Rezensionen zu "Maria Montessori – Zehn Grundsätze des Erziehens" und "Inklusive Reggio-Pädagogik"


Rezension / Literaturbericht, 2021

18 Seiten, Note: 2,3

Anonym


Leseprobe

Gliederung

1. EINLEITUNG

2. MARIA MONTESSORI - ZEHN GRUNDSÄTZE DES ERZIEHENS

3. INKLUSIVEREGGIO-PÄDAGOGIK

4. VERGLEICH UND KRITIK DER BEIDEN WERKE
4.1 Gemeinsamkeiten
4.2 Unterschiede

5. EMPFEHLUNGEN

LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

Im Rahmen meines Studiengangs und derVorlesung werden in dieservergleichenden Rezension zwei Bücher vorgestellt, die zwei verschiedene theoretisch-praktische Herangehensweisen darlegen. Auch für Eltern und Erziehungsberechtigte kann dieser Beitrag als Unterstützung dienen, um die passende Erziehungsmethode auswählen zu können. Zugleich zeigt der Vergleich dieser zwei Bücher die Vielfältigkeit von Erziehungsmöglichkeiten und wie sich diese in Laufe derzeit entwickelt und an die wandelnden Prozesse der Welt angepasst haben. Beide Bücher können Ähnlichkeiten aufzeigen, aber auch zugleich Unterschiede darlegen.

Im folgendem wird nach einer kurzen Vorstellung derAutorinnen der pädagogischen Ansätze, eine Zusammenfassung des Werkes wiedergegeben. Vorerst wird das Buch „Maria Montessori - Zehn Grundsätze des Erziehens“ bearbeitet. Dabei werden die theoretischen Grundgedanken und die Methode(n) präsentiert, die den pädagogischen Ansatz und seine Essenz beschreiben. Darauf folgt das zweite Buch „Inklusive Reggio­Pädagogik“, welches ebenfalls versucht das Werk und die dahinterliegende Intention wiederzugeben. Im zweiten Teil folgt eine Auseinandersetzung mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden dieserzwei Büchersowie einige kritische Aspekte, die subjektiv dargelegt werden. Dazu werden mögliche Verbesserungsvorschläge vorgeschlagen und eine Empfehlung der Bücher gegeben.

2. Maria Montessori - Zehn Grundsätze des Erziehens

Becker-Textor, I. (Hrsg.) (2010): Maria Montessori - Zehn Grundsätze des Erziehens (3. Aufl.). HerderVerlag: Freiburg

Herausgeberin - Ingeborg Becker-Textor

Becker-Textor (geb. 1946) ist eine Dipl.-Sozialpädagogin und Dipl.-Pädagogin mit einem Montessori-Diplom. Jahrelange Erfahrungen hat sie in Kindergärten gesammelt und istAutorin von Fachbüchern.

Maria Montessori - Biografie

Maria Montessori ist 1870 in Italien zur Welt gekommen. Sie ist als Einzelkind in einer wohlhabenden und liberalen Familie aufgewachsen. Neben Medizin studierte sie zusätzlich Pädagogik, Psychologie und Physiologie. Im Jahr 1922 wurde sie zum Regierungsinspektor aller Schulen Italiens ernannt. Ihre letzten Jahre verbrachte Montessori in Holland, wo sie mit 81 Jahren im Jahr 1952 verstarb (MunzigerA.)

Inhalt

In dem Buch „Maria Montessori - Zehn Grundsätze des Erziehens“ versucht die Autorin Ingeborg Becker-Textor die aus ihrer Sicht wichtigen Punkte der Lehren Montessoris kompakt darzustellen. Die Herausgeberin beginnt mit einem Vorwort, begleitend von einem Kapitel zum Leben von Maria Montessori und einem zweiten Kapitel zur eigentlichen Methode. Die ersten zwei und letzten zwei Kapitel zurAufgabe der Eltern und das Schlusswort, sind die kleinsten Fragmente des Buches. Der Hauptteil und Kernstück derArbeit spiegeln sich in den eigentlichen Grundsätzen wider.

Im Vorwort wird die Wichtigkeit und Bedeutung der Montessori-Lehrern beschrieben. Hier heißt es, dass die Texte und Schriften oft selbsterklärend sind und kaum besonders erscheinen. Kritisch betrachtet sich die Herausgeberin in dem Punkt, dass die Auswahl der zehn Grundsätze subjektiv gewählt wurde und keinesfalls das volle Werk von M. Montessori darstellen kann.

Im Kapitel „Maria Montessori - ihr Weg“ wird der Werdegang von Montessori beschrieben. Im nächsten Kapitel „Maria Montessori - ihre Methode“ schreibt die Herausgeberin, dass sie sehr feste Prinzipien überdie Erziehung hat und diese an Aktualität nicht verloren haben sowie „im Erziehungsalltag nur unterstützen“ können (S.21).

Freiheit

Becker-Textor beginnt mit dem Kapitel der Freiheit und fragt sich nach der Kombination von Freiheit und Disziplin und wie beides bei einem Kind funktionieren kann.

Montessori erweitert die Definition des Wortes und spricht von einer „aktive Disziplin“, mit einem ,,hohe[n] erzieherische[n] Prinzip“, welches die Passivität vollkommen ausschließt (S. 32). Somit kann sich Becker-Textor. die Frage beantworten, da Montessori den Begriff für sich anders definiert bzw. ihn erweitert. Freiheit in Kombination mit Disziplin ist nicht institutionell begrenzt und richtet sich nach der Gesellschaft. Zugleich würde die Freiheit da aufhören, wo andere Schaden daran erleiden könnten. (S. 33).

Die vorbereitete Umgebung

Die Herausgeberin stellt sich in diesem Kapitel die Frage, was mit Umgebung gemeint ist und wo ihre Grenzen liegen. Nach Montessori ist damit die Umgebung des eigenen Kinderzimmers aber auch des Kindergartens gemeint. Sie verbindet auch die Unruhe des Kindes mit derfalschen Umgebung und schreibt, dass die Weltfür Erwachsene aufgebaut ist und Kinder sich erstmal anpassen müssen, um daran teilzunehmen (S. 48-54).

Der absorbierende Geist und die sensiblen Perioden

Mit einem absorbierenden Geist schreibt Becker-Textor, meint Montessori einen aufnehmenden Geist. In diesem Kapitel wird der Frage nachgegangen, wie ein Kind es schafft, alltägliche Auseinandersetzungen (z.B. das Erlernen der Sprache) zu überwinden, obwohl diese ihm nicht direktgelehrtwerden. Montessori schreibt dazu: „Dies alles vollbringt das Kind, in dem es schlicht und froh in den Tag hineinlebt, ..." (S. 65). Sie spricht von der Wichtigkeit der ersten Entwicklungsperiode des Kindes. Wir als Erwachsene sollten dafür sorgen, „dass das Kind in seinen sensiblen Perioden nicht unter Einschränkungen oder Störungen leidet, die die Tätigkeit des absorbierenden Geistes einschränken könnten“ (S. 69).

Das Kind als Baumeister des Menschen

Zu Beginn des Kapitels stellt sich Becker-Textor die Frage, ob man mit derAussage „Baumeister des Menschen“ nicht das Kind über den Erwachsenen stellt. So ist die Meinung von Montessori, dassjedes Kind von Geburt an einen Plan hat, dem es folgt, um zu einem vollkommenen Menschen zu werden (S. 71). Die Eltern sollten die Rolle des Baumeisters hinter sich lassen und sich in der Rolle des Unterstützers wiederfinden, worin sich die Autorität widerspiegeln wird (S. 72ff.). Als Erwachsener hat man folglich als Aufgabe die Umgebung so aufzubereiten, dass das Kind alle seine Fähigkeiten dort entfalten kann (S. 75).

Die Polarisation derAufmerksamkeit

Die Herausgeberin stellt sich in diesem Kapitel die Frage, ob Erwachsene Kinder nicht pauschal als unkonzentriert sehen. Sie befestigt ihre Aussage mit dem Argument, dass in Ratgebern für Erziehung und manchmal auch in derAusbildungszeit, den Erzieherinnen gesagt wird, dass eine Beschäftigung für das Kind nicht länger als 30 Minuten andauern dürfte, da diese sich nicht länger konzentrieren könnten. Montessori widerlegt diese Aussage mit einer ihrer Praxiserfahrungen, indem ein Kind durchgehend und unaufgefordert eine einzige Übung gemacht hat, obwohl im Hintergrund mehrere andere Sachen passiert sind (S. 81). Auch als sie mit der restlichen Klasse andere Übungen durchgeführt hat, hat das eine Kind seine Beschäftigung nicht abgebrochen (S. 81). Die Herausgeberin schreibt, dass dieser pauschale Gedanke durch die Ungeduldigkeit und den fehlenden Respekt in der Beobachtung der Erwachsenen kommen würde und Kinder mit wiederholten Übungen ihre „Selbstsicherheit“ stärken wollen (S. 85).

Lernen mit der Drei-Stufen-Lektion

In diesem Kapitel geht es um die Drei-Stufen-Lektion von Montessori, die für die Verknüpfung von Wahrnehmung und Sprache angewendetwird. In der ersten Stufe geht es um das Vorzeigen und die Assoziation von Farbe und Gegenstand. In der zweiten geht es um die Erkennung nach der Benennung. In der dritten Stufe geht es um die Erinnerung (S. 91). Von Seiten der Erwachsenen ist in diesem Fall die Geduld zu erwarten (S. 94).

Die Lektion der Stille

Becker-Textor stellt sich die Frage, ob es sich bei Stille um eine grundsätzliche Annahme oder um eine pädagogische Aufforderung handelt. Montessori ist der Meinung, dass Kinder durchaus die Stille liebend gern praktizieren; dafür müsse man dem Kind Anstöße geben und es wird es ausführen (S. 89-101). Nach Montessori sollte Stille zur „Normalität“ werden, ohne ein „Befehl“ funktionieren und sich nicht (nur) auf die akustische Abschaltung beziehen, sondern auf „die Einstellung jeder Bewegung“fokussieren (S. 102).

Isolierung einer Eigenschaft im Material - Begrenzung des Materials In diesem Kapitel geht es um ein Prinzip von Montessori, was das Ziel besitzt, „Klarheit bei der Differenzierung der Dinge“ zu erlangen und damit das „Interesse am >Unterscheiden< “ zu fördern (S. 107). Ein übermäßiger Bestand an vielen Spielzeugen, würde dem Kind große „Anstrengung“ in der Signalverarbeitung bereiten (S. 112). Zusätzlich würde dies zu negativen Folgen im Kind und seinem Verhalten führen (S. 116).

Die neue Lehrerin

Die Autorin beginnt ihr Kapitel mit Montessoris Aufforderung nach der neuen Erziehungskraft, womit auch alle anderen erwachsenen Beteiligten gemeint sind. „Montessori fordert, dass sie schweigen statt reden muss, statt unterrichten muss sie beobachten, statt stolzerWürde muss sie Demut zeigen.“ (S. 117) Die Aufgabenbereiche der neuen Erziehungskraft kann man in drei Aspekte unterteilen. Im ersten Stadium soll sie ihrAugenmerkaufdie umliegende Umgebung richten. Im zweiten Stadium für eine Umgebung sorgen, die die Konzentration der Kinder aktiviert. Im dritten und letzten Stadium geht es um die praktische und konzentrierte Ausübung der Tätigkeit vom Kind, in welche die Erziehungskraft sich nicht einmischen soll, um es nicht abzulenken (S. 121ff.).

Die Natur in der Erziehung

Einleitend in das Kapitel schreibt Becker-Textor über die Wichtigkeit der Natur als ein „Erziehungsprinzip“, was auch Montessori zu ihren Zeiten erkannt hat. Die Pädagogin führt weiter aus, dass das Ziel nicht darin liegt sich in der Natur auszukennen, sondern auf natürliche Weise sein Leben zu führen. Heutzutage seien die Begegnungen vom Kind und Naturzu kurz. So schreibt sie, „dass das Leben des Feldes den kleinen Kindern besser entspricht, als die Philosophie und der Symbolismus von Blumen“ (S. 140). Dementsprechend sollten wir Kinder nicht nur auf Blumen beschränken, sondern ihnen auch andere Natur-Arbeiten Zutrauen. Zum Abschluss schreibt die Herausgeberin, dass wir als Erwachsene „die Natur zu einem Erziehungsinhalt in unserem Leben“ machen und „in unserem pädagogischen Handeln“ widerspiegeln sollten (S. 141).

Die Aufgabe der Eltern

In diesem letzten Kapitel wird noch mal wiederholt, wie wichtig die Rolle der Eltern für die Kinder und ihre Erziehung ist. Erziehungsberechtigte sollten mit „Offenheit und Bereitschaft“ an die neue Art der Erziehung rangehen und „den Kampf um die Anerkennung der Rechte des Kindes“ als persönliche Aufgabe ansehen (S. 144). Zuletzt spricht die Herausgeberin alle Beteiligten an der Erziehung an und listet zwölf Gebote auf, was für eine fördernde Entwicklung des Kindes in der Umgebung geleistet werden soll (S. 145ff.).

Schlusswort

Zum Schlusswort schreibt Becker-Textor, dass alle zehn Grundsätze subjektiv von ihr gewählt und interpretiert wurden. Mit diesen Grundsätzen war ihr Ziel den Leserinnen eine mögliche Interpretation von der Montessori-Pädagogik zu geben und Anreize für neue Erziehungsmethoden vorzustellen.

3. Inklusive Reggio-Pädagogik

Jobst, S. (2007): Inklusive Reggio-Pädagogik. Projekt Verlag: Bochum/Freiburg Sabine Jobst absolvierte an der Hochschule Fulda den Studiengang Sozialpädagogik und studierte dazu an derJohann Wolfgang von Goethe-Universität in Frankfurt am Main Soziologie.

Die Reggio-Pädagogik wurde am dem Jahr 1970 von Loris Malaguzzi unterstützt und weiterentwickelt. Erwurde im Jahr 1920 in Italien geboren und absolvierte das Lehramtsstudium. Er ist unter anderem Gründer eines Volkskindergartens und mehrerer anderer Einrichtungen und bereiste ebenfalls andere Länder, um seine Methoden vorzustellen. Im Jahr 1994 ist Malaguzzi verstorben.

Einleitung

Sabine Jobst erzählt in der Einleitung, dass sie durch ihren Studiengang angefangen hat sich mit der Inklusion in der Reggio-Pädagogik auseinanderzusetzen.

Die Motivation, dieses Buch zu veröffentlichen, lag daran, dass im deutschsprachigen Raum dieser pädagogische Ansatz kaum mit Inklusion verbunden wird. So möchte die Autorin Aspekte ausfiltern und aufzeigen, wie inklusiv der Reggio Ansatz ist. Für diesen Themenschwerpunkt nutzt sie das .Index für Inklusion' für Kindertageseinrichtungen. DieAutorin unterscheidet den Erfahrungsbestand von Italien und Deutschland, da Italien viel mehr und länger Kinder mit und ohne Behinderung zusammen unterrichtet hat als Deutschland.

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Rezensionen zu "Maria Montessori – Zehn Grundsätze des Erziehens" und "Inklusive Reggio-Pädagogik"
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
2,3
Jahr
2021
Seiten
18
Katalognummer
V1040612
ISBN (eBook)
9783346463036
ISBN (Buch)
9783346463043
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rezensionen, maria, montessori, zehn, grundsätze, erziehens, inklusive, reggio-pädagogik
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Rezensionen zu "Maria Montessori – Zehn Grundsätze des Erziehens" und "Inklusive Reggio-Pädagogik", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040612

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