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Korridore aus der Installationsreihe von Bruce Nauman. Die aktive Rolle des Betrachters

Titel: Korridore aus der Installationsreihe von Bruce Nauman. Die aktive Rolle des Betrachters

Hausarbeit , 2018 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jelena Vujicic (Autor:in)

Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Korridoren aus der Installationsreihe von Bruce Nauman und der aktiven Rolle des Betrachters dabei.

Zwei nah aneinander stehende Wände bilden einen schmalen Korridor. Am Ende dieses befinden sich Bildschirme, man verspürt das Gefühl, dass man zu diesen Bildschirmen gelangen möchte. Die Neugierde drängt einen dazu, den Korridor zu betreten, um zu erkennen, was sich auf den Monitoren befindet. Man betritt die schmale Kluft der Wände und nähert sich dem Ende. Was man erlebt, ist einer der Korridore aus der Installationsreihe von Bruce Nauman.

Diese entwickelte er in den 1970 Jahren. Sein Gedanke war es einen schmalen Gang durch Wände zu erschaffen, wobei der Betrachter als aktive Rolle in das Werk mit eingebunden werden sollte. Diese Korridore sind lang und schmal, entweder parallel oder spitzt zulaufend. Kann man bei einigen an das Ende des Korridors gelangen, so wird das Ende anderer nicht mehr zugänglich für den eigenen Körper, da die Kluft der Wände zu schmal ist. Die einzelnen Wände sind höher als der menschliche Körper und erstrecken sich nach oben, so dass der Betrachter nicht hinüber gucken kann. Diverse Installationen bestehen aus mehreren Korridoren, andere wiederum nur aus einem.

Zudem umfassen manche Kameras und Monitore, welche den Besucher beim Durchschreiten der Installation beobachten und andere sind leer. Die Kunst, welche hier stattfindet wird erst durch den Blick und die Bewegung des Beobachters erschaffen. Er ist der aktive Teil des Kunstraumes. Mit seinen Korridoren konstruiert Bruce Nauman eine beängstigende Atmosphäre, in welcher der Betrachter sich nicht nur unwohl fühlt, sondern auch das Gefühl bekommt aus diesen Arbeiten fliehen zu möchten. Sei es, weil die Kameras ihn aus einer ungewohnten Perspektive zeigen oder weil die schmalen Gänge des Werkes klaustrophobische Panik beim Besucher hervorrufen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Closed Circuit

Nick Wilder Installation

Green Light Corridor

Acoustic Wall

Corridor with Mirror and White Light

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Korridorinstallationen von Bruce Nauman und analysiert, wie diese Erfahrungsräume durch das Zusammenspiel von physischer Bewegung, psychophysischen Reaktionen und atmosphärischen Manipulationen den Betrachter aktiv einbinden oder ausschließen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Nauman durch architektonische Engpässe, Licht, Ton und das "Double-Bind"-Prinzip den Betrachter vom passiven Beobachter zum aktiven, jedoch determinierten Benutzer transformiert.

  • Die aktive Rolle des Betrachters in raumgreifenden Kunstinstallationen.
  • Einsatz von Closed-Circuit-Technik zur psychologischen Manipulation.
  • Die Bedeutung von Licht und Akustik als atmosphärische Gestaltungsmittel.
  • Die Anwendung des "Double-Bind"-Konzepts zur Erzeugung von Desorientierung.
  • Die Umkehrung der Subjekt-Objekt-Beziehung im Kunstraum.

Auszug aus dem Buch

Nick Wilder Installation

In 1970 konstruierte Bruce Nauman eine sogenannte Erfahrungsarchitektur. Dabei handelt es sich um seine Nick Wilder Installation. Bruce Nauman befasste sich damals stark mit den Korridorarbeiten. Dabei erschuf er schmale Gänge, welche seitlich durch Wände abgetrennt worden sind. Die Nick Wilder Installation ist eine dieser Arbeiten. Adams Parveen (1998) beschreibt diese folgendermaßen. Sie besteht anders als die anderen aus sechs Korridoren. Manche dieser Korridore sind betretbar und andere wiederum nicht, so sind auch welche beleuchtet und andere dunkel. Die Gemeinsamkeit ist ihre Länge, alle Gänge sind ca. 9,75m (32 feet) lang. Der erste von sechs Korridoren ist ca. 20cm (8 inches) breit und kann somit nicht betreten werden. Jedoch befindet sich dort eine Kamera, welche hin- und her schwingt. Sie nimmt einen Raum auf, welcher nicht einsehbar ist. Das Bild dieser Kamera wird auf Monitoren in anderen Korridoren wiedergegeben.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Korridorinstallationen von Bruce Nauman und die Bedeutung des Betrachters als aktiver Teil des Kunstraums.

Closed Circuit: Erläuterung des elektronischen Kreislaufs als Prinzip der Überwachung, das Nauman nutzt, um den Betrachter zur Selbstreflexion und gleichzeitig zum Objekt der Beobachtung zu machen.

Nick Wilder Installation: Detaillierte Analyse der sechsteiligen Korridor-Arbeit, in der Nauman durch Videoüberwachung und physische Barrieren den "Double-Bind"-Effekt erzeugt.

Green Light Corridor: Betrachtung des Einsatzes von intensivem, neongrünem Licht, das den Korridor als Portal in eine andere Dimension inszeniert und den Sehsinn des Besuchers irritiert.

Acoustic Wall: Untersuchung der raumakustischen Gestaltung durch Dämmmaterial, wodurch der Gehörsinn des Besuchers zur Desorientierung und zur bewussten Körperwahrnehmung eingesetzt wird.

Corridor with Mirror and White Light: Analyse eines nicht betretbaren Korridors, der mittels Spiegelung und weißem Licht eine optische Illusion von Unendlichkeit und Isolation konstruiert.

Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass Naumans Installationen den Betrachter in einem determinierten Parcours zu psychophysischen Erfahrungen zwingen, bei denen das Objekt zum Subjekt wird.

Schlüsselwörter

Bruce Nauman, Korridorinstallationen, Erfahrungsarchitektur, Double-Bind, Closed Circuit, Kunstraum, Wahrnehmung, Desorientierung, Raumkunst, Subjekt-Objekt-Verhältnis, Nick Wilder Installation, Green Light Corridor, Acoustic Wall, Psychophysische Erfahrung, Isolation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Korridorinstallationen von Bruce Nauman und deren Wirkung auf den Betrachter als integralen Bestandteil der Kunstwerke.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die psychologische Beeinflussung des Betrachters, die Inszenierung von Raum und Atmosphäre sowie die Umkehrung von passiver Betrachtung zu aktiver Benutzererfahrung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Nauman den Betrachter durch architektonische und mediale Mittel gezielt manipuliert und in eine "Double-Bind"-Situation versetzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deskriptive und analysierende Herangehensweise an die Korridorinstallationen gewählt, gestützt auf kunstwissenschaftliche Literatur und Theorien zur Raumwahrnehmung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse spezifischer Werke wie der Nick Wilder Installation, dem Green Light Corridor und der Acoustic Wall.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere "Erfahrungsarchitektur", "Double-Bind", "Raumkunst", "Desorientierung" und "Selbstbeobachtung".

Warum spielt das Licht eine so große Rolle im "Green Light Corridor"?

Das neongrüne Licht fungiert als atmosphärische Barriere, die das Farbspektrum des Betrachters verschiebt, seine Wahrnehmung irritiert und den Gang als eine Art Portal erscheinen lässt.

Wie verändert die "Acoustic Wall" die Wahrnehmung des Betrachters?

Durch die schallgedämpfte Wand entsteht eine unnatürliche Geräuschkulisse, die zur Desorientierung führt und den Besucher zwingt, sich verstärkt auf die Geräusche seines eigenen Körpers zu konzentrieren.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Korridore aus der Installationsreihe von Bruce Nauman. Die aktive Rolle des Betrachters
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Medienkultur und Theater)
Veranstaltung
Raumtheorie und Raumkunst nach 1945
Note
2,0
Autor
Jelena Vujicic (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V1041924
ISBN (eBook)
9783346468437
ISBN (Buch)
9783346468444
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bruce Nauman Raumkunst Raumerfahrung Videoinstallationen Rauminstallationen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jelena Vujicic (Autor:in), 2018, Korridore aus der Installationsreihe von Bruce Nauman. Die aktive Rolle des Betrachters, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1041924
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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