In dieser Arbeit zum Thema wird aufgezeigt, in wie weit die AkteurInnen der Sozialen Arbeit dem Spannungsfeld der gesellschaftlichen Erwartungen zur individuellen Bedürftigkeit von KlientInnen unterworfen sind und in der Historie möglicherweise schon immer waren. Inwieweit lässt sich eventuell ein viertes Mandat, das politische Mandat, in der Sozialen Arbeit wiederfinden oder lässt es sich vielleicht sogar neu konstruieren?
Die Begriffe der Armut und Notlagen der Menschen haben sich in der historischen Betrachtung nicht wesentlich verändert. Lediglich der Umgang durch die Gesellschaft mit diesen und die politische Betrachtung der Entwicklung in der Sozialen Arbeit zeigen auf, wie die Armut und die Notlagen der Menschen immer wieder als Spielball der Gesellschaft, den Staatsführungen und den Kirchen benutzt wurden.
In der Rückschau auf die vergangenen 800 Jahre lässt sich herausarbeiten, wie ein Auf und Ab in der Fürsorge und der sozialen Dienste dafür gesorgt haben, dass wir heute eine annähernd menschenrechtlich vertretbare Soziale Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland anbieten und praktizieren können. Annähernd menschenrechtlich aus dem Grund des überwiegend praktizierten Doppelmandates und zu geringen Anwendung des Tripelmandates. Es waren und es sind die politischen Entscheidungen sowie die gesellschaftlichen Strukturen, aber auch immer das aktuelle Rechtssystem, mit den damit einhergehenden (inter-)nationalen sowie innenpolitischen Themen für den Umgang mit sozialer Not und für die Entwicklung der Sozialen Arbeit von der Hilfe und Kontrolle bis hin zu einer revolutionären Menschenrechtsprofession relevant.
Durch Böhnisch und Lösch wurde in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts der Begriff des Doppelmandates definiert und dadurch ein bis heute viel diskutierter und fachlich ausgereifter Begriff erschaffen, welcher später durch Staub-Bernasconi in der Beschreibung des Triplemandates nochmals erweitert wurde. Meine Fragestellung dazu lautet, ob es für die professionelle Soziale Arbeit ausreichend ist, sich immer nur an das aktuellste Niveau im monetären Sinn und den gesellschaftlichen Vorgaben anzupassen, oder muss eine intensivere Einmischung der Sozialen Arbeit in die Politik und eine Stimme aus wissenschaftlicher Perspektive für die weitere Entwicklung der Sozialen Arbeit in Betracht gezogen werden?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Zentrale Begriffe dieser Hausarbeit
1.1 Hilfe und Kontrolle – das Doppelmandat Sozialer Arbeit
1.2 Menschenrechtsprofession – das Triplemandat Sozialer Arbeit
1.3 Soziale Dienste allgemein
1.4 Spannungsfeld
2 Eine Zeitreise entlang eines Arbeitsfeldes, gegenwärtig als soziale Dienste bezeichnet
3 Soziale Dienste im Spannungsfeld der Hilfe, Kontrolle & Politik
4 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das historische Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle in der Sozialen Arbeit und hinterfragt, ob das bestehende Doppel- bzw. Triplemandat ausreicht, um professionellen Anforderungen gerecht zu werden, oder ob eine stärkere politische Einmischung durch ein viertes Mandat erforderlich ist.
- Historische Entwicklung von Fürsorge und Sozialer Arbeit
- Analyse des Doppel- und Triplemandats
- Strukturwandel sozialer Dienste und zunehmender Wettbewerbsdruck
- Das Spannungsfeld zwischen Hilfe, Kontrolle und politischer Einflussnahme
- Entwurf eines potenziellen "vierten Mandats" als politisches Instrument
Auszug aus dem Buch
Spannungsfeld
Im Duden wird das Wort Spannungsfeld folgendermaßen beschrieben: Ein Spannungsfeld ist ein „Bereich mit unterschiedlichen, gegensätzlichen Kräften, die aufeinander einwirken, sich gegenseitig beeinflussen und auf diese Weise einen Zustand hervorrufen, der wie mit Spannung geladen zu sein scheint“.
Diese Definition lässt sich wie eine Blaupause über die einzelnen Gewerke der Sozialen Arbeit legen und dadurch beschreiben. Als gegensätzliche Kräfte kann man in der Sozialen Arbeit die Politik & Gesellschaft gegenüber den KlientInnen und den Menschenrechte beschreiben, welchen AkteurInnen der Sozialen Arbeit versuchen entgegen zu wirken und zu vermitteln.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Forschungsfrage aufgeworfen, ob das bisherige Mandatsspektrum der Sozialen Arbeit ausreicht oder eine stärkere politische Mitgestaltung notwendig ist.
1 Zentrale Begriffe dieser Hausarbeit: Definition der fachlichen Grundlagen wie Doppelmandat, Triplemandat und der allgemeinen Struktur sozialer Dienste.
2 Eine Zeitreise entlang eines Arbeitsfeldes, gegenwärtig als soziale Dienste bezeichnet: Darstellung der historischen Entwicklung von der mittelalterlichen Fürsorge bis zur modernen Sozialen Arbeit unter dem Einfluss gesellschaftlicher Machtverhältnisse.
3 Soziale Dienste im Spannungsfeld der Hilfe, Kontrolle & Politik: Untersuchung der aktuellen Herausforderungen, wie Ökonomisierung und politische Rahmenbedingungen, sowie deren Auswirkungen auf die AkteurInnen.
4 Resümee: Abschließende Reflexion und die Forderung nach einem vierten Mandat zur Stärkung der politischen Partizipation und professionellen Autonomie.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Hilfe, Kontrolle, Doppelmandat, Triplemandat, Spannungsfeld, Sozialpolitik, Professionalität, Geschichte der Fürsorge, Menschenrechte, Mandat, Sozialwesen, Partizipation, Ethik, Soziale Dienste
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit analysiert die historischen und aktuellen Spannungsfelder zwischen Hilfe und Kontrolle in der Sozialen Arbeit und diskutiert die Notwendigkeit einer stärkeren politischen Positionierung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die fachlichen Mandate (Doppel-/Triplemandat), die historische Entwicklung der Fürsorge, der Druck durch Ökonomisierung sowie die Schnittstellen zwischen Sozialarbeit, Politik und Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit als politischer Akteur mehr Gewicht gewinnen kann, um das Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle zugunsten der KlientInnen zu entzerren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Betrachtung sowie der Analyse fachwissenschaftlicher Literatur und Systemtheorien zur Sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, eine historische Zeitreise durch die Entwicklung der Dienste und eine detaillierte Auseinandersetzung mit den aktuellen politischen und ökonomischen Belastungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Doppelmandat, Triplemandat, Hilfe und Kontrolle sowie das Konzept der politischen Mitgestaltung definiert.
Was genau ist das im Resümee vorgeschlagene "vierte Mandat"?
Es wird als eine Instanz der politischen Mitgestaltung und Kontrolle vorgeschlagen, die als Sprachrohr zwischen den bisherigen Mandaten fungiert, um die Soziale Arbeit politisch und ethisch abzusichern.
Warum wird die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit kritisch betrachtet?
Die Autorin kritisiert, dass Wirtschaftlichkeitsaspekte und öffentliche Ausschreibungen die fachlichen und ethischen Bedarfe der KlientInnen in den Hintergrund drängen und die Soziale Arbeit unter Druck setzen.
- Arbeit zitieren
- Erika Friedrich (Autor:in), 2021, Das Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle der Sozialen Dienste historisch betrachtet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1041290