Umweltmanagement am Beispiel der METRO AG


Hausarbeit, 2000

29 Seiten, Note: 87 %


Gratis online lesen

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Umweltschutz in heutiger Zeit

2 Das Unternehmen METRO AG

3 Umweltschutz bei der METRO AG
3.1 Die Umweltleitlinien und Umweltschutzziele
3.2 Umweltmanagement
3.3 Sortimentspolitik
3.3.1 Lieferantenauswahl
3.3.2 Produkte mit Umweltsiegel
3.3.3 Eigenmarke „Grünes Land“
3.4 Signifikante Umweltaspekte
3.4.1 Ressourcenmanagement
3.4.1.1 Verpackungsrecycling
3.4.1.2 Ökologische Bauinvestitionen
3.4.1.3 Elektronikschrott
3.4.2 Transportwesen
3.5 Dialog mit der Öffentlichkeit

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Geschäftsfelder der METRO AG

Abb. 2: Umsatzstruktur der METRO AG nach Sparten

Abb. 3: Umweltorganisation der METRO AG

Abb. 4: Das Abfallaufkommen der METRO AG in Prozent

Abb. 5: Ökologisch optimierte Papiere in 1998

Abb. 6: Ökologisch optimierte Papiere in 2000

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Umweltschutz in heutiger Zeit

In der heutigen Zeit wird Umweltschutz in den Unternehmen aller Sparten immer mehr zum zentralen Thema. Nicht nur die Industrie muß sich Umweltgesetzen und dem Druck der Öffentlichkeit beugen, sondern auch Handels- und Dienstleistungsunternehmen können sich der Thematik nicht mehr entziehen. Ein weiterer entscheidender Aspekt liegt in der Kostenfrage und der Imagepflege. Umweltschutz dient nicht nur der Umwelt selbst, sondern auch dem Unternehmen. Ökologische Unternehmensführung hilft Kosten sparen und wertet das Ansehen bei der Bevölkerung auf, welches wiederum zu Wettbewerbsvorteilen führen kann. Daher beteiligen sich viele Unternehmen freiwillig an von der EG entwickelten Normen, wie DIN EN ISO 14001 oder Environmental Management and Audit Scheme (EMAS).

Im Folgenden soll das Umweltbewußtsein der METRO AG ausführlich behandelt werden. Der Konzern hat sich nicht der DIN EN ISO 14001 angeschlossen, sondern sein Umweltschutzkonzept selbst entwickelt. Die EG- Norm soll aber helfen, die Umweltschutzmaßnahmen der AG kritisch zu durchleuchten und wird daher immer wieder zu Vergleichen herangezogen werden, um beurteilen zu können, welchen Beitrag das Unternehmen evtl. zusätzlich zum Umweltschutz leistet oder auch ggf. unterläßt. Leider veröffentlicht der Konzern keinerlei Zahlen bezüglich Kosten oder auch Einsparungen im Bereich Umweltschutz.

2 Das Unternehmen M ETRO AG

Die METRO AG ist der größte Handels - und Dienstleistungskonzern in Europa. Sie besteht aus der METRO AG selbst als Management-Holding des gesamten Konzerns sowie aus einem Portfolio von fünf Geschäftsfeldern und diversen Dienstleistungsgesellschaften. Der Sitz der Konzernleitung ist seit Mitte des Jahres 2000 Düsseldorf.

Abb. 1: Geschäftsfelder der METRO AG Quelle: METRO AG (2000, S. 4)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entstanden ist der METRO-AG-Konzern im Juli 1996 durch die Sacheinlagen der METRO Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG, d.h. die Beteiligungen an den drei Handelskonzernen Asko Deutsche Kaufhaus AG, Deutsche SB-Kauf AG und Kaufhof Holding AG, und nachfolgender Verschmelzung der Konzerne. Aufgabe der Management-Holding ist es, mit den Vertriebslinien Strategien und Zielvorgaben auch in Hinsicht auf die Umwelt, zu erarbeiten, jene zu koordinieren, und Entscheidungen über Ressourcenallokation und Internationalisierung zu treffen. Zu den Dienstleistungsgesellschaften gehören auch eigens für den Umweltschutz gegründete Unternehmen, wie z.B. die Wertstoff-Circle Services GmbH (WCS) oder die METRO-Gruppe-Logistik (MGL). Das operative Geschäft, der Handel mit Waren, findet in den fünf Geschäftsfeldern statt. Der Konzern war im Geschäftsjahr 1999 weltweit an 2.113 Standorten mit über 225.000 Mitarbeitern vertreten, sein Jahresumsatz lag bei 85,7 Mrd. DM, davon 40% im Ausland.

Abb. 2: Umsatzstruktur der METRO AG nach Sparten Quelle: METRO AG (2000, S. 5)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Umweltschutz bei der METRO AG

3.1 Die Umweltleitlinien und Umweltschutzziele

Die Umweltleitlinien wurden 1997 innerhalb der METRO AG von der Abteilung Umweltmanagement und von den Umweltmanagern der einzelnen Vertriebslinien entwickelt. Sie haben allgemein den Zweck, das Unternehmen und ihre Mitarbeiter zu einer umweltbewußten Unternehmensführung zu verpflichten (vgl. Freimann 1996, S. 206). Der METRO-Konzern sieht in seinen Leitlinien „einen allgemeingültigen Verhaltensmaßstab für alle Mitarbeiter im Unternehmen“ (METRO AG 2000, S. 6).

Die METRO AG definiert ihre Umweltleitlinien wie folgt:

- „Umweltschutz ist eine Verpflichtung“ (ebd., S. 7), d.h. es soll schonender mit Ressourcen umgegangen und Umweltgefährdungen vorgebeugt werden, da die Umwelt selbst ein begrenztes Gut darstellt.

- „Umweltschutz ist Zukunftssicherung“ (ebd.), d.h. jede Person ist dazu angehalten, die Umwelt zu schützen, weil sie die Grundlage für zukünftiges Leben bildet.

- „Umweltschutz orientiert sich am Stand der Technik“ (ebd.), d.h. es werden nur Produkte in das Sortiment aufgenommen, die umweltfreundlich hergestellt, ge- bzw. verbraucht und entsorgt werden können.

- „Umweltschutz ist Führungsaufgabe“ (ebd.), d.h. die Verantwortung für die Umwelt muß Unternehmensphilosophie sein und vom Vorstand bis zum einzelnen Mitarbeiter praktiziert werden.

- „Umweltverantwortung muß gemeinsam getragen werden“ (ebd.), d.h. nicht nur der METRO AG allein, sondern auch den Lieferanten und Kunden muß der Umweltschutzgedanke bewußt sein.

- „Umweltmanagement ist eine strategische Aufgabenstellung“ (ebd.), d.h. Umweltmanagement ist kein Risiko, sondern wird als Chance und somit als Wettbewerbsvorteil angesehen.

Diese Leitlinien gelten als Grundlage für den gesamten Konzern, d.h. für jede einzelne Vertriebslinie sowohl im nationalen als auch im internationalen Bereich. Im Vergleich zum Jahr 1998 hat sich die Definition der Leitlinien nicht wesentlich verändert. Die fünfte lautete dort: „Umweltverantwortung muß weitergegeben werden“ (METRO AG 1998, S. 7). Die restlichen Punkte wurden übernommen.

Umweltschutzziele in einem Unternehmen sollen den Auswahlprozeß von Lösungsalternativen lenken, indem die Wirkungen der Alternativen mit den Zielvorgaben verglichen und beurteilt werden können (vgl. Hauschildt 1993, S. 205). Während die METRO AG in 1998 ihre Umweltschutzziele für die Bereiche Umweltmanagement, Transport, Verpackungen, Abfall, Entsorgung und Reinigung sowie Werbemittel definiert (vgl. METRO AG 1998, S. 20f.), werden im Jahr 2000 bereits ein Soll-Ist-Vergleich durchgeführt und neue, überarbeitete Ziele für die nächsten zwei Jahre vorgegeben.

Beispiel: In 1998 wurde für den Bereich Transport gefordert, alle 10.000 Lieferanten in die Optimierung einer ökologischen Logistik einzubeziehen. Das Ergebnis in 2000 war, daß dieses Ziel nur von 3.000 Lieferanten erreicht wurde. Daraufhin wurde es für das Jahr 2002 neu formuliert; der Konzern beabsichtigt nun, 6.000 Lieferanten einbeziehen zu können (vgl. METRO AG 2000, S. 35).

Die METRO AG hat selbst erkannt, daß sie einige von den in 1998 gesteckten Zielen nicht erreicht hat und diese in Zukunft entwicklungsbedürftig sind.

3.2 Umweltmanagement

Für den Begriff „Umweltmanagement“ gibt es mehrere verschiedene Definitionsansätze (vgl. Meffert/Kirchgeorg 1998, S.16f.). Allgemein läßt er sich verstehen als „derjenige Teil des Managements (...), der unter der Zielsetzung des integrierten Umweltschutzes, entsprechend den grundlegenden Funktionen des Managements (Ziele setzen, planen, entscheiden, realisieren und kontrollieren), die unternehmerische Umweltpolitik festlegt und implementiert“ (Winter 1997, S. 150). Laut der EG-Öko-Audit Verordnung (EMAS) umfaßt ein Umweltmanagementsystem einen „Teil des gesamten übergreifenden Managementsystems, der die Organisationsstruktur, Zuständigkeiten, Verhal- tensweisen, förmlichen Verfahren, Abläufe und Mittel für die Festlegung und Durchführung der Umweltpolitik einschließt“ (EG-Öko-Audit Verordnung, Artikel 2).

Neben der EMAS gibt es eine weitere europäische Norm für die Forderung nach Festlegung von Umweltzielen in Umweltmanagementsystemen: Die DIN EN ISO 14001.

Die Elemente der Norm bestehen aus:

1. Umweltpolitik
2. Planung
3. Realisierung und Betrieb
4. Überprüfungs- und Korrekturmaßnahmen
5. Überprüfung durch die Unternehmensleitung
6. Kontinuierliche Verbesserung

Sie basiert auf einer anderen Norm, der ISO 9000 zur Qualitätssicherung im Unternehmen, und läßt die Zertifizierung von Umweltmanagementsystemen zu. Im Gegensatz zur EMAS ist die DIN EN ISO 14001 um eine Reihe normativer Anforderungen erweitert worden.

In den Umweltberichten der METRO AG wird keine dieser Normen erwähnt. Das Umweltmanagement des Konzerns richtet sich nicht, wie im Vergleich zu anderen Unternehmen, so z.B. der Deutschen Ausgleichsbank (vgl. Deutsche Ausgleichsbank 1999, S. 34f.), nach den Vorgaben der EMAS, sondern hat ihr eigenes Umweltmanagementsystem entwickelt. Das System unterteilt sich in eine strategische, zuständig für die Koordination, und eine operative Ebene. Diese befindet sich in den einzelnen Vertriebslinien, welche einerseits die Vorgaben umsetzen und andererseits als „Informationsdrehscheibe und Service-Stelle für Umweltschutzthemen des gesamten Konzerns“ (METRO AG 1998, S. 8) fungieren.

Abb. 3: Umweltorganisation der METRO AG Quelle: METRO AG (2000, S. 9)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Durch diese Gestaltung des Systems setzt die METRO AG sowohl auf die Selbständigkeit der einzelnen Vertriebslinien in bezug auf Ausgestaltung von Zielen und Maßnahmen als auch auf die Integration möglichst aller Mitarbeiter (vgl. METRO AG 1998, S. 8), um den Nachhaltigkeitsgedanken des Umweltschutzes im betrieblichen Alltag zu verankern (vgl. METRO AG 2000, S. 8).

3.3 Sortimentspolitik

3.3.1 Lieferantenauswahl

Da sich die Umweltschutzdiskussion durch alle Branchen im Konsumgutbereich zieht, sind auch die Lieferanten nicht ausgenommen. Die Abnehmer stellen immer höhere Anforderungen an die Erfüllung von Umweltstandards, die wiederum von deren Kunden gefordert werden. „Die Verhandlungsstärke von Lieferanten, denen es nicht gelingt, hinreichend umweltverträgliche Rohstoffe oder Vorprodukte anzubieten, ist sicherlich eher gering“ (Meffert/Kirchgeorg 1998, S. 144).

Die METRO AG hat intern ein System zur Auswahl ihrer Lieferanten erstellt; die METRO Gruppen Einkauf (MGE). Hier werden alle Lieferanten zentral gelistet und das entsprechende Warenangebot den Vertriebslinien zur Verfügung gestellt. Die Vertriebslinien sind eigenverantwortlich für die Auswahl der Produkte. In die MGE-Liste werden nur solche Lieferanten aufgenommen, die sich vertraglich verpflichten, die von ihnen gelieferten Waren unter bestimmten festgelegten Bedingungen hergestellt zu haben. Der Vertrag verlangt von den Herstellern, daß die Produkte weder durch Kinderarbeit, noch unter Verletzung der menschlichen Würde und Gesundheit produziert wurden. Weiterhin setzt sich die MGE für Qualitätssicherung ein, sowohl im Lebensmittel-, als auch im restlichen Produktbereich.

Das Sortiment besteht ausschließlich aus Artikeln, die der Prüfung der MGE standhalten. Monatlich erfolgen im Lebensmittelbereich Stichproben, in welchen bis zu 250 Eigenmarken und rund 350 andere Produkte vor Ort getestet werden. Den Kundenwünschen entsprechend werden die übrigen Artikel auf Gebrauchstauglichkeit (Sicherheit, Funktionserfüllung, Handhabung), Umwelt- und Sozialverträglichkeit (Ressourcenscho nung, Langlebigkeit, geringer Energieverbrauch) geprüft.

Extern ist die METRO AG der Außenhandelsvertretung des deutschen Einzelhandels (AVE) angeschlossen. „Die AVE setzt sich für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen ein” (METRO AG 2000, S. 13). So werden z.B. das Verbot von Zwangsarbeit, die Aufstellung und Einhaltung von Anforderungen an die Sicherheit des Arbeitsplatzes oder das Verbot von Kinderarbeit gefordert. Halten die Lieferanten diese Bedingungen nicht ein, wird nach einer Lösung gesuc ht oder die Geschäftsbeziehung eingestellt.

3.3.2 Produkte mit Umweltsiegel

Nicht erst seit der Diskussion über BSE verlangt der Kunde, über die Herkunft der Produkte, die er konsumieren möchte, aufgeklärt zu werden. Die Gesundheit spielt eine Rolle dabei, aber auch das Gewissen, welches es zu beruhigen gilt. Der Verbraucher gibt sich nicht mehr damit zufrieden, daß auf der Verpackung angegeben wird, die Eier seien von „glücklichen Hühnern”, er verlangt gewissermaßen einen Beweis, der diese Aussage bestätigt. Hier helfen Umweltsiegel weiter, die meist von unabhängigen Vereinen vergeben werden, und somit dem Kunden Gewißheit über die tatsächliche Herkunft und das Produktionsverfahren geben.

Umweltlabels helfen, umweltfreundliche Produkte erkennbar abzugrenzen und werden natürlich auch als Werbemittel eingesetzt. Sie bieten verläßliche und nachvollziehbare Hinweise auf den Umweltschutzgrad eines ausgezeichneten Produktes. „Allerdings lassen sich auch Sättigungstendenzen feststellen, welche die Werbewirkung solcher Gütesiegel zunehmend einschränken” (Michaelis 1999, S. 182). Siegel wie der „blaue Engel”, mit dem bis Januar 1997 bereits über 3.723 Produkte (ebd., S. 182) ausgezeichnet wurden, dienen der

- „Umweltentlastung
- Marktöffnung und Innovation sowie
- Marktdurchsetzung” (Wicke u.a. 1992, S. 442).

Die Vielfalt an Siegeln, die man heute auf dem Markt findet, zeigt, welche Bedeutung ihnen zugemessen wird. Ein weiteres Problem liegt in der Tatsache, daß einige Hersteller bewußt irreführende Umweltsiegel entwerfen. Dadurch verlieren andere, seriöse Zeichen an Wirkung.

Die METRO AG vertreibt viele Produkte, welche mit einem Umweltsiegel ausgezeichnet sind. So z.B. das Gütesiegel „Forest Stewardship Council“ (FSC), welches garantiert, daß nur so viele Bäume in einem Tropenwald gefällt werden, wie auch in einem bestimmten Zeitraum wieder nachwachsen können.

In diesem Zusammenhang hat die Vertriebsgruppe „Praktiker” 250.000 DM an „Give Trees a Chance” gestiftet. Zusammen mit World Wildlife Found (WWF) setzt sich diese Kampagne für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit in puncto Probleme des Waldes ein.

Thunfisch gibt es nur „delphinfrei” zu kaufen. Bekanntermaßen werden bei Treibnetzfischerei nicht nur der gewünschte Thunfisch, sondern auch andere Tiere mitgefangen (Robben, Delphine, Haie und Seevögel). Die METRO AG arbeitet nur mit dem Earth Island Institute (EII) angeschlossenen Thunfischlieferanten zusammen. Der EII kontrolliert die Fänge nach der Fangmethode. Nur Fische, die ohne Treibnetz gefangen wurden, halten der Kontrolle stand und bekommen die Banderole des EII.

Ähnlich verhält es sich mit Hühnereiern. Nur Eier von „glücklichen Hühnern” erhalten das Gütezeichen des Verein für kontrollierte Bodenhaltung bei Hühnern (K.A.T.). Der Verein „ist ein Zusammenschluß verschiedener Eierzeuger mit Beteiligung des Tierschutzes” (METRO AG 2000, S. 21). Voraussetzung für den Erhalt des Siegels ist die artgerechte Haltung von Hühnern (Boden- oder Freilandhaltung). Kontrolliert wird die Erfüllung der Anforderungen vo n neutralen Instituten.

3.3.3 Eigenmarke „Grünes Land”

Mittels einer Eigenmarke kann ein Unternehmen seinen Standpunkt und Leistungen in Sachen Umweltschutz effektiv vertreten. „Kann ein umweltorientiertes Markenprofil aufgebaut und gegenüber den Wettbewerbern verteidigt werden, wird darüber hinaus das Vertrauen der Verbraucher in die Umweltverträglichkeit des angebotenen Produkts gewonnen und stabilisiert“ (Wicke u.a. 1992, S. 447). Der durch die eigene Marke dargestellte gute Wille kann sich auch positiv auf die anderen angebotenen Artikel auswirken.

Die METRO AG hat eine eigene „Ökomarke” ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um Ökoprodukte aus dem Lebensmittelbereich. Seit 1996 gibt es unter dem Namen „Grünes Land” u.a. Brotaufstriche, Teigwaren, Reis und Getreide zu kaufen. Die insgesamt 130 Produkte erzielen einen Umsatz von 16,5 Mio. DM.

„Öko” bedeutet in diesem Fall, daß den Richtlinien der EG-Bioverordnung folge geleistet wird, was durch staatlich zugelassene Kontrollstellen überprüft wird. Die BCS Öko-Garantie GmbH ist eine davon. Sie ermittelt Werte für „Grünes Land”, die zum Teil über den Richtlinien liegen. Diese Anforderungen sehen vor, daß die Biobauern bei der Schädlingsbekämpfung keine Pestizide einsetzen und keine gentechnisch veränderten Pflanzen verwenden. Die METRO AG setzt nicht nur auf den Normalverbraucher als Kunden, sondern auch auf Großkunden, z.B. aus dem Gastronomiebereich. Man geht davon aus, daß diese ihr Image durch die Verwendung von Ökoprodukten verbessern wollen und auch können. Der Konzern will mit seiner Eigenmarke auch die Kaufhaltung der Kunden beeinflussen; daher werden die Produkte auffällig plaziert. Auch Probieraktionen sollen dabei helfen.

3.4 Signifikante Umweltaspekte

3.4.1 Ressourcenmanagement

3.4.1.1 Verpackungsrecycling

Die Verpackung ist ein wesentlicher Bestandteil eines Produktes im Handelsgewerbe. Für alle Handeltreibende, die nach dem Selbstbe- dienungsprinzip verkaufen, ist sie unverzichtbar. Die Verpackung bietet (Hygiene-) Schutz bei Transport, Lagerung, usw. Oft ist sie sogar gesetzlich vorgeschrieben, z.B. bei Lebensmitteln. Nachdem sie ihren eigentlichen Zweck erfüllt hat und das Produkt dem Gebrauch zugeführt wird, wird aus der Verpackung Abfall und das Müllproblem verstärkt.

So ist es nicht verwunderlich, daß hier umweltschützende Maßnahmen unvermeidbar sind; sprich: Recycling oder besser noch: Vermeidung. Recycling bedeutet „die Rückführung der stofflichen und energetischen Rückstände in den Produktionsprozeß zur Nutzung” (Hopfenbeck/Jasch/Jasch 1996, S. 330). Recycling zieht sich durch den gesamten Produktlebenszyklus. Vorbestimmt wird die Wiederverwendbarkeit aber oft schon in der Entwicklungsphase. Recycling ist aber nicht nur positiv zu bewerten. Fakt ist, daß es nur einen Verzögerungseffekt gibt und die eigentlichen Probleme, nämlich das Abfallaufkommen, nur zeitlich verschoben werden (Der Verbrauch von Primärrohstoffen wie Glas, Papier steigt trotzdem.). Zudem benötigt auch der Recyclingprozeß Energie und verursacht Kosten für Aufbereitung, Sammlung und Transport. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt und daher 1991 die Verpackungsverordnung (VerpackV) in Kraft treten lassen. Diese schreibt vor, daß Verpackungen vom Hersteller und Vertreiber zurückgenommen werden müssen. Das Gesetz spricht sämtliche Formen von Verpackungen an (Transport-, Um-, Verkaufs- und Getränkeeinwegverpackungen). Allgemein dient es dazu, sicherzustellen, „daß Verpackungen aus umweltverträglichen und die stoffliche Verwertung nicht belastenden Materialien hergestellt werden” und „zum anderen, daß Abfälle aus Verpackungen vermieden werden“ (§ 1 VerpackV). Unterstützt wird dieses Gesetz von dem Anfang Oktober 1996 in Kraft getretenem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG). „Ziel des neuen Gesetzes ist, eine Kreislaufwirtschaft zu fördern, die der Schonung der natürlichen Ressourcen und der Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen dient“ (§ 1 KrW-/AbfG).

Diese Auflagen hat - bei einem Abfallaufkommen von 275.000 Tonnen jährlich - natürlich auch die METRO AG zu erfüllen und daher die Verpackungsverordnung in ihre Einkaufs- und Lieferbedingungen mit aufgenommen. „Die METRO AG setzt sich hiermit für die konsequente Umsetzung ihres Umweltleitbildes und den daraus folgenden Maßnahmen ein.

Über die gesetzlichen Anforderungen hinaus sind wir bemüht, mit den Partnern aus Industrie und deren Vorstufen (z.B. Packmittelhersteller) gesamthafte Verpackungsentwicklungen mit Vorteilen für alle Beteiligten umzusetzen“ (METRO AG o.J., S. 2). Daher hat das Unternehmen auch den §1 der VerpackV in seine „Ökologische Anforderungen an Verpackungen” aufgenommen. Zudem werden nur Verpackungen, die mit dem „Grünen Punkt” gekennzeichnet sind, verwendet (Der „Grüne Punkt” kennzeichnet das „Duale System”; ein Wertstoffsammelsystem, entstanden im Rahmen der Verpackungsverordnung aus Zusammenschluß der daran beteiligten Gruppen Industrie, Handwerk, Handel und Entsorger.). Allerdings sind Mehrweg-, Transport- und Umverpackungen mit schadstoffhaltiger Füllung davon ausgenommen.

Um dem Verpackungsproblem möglichst gerecht zu werden, strebt die METRO AG eine ganzheitliche Problemlösung an; denn - so der Konzern - es bestehe eine „enge Wechselwirkung zwischen Verpackung, Umweltschutz und Logistik“ (METRO AG o.J., S. 5), die mit „Öko-Logistik” umschrieben wird.

Es gilt also, diese drei Komponenten zusammenzubringen. Aus ökologischer Sicht muß Verpackung soweit wie möglich vermieden werden, leicht zu entsorgen oder wiederverwendbar sein. Der Transport stellt die Anforderungen, daß das Produkt zu schützen ist, die Verpackung den geltenden Normen entspricht, die Packungsmengen verteilungsgerecht sind. Hier soll zudem darauf geachtet werden, die maximale Packhöhe zu erreichen, also Hohlräume zu verhindern. Die Verpackung selbst soll an diese Kriterien angepaßt werden. Das bedeutet, Kunststoff durch Papier oder Pappe zu ersetzen oder, falls dies nicht zu bewerkstelligen ist, Polyethylen (PE), Polyethylenterephthalat (PET) oder Polypropylen (PP) zu verwenden. Verbundstoffe sollen nicht zum Einsatz kommen. Zusammenfassend gilt: Alle Materialien, die nicht recyclet werden können, sind zu vermeiden, ebenso lösungsmittelhaltige Klebstoffe und Farben. Bei Textilien werden wiederverwendbare Kleiderbügel eingesetzt.

Resümierend gibt die METRO AG an, sich für „eine nachhaltige Vermeidung und Verminderung des Verpackungsaufkommens“ (ebd., S. 13) einzusetzen und Produkte und Verpackungen, die nicht den Anforderungen genügen, aus dem Sortiment zu nehmen.

Auf diese Art und Weise ist es der METRO AG gelungen, eine Recyclingquote von 90% zu erreichen. Die Maximalgrenze bei Haushalten wird bei 35% gesehen, für Deutschland insgesamt wird ein Wert von 50% angegeben. (vgl. Hopfenbeck/Jasch/Jasch 1996, S. 477ff.).

Zuständig für die Beseitigung der Abfälle ist die METRO Tochter WCS in enger Zusammenarbeit mit dem Umweltmanagement des Mutterkonzerns. Ihre Aufgabe ist es, die Abfallentsorgung sämtlicher Standorte zu überwachen und zu koordinieren. Außerdem entwickelt sie neue Entsorgungskonzepte und ein Außendienstteam berät vor Ort. Unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften werden die konzernübergreifenden Abfallströme gebündelt und so „kosten- und arbeitsintensive Einzellösungen” (METRO AG 1998, S. 16) vermieden.

Abb. 4: Das Abfallaufkommen der METRO AG in Prozent Quelle: METRO AG (2000, S. 28)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um das Papieraufkommen zu reduzieren, ist die METRO AG dazu übergegangen, wichtige Mitteilungen nicht mehr in Papierform zu verschicken, sondern über das hausinterne Intranet, das gleiche gilt für den Rechnungsverkehr. „Rund 95 Prozent des gesamten Belegaufkommens werden elektronisch weiterverarbeitet. Zudem ließ sich in den vergangenen Jahren die Anzahl der Fotokopien um 80 Prozent reduzieren, was eine jährliche Einsparung von über 20 Millionen Seiten Papier bedeutet“ (METRO AG 1998, S. 18).

Auch im Bereich Werbemittel versucht der Konzern Papier einzusparen oder zumindest umweltschonende Papiere einzusetzen.

In Zahlen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Ökologisch optimierte Papiere in 1998

Quelle: in Anlehnung an METRO AG (1998, S. 19)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Ökologisch optimierte Papiere in 2000

Quelle: in Anlehnung an METRO AG (2000, S. 29)

Wie man allerdings im Jahresvergleich sehen kann, ist der Anteil der nicht optimierten Papiere gestiegen und der Gesamtverbrauch an Papier wird nur für 1997 mit 110.000 Tonnen angegeben. Um den Verbrauch zu senken, setzt der Konzern auf recyclebare PE-Folie beim Versand der Kundenmailings. Die Folie sei in der Herstellung energieschonender als Papier und würde zudem mit einem geringeren Schadstoffausstoß produziert. Die Erstellung des Werbematerials (Layout, Foto und Lithographie) wurde optimiert, um so den Verbrauch an Filmen und Entwicklern zu reduzieren. Alle diese Maßnahmen zum Schutze der Umwelt helfen der METRO AG in weiten Bereichen, Kosten zu sparen. Wie schon erwähnt, liegen dazu leider keine Zahlen vor.

3.4.1.2 Ökologische Bauinvestitionen

Schon bei der Planung eines neuen Gebäudes, zu welchem Zweck es auch errichtet werden soll, muß sich das Unternehmen mit der Frage der Standortwahl auseinandersetzen. Die Investition soll schließlich nicht nur den Unternehmensabläufen gerecht werden, sondern auch der Imagevermittlung, der Marktpositionierung und der Marktakzeptanz dienen. Daher ist die Standortwahl von entscheidender Bedeutung.

Es genügt nicht, das Gebäude in den Landschaftsplan einzufügen. Boden, Wasser, Luft, Tier- und Pflanzenwelt sind weitere Aspekte, die nicht außer acht gelassen werden dürfen. Daher sollte bei einem Neubau beispielsweise darauf geachtet werden, Grünflächen, die durch die Errichtung vollständig zerstört werden, durch Fassaden- bzw. Dachbegrünung zu „ersetzen” und weitere Grünzonen zu errichten. Baumaterialien sollten so gewählt werden, daß die Umweltbelastung möglichst gering ausfällt.

Einige Beispiele:

- „Fenster: Holz aus mitteleuropäischem Anbau, ungefärbtes Glas als Doppelscheiben. (...)
- Anstriche: Kalk-Silikat-Kasein-Leimanstriche; Dispersionen ohne organische Lösemittel mit Naturharzen, Naturwachsen und -ölen. (...)
- Tapeten: Papiertapeten aus Recyclingpapier mit Leim- oder Normaldruck, Rauhfaser, Textil-, Gras-, Holz-, Kork-, Ledertapeten ohne Kunststoffzusätze oder Oberflächenbeschichtungen. (...)
- Pflanzflächen am Boden: In erster Linie sind standort- und klimaheimische Pflanzen zu bevorzugen. Wichtig ist auch, daß keine Monokulturen erzeugt werden“ (Schulz/Schulz 1994, S. 168f.).

Eine umweltgerechte Bauweise dient nicht nur der Umwelt selbst, sondern auch der Produktivität des Unternehmens. Weniger belastende Baustoffe wirken sich auch positiv auf das Arbeitsklima aus. Viele Menschen leiden am sogenannten

„Sick-building-Syndrom”. Sie reagieren mit Müdigkeit, trockenen Augen, Hautausschlag oder gar Lethargie auf schadstoffhaltige Baustoffe, wie medizinisch erwiesen wurde. Umweltgerecht Bauen kann also auch zufriedenere, gesündere und leistungsfähigere Mitarbeiter bedeuten.

Für die Errichtung neuer Einkaufscenter hat die METRO AG eine Tochterfirma gegründet, die METRO Real Estate Management GmbH (MRE). Sie ist für Bau, Vermarktung und Entwicklung von „frequenzstarken Einkaufscenter und Einzelhandelsimmobilien im nationalen und internationalen Markt“ (METRO AG 2000, S. 28) zuständig. Gemäß der Leitlinien wird darauf geachtet:

- Eingriffe in das Landschaftsbild mit Kommunen und Umweltverbänden abzustimmen,
- die Flächenversiegelung durch versickerungsfreundliche Rasen- und Ökopflaster so gering wie möglich zu halten,
- Dachflächen und Grundstücke zu begrünen,
- die Begrünung an die natürliche Vegetation anzupassen.

Die auf ökonomische Betriebsweise der technischen Anlagen ausgerichtete Bewirtschaftung der Gebäude erfolgt ganzheitlich. So wird der Verbrauch von Strom, Wasser und Wärme positiv beeinflußt. Durch ein spezielles System kann die abgegebene Wärme der Kühlungen bis zu einer Außentemperatur vo n fünf Grad Celsius zum Heizen der Innenräume genutzt werden. So wird der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) erheblich vermindert. „Die so beheizten Märkte liegen damit unter den Energieverbrauchswerten der Niedrigenergiehäuser im Wohnungsbau“ (ebd., S. 28).

Die Umweltstandards gelten auch international. In polnischen Einkaufszentren z.B. hat man zentrale Wertstoffstationen eingerichtet, die Abfall sammeln, trennen und erfassen. Von dort aus wird er dann -je nach Verarbeitungsmöglichkeit - weitergeleitet.

3.4.1.3 Elektronikschrott

Allein in Deutschland fallen jährlich 1,8 Millionen Tonnen Elektronikschrott an. Davon entfallen rund zwei Drittel auf Privathaushalte. Daher haben sich führende Firmen der Büro- und Kommunikationstechnik zu einer Interessen- gemeinschaft zusammengeschlossen und ein Recyclingnetz von über 230 Annahmestellen gegründet (Name: CYCLE). Ziel der Organisation ist es, möglichst viele Altgeräte einer Wiederverwertung zuzuführen. Dies soll in Eigeninitiative geschehen.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, nehmen sämtliche Vertriebsstellen der METRO AG den Elektronikschrott ihrer Kunden entgegen und leiten ihn an ein Recyclingunternehmen weiter. Hier werden die Geräte dann in ihre Einzelteile zerlegt, nach Materialien getrennt und es wird dann darüber entschieden, ob eine Wiederverwertung vertretbar ist oder nicht.

Entgegen genommen werden „weiße Waren”, also Küchengeräte, Kühlschränke und Haartrockner ebenso wie „braune Waren”, z.B.

Rasierapparate und Fernsehgeräte. Computer werden ebenso der Wiederverwertung zugeführt.

Die METRO AG fühlt sich aber nicht nur verantwortlich für die Rücknahme der Geräte, sondern versucht auch, die Hersteller und Kunden für dieses Thema zu sensibilisieren indem es die Unternehmen schon bei der Produktentwicklung unterstützt. Denn schon an dieser Stelle, so der Generalbevollmächtigte der METRO AG, Karl-Josef Baum, solle die Frage nach dem „Danach“ gestellt werden. Was der Konzern außer der Rücknahme des Elektronikschrotts noch für die Aufklärung der Kunden unternimmt, war nicht in Erfahrung zu bringen.

3.4.2 Transportwesen

Die Beschaffungslogistik hat in den letzten Jahren für den Bereich Umweltschutz immer mehr an Bedeutung gewonnen. „Das Ziel logistischer Kalküle ist die ökonomisch optimale Überwindung der Raum/Zeit-Disparitäten, mit allen unterschiedlichen Restriktionen, wie z.B. die Sicherung der Produktionsfähigkeit oder der Lieferbereitschaft“ (Hopfenbeck/Jasch/Jasch 1996, S. 43). Dieses Ziel muß mit dem Umweltgedanken vereinbar sein. Das bedeutet also, Transport und Lagerhaltung mit Landschaftsverbrauch, Emissionen und Energieverbrauch in Einklang zu bringen.

Die METRO AG hat ca. 10.000 Lieferanten und rund 2.000 zu beliefernde Stellen. Auch für den Bereich Logistik wurde eine Tochterfirma gegründet. Die MGL. Ihre Aufgabe ist es, den Transport zu organisieren und zu kontrollieren mit dem Ziel, möglichst viele Waren auf möglichst wenige Lkw zu verteilen und so die Transportströme zu bündeln. Das System funktioniert folgendermaßen: Unterschiedliche Empfänger (Media Markt, Saturn, Kaufhof) erhalten die gleichen Produkte vom selben Lieferanten. Früher wurde jede Stelle einzeln angefahren, so daß ebenso viele Lkws - z.T. nur halb beladen - die Vertriebsstellen angefahren haben. Heute werden die Produkte für alle Stellen gleichzeitig abgeholt und dann betriebsintern auf kleineren, ausgelasteten Transportern an die Empfänger verteilt. Das bedeutet auch, daß unterschiedliche Waren auf einen Wagen geladen werden. Ein gutes Zeitmanagement verhindert hierbei lange Wartezeiten vor den Laderampen bei laufendem Motoren. Dieses System hat dazu beigetragen, 1999 50 Tonnenkilometer einzusparen, was einem CO2-Ausstoß von 6.000 Tonnen entspricht. Im Moment sind 3.000 der Lieferanten an dem System beteiligt.

3.5 Dialog mit der Öffentlichkeit

Der Dialog mit der Öffentlichkeit ist in den 90er Jahren als Marketinginstrument zu der herkömmlichen Werbung hinzugestoßen. Die heile Welt der Werbung hat zwar über umwelttechnische Verbesserungen berichtet, aber Problemstellungen nicht erwähnt. Das führte auf Dauer zu einem wachsenden Mißtrauen seitens der Konsumenten. Daher hat man sich auf eine breiter angelegte Öffentlichkeitsarbeit konzentriert.

Der Dialog soll das Handeln einer Unternehmung beleuchten und dem Angesprochenen Klarheit über die Projekte verschaffen. Ziel ist es, Verständigungs- und Vertrauenspotentiale zu schaffen, so daß beim Verbraucher Akzeptanz aufgebaut wird. Ein gut geführter aktiver Dialog mit der Öffentlichkeit kann der Unternehmung ein positives Image verschaffen und auch der Verbrauchererziehung dienlich sein. Dies wiederum führt im günstigsten Fall auch zur Verhaltensänderung der Kunden und somit zur Sensibilisierung des Kaufverhaltens.

Der Dialog gestaltet sich nicht nur über Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch über gemeinsame Gespräche mit beispielsweise Umweltorganisationen oder Stadträten bei neuen Bauvorhaben. Wichtig ist auch, daß sich das Unternehmen transparent zeigt und Rechenschaft über sein Handeln ablegt (in Form von Umweltberichten, Ökobila nzen und Produktinformationen). Zu einer effektiven Öffentlichkeitsarbeit gehört auch die Einigkeit innerhalb des Betriebes. Alle Mitarbeiter müssen einer Linie folgen, die einheitlich und für Außenstehende zu erkennen ist (z.B. Umweltleitlinien).

Die METRO AG steht im engen Kontakt zu Umweltorganisationen. future e.V., die Arbeitsgemeinschaft für Umweltfragen (AGU), die Arbeitsgemeinschaft für Verpackung und Umwelt (AGVU) sind nur einige Beispiele. Die Mitgliedschaft zu future e.V. entstand bei der Verschmelzung der Kaufhof Holding AG mit der METRO AG. Die schon bestehende Mitgliedschaft wurde übernommen und ausgebaut. Regelmäßig nehmen Vertreter der Umweltabteilungen an den Versammlungen des Vereins teil. In Zusammenarbeit mit future e.V. entstand auch ein Schulungskonzept für die Mitarbeiter der METRO AG.

Die Kunden werden regelmäßig über die METRO Clubpost über laufende Umweltaktivitäten informiert. Zudem gibt es den kostenlosen Umweltbericht, der auf Wunsch portofrei zugesendet wird oder den man sich im Internet herunterladen kann. Weiterhin unterstützt die Vertriebslinie Kauhof Warenhaus AG in Zusammenarbeit mit dem Kölner Umweltbildungsinstitut Natur & Kultur e.V. das Abtei Gymnasium Brauweiler. Hier werden u.a. Ausflüge zu einem Tochterunternehmen des Kaufhofs unternommen, wo die Schüler den Produktionsprozeß einer Jeans verfolgen können. Hier soll das Prinzip der Nachhaltigkeit direkt vor Ort erklärt werden. Denn, so die METRO AG in ihrem Umweltbericht, „nachhaltiges Wirtschaften gehört zu den Eckpfeilern der Unternehmenskultur“ (METRO AG 2000, S. 31).

4 Fazit

Auch wenn die METRO AG sich nicht nach der DIN EN ISO 14001 zertifizieren ließ, kann man zusammenfassend sagen, daß sie sich selbst ein umfassendes Umweltmanagementsystem auf Grundlage dieser Norm aufgebaut hat. In allen Bereichen des Unternehmens wird auf die Umwelt geachtet, vom Mitarbeiter über das Sortiment bis hin zum Bau neuer Filialen.

Trotzdem bleiben Fragen offen. Es gibt keine konkreten Zahlenangaben über Mengen, Kosten und erzielte Einsparungen, die das Handeln des Konzerns belegen. Auch auf Anfragen wurde ablehnend reagiert. Vergleicht man die beiden bisher veröffentlichten Umweltberichte, so zeigt sich im Bereich „Optimierte Papiere”, daß die Verbesserung in diesem Punkt zweifelhaft ist. Fraglich ist auch, ob dem Kunden beim Einkauf der Umweltgedanke bewußt wird und somit der erhoffte Wettbewerbsvorteil im gewünschten Maße eintritt.

Noch spielt sich der Umweltschutz zu sehr im Inneren ab, ohne daß es dem Konsumenten ersichtlich wird. Publikationen in Sachen Umweltschutz (Umweltberichte und -leitlinien) sind zwar für jedermann über das Internet zugänglich, jedoch muß der Kunde von sich aus aktiv werden, um an die Informationen zu kommen. Die METRO AG befaßt sich erst seit 1997 mit Umweltmanagement, hat aber in den letzten Jahren das System entscheidend ausgebaut.

Literaturverzeichnis

Deutsche Ausgleichsbank (Hrsg.): Umwelterklärung 1999, Oberhausen: Plitt, 1999

DIN Deutsches Institut für Normung e.V. (Hrsg.): DIN EN ISO 14001, Berlin: Beuth, 1996

Freimann, J.: Betriebliche Umweltpolitik, Praxis - Theorie - Instrumente, Bern, Stuttgart, Wien: Haupt, 1996

Hauschildt, J.: Innovationsmanagement, München: Vahlen, 1993

Hopfenbeck, W/Jasch, C./Jasch, A.: Lexikon des Umweltmanagements, Landsberg/Lech: Moderne Industrie, 1996

Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) vom 27. September 1994, (BGBl I 1994 S. 2705; 1996 S. 1354; 1998 S. 509, 1485, 2455)

Meffert, H./Kirchgeorg, M.: Marktorientiertes Umweltmanagement, Konzeption - Strategie - Implementierung mit Praxisfällen, 3. Aufl., Stuttgart: SchäfferPoeschel, 1998

METRO AG (Hrsg.): Umweltbericht 2000, Düsseldorf, 2000 METRO AG (Hrsg.): Umweltbericht 1998, o.O., 1998

METRO AG (Hrsg.): Ökologische Anforderungen an Verpackungen, o.O., o.J.

Michaelis, P.: Betriebliches Umweltmanagement, Grundlagen des

Umweltmanagements, Umweltmanagement in Funktionsbereichen,

Fallbeispiele aus der Praxis, Herne, Berlin: Neue Wirtschafts-Briefe, 1999

Rat der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Verordnung (EWG) Nr. 1836/93 des Rates vom 19. Juni 1993 über die freiwillige Beteiligung gewerblicher Unternehmen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung, Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. L 168, 1993

Schulz, E./Schulz, W.: Ökomanagement, So nutzen Sie den Umweltschutz im Betrieb, München: Beck, 1994

Verpackungsverordnung (VerpackV) vom 1. August 1998, (BGBl I 1998 S. 2379), i.d.F.v. 27. August 1998

Wicke, L. u.a.: Betriebliche Umweltökonomie, München: Vahlen, 1992

Winter, G. (Hrsg.): Ökologische Unternehmensentwicklung, Management im dynamischen Umfeld, Berlin u.a.: Springer, 1997

29 von 29 Seiten

Details

Titel
Umweltmanagement am Beispiel der METRO AG
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin
Note
87 %
Autor
Jahr
2000
Seiten
29
Katalognummer
V104118
Dateigröße
631 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Umweltmanagement, Beispiel, METRO
Arbeit zitieren
Maik Wilke (Autor), 2000, Umweltmanagement am Beispiel der METRO AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104118

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Umweltmanagement am Beispiel der METRO AG



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden