Franz Kafkas "Der Proceß" alsherrschafts- und konfliktsoziologischer Roman im Zeitalter der Moderne. Der Konflikt um Macht und Herrschaft als literarisches Motiv des frühen 20ten Jahrhunderts


Bachelorarbeit, 2021

43 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zeitgenössische Macht- und Konflikttheorien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts
2.1 Max Webers Macht- und Herrschaftsbegriff
2.2 Georg Simmels Konfliktsoziologie

3. Der Beginn des sozialen Konflikts zwischen Josef K. und dem Gericht
3.1 K.s Verhaftung als Vorausdeutung auf die Machtverhältnisse im Roman
3.2 K.s scharfe Anklage als Machtdemonstration

4. Die Konfliktmethoden und Machtdemonstrationen des Gerichts
4.1 Die Geheimherrschaft und Allgegenwärtigkeit des Gerichts
4.2 Die Abschreckungsstrategie des Gerichts
4.3 Die Verschmelzung von K.s Arbeitsleben mit dem Gericht

5. Weitere Konfliktlinien und Herrschaftsbeziehungen im Roman
5.1 Frauen als Herrschaftsobjekt
5.2 Der soziale Konflikt innerhalb des Gerichtsapparats

6. K.s Akzeptanz der Herrschaft des Gerichts

7. Fazit- Kafkas Roman Der Proceß als Spiegel sozialer Konflikte des frühen 20. Jahrhunderts

Literaturverzeichnis

Primärliteratur

Sekundärliteratur

1. Einleitung

Franz Kafkas Gesamtwerk ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der Literatur der Moderne. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Kafkas Texte thematisch mit der Entfremdung und Ohnmacht eines Individuums gegenüber einer anonymen Macht in Verbindung gebracht werden, was ein bedeutsames literarisches Motiv der modernen Literatur darstellt.1 Vielen Literaturwissenschaftlern zufolge habe Kafka mit seiner Literatur zudem katastrophale soziale und historisch-politische Realitäten, die sich nach seinem Tod ereignet hätten, wie z. B. die Entstehung von Diktaturen, beschrieben und vorhergesehen.2 Auch die Themen aus seinem Romanfragment Der Proceß werden im wissenschaftlichen Diskurs häufig auf gesellschaftspolitische Ereignisse bezogen, die sich in Kafkas Lebensumfeld abspielten.

Der Roman wurde von Kafkas Freund Max Brod posthum im Jahr 1925 veröffentlicht. Kafka hat seit der Auflösung seiner Verlobung mit Felice Bauer im Juli 1914 mit der Arbeit an diesem Roman begonnen. Jedoch hat er seinen Schreibprozess mehreren Zeugnissen zufolge am 20. Oktober 1915 abgebrochen, weshalb der Roman einige Fragmente enthält. Auch die Reihenfolge der Kapitel des Romans sei unklar.3 Inhaltlich schildert der Roman Der Proceß den Niedergang des Prokuristen Josef K.s, der zu Beginn des Romans am Morgen seines 30. Geburtstages von zwei unbekannten Männern in seinem Pensionszimmer aufgesucht und verhaftet wird. Im Verlauf des Romans kann festgestellt werden, dass K.s Gerichtsverfahren immer weiter in sein Alltagsleben eindringt und ihn zunehmend belastet. Auffällig ist, dass fast jede Figur, die K. nach seiner Verhaftung trifft, über seinen Gerichtsprozess Bescheid weiß. Obwohl K. von seiner Unschuld überzeugt ist, kann er sich nicht aus seinem verhängnisvollen Gerichtsverfahren befreien und er wird kurz vor seinem 31. Geburtstag von zwei unbekannten Männern ermordet. Aufgrund seiner Unvollständigkeit eröffnet der Roman viele unbeantwortete Fragen. Bis heute sind sich Literaturwissenschaftler uneins darüber, wer K. angeklagt und welches Verbrechen K. begangen hat.

Aufgrund der vielen gesellschaftlichen und sozialen Themen des Romans existieren im Forschungsdiskurs eine Vielzahl unterschiedlicher Interpretationen des Romans aus verschiedenen geisteswissenschaftlichen Disziplinen, wie z. B. der Psychologie oder der Religions- und Geschichtswissenschaft. Auch biografische Deutungen treten häufig in der Forschungsdebatte in Bezug auf Kafkas Konflikt mit seinem Vater oder Kafkas gescheiterter Verlobung mit Felice Bauer auf.4 Hans Hiebel und Ulf Abraham vertreten beispielsweise den psychologischen Forschungsansatz, dass das Gericht die innere Persönlichkeit von K. widerspiegele, die sich durch äußere Einflüsse verändere.5 K. hätte zudem einen Angsttraum, der sich in seiner Realität durch eine befremdliche juristische Ordnung abbilden würde und eine Personifikation seines Über-Ichs sei.6

Diese Arbeit will jedoch auf die Analyse von biografischen, religiösen und psychologischen Deutungen des Romans verzichten, weil sie sich bei der Interpretation des Romans auf zeitgenössische Theorien der Konflikt- und Herrschaftssoziologie fokussiert. Darum geht diese Arbeit davon aus, dass das Gericht eine im Roman tatsächlich existierende Institution und nicht ein Teil von K.s Fantasie ist. Bisherige Forschungsvorhaben haben ebenfalls soziologische Theorien zur Interpretation des Romans angewendet, wie Hiebel verdeutlicht:

Herrschafts- und Machttheorien – besonders diejenigen Michel Foucaults und Friedrich Nietzsches – stellen für uns Hilfsmittel der Interpretation dar, sie dienen der Schärfung des Blicks, aber auch – soweit unsere Interpretation in Kommentar übergeht – der Erhellung des Interpretierten durch Analogien, durch parasprachliche Entsprechungen.7

Ähnlich wie die Darstellung dieses Interpretationsansatzes vertritt diese Arbeit einen sozialhistorischen bzw. einen soziologischen Forschungsansatz, der allerdings Manfred Engel zufolge im aktuellen Forschungsdiskurs nicht mehr häufig auftritt. In dieser Forschungsrichtung wird das Gericht als eine kritische Verfremdung realer Verhältnisse gedeutet, das K. mit der Macht gesellschaftlicher bürokratischer Strukturen zu unterjochen versucht.8 Ein neuerer Forschungsbeitrag zur Untersuchung der Macht- und Herrschaftsstrukturen des Romans ist z. B. die Monografie von Lena Hinkelmann und Regine Hinkelmann.9 Des Weiteren hat Karol Sauerlands Aufsatz das Gericht als allgegenwärtigen und unerreichbaren Machtapparat charakterisiert.10 Karin Leich hat in ihrer Dissertation den Zusammenhang zwischen Sexualität und Herrschaft im Roman untersucht.11 Weitere Literaturtitel, die den neueren Forschungsstand abbilden und nicht die Themen Herrschaft und Konflikt in den Vordergrund stellen, sind neben den bisher in der Einleitung aufgelisteten Forschungsbeiträgen Klaus-Detlef Müllers12 und Gerhard Neumanns13 Monografien zur Interpretation von Kafkas Romanen.

Im Unterschied zu den bereits genannten Beiträgen des aktuellen Forschungsstandes will sich diese Arbeit zur Darstellung der Macht- und Herrschaftsstrukturen sowie zur Analyse der sozialen Konflikte auf die zeitgenössischen soziologischen Theorien von Georg Simmel und Max Weber stützen. Darum basieren die Untersuchungsbefunde dieser Arbeit auf soziologischen Ansätzen, die Kafka möglicherweise selbst gelesen und deren Inhalte er in seinen Roman integriert hat. Zwar kann festgestellt werden, dass Kafka zu seinen Lebzeiten weder Max Weber noch Georg Simmel begegnet ist. Allerdings hat er Kontakt zu Max Webers Bruder Alfred Weber gehabt, da dieser Kafkas Promotion an der Prager Universität betreut hat. Außerdem hat Alfred Weber einen Artikel mit dem Titel Der Beamte verfasst, der viele Ähnlichkeiten mit Max Webers Werk The Protestant Ethic and the Spirit of Capitalism habe . Zwar ist unklar, ob Kafka den Aufsatz von Alfred Weber gelesen hat, aber es kann laut Douglas Litowitz davon ausgegangen werden. Darum wird in der Forschung diskutiert, ob Max Weber implizit durch den Aufsatz seines Bruders Kafkas Ideen und seine Verständnisse von Recht und Macht beeinflusst habe.14 Zumindest Kafkas indirekte Verbindung zu Max Weber lässt also vermuten, dass Kafka Max Webers Denken in seinem Roman aufgegriffen hat. Darum ist ein Erkenntnisinteresse dieser Arbeit zu klären, inwiefern Kafkas Roman zentrale soziologische Theorien der Moderne aufgegriffen hat. Ferner will die Thesis den scheinbar veralteten soziologischen bzw. sozialhistorischen Forschungsansatz wieder in den Vordergrund der Forschungsdebatte stellen.

Darum soll diese Arbeit folgende Fragestellung behandeln: Inwiefern lassen sich Max Webers Aussagen zu den Begriffen Macht und Herrschaft sowie Georg Simmels Konflikttheorie auf die sozialen Konflikte in Franz Kafkas Romanfragment Der Proceß anwenden? Inwiefern lassen sich im Roman Herrschaftsstrukturen finden und welche Konfliktziele und Konfliktstrategien verfolgen sowie welche Konfliktmethoden nutzen Josef K. und das Gericht im Verlauf ihres Konflikts?

Zu dieser Fragestellung lässt sich als These formulieren, dass der Roman besonders durch die Darstellung des Konflikts zwischen K. und dem Gericht in Ansätzen Georg Simmels Ausführungen zum Verlauf eines Konflikts aufgreift sowie größtenteils Max Webers Herrschaftssoziologie durch die Machtdemonstrationen von K. und des Gerichts widerspiegelt. Der Konflikt zwischen K. und dem Gericht beginnt vor allem mit der Verhaftung von K. und er gewinnt durch K.s energische Rede im Untersuchungsraum des Gerichts an Schärfe und Intensität. K.s Konfliktziele sind zu Beginn des Romans, die Herrschaft des Gerichts zu beenden, sein Gerichtsverfahren nach außen geheim zu halten und seine Unschuld zu verteidigen, während das Gericht seine autoritäre Geheimherrschaft in der Gesellschaft aufrechtzuerhalten versucht. Nach K.s Anklage gegen die Korruptheit des Gerichts erscheint das Konfliktverhalten beider Konfliktpartner zunehmend passiver, da das Gericht K. daran hindert, sich in weiteren Untersuchungsverfahren zu verteidigen. Stattdessen dringt es immer weiter in K.s Alltagswelt ein, will ihn z. B. durch den Auftritt des Prüglers abschrecken und ihn durch den stockenden Verlauf seines Verfahrens ohnmächtig erscheinen lassen. Dadurch hindert es K. daran, seine Unschuld zu beweisen. Darum scheint das Gericht durch seine Konfliktmethoden übermächtig und allgegenwärtig zu sein, da seine Herrschaft beispielsweise vom Rechtsstaat nicht unterbunden wird. K. hat trotz seiner Konfliktstrategie, temporäre Helfer anzuwerben, durch das passive Konfliktverhalten und der Übermacht des Gerichts keine Möglichkeit, den Konflikt dauerhaft zu beenden. Aufgrund seiner durch den Prozess entstehenden Belastungen im Arbeitsalltag und seinem stetigen Machtverlust versucht K. den Prozess zu verdrängen und nur noch in seinem Umfeld zu überleben. Zum Ende des Romans akzeptiert K. die Herrschaft des Gerichts, weil er sich nicht gegen seine bevorstehende Ermordung wehrt und damit den Willen des Gerichts gehorcht, was für Weber ein zentrales Ziel zur Legitimierung von Herrschaft bedeutet. Durch den Mord von K. und dem fehlenden Einfluss des Rechtsstaats werden jedoch zentrale Aussagen von Georg Simmel zum Verlauf und zur Beilegung eines Konflikts im Roman nicht aufgegriffen. Neben der Auseinandersetzung zwischen K. und dem Gericht sind im Roman noch weitere soziale Konflikte und weitere Herrschaftsstrukturen zu untersuchen, wie z. B. K.s interessensgeleitete Herrschaft über die Frauen des Romans. Auch interne Konflikte innerhalb des Gerichts verdeutlichen, wie das Gericht seine Herrschaft nach innen legitimiert und Webers Ausführungen zur internen Organisation entspricht.

Im ersten Kapitel dieser Arbeit sollen zentrale Thesen von Max Webers und Georg Simmels Herrschafts- und Konfliktsoziologie herausgearbeitet werden, um diese im weiteren Verlauf dieser Arbeit auf Kafkas Roman Der Proceß anzuwenden. Danach werden Josef K.s Verhaftung als Beginn des sozialen Konfliktes zwischen ihm und dem Gericht sowie die Macht- und Herrschaftsstrukturen zu Beginn des Romans untersucht. Das dritte Kapitel soll die passiven Konfliktmethoden des Gerichts gegenüber K. charakterisieren, die zur psychologischen Ermattung und zum Niedergang von K. führen sowie die Allgegenwärtigkeit und die Übermacht des Gerichts verdeutlichen. Im vierten Kapitel veranschaulicht diese Arbeit, dass der Roman nicht nur die Konfrontation zwischen K. und dem Gericht beschreibt, sondern weitere Herrschaftsbeziehungen in den Mittelpunkt stellt, wie z. B. K.s Herrschaft über die Frauen des Romans oder der Umgang des obersten Gerichts mit den niederen Angestellten des Gerichtapparats. Danach wendet sich die Arbeit dem Ende des Konflikts zwischen K. und dem Gericht zu, bei dem K. erkennt, dass er sich nicht von der Übermacht des Gerichts befreien kann und sein Todesurteil akzeptieren muss. Zuletzt erfolgt ein Fazit, dass die wichtigsten Argumente und Thesen dieser Arbeit zusammenfasst. Als Untersuchungsgegenstand liegt die Taschenbuchvorlage des Romans von Hans-Gerd Koch vor, dessen Textgrundlage die kritische Ausgabe des Romans von Malcolm Pasley darstellt.15 Als Analysemethode wird in dieser Arbeit neben der Verwendung von soziologischen Theorien die Methode der Textanalyse bzw. des close reading angewendet.

2. Zeitgenössische Macht- und Konflikttheorien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts

Die Konflikt- und Herrschaftstheorien des 19. Jahrhunderts waren insbesondere von dem von Karl Marx und Friedrich Engels geschilderten Klassenkonflikt geprägt. Auch Max Webers Soziologie ist von dem Klassenkampf der Bourgeoisie und des Proletariats geprägt, der auf die wirtschaftlichen Verhältnisse zur Zeit der Industrialisierung zurückzuführen ist. In dieser Arbeit sollen allerdings die Themen Macht, Herrschaft und sozialer Konflikt ohne die Berücksichtigung der zeitgenössischen wirtschaftlichen Verhältnisse im Vordergrund der Analyse stehen.

2.1 Max Webers Macht- und Herrschaftsbegriff

Max Weber definiert bereits zu Beginn seines Werks Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie 16 den Begriff Macht folgendermaßen: „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleich viel worauf diese Chance beruht“ (WG, S. 28).17 Max Weber verdeutlicht also, dass der Erhalt von Macht vor allem darauf beruht, dass ein Individuum seinen Willen gegen die Interessen von anderen Individuen durchsetzt. Allerdings stellt die Forschung fest, dass die Individuen jeweils ungleiche Chancen hätten, ihren eigenen Willen durchzusetzen, sodass nicht jedes Individuum Macht erlangen könnte.18 Darum verdeutlicht Weber, dass die unterschiedliche Machtverteilung einer Gesellschaft eine soziale Ordnung hervorbringe, die auf der Macht der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen beruhe (vgl. WG, S. 531).

Für Weber stellt die Herrschaft eines Individuums bzw. einer Gruppe eine Sonderform der Macht dar, da die Herrschaft ebenso wie Macht mit dem Besitz, mit dem Erhalt ökonomischer Machtmittel sowie mit der Wirtschaftsform verknüpft sei (vgl. WG, S. 541f.). Die Forschung betont deshalb, dass ein Herrschaftsträger das eigene Handeln auf die geltende Herrschaftsordnung ausrichten müsse.19 Die Herrschaft muss also mit der vorhandenen Gesellschaftsordnung kompatibel sein. Außerdem unterstreicht Weber in seiner Analyse, dass bei einem Herrschaftsverhältnis die Rechte des Beherrschten und des Herrschenden sowie die Gewalt des Herrschenden, Befehle durchzusetzen, höchst relevant seien. Der Herrschaftsträger beeinflusse durch seinen Willen bzw. seinen Befehl das soziale Handeln eines anderen Individuums und er sorgt dafür, dass der Beherrschte seine Befehle befolgt und umsetzt (vgl. WG, S. 542). Herrschaft bedeutet laut Weber also, dass der Herrschaftsträger seine Macht auf ein anderes Individuum ausübt. Deshalb entsteht ein Interaktionsverhältnis zwischen einem Beherrschten und dem Herrschaftsträger. Es gebe soziale Beziehungen, in denen ein Individuum aufgrund seiner privilegierten Stellung besondere Befugnisse und damit mehr Macht besäße, wie Weber am Beispiel eines Richters verdeutlicht. Allerdings ist seiner Ansicht nach unklar, ob der Beruf darüber entscheidet, dass ein Individuum eine Herrschaft über ein anderes Individuum aufbaut. Eine Herrschaftsbeziehung könne nämlich auch doppelseitig bestehen, wenn beide Individuen voneinander abhängig seien, etwas voneinander wollen und gegenseitig ihren Befehlen gehorchen, wie Weber verdeutlicht (vgl. WG, S. 545). Die Forschung betont demgegenüber, dass für Weber Herrschaft vor allem eine institutionelle Form von Macht sei, die bei anderen Individuen Anerkennung finden solle. Weber berücksichtige in seiner Analyse allerdings nicht, dass die Macht eines Herrschers auch auf Zwangsmittel zurückzuführen sei.20 Das Herrschaftsverhältnis zwischen zwei Individuen ist bei Weber insbesondere vom Gehorsam und der Fügsamkeit des Beherrschten sowie von der Existenz eines Verwaltungsstabes bzw. eines Herrschaftsverbandes abhängig (vgl. WG, S. 28f.). Bei einer Herrschaft muss also vorausgesetzt werden, dass der Beherrschte den Befehlen des Herrschers gehorchen muss. Herrschaft kann auch Weber zufolge auf der Durchsetzung von Interessen oder auf der Autorität des Herrschenden beruhen. Interessensgeleitete Herrschaft könne ebenso in autoritäre Herrschaft überführt werden, wobei bei autoritären Herrschaftsverhältnissen immer der Gehorsam des Beherrschten vorhanden sein und ein Teil seiner Interessen erfüllt werden muss, damit er überhaupt gehorcht (vgl. WG, S. 542f.). Wie allerdings der Gehorsam und der „Glaube an Legitimität“21 als Voraussetzungen für eine Herrschaft entstehen, bleibt Thomas Lemke zufolge bei Weber weitgehend unbeantwortet. Oft gebe es in der Gesellschaft eine herrschende Minderheit gegenüber einer beherrschten Masse. Diese herrschende Minderheit versuche ihre Machtstellung durch die Niederschlagung von „Massen- oder Gemeinschaftshandeln“ (WG, S. 548) zu erhalten und ihre Absichten zu verschleiern, weshalb sie eine Geheimherrschaft etablieren könne (vgl. WG, S. 548). Aus der Sicht der Forschung ist für Weber im modernen Staat die Herrschaft der Bürokratie die größte Gefahr für die politische und individuelle Freiheit des Einzelnen.22

Im zweiten Teil seiner Analyse erläutert Weber, wie die Herrschaftsverhältnisse innerhalb einer Institution aufrechterhalten bleiben. Innerhalb der herrschenden Gruppe gebe es einen Apparat, der durch die Ausführung der Befehle der Herrschaftsträger die Herrschaft der Institution nach außen sichere. An der Spitze der Hierarchie ständen die Herren, die die Befehle anordnen und zusammen mit dem Apparat eine Organisation bildeten. Die Spitze müsse allerdings für den Bestand ihrer Herrschaft Legitimität und Geltung besitzen, die durch drei „Prinzipien“ (WG, S. 549) erworben werden können. Aus diesen Prinzipien würden zudem verschiedene „Grundtypen der Herrschaftsstruktur“ (WG, S. 550) entstehen. Zum einen könnten interne rationale Regeln als auch die persönliche Autorität dem Herrschenden die Geltung für seine Herrschaft geben, wobei zu berücksichtigen sei, ob die Herrschaftsbefugnis des Herrschers bereits seit einem längeren Zeitraum als Tradition in der Organisation verankert sei oder nicht. Auch das Charisma des Herrschenden könne ihm Autorität und die notwendige Legitimität für seine Herrschaft geben (vgl. WG, S. 549f.). Die Autorität muss dabei Peter Imbusch zufolge reproduziert werden und darf nicht unterminiert werden, da ansonsten die Herrschaft des Herrschaftsträgers infrage gestellt werden könnte.23 Außerdem sei zur Legitimierung einer Herrschaft die Rhetorik des Herrschers wichtig.24

2.2 Georg Simmels Konfliktsoziologie

In seiner Studie Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung 25 geht Georg Simmel auf die Entstehung der modernen Gesellschaft sowie auf das Zusammenleben zwischen den Individuen ein. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Teilkapitel über die Entstehung eines Streits bzw. eines Konflikts.26 Simmels zentrale These ist, dass gesellschaftliche Konflikte zu einem Vergesellschaftungsprozess führen (vgl. DS, S. 186). Der Forschung zufolge sieht Simmel die Individuen als gleichwertig an, wobei sie unterschiedliche soziale Kontexte besäßen.27 Simmels weitere Ausführungen zur Erklärung und Deutung sozialer Konflikte sollen im Folgenden herausgestellt werden, wobei seine Anmerkungen zur Entstehung von Eifersucht, Konkurrenz und Versöhnungen weitgehend ignoriert werden.28

Simmel zufolge beruht die Entstehung eines Konfliktes auf individuellen Eigenschaften der Individuen, wie z. B. auf Hass und Neid (vgl. DS, S. 186). Oft hätte ein Individuum einen Oppositionsinstinkt, der dazu führe, dass es sich gegen etwas, wie z. B. eine unwahre Behauptung, wehren müsse. Auch die Interessen der Individuen für ein bestimmtes Gut könnten einen Konflikt provozieren (vgl. DS, S. 196ff.). Individuen könnten ebenso, stellvertretend für viele andere Individuen, für ein überpersönliches Ziel kämpfen (vgl. DS, S. 204). Allerdings löse ein Konflikt die Gegensätze zwischen beiden Konfliktparteien auf und er könne Frieden oder zumindest ein Ende des Disputes herbeiführen (vgl. DS, S. 186f.). Falls nämlich keine Konflikte zwischen den Individuen entstehen würden, wären die Individuen verzweifelt, da Konflikte dazu führen könnten, dass ein Individuum sich nicht von anderen Gruppen und Individuen unterdrückt fühlt und sich eigene „innere Genugtuung“ (DS, S. 190) verschaffen könne. Dies ist also ein mögliches Ziel des jeweiligen Konfliktpartners. Der Konflikt ist also in Simmels Darstellung positiv konnotiert: er kann Missstände in einer Gesellschaft und in sozialen Beziehungen überwinden. Außerdem können in einem Konflikt die Interessen des anderen Streitpartners unterjocht und der Zerfall der eigenen Persönlichkeit oder der Einheit einer sozialen Gruppe verhindert werden (vgl. DS, S. 210). In einer Auseinandersetzung mit anderen Gruppen muss das jeweilige Kollektiv trotz der Eigenständigkeit und Unabhängigkeit ihrer Mitglieder ein einheitliches Ziel verfolgen und nach außen als Einheit auftreten (vgl. DS, S. 235). Simmel berücksichtigt hierbei also, dass es auch innerhalb einer Gruppe Konflikte geben könne.

Im Verlauf des Kampfes ist laut Simmel zu beobachten, dass sich der Hass auf den Streitpartner erhöht und sich das Interesse an der Erfüllung des eigenen Konfliktziels steigert. Darum erhöhe sich während eines Konflikts die Kampflust beider Kontrahenten (vgl. DS, S. 199). Dies ist eine Erklärung dafür, warum Auseinandersetzungen zwischen Individuen einen größeren Zeitraum lang bestehen. Im Verlauf des Kampfes könne ebenso beobachtet werden, dass Individuen mit anderen Personen und früheren Gegnern kooperieren und ihre Interessen bündeln können (vgl. DS, S. 239). Aufgrund dieser bisherigen Ausführungen kann also festgestellt werden, dass Simmel sich in seiner Analyse vor allem für die Konfliktmethoden und die Handlungsstrategien der Individuen in einem Konflikt interessiert. Carsten Stark zufolge ist für Simmel ein Streit zwischen Individuen nur ein formaler Zweck, um als Individuen miteinander zu interagieren. Zudem könnten in einem Konflikt Wechselwirkungen zwischen den Individuen entstehen.29 Darum werden im späteren Verlauf dieser Arbeit vor allem die Konfliktmethoden und Konfliktstrategien als Art der Interaktion der Akteure in Verbindung mit der Darstellung von Macht und Herrschaft im Roman Der Proceß untersucht werden.

Georg Simmel charakterisiert in seiner Untersuchung verschiedene Konfliktarten bzw. Konfliktformen aus unterschiedlichen Lebenssituationen. Für den weiteren Verlauf dieser Arbeit sind insbesondere seine Aussagen zum Rechtsstreit relevant, da Josef K. sich während seines Konflikts mit dem Gericht in einem Gerichtsprozess befindet. Simmel stellt dar, dass in einem Rechtsstreit das Individuum den Eingriff des Kontrahenten in die eigene Rechtssphäre nicht toleriere und sein eigenes Rechtsgefühl betonen will, weil es in einem Rechtsstreit vor allem um die Selbsterhaltung der individuellen Persönlichkeit gehe. Bei dieser Streitform sei kein Einfluss eines Dritten möglich. Außerdem bleibe je nach der Intensität des Rechtsstreits in der Konfrontation nur noch das Streitmoment vorhanden, während der eigentliche Grund für die Entstehung des Rechtsstreits bei den Streitpartnern in Vergessenheit gerate (vgl. DS, S. 201). Außerdem würden bei einem Rechtsstreit persönliche Aspekte ausgeblendet sowie die bestehenden Gesetze eingehalten. Es sei bei beiden Streitpartnern das Bewusstsein vorhanden, von einer sozialen Macht umgeben zu sein (vgl. DS, S. 201f.).

Abschließend unterstreicht Simmel, dass es verschiedene Möglichkeiten gebe, einen Konflikt zu beenden. Wenn beide Kontrahenten von der Konfrontation erschöpft seien, das Interesse an dem jeweiligen Konfliktgegenstand verlieren oder ihre Aufmerksamkeit einem anderen Handlungszweck zuwenden wollen würden, könne das Interesse an der Weiterführung der Auseinandersetzung bei den Konfliktparteien sinken. Auch der persönliche Sieg, die Niederlage oder die Findung eines Kompromisses könnten zur Beilegung des Konfliktes führen (vgl. DS, S. 248). Im Besonderen könne festgestellt werden, dass ein Konflikt nicht nur die Beziehung zum Kontrahenten, sondern auch die Persönlichkeit des Individuums und die innere Struktur einer Gruppe verändern könnte, da beides sich der Konfliktsituation anpasse (vgl. DS, S. 232). Wenn ein Kampf allerdings auf die Vernichtung des Kontrahenten abziele, so entwickle sich dieser Konflikt zu einem Meuchelmord, weshalb kein Kompromiss bzw. kein Frieden zwischen den Kontrahenten möglich sei (vgl. DS, S.194).

3. Der Beginn des sozialen Konflikts zwischen Josef K. und dem Gericht

3.1 K.s Verhaftung als Vorausdeutung auf die Machtverhältnisse im Roman

Die Verhaftung und Überrumplung K.s durch die beiden Wächter markieren den Beginn des Romans und zugleich den Beginn des sozialen Konflikts zwischen K. und dem Gericht. Die Gründe für seine Verhaftung werden ihm nicht verraten, weshalb eine größere Unklarheit über sein Gerichtsverfahren herrscht. Ebenso zeigt das erste Kapitel das Herrschaftsverhältnis zwischen K. und dem Gericht in Gestalt der beiden Wächter auf, das in den weiteren Kapiteln verdeutlicht wird und von K. nicht aufgebrochen werden kann.

Bei seiner Verhaftung ist es K. während der Anwesenheit der Wächter verboten, sein Zimmer zu verlassen. Einer der Wächter hindert K. aufgrund seines Körperumfangs daran, das Zimmer zu verlassen. Außerdem essen sie K.s Frühstück und verlangen von ihm, dass er sich einen schwarzen Rock anziehen soll (vgl. DP, S. 11ff). Dies kündigt schon zu Beginn des Romans K.s Verlust seiner Privatheit, Freiheit und Kontrolle an, da fremde Menschen ohne Erlaubnis sein Zimmer betreten und ihm seine Bewegungsfreiheit entziehen können. Außerdem wird Ronald Speirs zufolge bereits bei K.s Verhaftung das Motiv der Fremdheit deutlich, da die Wächter keine schriftliche Legitimation für die Verhaftung vorweisen könnten und ihr Handeln somit auf keiner Rechtsordnung beruhe.30 Dieser Befund ist auch ein Grund dafür, dass sich K. nicht der Herrschaft der Wächter in seinem Zimmer fügt, sondern ihre Methoden und ihr Auftreten hinterfragt und nach dem Grund für seine Verhaftung verlangt (vgl. DP, S. 13ff.). Darum verharmlost er seine Verhaftung und spricht den Beamten aufgrund ihres Auftretens jegliche Seriosität ab (vgl. DP, S. 12). Allerdings verliere K. diesen „Sprachkampf“31 gegen die Wächter des Gerichts und ist im gesamten Verlauf des Romans nicht in der Lage, sich in einer Kommunikation zwischen ihm und dem Gericht zu behaupten, was sich bereits bei seiner Verhaftung ankündige. Trotzdem zeigt K. durch seine anfängliche Verweigerung der Befehle der Wächter, dass er die Herrschaft des Gerichts noch nicht akzeptiert hat und er aufgrund des Überfalls der Wächter seine machtlose Situation noch nicht richtig einschätzen kann. Der Erzähler des Romans stellt deshalb fest, dass K.s bisher bewährte Methode, „alles möglichst leicht zu nehmen“ (DP, S. 12), auf die Wächter des Gerichts keinen Einfluss hat. Ein Beleg dafür ist, dass sein Kontakt zum Staatsanwalt ihm in seiner Situation nicht weiterhelfen würde. Das folgende Zitat des Erzählers verdeutlicht K.s Verzweiflung, dass der Rechtsstaat, der K. in vorherigen Alltagssituationen geholfen habe, ihn diesmal nicht unterstützen könne: „K. lebt doch in einem Rechtsstaat, überall herrschte Friede, alle Gesetze bestanden aufrecht, wer wagte ihn in seiner Wohnung zu überfallen?“ (DP, S. 12). Auch K.s geringer werdendes Vertrauen in die bisherige Rechtsordnung bzw. an die von Simmel bezeichnete soziale Macht ist ein Leitmotiv im weiteren Verlauf des Romans. Sieglinde Grimm stellt in diesem Zusammenhang dar, dass K. auch bei seiner Verhaftung an seinen Gewohnheiten festhalten wolle und er die Augenblicke, die nicht zu seinem Alltag dazugehören, versuche zu verdrängen. Sein Glaube an den Rechtsstaat bedeute für ihn Sicherheit.32 Dieser Befund verdeutlicht, warum K. trotz seines Widerstandes gegen die Wächter mit der paradoxen Situation überfordert zu sein scheint. Mit der Berücksichtigung von Max Webers Herrschaftsbegriff ist diese Macht der Wächter bzw. des Gerichts darauf zurückzuführen, dass die Macht des Gerichts unabhängig von rechtsstaatlichen Normen ist und der Rechtsstaat nicht in der Lage sei, die Individuen vor den Übergriffen des Gerichts zu schützen.

Zwar wird K. von einem Aufseher des Gerichts in Fräulein Bürstners Pensionszimmer suggeriert, dass er seinen alltäglichen Arbeitsleben nachgehen könne (vgl. DP, S. 23). Allerdings kann im weiteren Verlauf des Romans dargestellt werden, dass das Gericht auch auf K.s Alltag größeren Einfluss ausübt. Dies lässt sich daran belegen, dass der Aufseher drei Beamte aus K.s Bank in dem Pensionszimmer von Fräulein Bürstner versammelt hat, damit diese K. auf den Weg zur Bank begleiten können (vgl. DP, S. 24). Ferner wird K. während seiner Verhaftung von älteren Menschen im gegenüberliegenden Haus beobachtet. Dies deute darauf hin, dass K.s privates Umfeld zum Ort von K.s Gefangenschaft wird und er nun im weiteren Verlauf des Romans ständig überwacht wird.33 Darum kann gesagt werden, dass das Gericht als erste Konfliktmethode nach seiner Überrumplung in seinem Pensionszimmer K. falsche Tatsachen vortäuscht, um ihm scheinbare Freiheit und Sicherheit zu garantieren. Zusammenfassend kann also K.s Verhaftung als eine Vorschau auf seine spätere Ohnmacht und der sichtbar werdenden Übermacht des Gerichts im sozialen Konflikt gedeutet werden. Klaus-Detlef Müller bezeichnet K.s Verhaftung deshalb als seine zweite Geburt, da K. in der weiteren Handlung des Romans ein neues Leben in einer Welt führe, die zu einem Gericht geworden sei.34

[...]


1 Vgl. Manfred Schmeling: „‘Dein Zeug zählt zu den Klassikern.‘ Kafkas Geltung und literarische Wirkung als ‘Klassiker der Moderne‘“. In: Martin Brunkhorst u.a. (Hg.): Klassiker-Renaissance. Modelle der Gegenwartsliteratur. Tübingen 1991. S. 15-29, hier S. 19.

2 Vgl. Scott Spector: „Kafka und die literarische Moderne.“ In: Bettina von Jagow/Oliver Jahraus (Hg.): Kafka-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Göttingen 2008. S. 181-193, hier S. 181ff.

3 Vgl. Malcolm Pasley: „Wie der Roman entstand.“ In: Hans Dieter Zimmermann (Hg.): Nach erneuter Lektüre: Franz Kafkas Der Proceß. Würzburg 1992. S. 11-33, hier S. 17ff.

4 Vgl. Manfred Engel: „Der Process.“ In: Manfred Engel/Bernd Auerstochs (Hg.): Kafka Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart 2010. S. 192-207, hier S. 192.

5 Vgl. Ulf Abraham: „Recht und Justiz.“ In: Bettina von Jagow/Oliver Jahraus (Hg .): Kafka-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Göttingen 2008. S. 212-223, hier S. 214.

6 Vgl. Hans H. Hiebel: „Der Prozess/Vor dem Gesetz.“ In: Bettina von Jagow/Oliver Jahraus (Hg .): Kafka-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Göttingen 2008. S. 456-476, hier S. 456.

7 Hans H. Hiebel: Die Zeichen des Gesetzes. Recht und Macht bei Franz Kafka. München 1983. S. 15.

8 Vgl. Engel: „Process.“ S. 199.

9 Lena Hinkelmann/Regine Hinkelmann: Macht und Ohnmacht. Bewältigungsstrategien und Krisenkompetenz am Beispiel von Kafkas Roman „Der Prozess“. Wiesbaden 2018.

10 Vgl. Karol Sauerland: „Der ideale Machtapparat und das Individuum.“ In: Hans Dieter Zimmermann (Hg.): Nach erneuter Lektüre: Franz Kafkas Der Proceß. Würzburg 1992. S. 235-250, hier S. 235ff.

11 Karin Leich: Herrschaft und Sexualität in Franz Kafkas Romanen ‚Der Proceß’ und ‚Das Schloß’. Marburg 2003.

12 Klaus-Detlef Müller: Franz Kafka. Romane. Berlin 2007.

13 Gerhard Neumann: Franz Kafka. Experte der Macht. München 2012.

14 Vgl. Douglas Litowitz: „Max Weber and Franz Kafka: A Shared Vision of Modern Law.“ In: Law, Culture and the Humanities 7 (2011). S. 48-65, hier S. 48ff.

15 Franz Kafka: Der Proceß. Hg. v. Hans-Gerd Koch. Frankfurt am Main 2008.

16 Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Hg. v. Johannes Winckelmann. 5., rev. Aufl. Tübingen 1990.

17 Im Folgenden werden sämtliche direkte und indirekte Zitate der Theorien und des Romans Der Proceß im Fließtext dieser Arbeit belegt. Für Belege aus Max Webers Theorie wird die Sigle WG verwendet.

18 Vgl. Wiebke Ernst: „Die Konflikttheorie von Max Weber.“ In: Thorsten Bonacker (Hg.): Sozialwissenschaftliche Konflikttheorien. Eine Einführung. 3. Aufl. Wiesbaden 2005. S. 65-82, hier S. 70.

19 Vgl. ebd., S. 76.

20 Vgl. Thomas Lemke: „Max Weber, Norbert Elias und Michel Foucault über Macht und Subjektivierung.“ In: Berliner Journal für Soziologie 11 (2001). S. 77-95, hier S. 78f.

21 Ebd., S. 80.

22 Vgl. Kari Palonen: Max Webers Begriffspolitik. Aufsätze aus zwei Jahrzehnten. Baden-Baden 2019. S. 177.

23 Vgl. Peter Imbusch: „Macht – Autorität – Herrschaft.“ In: Johannes Jupp/Anja Steinbach (Hg.): Grundbegriffe der Soziologie. 12. Aufl. Wiesbaden 2018. S. 281-288, hier S. 286.

24 Vgl. Palonen: Max. S. 174f.

25 Georg Simmel : Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung. 5. Aufl. Berlin 1968.

26 Für Georg Simmels Konflikttheorie wird die Sigle DS verwendet.

27 Vgl. Ilse Lenz: „Streit, Geschlecht, Konflikt?“ In: Rüdiger Lautmann/Hanns Wienold (Hg.): Georg Simmel und das Leben in der Gegenwart. Wiesbaden 2018. S. 209-226, hier S. 211ff.

28 Für Georg Simmels Konflikttheorie wird die Sigle DS verwendet.

29 Vgl. Carsten Stark: „Die Konflikttheorie von Georg Simmel.“ In: Thorsten Bonacker (Hg.): Sozialwissenschaftliche Konflikttheorien. Eine Einführung. 3. Aufl. Wiesbaden 2005. S. 83-96, hier S. 84f.

30 Vgl. Ronald Speirs: „Gewalt und poetische Gerechtigkeit bei Kafka.“ In: Beatrice Sandberg/Jakob Lothe (Hg.): Franz Kafka. Zur ethischen und ästhetischen Rechtfertigung. Freiburg 2002. S. 111-134, hier S. 124.

31 Vgl. Wiebrecht Ries: Nietzsche/Kafka. Zur ästhetischen Wahrnehmung der Moderne. Freiburg/München 2007. S. 140.

32 Vgl. Sieglinde Grimm: Sprache der Existenz. Rilke, Kafka und die Rettung des Ich im Roman der klassischen Moderne. Tübingen 2003. S. 269.

33 Vgl. Müller: Franz. S. 67.

34 Vgl. ebd., S. 97.

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Franz Kafkas "Der Proceß" alsherrschafts- und konfliktsoziologischer Roman im Zeitalter der Moderne. Der Konflikt um Macht und Herrschaft als literarisches Motiv des frühen 20ten Jahrhunderts
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
43
Katalognummer
V1041540
ISBN (eBook)
9783346434630
ISBN (Buch)
9783346434647
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Franz, Kafka, Herrschaft, Macht, Prozess, Proceß, Literatur, 20. Jahrhundert, Konflikt, K., Gericht, Weber, Simmel, Marx
Arbeit zitieren
Lauritz Tufan (Autor), 2021, Franz Kafkas "Der Proceß" alsherrschafts- und konfliktsoziologischer Roman im Zeitalter der Moderne. Der Konflikt um Macht und Herrschaft als literarisches Motiv des frühen 20ten Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1041540

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