Moderne Sagen - Ein zeittypisches Phänomen im heutigen Kommunikationsverhalten?


Facharbeit (Schule), 1998

13 Seiten, Note: 12 Punkte


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Inhaltsverzeichnis:

1. Stellenwert des Erzählens im Multi-Media-Zeitalter

2. Moderne Sagen - Ein zeittypisches Phänomen im heutigen Kommunikationsverhalten?
2.1 Berechtigung der Gattungsbezeichnung ‚Sage’
2.1.1 Allgemeine Definition des Begriffs ‚Sage’
2.1.2 Vergleich zwischen traditioneller und moderner Form der Sage
2.1.2.1 Veränderungen im Motivkomplex
2.1.2.2 Inhaltliche Entwicklungen
2.1.2.3 Neuheiten in der Verbreitungsmethodik
2.1.2.4 Stagnation bzgl. der Funktion
2.1.3 Abgrenzung der modernen Sage von anderen Gattungen
2.1.3.1 Moderne Sage - Gerücht
2.1.3.2 Moderne Sage - Märchen
2.2 Moderne Sagen als Indikator für den Bewusstseinszustand der Menschheit der Gegenwart
2.2.1 Individualität der Wirklichkeit
2.2.1.1 Reflexion subjektiver Empfindungen in modernen Sagen
2.2.2 Überblick über die wichtigsten Motivkreise
2.2.3 Analyse von 3 exemplarischen Sagen
2.2.3.1 ‚Die AIDS-Terroristin’
2.2.3.2 ‚Antiautoritäre Erziehung’
2.2.3.3 ‚Die behaarte Hand’

3. Resümee: Moderne Sagen als Verbindung von traditionellen und zeittypischen Elementen

1. Stellenwert des Erzählens im Multi-Media-Zeitalter

Moderne Sagen - Man hört sie überall, in jeder Sprache und in allen sozialen Schichten. Jeder kennt mindestens eine, aber nur wenige sind sich dessen wirklich bewusst. Ihre skurrilen Inhalte ereignen sich täglich aufs Neue an den verschiedensten Orten der Welt. Trotzdem ist angeblich jede für sich allein mit absoluter Sicherheit wahr und einzigartig, denn schließlich ist sie dem Nachbarn der Cousine eines Freundes neulich tatsächlich passiert.

Aufgrund der Langlebigkeit dieses Erzählphänomens im Kommunikationsverhalten der Gegenwart stellt sich mir als Mensch des Multi-Media-Zeitalters zwangsläufig folgende Frage: Warum kann dieses zur mündlichen Weitergabe bestimmte Erzählmaterial heutzutage mit derart beständigem Erfolg existieren? Eine Ursache dafür ist sicherlich die Tatsache, dass “... das Erzählen von Geschichten und Erlebnissen [...] zu den elementarsten Bedürfnissen des menschlichen Wesens [gehört]...”1. Diese Aussage findet zudem Bestätigung durch die Lehre der Psychologie der modernen Massenkommunikation. Diese besagt sinngemäß, dass sich der Mensch im Daseinskampf nur behaupten kann, wenn es ihm gelingt, mit Hilfe seiner nur ihm eigenen Fähigkeiten - Abstraktion, Sprache, Triebaufschub, Distanz zur Umwelt - neue Situationen flexibel zu bewältigen. Dadurch wird der “...homo narrans...”2 zur prinzipiellen Notwendigkeit in der Anlage des Menschen, dem reines Dahinvegetieren ohne die Möglichkeit zu persönlicher zwischenmenschlicher Kommunikation für den eigenen Fortbestand nicht ausreicht.

Das erklärt aber noch nicht, warum sich ausgerechnet moderne Sagen gegenwärtig so großer Beliebtheit erfreuen.

Eine naheliegende, aber auch zu kurz greifende Antwort wäre zunächst die, dass kurze, spannende und pointierte Geschichten den Erzählbedürfnissen heutiger Rezipienten in idealer Weise entgegenkommen. Es muss bei modernen Sagen aber noch etwas hinzukommen, was zum Beispiel Anekdoten oder Witzen, die die gleichen Bedingungen der Kürze, Aktualität und Pointierung erfüllen, fehlt. Dieses entscheidende Geheimnis der modernen Sage zu lüften, ist die Absicht der folgenden Seiten.

2. Moderne Sagen - Ein zeittypisches Phänomen im heutigen Kommunikationsverhalten?

2.1 Berechtigung der Gattungsbezeichnung ‚Sage’

2.1.1 Allgemeine Definition des Begriffs ‚Sage’

Um der geheimnisvollen Welt moderner Sagen näher zu kommen, ist es zunächst erforderlich, die Basisbezeichnung ‚Sage’ zu definieren. Dieser Begriff wurde von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm geprägt. In der zweibändigen Ausgabe ihrer ‚Deutschen Sagen’ (1816-1818) stellt das Wort ‚Sage’ einen “...Sammelbegriff für mündl. Erzählungen [dar], deren Realitätsanspruch über dem des Märchens liegt...”3.

Die vergleichende Sagenforschung der Gegenwart differenziert den begriff ‚Sage’ bezüglich des tatsächlichen Wahrheitsgehalts in zwei Untergattungen: “...das Memorat als Bericht über ein übernatürl. Erlebnis und das Fabulat als Bericht mit nicht glaubhaften Elementen...”4. Diese Mixtur aus Memorat und Fabulat verleiht der Sage ihre eigenständige Wahrheit. ”...Sie ist nicht wirklich, aber glaubwürdig. Sie hat also eine überzeugende Wirklichkeit in der Phantasie...”5.

Doch nicht nur ihr individueller Wahrheitsgehalt ist kennzeichnend für die Sage. Eine gewisse sprachliche und stilistische Anspruchslosigkeit trägt ebenfalls zu ihrem Wesen bei. Sagen bestehen meist nur aus einer einzigen Episode und werden in der jeweiligen regionalen Mundart weitererzählt. Häufig lassen sich in ihnen “...die herrschenden kollektiven Glaubensvorstellungen und die damit verbundenen motivischen Muster...”6 erkennen. So ergibt eine Einteilung traditioneller Sagen nach inhaltlichen Gesichtspunkten Kategorien, wie zum Beispiel die Heldensage, die Volkssage oder Unterarten, zu denen Hexen-, Riesen-, Dämonen- oder Totensagen zu rechnen sind.

Dem international geschätzten Sagenforscher Jan Harold Brunvand, Professor an der Universität in Utah /USA, ist es meiner Meinung nach am besten gelungen, den Begriff ‚Sage’ kurz und treffend zu definieren: Legends are “...Folk narratives that deal with realistic incidents set in the past. Though they are told as ‚true’ stories - and are often believed - legends sometimes contain supernatural and bizarre elements…”7.

2.1.2 Vergleich zwischen traditioneller und moderner Form der Sage

Nun stellt sich die Frage, was das Moderne, das sensationell Neue und Niedagewesene einer modernen Sage ausmacht. Ich glaube, dass man, um eine Antwort auf diese Frage zu finden, nicht nach völlig neuen Ansätzen suchen darf. Weder inhaltlich noch äußerlich wurden in modernen Sagen auf irgendeine Art und Weise wirklich neue Ideen verarbeitet. Ihre Modernität wird dieser Art von Sagen vielmehr durch die Tatsache verliehen, dass sie sich sowohl bezüglich ihrer Themen und Motive als auch bezüglich ihrer Ausbreitung an die sich in stetigem Wandel befindlichen Modalitäten der Wirklichkeit anpasst und neue, erweiterte Bewusstseinsinhalte aufgreift. Somit kann man in allen die moderne Sage betreffenden Bereichen lediglich von Veränderungen, Umwandlungen oder Weiterentwicklungen sprechen, um diese von der traditionellen Form der Sage abzugrenzen.

2.1.2.1 Veränderungen im Motivkomplex

Am auffälligsten sind die motivischen und inhaltlichen Veränderungen. Helden, Teufel, Dämonen, Riesen, hexen und Geister sind die dem Volksglauben und Mythos entnommenen Hauptfiguren der traditionellen Sage. Sie trugen jahrhundertelang dazu bei, dass das dem Menschen Unheimliche, Angsterregende und Rätselhafte in sein Weltbild einbezogen und dadurch gebannt wurde (so dienten zum Beispiel die griechischen Göttersagen als Erklärungshilfe für die Entstehung und den Aufbau der Welt).

Für die modernen, durch die Erkenntnisse der Wissenschaft aufgeklärten Menschen des 20. Jahrhunderts, denen sich täglich neue technische Möglichkeiten bieten, sich als allmächtige Herrscher über die ganze Welt zu fühlen, erscheinen Erklärungsversuche für besondere Ereignisse in ihrer Umwelt anhand von Dämonen, Göttern oder Hexen nicht nur unzureichend oder veraltet, sonder sogar lächerlich. Aus diesem Grund werden traditionelle Sagen heute kaum noch erzählt, und geglaubt wird noch viel weniger an sie.

Da jedoch gegenwärtig immer noch wissenschaftlicher Notstand herrscht, was die Aufklärung existenzieller Geheimnisse, wie zum Beispiel die Zwangsläufigkeit des Todes, anbelangt, greift die Bevölkerung vieler gesellschaftlich und technisch hochentwickelter Industrienationen auf die uralte Tradition des Sagenerzählens zurück um ihrer inneren Angst und Unsicherheit Ausdruck zu verleihen. Sie bedient sich dazu der neuen, durch die Umstände der Zeit und die heutigen Bewusstseinsinhalte geprägten Form von Sagen, die in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts entstand.

Die in den modernen Sagen verwendeten Motive stammen aus der realen Welt und sind, trotz ihrer Fiktionalität, weitaus weniger phantastisch und irrational. So gehören die Hauptfiguren moderner Sagen häufig den Randgruppen der gegenwärtigen Gesellschaft an, wie zum Beispiel Kriminelle, Ausländer oder Alte und Kranke.

Die Schauplätze und alle sonstigen äußeren Umstände des Geschehens sind ebenfalls nicht mehr so stark mit alten traditionellen Mustern behaftet.

Dunkle Höhlen, gespenstische Gruften oder schaurige Spukhäuser um Mitternacht werden von Orten und Gebäuden, die im modernen Leben eine Rolle spielen, abgelöst. Folglich ereignet sich das Geschehen moderner Sagen beispielsweise in Supermärkten, in Bahnhöfen, auf Autobahnen, in Restaurants, Arztpraxen oder anderen Bereichen des Alltags.

Die traditionellen Motive werden durch die Verlagerung des Schauplatzes in die Gegenwart und den Austausch von Requisiten modernisiert. Diese aktualisierten Erzählungen werden unter Bewahrung traditioneller Ideen und Glaubensvorstellungen an die Bedingungen des heutigen Lebens angepasst, wobei der orale Charakter der traditionellen Sage erhalten bleibt.

2.1.2.2 Inhaltliche Entwicklungen

Während traditionelle Sagen entweder von der Begegnung des Menschen mit übernatürlichen Wesen handeln oder als Erklärung für außergewöhnliche Naturerscheinungen dienen, ist in modernen Sagen davon die Rede, wie anderen Menschen im Alltag etwas völlig Unvorhergesehenes zustößt, wie sie in groteske Situationen geraten, übervorteilt werden, wie ihnen Schaden zugefügt wird usw. ; denn als wirklich interessant empfindet der Mensch weniger den normalen Gang des Alltags, sondern vielmehr das, was davon abweicht: alles Neue, Unbekannte, Absonderliche, Außergewöhnliche und Sensationelle. Dies zieht seine Aufmerksamkeit auf sich und fasziniert ihn, wobei das negativ Besetzte stets mehr Interesse beanspruchen kann als das Positive. Dies gilt für die Themen der Weltliteratur ebenso wie für große Teile der oralen Erzählüberlieferung, insbesondere auch für moderne Sagen.

Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, werden sie erzählt, wobei sich der Zuhörer nach einem kleinen wohligen Schauder stets damit trösten kann, dass dieses ‚Negative’ ja nicht ihm selbst passiert ist, sondern dass stets nur die ‚anderen’ davon betroffen sind. Schaltet er danach die Fernsehnachrichten ein, so findet er sich im gleichen, vertrauten Umfeld wieder. Auch dort treten ihm vorwiegend negative Nachrichten entgegen, von denen andere Menschen betroffen sind. Jeden Tag nur Positives zu berichten im Stil von ‚Heute sind alle gestarteten Flugzeuge wieder glücklich gelandet’, würde schnell gähnende Langeweile verbreiten und erinnert an die Fernsehberichterstattung in den früheren sozialistischen Ländern, die mit ihren ständigen Erfolgsmeldungen ihre eigenen Glaubwürdigkeit untergraben hat.

Der Inhalt und damit auch die Handlung der modernen Sage wird nicht komplett in die Sphäre des Phantastischen und metaphysischen verlagert und damit der Erfahrungswelt der Menschen entrückt, wie dies bei traditionellen Sagen oft der Fall ist, sondern bleibt durch die Darstellung von angeblichen Vorfällen im Alltagsleben fest verankert in der Wirklichkeit.

2.1.2.3 Neuheiten in der Verbreitungsmethodik

Die durch die Anpassung an die sich in ständigem Umbruch befindende Realität erforderlichen Weiterentwicklungen bezüglich des Inhalts und des Motivkomplexes der Sage genügen nicht allein um eine traditionelle Sage zu einer modernen werden zu lassen.

Ebenfalls von der Bedeutung sind die Veränderungen bezüglich der Verbreitung. Hierbei muss zwischen der Methodik und dem Gebiet der Verbreitung differenziert werden. Sowohl die Vielfalt als auch die Qualität der Verbreitungsmethoden sind ausschlaggebend für die Flächengröße des Verbreitungsgebietes.

Die Popularität traditioneller Sagen war deshalb oft regional, national oder zumindest auf einen Kulturkreis beschränkt, da in früheren Jahrhunderten die Weitergabe des Erzählmaterials von Mund zu Mund das einzige Medium zur Ausbreitung der Sagenstoffe darstellte.

Erst mit der Erfindung der modernen Massenmedien im 19. bzw. im 20. Jahrhundert, die bekanntlich eine eindeutige Neigung zu negativ besetzten Sensationen, Unglücksfällen und Katastrophen auszeichnet, wurden die Möglichkeiten für die Vergrößerung des Bekanntheitsgebietes der traditionellen Sagen geschaffen. Kommunikationsmitteln wie den Telefonen, Faxgeräten, dem Rundfunk, Film und Fernsehen und seit kurzem auch der weltweiten Computervernetzung über Internet und e-mail “... kommt [damit] ein nicht zu unterschätzender Anteil bei der Ausbreitung [moderner Sagen] zu. Eine ganze Reihe von Geschichten ist deshalb so schnell von Land zu Land, ja von Kontinent zu Kontinent gewandert, weil sie in Hörspielen, Fernsehstücken oder Spielfilmen verwendet worden sind, meist in der Form einzelner Episoden, die sich besonders gut zum Weitererzählen eignen...”8.

Neben all diesen elektronischen Medien ist die Zeitung als Printmedium mit der wahrscheinlich größten Massenbasis nicht zu vernachlässigen. Zahlreiche Sagentypen sind bereits als ‚wahre’ Geschichten durch die Presse gegangen und weitere werden ihnen noch folgen, denn “...not even experienced journalists can be expected to recognize all those legend patterns and motifs which are created or revived in our time...”9. Aufgrund dieser Tatsache, dass sich meistens nicht einmal der Zeitungsjournalist im Moment der Wiedergabe einer modernen Sage dieses Vorgangs bewusst ist, entsteht auch beim Zeitungsleser nicht der Eindruck eine lediglich partiell durch Fakten gestützte Meldung präsentiert zu bekommen. Das hat zur Folge, dass die Sagen, die vorwiegend über die Presse Verbreitung finden, eine höhere Glaubwürdigkeit besitzen als mündlich tradierte. Frei nach dem Motto: ‚Was in der Zeitung steht, stimmt!’, gilt die Zeitung im allgemeinen als überaus zuverlässige Quelle. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten die für Zeitungsmeldungen üblichen exakten Personen,- Orts- und Zeitangaben, die bei mündlichen Berichten oft nur vage vorhanden sind. Durch die Veröffentlichung einer modernen Sage per Zeitungsartikel erfährt sie betreffend ihres Realitätsanspruchs gewissermaßen eine Aufwertung: “... a legend, being wellknown in oral tradition, might be so to speak staged in reality with the purpose of being observed by the press...”10.

Tatsächlich ist jedoch die Übernahme mündlicher Überlieferung durch das Massenmedium Zeitung kein unerhört neuer oder moderner Vorgang. Laut Rolf Wilhelm Brednich, Professor für Volkskunde an der Universität Göttingen, existiert die Verwendung “... von Motiven aus Märchen, Sagen, Legenden, Liedern etc. [...], solange es den Buchdruck gibt, und lange vor den modernen Sagenerzählungen hat es zum Beispiel die Gattung des Zeitungsliedes und der Zeitungssage gegeben...”11.

Das bedeutet, dass auch bzgl. der Verbreitungsmethodik keine grundlegenden Neuansätze notwendig waren, um die Sagenstoffe zu modernisieren. Die Zuhilfenahme elektronischer Medien zur Weitergabe von Sagen über tausende von Kilometern macht wiederum deutlich, dass sich der Wandel von der historischen zur modernen Form der Sage über die Anpassung an die Bedingungen der modernen Wirklichkeit vollzieht. Die Schaffung einer vollkommen neuen Ausgangsbasis bleibt wie auch schon bei der Aktualisierung des Inhalts und des Motivvorrats außen vor.

2.1.2.4 Stagnation bzgl. der Funktion

Aufgrund dieser Tatsache ist es nicht verwunderlich, dass sich im Entwicklungsprozess von der traditionellen zur modernen sage im Hinblick auf die Funktion keinerlei Veränderungen ergeben haben.

Es bestand nicht einmal die Notwendigkeit einer Anpassung an die neuen Gegebenheiten der modernen Zeit, da die Funktion stärker durch die Bedürfnisse und Sehnsüchte der Menschen bestimmt ist als durch äußere Einflüsse.

Natürlich wandeln sich auch menschliche Bedürfnisse mit der Zeit oder werden durch momentane Trends beeinflusst, aber in der Natur des Menschen existieren gewisse ‚Urtriebe’ - zum Beispiel essen, trinken und Schlafen - , die angeboren und unabänderlich sind.

Zu diesen ‚Urtrieben’, oder zumindest zu den grundlegendsten menschlichen Bedürfnissen, zählen auch die Neugier oder Sensationslust, der Sinn für Gemeinschaft und das Verlangen, sich und seine Hoffnungen, Ideen und Ängste anderen persönlich mitzuteilen. Die Funktion der Sage war und ist deshalb, sowohl die Sensationsgier und das Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Kommunikation zu befriedigen als auch die Gemeinschaftssolidarität zu unterstützen.

Das Phänomen der Verbreitung von Sagen anhand visueller Medien, wie zum Beispiel anhand des Fernsehens, liefert den Beweis dafür, dass die Lust nach Sensationen in der modernen Gesellschaft nach wie vor existiert, denn einem Medium wie dem Fernsehen ist es möglich, die Ideen und Gestalten der Sage zusätzlich durch Bilder darzustellen. Dadurch wird das Vorstellungsvermögen der Menschen entlastet oder sogar um einige Aspekte bereichert. Die logische Konsequenz aus dieser Bequemlichkeitszunahme wäre das Absterben des oralen Charakters der Sage in naher Zukunft. Das würde bedeuten, dass aus dem ehemals mündlichen Erzählgut eine Art Reality-TV-Show würde, was unweigerlich den Untergang der ursprünglichen Sage zur Folge hätte.

Dass es aber mit hoher Wahrscheinlichke8it niemals soweit kommen wird, ist bedingt durch das Bedürfnis der Menschen nach persönlicher Kommunikation. Kein anderes Medium, und sei es auch noch so technisch hochentwickelt und wirklichkeitsnah, wird jemals in der Lage sein, das echte Erzählen von Mensch zu Mensch ersetzen zu können, denn unter vergleichbaren Bedingungen ist die unmittelbare persönliche Begegnung der Massenkommunikation überlegen. Jan Harold Brunvand formulierte diese Tatsache folgendermaßen:”... Apparently the basic human need for meaningful personal contact cannot be entirely replaced by the mass media […]. A portion of our interest in what is occurring in the world must be filled by some face-to-face reports from other human beings…”12.

Dass ”… eine Sage auch die Äußerung einer wichtigen Gemeinschaftssolidarität sein kann…”13, kann durch eine ganze Reihe beispielhafter Sagen bewiesen werden, die der “... Diskriminierung und Diffamierung von Außenseitern, Randgruppen und Ausländern...”14 dienen.

Diese Absicht verfolgt zum Beispiel die moderne Sage mit dem Title ‚Ausländisch essen’. In dieser Sage, die es in verschiedenen Variationen gibt, wird von angeblichem Hundefutter in griechischem Essen oder von Drogen-Pilzen in einem original mexikanischen Menü berichtet15. Dieses offenkundige Misstrauen gegenüber fremdländischen Speisen steht exemplarisch für alle Vorurteile, welche die Bewohner eines bestimmten Landes gegen Ausländer auf ihrem Staatsgebiet hegen.

Mittels moderner Sagen, in denen die Ablehnung alles fremden und Andersartigen zum Ausdruck gebracht wird, entsteht innerhalb sozialer Gruppierungen eine den Zusammenhalt fördernde Gruppenidentität, die dem Sinn des Menschen nach Gemeinschaft genüge tut.

2.1.3 Abgrenzung der modernen Sage von anderen Gattungen

2.1.3.1 Moderne Sage - Gerücht

Vordergründig weisen moderne Sagen und Gerüchte einige Gemeinsamkeiten auf, sodass die Festlegung einer eindeutigen Grenze zwischen diesen beiden Gattungen äußerst schwierig scheint. Ihre Verbreitung gestaltet sich zum Beispiel völlig identisch. Ist sowohl eine Gerücht als auch eine moderne Sage erst einmal in Umlauf, so breiten sie sich über die verschiedensten Medien unaufhaltsam mit rasanter Geschwindigkeit aus.

Weiterhin lassen sich inhaltliche Parallelen feststellen. Wenn es in der Gerüchteküche richtig brodelt, dann werden aus ehemals hochgehaltenen Werten wie Toleranz und Respekt auf der Stelle klischeehafte Vorurteile, der Begriff der Privatsphäre mutiert zum unbekannten Fremdwort und die Denunzierung der Andersdenkenden um jeden Preis wird zum alles beherrschenden Leitmotiv. Diesbezüglich stehen einige moderne Sagen den Gerüchten in nichts nach. Opfer dieser Diskriminierungskampagnen durch moderne Sagen sind meistens schwache Randgruppen, die in der heutigen Gesellschaft keine starke Lobby besitzen und sich somit ideal als Sündenbock für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme eines Landes eignen.

Bei näherer Betrachtung kann man darin den ersten entscheidenden Unterschied zur Gattung des Gerüchts entdecken. Die Opferrolle wird hierbei nämlich - wenn auch gleichermaßen unfreiwillig wie in modernen Sagen - nur von Personen besetzt, die den Verbreitern von Gerüchten entweder persönlich bekannt sind oder die im Licht der Öffentlichkeit stehen. Denn das Interesse an einem Gerücht wächst mit der Nähe zum Opfer bzw. der Popularität des geschädigten.

In modernen Sagen dagegen werden lediglich soziale Gruppierungen als Ganzes diffamiert. Es kommt dabei weniger auf eine bestimmte Einzelperson an als vielmehr auf das geschehen an sich. Moderne Sagen richten sich zum Beispiel gegen die Ausländer oder die behinderten als gesellschaftliche Minderheit, während Gerüchten zum Beispiel über das Berufsbild des Politikers im allgemeinen wahrscheinlich weniger Beachtung geschenkt würde, als einem Gerücht, das speziell die Person des Herrn Bundeskanzlers Helmut Kohl beträfe.

Ein weiterer Unterschied wird in der Frage nach dem Handlungsverlauf sichtbar. Eine moderne Sage enthält eine sich entwickelnde Handlung, das Gerücht dagegen besteht nur aus mutmaßlichen Fakten. Obwohl sowohl die moderne Sage als auch das Gerücht grundsätzlich mit dem Anspruch auf Gültigkeit Verbreitung finden, zeigen sich in der Darbietungsweise unterschiedlich stark ausgeprägte Wahrheitsbeteuerungen.

Die Erzähler moderner Sagen legen großen Wert auf den Wahrheitsgehalt ihrer sagenhaften Geschichten. Deshalb stellen sie an den Anfang oft Aussagen wie “... I heard it from a friend of a friend and it’s absolutely true...”16, um dadurch die Herkunft der modernen Sage zu verbürgen. Außerdem ist jede moderne Sage durch Orts- und Personenangaben sowie zum Teil durch genaue Zeitangaben in die Wirklichkeit ‚eingebettet’, wodurch ebenfalls ihre Glaubwürdigkeit erhöht werden soll.

“... die Zeugenschaft, der Soundso hat erzählt, entfällt zumeist beim Gerücht...”17. dadurch wird der Mutmaßungscharakter von Gerüchten betont. Sie basieren entweder auf bloßen Vermutungen oder sind gezielt eingesetzte Lügen, mit der Funktion, anderen Personen Schaden zuzufügen. Vor allem wenn letzteres der Fall ist, wird sich der Urheber eines Gerüchts aus Angst vor Rache davor hüten, sich selbst als Bürge oder gar als Zeuge für die Wahrheit dieser angeblichen Tatsachen zu nennen. Das hat zur Folge, dass Gerüchte im Gegensatz zu modernen Sagen oftmals mit Worten eingeleitet werden, wie zum Beispiel: ”... It’s only gossip; [...] You do not have to believe me …”18.

Aufgrund der Tatsache, dass zwischen Gerüchten und modernen Sagen sowohl gravierende Unterschiede als auch nicht zu übersehende Parallelen existieren, lassen sich diese beiden Gattungen tatsächlich nicht eindeutig voneinander abgrenzen. Sie stehen vielmehr in einem Verhältnis zueinander, das auf wechselseitigen Beziehungen beruht: “... Moderne Sagen sind manchmal nichts anderes als erzählerisch ausgestaltete Gerüchte...”19, “... [and] rumors may [also] contribute to legend growth and spread...”20.

2.1.3.2 Moderne Sage - Märchen

Jacob Grimm brachte mit seiner Feststellung “... das Märchen trägt poetische Züge, die Sage eher historische...”21 das Verhältnis von modernen Sagen zu Märchen exakt auf den Punkt. Er wollte damit zum Ausdruck bringen, dass sich diese beiden Genres zwar einen gemeinsamen Vorrat an Motiven teilen, dass sie aber in der Verwendung dieser Motive stark differieren.

Während das Märchen sie zu einer künstlerisch ausgestalteten Erzählung zusammenfügt, werden sie innerhalb der modernen Sage als glaubhafte Fakten angesehen22.

Diese Tatsache spiegelt sich schon im unterschiedlichen Beginn der beiden Gattungstypen wider.

Einer modernen Sage wird - wie bereits erwähnt - oft eine die Wahrheit des Geschehens extra betonende Aussage vorangestellt.

Als eindeutiges Kennzeichen von Märchen gelten dagegen die Einleitung ‚Es war einmal...’ und der immer gleiche Schlusssatz: ‚... und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute...’. Hier wird weder zu Beginn noch am Ende in irgendeiner Weise auf den tatsächlichen Wahrheitsgehalt oder zumindest auf die Glaubwürdigkeit des Märchens bezug genommen. Die Ursache dafür liegt in der Absicht, die das Märchen verfolgt. Es möchte durch seine ausgefeilte, ganzheitliche Komposition ganz einfach gefallen.

Im Gegensatz dazu hat die moderne Sage, wie auch schon die traditionelle, eine Botschaft zu vermitteln: “... [sie] will erklären, belehren, exemplifizieren, warnen...”23 ; deshalb legen die Erzähler moderner Sage keinen gesteigerten Wert auf die sprachlich-stilistische Ausarbeitung, sondern beteuern umso mehr den absoluten Wahrheitsgehalt ihrer Geschichte. Eine moderne Sage mit einer glaubwürdigen und für wahr gehaltenen Botschaft kann mehr Menschen erreichen als eine rhetorisch perfekte, aber ‚märchenhafte’ Erzählung, deren Handlung keinerlei Bezug zur Realität aufweist.

Aus der Gestaltung der Handlung ergibt sich ein weiteres Unterscheidungskriterium. Moderne Sagen besitzen fast immer einen Handlungsstrang mit Fragmentcharakter. Oft muss der Zuhörer die eigentlich relevanten Teile, den sog. “real plot”24, von dem nie explizit die Rede ist, selbst ausfindig machen. Dadurch ähnelt die moderne Sage bzgl. der Anforderungen an den Zuhörer stärker dem Rätsel oder dem Sprichwort als der Gattung des Märchens, weil dort die für das Verständnis wesentlichen Aspekte direkt formuliert werden. Den Zuhörern des Märchens ‚Rotkäppchen’ zum Beispiel wird im Verlauf des Erzählens ausdrücklich gesagt, dass der Wolf als Großmutter verkleidet in deren Bett liegt, sodass ihnen die Schrecksekunde, die das Rotkäppchen erlebt, erspart bleibt.

In modernen Sagen dagegen kommt die Pointe meistens sehr überraschend: “... In urban legends, on the other hand, the moment of discovery is often sprung upon the listener at the dramatically most heightened moment…”25.

2.2 Moderne Sagen als Indikator für den Bewusstseinszustand der Menschheit der Gegenwart

Das eigentlich Faszinierende an modernen Sagen besteht jedoch darin, dass sie als Spiegelbild der Ängste, Visionen, Hoffnungen und Ideen der mit den Problemen der heutigen Realität kämpfenden Menschen betrachtet werden können.

Der Einzelne gibt über das Geschichtenerzählen völlig ungehemmt - weil meistens unbewusst - die Tabuthemen und Abgründe der eigenen Seele preis, ohne dass er deswegen Kritik oder Verachtung aus den Reihen seiner Zuhörer zu befürchten hat. Denn er als Erzähler kann sich immer wieder auf die Position des Übermittlers zurückziehen, der lediglich Tatsachen vermitteln will.

Auf diese Weise ist es dem Erzähler - vollkommen unbewusst natürlich - möglich, auch Gefühle und Neigungen wie Klatschsucht, Neugier, Schadenfreude, Eifersucht, Angstlust, Ressentiment, Fremdenfeindlichkeit oder Rache in moderne Sagen zu kleiden und sich dahinter zu verstecken. Sie reflektieren somit auf ganz ehrliche und unbefangene Art und Weise den tatsächlichen Bewusstheitszustand der heutigen Menschheit.

2.2.1 Individualität der Wirklichkeit

Die erlebte Wirklichkeit ist weitgehend verantwortlich für die Qualität der Emotionen und des Bewusstheitszustandes eines Menschen. Jedes Individuum erschafft sich seine eigene Realität selbst. Es wäre deshalb sehr verhängnisvoll anzunehmen, es gäbe nur eine Sicht auf die Welt und diese bedeute die Wirklichkeit schlechthin.

Es existieren vielmehr zahllose Wirklichkeitsauffassungen, die sehr widersprüchlich sein können. Sie sind alle das Ergebnis von Kommunikation und nicht Widerschein ewiger, objektiver Wahrheiten. Insofern sind auch die modernen Sagen Teil jener Kommunikation, in und mit der Wirklichkeit erlebt und zu Glaubensvorstellungen und Erzählungen geformt wird. Auch sie beinhalten keine absolute Wirklichkeit, sondern nur subjektive, teilweise vollkommen widersprüchliche Wirklichkeitsauffassun- gen.

2.2.1.1 Reflexion subjektiver Empfindungen in modernen Sagen

Folglich bleibt immer zu bedenken, dass moderne Sagen zwar als Indikatoren für den heutigen Bewusstheitszustand der Menschen angesehen werden können, dass sie aber bedingt durch den jeweiligen Erzähler lediglich individuell unterschiedliche Empfindungen widerspiegeln. Dem gegenüber mag es verwunderlich erscheinen, dass moderne Sagen mit gleicher Thematik sowie identischem Motivvorrat international Verbreitung finden; denn der Gedanke liegt nahe, dass sowohl die Individualität, als auch die Subjektivität der Wirklichkeit moderner Sagen, deren Verbreitung auf ein gleichgesinntes Umfeld, wie zum Beispiel Arbeitermilieu, Besserverdiener oder Arbeitslose, begrenzt.

Es lässt sich aber nachvollziehen, dass jede Erzählerpersönlichkeit an den Kern einer modernen Sage eigene Motive anlagert und ihn mittels ihrer individuellen Kreativität so ausgestaltet, dass die modernen Sagen weltweit und schichtenübergreifend als Reflektor der Hoffnungen, Visionen und Ängste der Menschheit der heutigen Zeit gelten können.

2.2.2 Überblick über die wichtigsten Motivkreise

Moderne Sagen werden nicht nur von ganz unterschiedlichen Menschen in nahezu jeder denkbaren Lebenslage erzählt, sondern in ihnen wird auch - oder gerade deshalb - die volle bandbreite an gesellschaftlichen Bedingungen und Problemen, mit denen sich die Menschheit des modernen Technikzeitalters auseinander zu setzen hat, thematisiert.

Eine schematische Einteilung moderner Sagen nach motivischen Gesichtspunkten kann für die Gewinnung eines groben Überblicks sehr hilfreich sein.

R. W. Brednich hat sein Werk ‚Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute’26 zum Beispiel folgendermaßen gegliedert:

1. Auto und Verkehr
2. Urlaub und Fremde
3. Einkaufsgeschichten
4. Essen und Trinken
5. Kinder
6. Tiere
7. Haus und Wohnung
8. Arbeit und Technik
9. Medizin und Drogen
10. Aberglaube und Übernatürliches
11. Merkwürdige Zufälle

Hinter jedem dieser elf Stichpunkte verbirgt sich jeweils eine zahllose Vielfalt moderner Sagen. Eine umfassende Analyse von mindestens einer modernen Sage pro Motivbereich wäre zwar äußerst interessant und würde sicherlich über weite Teile des heutigen menschlichen Bewusstseinszustandes Aufschluss geben; sie würde aber den vorgegeben Rahmen sprengen.

Deshalb werde ich im Folgenden anhand von drei modernen Sagen unterschiedlichen Inhalts und verschiedener Intention exemplarisch aufzeigen, inwiefern dort eine Reflexion menschlicher Wünsche, Ansprüche, Ängste und sonstiger zeittypischer Tendenzen stattfindet.

2.2.3 Analyse von 3 exemplarischen Sagen

Die Wahl fiel auf die modernen Sagen ‚Die AIDS-Terroristin’, ‚Anti-autoritäre Erziehung’ und ‚Die behaarte Hand’.

2.2.3.1 ‚Die AIDS-Terroristin’

Die Geschichte von der AIDS-Terroristin - auch bekannt unter dem Titel ‚Willkommen im AIDS-Club‘27 - war v.a. Ende der 80er Jahre in vielfältigen Variationen weltweit Gegenstand öffentlicher Diskussion. Sie wurde z.B. 1987 von der CIA benutzt, um die Anti-Pornographie-Offensive des damaligen US- Präsidenten Ronald Reagan voranzutreiben. In Deutschland wurde sie im gleichen Jahr vom damaligen bayerischen Staatssekretär Peter Gauweiler “... zur Begründung seiner AIDS-Politik [zitiert]...”28. Sogar das renommierte deutsche Nachrichtenmagazin ‚DER SPIEGEL‘ (15/87), sowie die Boulevard-Zeitschrift ‚Bild der Frau‘29 gingen dieser modernen Sage aufgrund ihrer hohen Glaubwürdigkeit auf den Leim.

Mir wurde diese Horrorgeschichte erst kürzlich persönlich erzählt, was beweist, dass diese moderne Sage30 aus gegebenem Anlass leider immer noch hochaktuell ist:

“... Der Freund meines Bruders war neulich in New York. In einer Disco hat er eine wunderschöne Lady kennen gelernt. Er hat sie in sein Hotelzimmer abgeschleppt und eine heiße Liebesnacht mit ihr verbracht. Als er am nächsten Morgen aufwacht, ist die Lady verschwunden. Er denkt sich nichts und geht ins Bad. Auf dem Spiegel steht mit Lippenstift geschrieben: ‚Welcome to the AIDS-Members- Club‘. In Deutschland hat er dann einen AIDS-Test gemacht. Er war positiv...”.

In dieser modernen Sage stecken im wesentlichen zwei Aussagen. Erstens beinhaltet sie eine Art Lehre oder Moral. Sie warnt vor den drastischen Folgen von verantwortungsloser Lust und maßloser Ausschweifung. Mit erhobenem Zeigefinger wird die harte, aber gerechte Strafe für diejenigen, die wegen eines kurzen Augenblicks egoistischen Glücks ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, aufgezeigt. In diesem Fall hat sich der Freund des Bruders des Erzählers tödlich verkalkuliert.

Viele Menschen hegen zwar den Wunsch, ihrem langweiligen, monotonen Alltagsleben zu entfliehen und in einer fremden Stadt ein solches Abenteuer zu erleben, meist fehlt ihnen in der Konsequenz aber der Mut zur praktischen Umsetzung. Aufgrund dessen verschafft ihnen der Schluss eine gewisse Genugtuung - frei nach dem Motto: Es musste ja so kommen!

Diese gelangweilten ehrenwerten Mitmenschen fühlen sich bestätigt darin, dass ihre solide, rechtschaffene und v.a. bequeme Lebensweise die einzig wahre ist. Denn wohin ein zwar aufregender und abwechslungsreicher, aber auch sittlich verwerflicher Lebenswandel führt, das wird in dieser modernen Sage nur allzu deutlich: ins Verderben.

Zweitens spiegelt sich in ihr das massive Angstpotential, das unter der heutigen Weltbevölkerung bzgl. Nicht beeinflussbarer Naturereignisse weit verbreitet ist, wider. Denn AIDS ist heutzutage trotz ständiger Erfolgsmeldungen aus der medizinischen Forschung unheilbar und führt unweigerlich zum Tod. Während die meisten anderen Seuchen, wie Pest, Ruhr, Cholera oder Pocken, die in früheren Jahrhunderten ganze Städte ausgerottet haben, heute medikamentös heilbar sind, steht die Menschheit dem trickreichen HI-Virus vollkommen ohnmächtig gegenüber.

Für den modernen Menschen des ausgehenden 20. Jahrhunderts ist es aber nicht mehr selbstverständlich, die Launen der Natur machtlos über sich ergehen zu lassen, wie dies die Menschen früher taten. Er versucht vielmehr jeden Tag aufs Neue die totale Kontrolle über die erde und alles was auf ihr oder um sie herum vor sich geht zu erlangen, und es ist ihm bis jetzt zum Teil auch schon gelungen. Aber manchmal, wie im Fall von verheerenden Naturkatastrophen oder tödlichen Krankheiten, schlägt die Natur eben zurück und verweist die Menschen wieder in ihre Schranken.

Diese Angst vor der Machtlosigkeit und Ohnmacht gegenüber einem stärkeren und unberechenbaren Gegner, - verkörpert durch die AIDS-Terroristin - spiegelt sich in dieser modernen Sage wider. Dem Opfer widerfährt im Augenblick des höchsten Glücks, ganz ohne Vorwarnung und unabwendbar, plötzlich höchstes leid: er wird mit AIDS infiziert und bekommt damit sein Todesurteil ausgehändigt. Ab diesem Zeitpunkt kann er sein Leben nur noch bedingt selbst beeinflussen und muss sich in sein Schicksal fügen.

Darüber hinaus enthält diese Schauergeschichte alles, was zu einer typischen modernen Sage gehört: nebulöse Beschreibungen der Personen und der weiteren Umstände, Gefahr, Skurrilität und eine sowohl überraschende als auch entsetzende Pointe.

2.2.3.2 ‚Antiautoritäre Erziehung’

Diese moderne Sage31 lautet folgendermaßen:

“... Hast Du gehört, was K. neulich in der Straßenbahn erlebt hat? Da war ein Kind, das die Leute furchtbar aufgeregt hat, rumgeschrien, gestoßen und so. Als die Leute die Mutter gebeten haben, einzugreifen und dem Kind dieses Verhalten zu verbieten, meinte die Mutter nur, nein, dazu könne sie nichts sagen, das Kind sei antiautoritär erzogen. Einige Stationen später stand ein Jugendlicher auf und ging, bevor er ausstieg, auf die Mutter des Kindes zu, nahm seinen Kaugummi aus dem Mund und klebte ihr ihn an die Stirn - mit den Worten: ‚Damit Sie mal sehen, was später aus ihrem Kind wird. Ich bin nämlich auch antiautoritär erzogen!‘ ...”

Meiner Meinung nach entstand diese moderne Sage aus dem verzweifelten Wunsch vieler Zeitgenossen, den heutzutage rasant fortschreitenden Wandel von Traditionen, Werten und Moralvorstellungen aufhalten zu können. Konkret am text festmachen lässt sich meine These v.a. im Hinblick auf die Haltung der Mutter bzgl. Der Erziehung ihres Kindes. Das Vorhaben ihrem nachwuchs eine antiautoritäre Erziehung angedeihen zu lassen, muss als Bruch mit den traditionellen Erziehungsmethoden verstanden werden. Eltern, die wie diese Mutter ihre Kinder antiautoritär erziehen, verfolgen damit sicherlich die edelsten Motive, wie z.B., dass sich ihr Kind frei und natürlich entwickeln können und die grenzen von recht und Unrecht selbst erfahren soll. Sie scheinen der Auffassung zu sein, dass alte, traditionelle Erziehungsprinzipien, basierende auf Ge- und Verboten, Kindern zu weinig Freiräume lassen und deshalb von der antiautoritären Methode abgelöst werden müssen. Nach dem Verständnis dieser - meist jüngeren - Leute ist aufgrund von Veränderungen der gesellschaftlichen Bedingungen bzgl. Des allgemein anerkannten Wertesystems ein liberalisierender Wandel nötig.

Aus der Sicht der belästigten Mitfahrer ist die Forderung nach einem autoritären Eingreifen der Mutter aber durchaus auch berechtigt, denn sie nehmen dadurch, dass das Kind sich selbst überlassen wird und tun und lassen kann, was es will, persönlichen Schaden. Das recht auf freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit kann nur solange gelten, wie es das Wohl der Mitmenschen nicht beeinträchtigt.

Folglich sehen sie in der Ablehnung der herkömmlichen Erziehung den Verfall oder den Untergang altgedienter Werte und Moralvorstellungen, wie z.B. Respekt und Rücksichtnahme anderen gegenüber.

Jene Personengruppe stellt in der Realität meist auch die Erzähler dieser modernen Sage. Denn das Hoffen ihrer Mitglieder auf die Erhaltung der traditionellen Wertvorstellungen erhält durch die Intention dieser modernen Sage neuen Auftrieb.

Insbesondere die sarkastische und alle Rachegelüste der gestörten Straßenbahninsassen befriedigende Schlusspointe trägt dazu bei, dass der Vortrag dieser modernen Sage für einen die traditionellen Wertvorstellungen verfechtenden Erzähler jedes mal einen erneuten Triumph bedeutet. Die Tatsache, dass ein Jugendlicher der Mutter den Kaugummi auf die Stirn klebt, um sie - sozusagen als abschreckendes Resultat antiautoritärer Erziehung - von dieser Methode abzubringen, zeigt, dass die Retter autoritärer Erziehungsmaßnahmen ihre ganze Hoffnung in die Vernunft und das Erkenntnisvermögen der Kinder und Jugendlichen selbst legen. Sie vertrauen darauf, dass antiautoritär erzogene Kinder in ihrem Leben so viele negative Erfahrungen machen, dass sie selbst erkenne, wie wichtig und wertvoll eine einheitliche Ordnung von Normen und Werten für ein harmonisches Zusammenleben ist.

2.2.3.3 ‚Die behaarte Hand’

Die moderne Sage ‚Die behaarte Hand‘32 lässt sich als eine Weiterentwicklung des ‚Vanishing- Hitchhiker-Motivs‘33 deuten, dass “ ... als Prototyp moderner Sagenbildung gelten kann...”34. Dieses Motiv “... is unusual among urban legends in deriving from earlier supernatural folk legends with foreign antecedents [...] - such as The Flying Dutchman’s...”35. Seine Ursprünge gehen zurück bis zu den Wandergeistersagen des 17. Jahrhunderts.

Die moderne Horrorsage ‚Die behaarte Hand‘ liefert somit den besten Beweis dafür, dass die Inhalte und Motive moderner Sagen selten dem Anspruch genügen können, wirklich neu und einzigartig zu sein.

Ich habe aus der reichhaltigen Auswahl an modernen Sagen, die das Motiv vom ‚Verschwundenen Anhalter‘ beinhalten, Rolf Wilhelm Brednichs deutsche Variante a36 ausgewählt:

“... Eine junge Frau wird in der Tiefgarage eines Kaufhauses in Braunschweig von einer älteren Dame gebeten, sie mitzunehmen, da sie ihren Bus verpaßt habe. Als die ältere Dame in das Auto steigt, bemerkt die junge Frau, daß sie an Händen und Armen sehr behaart ist und wird mißtrauisch. Sie beschließt, die Dame zu bitten noch einmal auszusteigen, um ihr beim Herausfahren aus der Parklücke behilflich zu sein. Als dies geschehen ist, hält die junge Frau jedoch nicht an, sondern fährt einfach davon. Zu Hause angekommen, entdeckt sie im Auto eine Plastiktasche, die der älteren Dame gehören muß. Als die junge Frau hineinschaut, findet sie ein Beil. Daraufhin beschließt sie, zur Polizei zu gehen, um diesen Vorfall zu melden, und erfährt, daß zur Zeit ein junger Frauenmörder gesucht wird, der seine Opfer mit einem Beil tötet...”

Bereits im Titel schwingt die Grundstimmung dieser modernen Sage mit. Sie ist Ausdruck von Angst vor listigen, brutalen Gewaltverbrechern; in der menschlichen Vorstellung oft verkörpert durch riesige, king-kong-ähnliche Zottelmonster oder gefährliche Wehrwölfe mit übergroßen Pratzen, die alles gnadenlos vernichten, was sie zu fassen bekommen. Zugleich dient diese moderne Sage aber ihren Erzählern und deren Zuhörern auch als Rechtfertigung für ihr asoziales, rücksichtsloses und egoistisches Alltagsverhalten anderen - speziell schwächeren - Menschen gegenüber. Diese Geschichte schildert nämlich, wie ein hilfsbereiter, sich in wahrer nächstenliebe übender Mensch in der heutigen rauhen Realität von vermeintlichen Hilfsbedürftigen nur schamlos ausgenutzt wird, wenn er nicht ständig auf der Hut ist.

Diese pessimistische Weltsicht, die so in der Wirklichkeit sicherlich nur in vereinzelten Situationen zutreffend ist, macht es den feigen und egoistischen Zeitgenossen leicht, ihr inhumanes Verhalten, das sie unbewusst wahrscheinlich selbst missbilligen, sowohl sich als auch der Öffentlichkeit gegenüber als reine Selbstschutzmaßnahme darzustellen. Es ist schließlich viel bequemer, sein Leben lang einfach nach dem Motto ‚Heutzutage ist die ganze Menschheit geldgierig, machtbesessen und gefühlskalt, warum sollte ich da anders sein?‘ zu handeln, als alles zu tun, was in der Macht des Einzelnen steht, um zumindest in seiner eigenen kleinen Welt mitzuhelfen, Not und Elend bedauernswerter Geschöpfe zu lindern - auch ohne persönlichen Profit.

Trotz erkennbarer thematischer Unterschiede besitzen diese der modernen Sagen eine für diese Gattung entscheidende Gemeinsamkeit: Sie sind zwar nicht wahr, aber wirklich und geben dadurch besser Auskunft über den Entwicklungszustand einer Gesellschaft, eines Landes oder der gesamten Weltbevölkerung, als die Ergebnisse empirischer Erhebungen oder sonstige Untersuchungsmethoden zusammen. Sowohl durch ihren Verbreitungsraum als auch durch die Art und Weise, wie und von wem sie erzählt werden, können nicht nur momentane Missstände sichtbar gemacht werden, sondern auch längerfristige, prinzipielle ‚Problemzonen‘ der gegenwärtig - zumindest teilweise - dekadenten und überzivilisierten Gesellschaft aufgezeigt werden.

3. Resümee: Moderne Sagen als Verbindung von traditionellen und zeittypischen Elementen

Am Ende dieser umfassenden Auseinandersetzung mit dem faszinierendsten Erzählphänomen unserer Zeit ist es mir ein Anliegen, die eingangs gestellte Frage, inwiefern das Erzählen moderner Sagen ausschließlich als Charakteristikum des Kommunikationsverhaltens der Gegenwart zu sehen ist, überzeugend zu beantworten.

Die Elite der Sagenforscher ist sich einig, dass das Erzählen moderner Sagen beides darstellt: sowohl eine zeittypische Erscheinung als auch die Fortführung traditioneller Erzählweise.

Rolf Wilhelm Brednich z.B. ist der Meinung, dass “... Die Angstlust gegenüber dem Fremden und Bedrohlichen [...] eine Konstante menschlicher Kultur zu sein [scheint]...”37. Der Begriff der menschlichen ‚Angstlust‘ ist genau das, was durch das Erzählen von modernen Sagen Ausdruck finden kann.

Linda Degh vom Folklore-Institut der Universität Indiana/USA ist exakt der gleichen Ansicht: “... ‚Fürchten lernen‘ ist ein ewiges Streben der Menschen. [...] [Wir empfinden] ein dringendes Bedürfnis eines Abenteuers mit dem Unbekannten und Gefährlichen...”38. Durch diese Aussage wird deutlich, warum Sagen im allgemeinen oft gezielt schreckliche Geschichten sind, bzw. schon immer waren: weil es den Menschen auf diese Weise möglich ist, sich von den mit ihnen verbundenen Ängsten zu befreien.

Anhand des Eindrucks, den ich von modernen Sagen hatte, bevor ich die Chance bekam mich intensiver mit ihnen zu beschäftigen, wäre meine Antwort auf diese Frage zweifellos gewesen, dass dieses Erzählphänomene ein rein zeittypisches ist. Ich wurde erst während der Auswertung der mir zur Verfügung gestandenen Quellen sowie im Verlauf des Schreibens auf die traditionellen Elemente der modernen Sage aufmerksam.

Was die konkreten Inhalte und die Wirklichkeit des Geschehens betrifft, so sind sie eindeutig ein Produkt heutiger Kommunikation. Auf der anderen Seite kann jedoch das Erzählen von Geschichten, die absolut glaubhaft und aktuell sind, als ein allgemein menschliches oder anthropologische Phänomen aufgefasst werden; d.h., das Erzählen besitzt im Wesen des Menschen den Stellenwert eines Grundbedürfnisses und das verbindet den Menschen als Erzähler heute mit dem “homo narrans”39 der Vergangenheit. Die Inhalte des Mitgeteilten mögen wechseln, die Strukturen dessen, was man sich erzählt, bleiben über Jahrhunderte gleich und suchen sich in der jeweiligen Zeit die für die Epoche gültige Ausdrucksform.

Literatur:

Barnes, D. R.: Interpreting urban legends, in: Scandinavian Yearbook of Folklore 40, 1984, S. 67 - 78.

Bennett, G.: What’s modern about the modern legend?, in: Fabula 26, 1985, S. 219 - 229.

Ebd.: Legend: Performance and truth, in Smith, P.: Perspectives on contemporary legend 3, Sheffield, 1988, S. 13 - 35.

Brednich, R. W.: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, München, 1991.

Brockhaus, Literatur-: hrsgg. von Habicht, W./Lange, W.-D. und der Brockhaus-Redaktion, 3. Band, Mannheim, 1988.

Brunvand, J.H.: The Vanishing Hitchhiker - American Urban Legends and Their Meanings, New York/London, 1981.

Ebd.: Brief vom 03. 12. 1997, Salt Lake City.

Decotterd, D.: Gossip, Rumour and Legend: A plea for a psychological and cross-cultural approach, in: Smith, P.: Perspectives on Contemporary Legend 3, Sheffield, 1988, S. 239 - 241.

Degh, L.: The ‚Belief Legend‘ in Modern Society: Form, Function and Relationship to Other Genres, in: Hand, W.D.: American Folk Legend. A symposium, 1971, S. 55 - 68.

Ebd.: Neue Sagenerscheinungen in der industriellen Umwelt der USA, in: Röhrich, L.: Probleme der Sagenforschung, 1973, S. 34 - 51.

Fine, G.A.: The Kentucky Fried Rat: Legends and Modern Society, in: Journal of the Folklore Institute 17, 1980, S. 222 - 243.

Glazer, M.: The Superglue revenge: A psychological analysis, in: Smith, P.: Perspectives on contemporary legend 3, Sheffield, 1988, S. 139 - 146.

Herrera-Sobek, M.: The Devil in the Discotheque: A semiotic analysis of a contemporary legend, in: Smith, P.: Perspectives on contemporary legend 3, Sheffield, 1988, S. 147 - 157.

Jeggle, U.: Die Sage und ihre Wahrheit, in: Der Deutschunterricht 6, 1987, S. 37- 50.

Klintberg, B.: Modern Migratory Legends in Oral Tradition and Daily Papers, in: Scandinavian Yearbook of Folklore 37, 1981, S. 153 - 160.

Ebd.: Why are there so many Legends about revenge?, in: Smith, P.: Perspectives on contemporary Legend 1, Sheffield, 1984, S. 141 - 146.

Meurger, M.: Zur Diskussion des Begriffs ‚modern legend‘ am Beispiel der ‚Airships‘, in: Fabula 26, 1985, S. 254 - 273.

Nicolaisen, W.F.H.: German sage and English legend: Terminology and conceptual problems, in: Smith, P.: Perspectives on contemporary legend 3, Shefield, 1988, S. 79 - 87.

Ridley, F.: A tale told too often, in: Western Folklore 26, 1967, S. 153 - 156.

Slotkin, E.M.: Legend genre as a Function of Audience, in: Smith, P.: Perspectives on contemporary legend 3, Sheffield, 1988, S. 89 - 111.

[...]


1 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 7.

2 A.a.O.

3 Der Literatur-Brockhaus, S. 266-67.

4 A.a.O.

5 Jeggle: Die Sage und ihre Wahrheit.

6 A.a.O.

7 Brunvand: The Vanishing Hitchhiker, S. 194.

8 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 13.

9 Klintberg: Modern Migratory Legends in Oral Tradition and Daily Papers.

10 A. a. O.

11 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 13.

12 Brunvand: The Vanishing Hitchhiker, S. 11.

13 Degh: Neue Sagenerscheinungen in der industriellen Umwelt der USA.

14 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 2.

15 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 81.

16 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 5.

17 Jeggle: Die Sage und ihre Wahrheit.

18 Decotterd: Gossip, Rumor and Legend: A plea for a psychological and cross-cultural approach.

19 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 24.

20 Brunvand: The Vanishing Hitchhiker, S. 194.

21 Vgl. Degh: The Belief Legend in Modern Society: Form, Function and Relationship to Other Genres.

22 A. a. O.

23 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 17.

24 Barnes: Interpreting urban legends.

25 A. a. O.

26 S. 153 - 157.

27 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 59.

28 A. a. O.

29 A. a. O.

30 Der mir persönlich bekannte Erzähler möchte aus nicht näher definierten Gründen ungenannt bleiben.

31 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 90.

32 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 28.

33 Brunvand: The Vanishing Hitchhiker, S. 30.

34 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 14.

35 Brunvand: The Vanishing Hitchhiker, S. 30.

36 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 28.

37 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme- Sagenhafte Geschichten von heute, S. 16.

38 Degh: Neue Sagenerscheinungen in der industriellen Umwelt der USA.

39 Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute, S. 7.

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Moderne Sagen - Ein zeittypisches Phänomen im heutigen Kommunikationsverhalten?
Veranstaltung
LK Deutsch
Note
12 Punkte
Autor
Jahr
1998
Seiten
13
Katalognummer
V104200
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Moderne, Sagen, Phänomen, Kommunikationsverhalten, Deutsch
Arbeit zitieren
Sabine Braun (Autor), 1998, Moderne Sagen - Ein zeittypisches Phänomen im heutigen Kommunikationsverhalten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104200

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