Ethik: "Nachdenken über Moral." -- Medienethik (ME) hat zwei Grundfunktionen:
1) eine Steuerungsfunktion (normativ) hinsichtlich des Mediensystems; diese bezieht sich sowohl auf die institutionelle als auch auf die individuelle Ebene
2) eine Reflexionsfunktion: sie betrachtet einserseits kritisch das Mediensystem unter ethischen Gesichtspunkten, andererseits die Medienethik selbst.
[...]
Inhaltsverzeichnis
Debatin: Ethische Grenzen oder Grenzen der Ethik?
1. Steuerungsfunktion der Medienethik – Ethos und Moral
a) Institutionell-organisationsinterne Ebene der Steuerungsfunktion (Ethos)
2. Reflexionsfunktion der Medienethik – Kritik und Ethik
a) Ethische Reflexion des Mediensystems (Kritik)
b) Ethische Begründung und Reflexion der Medienethik selbst (Ethik)
3. Grundlagen der medienethischen Praxis: Öffentlichkeit und Ausbildung
Fazit
Debatin: Ethik und Internet
1. Wissen: Elektronisch erzeugte Wahrheit?
2. Freiheit: Elektronische Öffentlichkeiten?
3. Identität: Leben in virtuellen Welten?
Abschlussbetrachtung
Friedrichsen et al.: Journalismus im Netz
Stand der Kommunikatorforschung
Die der Betrachtung zugrunde gelegten Studien
Ergebnisse der Studien
Gatekeeping im Onlinejournalismus
Visionäre Utopie: Journalist als Knotenpunkt im Netz
WWWW- Wie wirds wohl werden?
Haas/Pürer. Berufsauffassungen im Journalismus
1.) Objektive Vermittlung (Informationsjournalismus)
2.) Meinungsjournalismus – Kritik, Kontrolle, Bewertung
3.) Anwaltschaftlicher Journalismus
4.) Investigativer Journalismus
5.) Präzisionsjournalismus
6.) New Journalism
7.) Der Journalist als Pädagoge
8.) Exkurs Journalismus im ORF
9.) Wandel im Journalismus
Fazit
Holzer (1988): Investigativer Journalismus
Fall USA
Besondere Verantwortung der Presse
Pürer, Heinz: Ethik und Verantwortung im Journalismus
1.) Journalistische Super-GAUs
2.) (Denkbare) Ursachen für Journalismus-Krisen
3.) Drei Ethik-Theorien des Journalismus
3. Ethik der kollektiven Verantwortung
4. Strategien zur Stärkung der Ethik des Journalismus
5.) Pürers Fazit aus der ganzen Geschichte
6.) HIER DER ÜBERBLICK ZUM SCHNELL-LERNEN:
Pürer, Heinz: Zum Stand der Kommunikatorforschung in Deutschland
1.) Kommunikatorforschung als journalistische Berufsforschung
2. Journalismusforschung als Teil der Medienwirkungsforschung
3.) Systemtheoretische Perspektive
4.) Kommunikatorforschung nach Wende und Wiedervereinigung
5.) Weitere empirische Journalismusforschung
Riefler : Zeitungen Online
Zeitungen Online
Schneider/Schönbach/Stürzebecher I: Journalisten im wiedervereinigten Deutschland (1993)
Soziodemographie
Einstellungen
Fazit
Schneider/Schönbach/Stürzebecher II: Westdeutsche Journalisten (1992)
Vergleich zu 1980 und mit USA
Schönbach: Medienwirkungsforschung und - ethik
Eingrenzung
Wirkungsfelder Weltbilder & Gefühle
Medienethik
Steffen: Schranken des Persönlichkeitsschutzes
1. Recherche mit rechtwidrigen Mitteln
2. Inquisition, Voyeurismus
3. Spekulativer Journalismus
4. Gefahr aus Datenbeständen
Fazit
Tonnemacher: Multimedial, online und interaktiv:
Grundthesen:
Diskussion um Online-Journalismus
Thesen zu den Anforderungen an Online-Journalisten
Fazit:
Wagner: Sind Printmedien im Imternet Online-Medien?
Merkmale des WäWäWä als Publikationsplattform:
Angebot im Netz: (Stand: 1997!)
Ergebnisse der Auswertung:
Wohin geht die Entwicklung?
Weischenberg: Journalismus in Deutschland I
Aufbau der Studie
Methode:
Ergebnisse:
Weischenberg: Merkmale und Einstellungen von Journ.
Alter, Bildung:
Asche:
Wiedemann: Dem Presserat die Zähne schärfen
Sechs Gebote (nach Wiedemann), um dem Presserat die Zähne dagegen zu schärfen:
Wiedemann: Die 10 Todsünden der Selbstkontrolle
Zehn Todsünden (nach Wiedemann), die Presseräte international zu Papiertigern machen
Zehnder: Die Dekonstruktion der Journalisten
Der Einfluss des Internet auf die Arbeit: Recherchieren, Produzieren, Publizieren
Der Einfluss des Internet auf die Rolle der Journalisten:
Zielsetzung und Themen der Publikation
Die vorliegenden Skripte analysieren die Rahmenbedingungen und aktuellen Herausforderungen der Kommunikationspraxis in Deutschland. Im Zentrum steht die Untersuchung journalistischer Arbeitsweisen, ethischer Standards sowie der Einfluss neuer Technologien und gesellschaftlicher Umbrüche auf das Berufsbild und die Struktur des Mediensystems.
- Medienethik und die Verantwortung von Journalisten in einem sich wandelnden Umfeld.
- Journalistische Berufsrollen und Typologien (z.B. informierend, meinungsbildend, investigativ).
- Die Auswirkungen der Digitalisierung und des Internets auf Selektionsprozesse und die Rolle des Journalisten.
- Empirische Forschung zum deutschen Journalismus (Vergleich West/Ost, Professionalisierung).
- Selbstkontrollmechanismen und die Effektivität des Presserats.
Auszug aus dem Buch
1. Steuerungsfunktion der Medienethik – Ethos und Moral
a) Institutionell-organisationsinterne Ebene der Steuerungsfunktion (Ethos) umfasst:
1) Die an ethischen Prinzipien orientierte Verfasstheit der Massenmedien (z.B. gesetzliche Bestimmungen wie Presse- und Meinungsfreiheit, Rundfunkgesetze, Staatsverträge und Rundfunkurteile); - Satzungen, Programmgrundsätze und Geschäftsordnungen (in denen Normen wie wahrheitsgemäße Berichterstattung, Sorgfaltspflicht, Menschenwürde, Diskriminierungsverbot, Recht auf Kritik öffentlicher Vorgänge festgelegt sind); - ethische Institutionen und Kontrollgremien wie Presserat oder Werberat;
2) Medienspezifische Berufsnormen, die in Ethikkodizes wie dem Pressekodex verankert sind, sowie das tradierte Ethos journalistischer Berufskultur, das in Werten wie Wahrheit, Objektivität, Richtigkeit, Sorgfaltspflicht, Kritik und Fairness zum Ausdruck kommt;
3) Ethische Selbstverpflichtungen auf Organisationsebene, die in formellen Organisationssatzungen niedergelegt oder informell als Organisationskultur gepflegt werden. (Z.B. Verzicht auf Gewalt- und Pornographiedarstellungen, Sensationalismus usw; Verpflichtung auf bestimmte Informations- und Recherchepraktiken).
Zusammenfassung der Kapitel
Debatin: Ethische Grenzen oder Grenzen der Ethik?: Dieser Text erläutert die Steuerungs- und Reflexionsfunktion der Medienethik, die sowohl institutionelle Rahmenbedingungen als auch individuelles Handeln umfasst.
Debatin: Ethik und Internet: Hier wird die normative Problematik hochvernetzter Computerkommunikation in den drei Kernbereichen Wissen, Freiheit und Identität untersucht.
Friedrichsen et al.: Journalismus im Netz: Der Beitrag diskutiert, wie sich die Arbeits- und Selektionsprozesse von Journalisten durch das Internet verändern und ob der Journalist zum "Knotenpunkt im Netz" wird.
Haas/Pürer. Berufsauffassungen im Journalismus: Dieser Abschnitt stellt verschiedene Rollenmuster und Typologien im Journalismus vor, vom objektiven Vermittler bis zum Investigativjournalisten.
Holzer (1988): Investigativer Journalismus: Der Text definiert den investigativen Journalismus als eine Form der nachforschenden Tätigkeit, die gezielt auf die Aufdeckung von Missständen im öffentlichen Interesse ausgerichtet ist.
Pürer, Heinz: Ethik und Verantwortung im Journalismus: Es wird ein Konzept der "gestuften Verantwortung" vorgeschlagen, um den ethischen Anforderungen in verschiedenen Ebenen des Mediensystems gerecht zu werden.
Pürer, Heinz: Zum Stand der Kommunikatorforschung in Deutschland: Dieser umfassende Überblick stellt verschiedene Ansätze der Kommunikatorforschung vor, insbesondere die Berufsforschung und systemtheoretische Perspektiven.
Riefler : Zeitungen Online: Der Text analysiert die Herausforderungen für Printmedien, sich im Web auf neue Bedingungen und spezifische Nutzerbedürfnisse einzustellen.
Schneider/Schönbach/Stürzebecher I: Journalisten im wiedervereinigten Deutschland (1993): Eine empirische Analyse, die Einstellungen und Strukturen von Journalisten in Ost und West vergleicht.
Schneider/Schönbach/Stürzebecher II: Westdeutsche Journalisten (1992): Fokus auf den Generationswechsel und die zunehmende Amerikanisierung des deutschen Journalismus.
Schönbach: Medienwirkungsforschung und - ethik: Plädiert dafür, Medienwirkungsforschung als festen Bestandteil der journalistischen Ausbildung zu verankern.
Steffen: Schranken des Persönlichkeitsschutzes: Erörtert die rechtlichen Grenzen für investigative Recherchen im Spannungsfeld zwischen Pressefreiheit und Persönlichkeitsschutz.
Tonnemacher: Multimedial, online und interaktiv:: Hinterfragt kritisch die Prognosen über die Zukunft des Journalismus durch neue Medientechnologien.
Wagner: Sind Printmedien im Imternet Online-Medien?: Untersucht, inwieweit Printangebote im Netz tatsächlich die Möglichkeiten des Mediums nutzen oder lediglich als digitale Kopien fungieren.
Weischenberg: Journalismus in Deutschland I: Dokumentiert das Design einer großen Kommunikationsstudie zur Struktur des journalistischen Arbeitsmarktes.
Weischenberg: Merkmale und Einstellungen von Journ.: Fasst die Ergebnisse der Studie zur Rolle, Einstellung und sozialen Herkunft von Journalisten in Deutschland zusammen.
Wiedemann: Dem Presserat die Zähne schärfen: Kritisiert die Insuffizienz der bestehenden Selbstkontrolle und schlägt konkrete Reformen vor.
Wiedemann: Die 10 Todsünden der Selbstkontrolle: Eine polemische Zusammenstellung der Mängel, die Presseräte international ineffektiv machen.
Zehnder: Die Dekonstruktion der Journalisten: Analysiert den Einfluss des Internets auf die Recherche- und Publizistikprozesse sowie die Rolle des Journalisten als Informationsprofi.
Schlüsselwörter
Medienethik, Journalismus, Kommunikatorforschung, Pressefreiheit, Selbstkontrolle, Gatekeeper-Konzept, Digitale Medien, Internet, Investigative Recherche, Berufsethos, Medienwirkung, Informationsgesellschaft, Persönlichkeitsschutz, Journalistische Ausbildung, Redaktionssysteme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesen Beiträgen grundsätzlich?
Die Beiträge befassen sich mit den ethischen, strukturellen und technologischen Grundlagen des Journalismus und deren Wandel durch moderne Kommunikationsmittel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf journalistischer Berufsethik, der Rolle des Journalisten in einer digitalisierten Gesellschaft, der Bedeutung von Empirie in der Kommunikatorforschung und der Effektivität von Selbstkontrollorganen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Gesamtschau?
Das Ziel ist es, ein tiefes Verständnis für die komplexe Verantwortung von Journalisten in einer pluralistischen Gesellschaft zu schaffen und die Auswirkungen technischer Innovationen auf das journalistische Handeln kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Publikationen nutzen vorwiegend medienethische Analysen, empirische Sozialforschung (wie Journalistenbefragungen) und systemtheoretische Betrachtungsweisen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Expertisen zu Themen wie investigativem Journalismus, der Wirkung von Medien auf die Realitätskonstruktion, dem Ost-West-Vergleich nach der Wiedervereinigung sowie der Debatte um die Medienethik im Internet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die journalistische "gestufte Verantwortung", die "Enttarnung des Elefanten" in der Forschung, der "Gatekeeper-Ansatz" sowie die Debatte um Selbstregulation und Medienökologie.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Internet für den Journalismus?
Das Internet wird als revolutionäres Werkzeug für Recherche und Publizistik betrachtet, das jedoch nicht das Ende des Journalismus bedeutet, sondern neue Professionalisierung und Kompetenzen erfordert, um glaubwürdige Selektion von Informationen zu gewährleisten.
Welche Kritik wird an der bisherigen Arbeit des Presserats geübt?
Wiedemann kritisiert insbesondere die mangelnde Öffentlichkeitswirkung, fehlende Sanktionsmöglichkeiten und die lähmende Pattsituation durch die Zusammensetzung des Presserats, was diesen oft zu einem "Papiertiger" mache.
- Quote paper
- Reinhard Röde (Author), 2001, Kommunikationspraxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1041