomadismus. In :Hirschberg, W. Hg. : Neues Wörterbuch der Völkerkunde . S.343-344. Berlin.1988.

Kronenberg, A. : Die Niloten. In : Baumann, H. Hg. : Die Völker Afrikas. Bd. II. S. 157-175. Wiesbaden.1979.

Legel, S. : Nutztiere der Tropen und Subtropen. Bd I. Leipzig. 1989

Merker, M. : Die Masai. Berlin 1904.

Zeuner, F. : Geschichte der Haustiere. 1963.

[...]


1 *nicht wirtschaftlichen Zwecks wegen, sondern religiösen

** Damit die Priester nicht immer davon abhängig waren, ob die Jäger ein Tier erlegen, wurde eine heeilige Herde als Vorrat gehalten. (Boettger;36)

*** Mondwechsel gilt in vielen Kulturen als Zeitmesser beim Anbauen. Daher enstand Kult der Mondgöttin als Gottin der Fruchtbarkeit ( Nicht zufälig wegen der Verbindung des Frauens 28-Tage Zyklus und des Mondwechsels.). Um ihre Gnade zu gewinnen, wurde nach einem Tieropfeer mit ihrem Zeichen gesucht. Die Rinderhorne, die an den Mondsiegel erinnern und zugleich eine Krönnung des Kopfes darstellen, boten sich an.

**** Wirt - Gast Beziehung charakterisiert Zeuner als eine andere Art von Parasitismus ( der Gast lebt ausschließlich von den Produkten seines Wirtes),die man in der Verhältnis Mensch -Tier nur bei den Masai finden kann. Die Rinde werden in der Regel nicht zum Fleischverbrauch geschlachtet, sondern zum Blut- und Milch- abzug gehalten (Zeuner;46).

*

*...“ bedeutet für weite Gebiete Afrikas der Rinderbestend nichts anders als einen Fleischvorrat, den man essen könnte,den man aber in allgemeinem nicht angreift...“.(Boettger;68 ) Also im Afrika handelt sich daher um eine rein wirtschaftliche Angelegenheit - Schatzanhäufung Prinzip wobei in Indien, wo das Rind vom Verzehr ausgeschlosen ist ,handelt sich um religiöse Tabu.

** “ Die Verwendung der Milch für die menschliche Ernährung hängt vielmehr in ihrem Anfang eng mit der sakralen Bedeutung des Rindes zusammen Daraus entwicklete sich im Orient allmahlich die Gewohnheit , Milch allgemein als Opfergabe zu verwenden...so sschaltete sich der Mensch neben dem Kalb in das Milchgenuß ein.“( Boettger; 42).

*

* Dem kranken Tier werden mehr ere Schnitte in der Nase gemacht und dann mit einem Stück der angeschwollenen Lunge gerieben. Die verwundete Nase schwölt richtig an und Schleim fließt daraus. „..Die Krankheit kommt aus der Nase heraus, sagen die Leute.“( Merker;166 ).

*** Es wird einen Riemen um den hals gebunen , damit die Ader merkbarwird, und mit einem Pfeil angeschossen. Dem Tier wird auf diese Weise 4-5 Liter Blut abgesaugt. Merker beschreibt eine von Sagen der Masai... „als Serea eben geboren war, sah Gott, daß die Milch allein zu Sättigung der Menschen nicht mehr reichte. Er zeigte ihnen daher, wie sie das Blut des lebenden Viehes abzapfen können und gab ihnen den dazu nötigen Pfeil und Bogen. Aber verbot den Menschen nochmals ausddrücklich, ein Tier zu töten.“(S.263)

12 von 12 Seiten

Details

Titel
Wirtschaftsethnologie: Tierdomestikation - Rinderzucht im Ostafrika
Autor
Jahr
1998
Seiten
12
Katalognummer
V104059
Dateigröße
350 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftsethnologie, Tierdomestikation, Rinderzucht, Ostafrika
Arbeit zitieren
Jana Novackova (Autor), 1998, Wirtschaftsethnologie: Tierdomestikation - Rinderzucht im Ostafrika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104059

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