Hermeneutische und empirisch-sozialwissenschaftliche Analyseverfahren


Hausarbeit, 2000
14 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhalt

1. Einführung

2. Hermeneutische und empirisch-sozialwissenschaftliche Analyseverfahren
2.1. Ziele der Film- und Fernsehanalyse
2.2. Hermeneutische Film- und Fernsehanalyse
2.3. Empirisch-sozialwissenschaftliche Film- und Fernsehanalyse

3. Diskussion konkreter Analyseverfahren
3.1. Knut Hickethier: Film- und Fernsehanalyse
3.2. Silbermann/ Schaaf/ Adam: Filmanalyse
3.2.1. Alphons Silbermann
3.2.2. Michael Schaaf
3.3. James Monaco: Film verstehen
3.4. Helmut Korte: Einführung in die systematische Filmanalyse
3.5. Eberhard Opl: Das filmische Zeichen als kommunikationswissenschaftliches Phänomen

4. Zusammenfassung

Anlagen: Literaturverzeichnis

1. Einführung

Ein Film oder eine Fernsehsendung kann auf unterschiedliche Art und Weise analysiert werden. Je nach Analyseziel und Fragestellung ist die Verwendung verschiedener Methoden günstig. In der folgenden Hausarbeit sollen hermeneutische und sozialwissenschaftliche Analyseverfahren dargestellt und ihre Unterschiede deutlich gemacht werden. Anschließend werden konkrete Analyseansätze vorgestellt und diskutiert. Grundlage hierfür bilden die Werke verschiedener Autoren: Knut Hickethier, Alphons Silbermann/ Michael Schaaf/ Gerhard Adam, James Monaco, Helmut Korte sowie Eberhard Opl. Es soll eine Einordnung in hermeneutische und empirisch-sozialwissenschaftliche Verfahren versucht werden.

2. Hermeneutische und empirisch-sozialwissenschaftliche Analyseverfahren

2.1. Ziele der Film- und Fernsehanalyse

„Film- und Fernsehanalyse will über die ästhetischen Strukturen von Filmen, Fernsehsendungen und Videos Einsichten und Erkenntnisse sprachlich formulieren, um sie auf diese Weise bewußt zu machen“ ( Knut Hickethier, 1996, Seite 27 ). Ihr Ziel ist es, das sinnlich Wahrgenommene in seinen Strukturen zu durchschauen und bewusst zu machen. Auf diese Weise kann auch der ästhetische Genuss gesteigert werden, da der Rezipient in der Lage ist, selbst verborgene Bedeutungspotentiale zu erschließen. Darüber hinaus trägt die Analyse eines Films bzw. einer Fernsehsendung zur Steigerung der eigenen Kompetenz im Umgang mit audiovisuellen Medien bei. Mediale Prozesse können besser beurteilt und eingeordnet werden. ( vgl. Knut Hickethier, 1996, Seite 27 – 29 )

Neben den oben genannten allgemeinen Zielen, verfolgt jede Film- oder Fernsehanalyse spezifische Richtungen. Diese ergeben sich aus den Fragestellungen. Je nach Schwerpunkt muss die günstigste Analysemethode ausgewählt werden, um möglichst ergiebige Untersuchungsergebnisse zu gewährleisten. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Hauptrichtungen der Film- und Fernsehanalyse: zum einen hermeneutische und zum anderen empirisch-sozialwissenschaftliche Verfahren. Während diese Methoden sich lange Zeit gegenseitig ausschlossen, herrscht heute eine weitgehende Akzeptanz beider. Gegebenfalls ergänzen sie sich oder verschmelzen. In den folgenden Kapiteln sollen sie näher beleuchtet werden.

2.2. Hermeneutische Film- und Fernsehanalyse

Unter Hermeneutik ( griechisch ) versteht man die Kunst der Auslegung. Ihr Ziel ist das Sinnverstehen und Deuten, also die Interpretation eines Werkes. Neben dem Verständlichmachen des Stoffes will sie alle Bedeutungen, sowohl offensichtliche als auch versteckte, erkennbar machen. „Da bei vielen Filmen und Fernsehsendungen es nicht darauf ankommt, sie verständlich zu machen, sollen vielmehr hinter diesem Schein des allgemein Verständlichen die Strukturen der Gestaltung hervorgehoben und die zusätzlich noch vorhandenen Bedeutungsebenen und Sinnpotentiale aufgedeckt werden. Hermeneutisch orientierte Film- und Fernsehanalyse geht von der Mehrdeutigkeit filmischer und televisueller Werke aus und versucht, diese Mehrdeutigkeiten erkennbar zu machen“( Knut Hickethier, 1996, Seite33 ). Die Grundlage der hermeneutischen Herangehensweise ist ein zirkuläres Verfahren. Dabei wird der Text von einem Vorverständnis ausgehend immer wieder neu befragt und bereits vorhandenes Wissen erprobt und erweitert.

Die hermeneutisch orientierte Film- und Fernsehanalyse ist immer subjektiv, da jeder Rezipient aufgrund verschiedener Rezeptionsbedingungen ein unterschiedliches Vorverständnis bildet. Somit kann sie keine allgemeingültigen Ergebnisse liefern.

2.3. Empirisch-sozialwissenschaftliche Film- und Fernsehanalyse

Empirisch-sozialwissenschaftliche Film- und Fernsehanalyse heißt vor allem Inhaltsanalyse. Ihr Ziel ist es, „Strukturen in den Äußerungen in den Massenmedien auf eine objektivierbare, d.h. quantifizierbare Weise zu ermitteln“ ( Knut Hickethier, 1996, Seite 31 ). Es handelt sich also um die Untersuchung quantitativer Merkmale, die in der Regel durch eine statistische Auszählung erfolgt.

Durch diese Art der Erkenntnisgewinnung soll ein „...für andere objektiv nachprüfbarer Wissenszuwachs erreicht werden [...], auf dem wieder neue Studien aufbauen können, so daß am Ende eine gesicherte Konstruktion von Wissen über die Welt ( in unsrem Fall über Film und Fernsehen ) zustande gekommen ist“ ( Knut Hickethier, 1996, Seite 32 ). Die Voraussetzung ist eine gezielte Fragestellung, die die zu beantwortenden Fragen in Form von Hypothesen auf der Basis bereits vorhandener Kenntnisse formuliert. Diese werden an einer Fallsammlung überprüft und verifiziert oder falsifiziert. Gegebenenfalls erfolgt dann eine Neuformulierung der Hypothesen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Hermeneutische und empirisch-sozialwissenschaftliche Analyseverfahren
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in Methoden der Film- und Fernsehanalyse
Note
2,7
Autor
Jahr
2000
Seiten
14
Katalognummer
V10407
ISBN (eBook)
9783638168397
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hermeneutische, Analyseverfahren, Einführung, Methoden, Film-, Fernsehanalyse
Arbeit zitieren
Claudia Walther (Autor), 2000, Hermeneutische und empirisch-sozialwissenschaftliche Analyseverfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10407

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