Goethe, Johann Wolfgang von - Faust - Teil 1


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

15 Seiten, Note: 1


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Autor: Kathrin Schwarz

Goethes Welt und Menschenbild in der Szene „Prolog im Himmel“

- Herr heißt nicht Gott, weil Goethe ein sehr distanziertes Verhältnis zur Religion hat

- Goethe gehört dem Deismus an

Christliche Religion:

(Mittelalter, Kirche setzt den Forschern Schranken...)

- Gott hat die Welt und die Menschen erschaffen

- hat bereits jedes Schicksal bestimmt

Deismus:

(17.Jahrhundert, Aufschwung in den Naturwissenschaften [Gesetze d. Mechanik, Blutkreislauf, heliozentrische Weltbild...] Phase des Realismus

- Gott ist ein Synonym und steht ungefähr für die Natur
- Gott hat die Welt erschaffen
- die Menschen erschaffen und sie mit Vernunft ausgestattet, damit sie neue naturwissen- schafliche Studien betreiben können
- streiten ab, dass Gott alles vorbestimmt hat
- es ist die Sache des Menschen, was man aus seinem Schicksal und der Welt macht
- der Herr gibt den Menschen Verantwortung

- 3 Erzengel verkörpern die Naturgewalten und dienen dem Herrn

- er gibt ihnen Anweisungen, doch bestimmt nicht über den Ablauf
- Raphael: Licht, Feuer - alle 3 sprechen zum Schluss synchron, sind gut aufeinander

abgestimmt

- Gabriel: Wasser - Feuer braucht Sauerstoff(Wind) und Wasser um es zu löschen
- Michael: Wind
- „Prolog im Himmel“ eröffnet die dramatische Handlung und bildet somit das

erregende Moment

- die Wette zwischen Mephisto und dem Herrn bildet den Rahmen der Handlung bis zum Ende des zweiten Teils
- Neugier des Zuschauer wird geweckt, Richtung der Handlung ist vorgegeben
- Richtung des Inhalts ist durch den Inhalt der Wette geprägt: Welches Menschenbild stimmt, da Mephisto keine Schranken gesetzt sind, gibt es keine Schranken für den Handlungsvorgang

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Handlung beginnt:

- Mephisto nimmt Kotakt mit Faust auf
- Der Mensch hat vor dem Teufel angst
- Muss Schwachstelle finden = Wissensdrang

1.Nacht

Wie begegnet uns Faust in der Eingangsszene Nacht?

- alternder, seiner Zeit weit voraus seiender Wissenschaftler (Vergleich: Wagner)
- ist eine Art Genie, eigenwillig, ist mit sich unzufrieden
- er hat zwar Einzelerkenntnisse, aber kann diese nicht verknüpfen
- er will es nicht wissen, um damit prahlen zu können, sondern um den Menschen mit seinem Wissen helfen zu können
- befindet sich in einer Lebenskrise und das ist der Angriffspunkt für Mephisto
- studierte Rechtswissenschaft, Medizin, Theologie, Alchemie, Psychologie, Astronomie
Welches Verhältnis besteht zwischen Fausts Wünschen und seinem Verhalten?
- S.16 / Z:398- 402 er weiß, dass wenn er mehr erfahren will, muss er die Natur selbst studieren (S.16 / Z:418)
- geht jedoch nicht hinaus (zumindest nicht in dieser Szene)
- immer, wenn sich Faust in einer Krise befindet, geht er raus
- Natur beruhigt ihn (Wiederkehrend in der Gretchentragödie)
- Unternimmt zwei andere Versuche, um zur absoluten Erkenntnis zu kommen
- Versucht es mit der weißen Magie

- 1.Versuch:- mit Hilfe eines geheimnisvollen Buches = Medium
- S.17 / Z439 „Bin ich ein Gott?“ - von der Menschlichkeit des Fassbaren her
- S.17 / Z454 er kann keinen Anfang zum Übersetzen finden
- konnte durch diesen Versuch nichts erreichen
- wird sich der schwarzen Magie zuwenden (Angriffspunkt für Mephisto)
- will Selbstmord beginnen, da er Gott dort näher ist und mehr herausfinden kann
- Versuch des Selbstmords misslingt, da er sich an seine Kindheit erinnert (Ap- Mephisto)

- 2.Versuch:
- Swedenborgh (schwe. Philosoph des 18.Jahrhundert) hat starken Einfluss auf Goethes Stück, doch er kann ihn nicht einsetzen, da sein Stück im Mittelalter spiel, also nimmt er Nostradamus
- Nostradamus (franz.Wissenschaftler, Astrologe, Weissager des 14.Jahrhunderts)
- beschwört einen Erdgeist, da er die Zusammenhänge auf der Erde erforschen kann Z:461
- Erdegeist verkörpert die Zusammenhänge auf der Erde (Z:509) er ist das
schaffende Prinzip auf der Erde
- Faust setzt sich mit dem Erdgeist gleich, da er denkt, er hätte alles studiert
- Faust kann den Geist nicht ertragen, ist jedoch mutig und risikobereit (Ap- Mep.)
- Faust ist noch nicht so weit Z:513
- Unterschied zwischen dem Erdgeist und Faust:
- Erdgeist ist das Schaffende Prinzip
- er ist der Aktive
- Faust versucht zu begreifen, was er schafft
- er ist der Passive, der Erkennende
- Swedenborgh: - der menschliche Verstand ist ein endlicher Verstand mit begrenzter Kapazität
- Universum ist unendlich
- mit Hilfe von Geistern kann man seinen Verstand erweitern

GROßER EINFLUSS AUF GOETHE

ANGRIFFSFLÄCHEN:

a) - in dem Faust gegen die Kirche verstößt, beweißt er Mut, sich mit Mephisto einzulassen
- Eintritt Wagners hält ihm vom Selbstmord ab
- Erklingen der Osterglocken erinnert ihn an seine Jugend
- das Wachsen in der Natur lässt Faust Hoffnung schöpfen, geht hinaus in die Natur und macht mit ihr einen Neuanfang

b) - Ostersparziergang: „Die Erde hat mich wieder“
- doppelte Funktion: 1.Natur hat: - Erholung für ihn
- neuer Aufbruch zur absoluten Erkenntnis 2.bereitet die Begegnung mit Mephisto vor

BEZIEHUNG FAUST- VOLK:

- Faust wird vom Volk erwartungsvoll begrüßt und aufgenommen
- Dankbarkeit: er hat in der Zeit der Pest geholfen
- Faust akzeptiert das Volk so wie es ist, macht ihm das Ziel seiner absoluten Erkenntnis klar
- „Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust“
- eine strebt nah absoluter Erkenntnis
- andere will leben

SELBSTCHARAKTERISTIK MEPHISTOS:

- „Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“
- Mephisto spiegelt sich wieder : für Zerstörung verantwortlich,
(Naturkatastrophen, Tod, Absterben) doch er ist nur ein Teil davon
- „Drum besser wär´s, dass nichts entstünde
- damit er nichts zerstören brauch, soll nichts entstehen
- Zerstörung ist Anreiz, um neues zu entwickeln
- Mephisto soll Widersprüche erschaffen
- er bringt mit seinem Verhalten Weiter- und Höherentwicklungen
- wenn Mephisto ein Teil Mephisto ein Teil des göttlichen ist, dann muss er auch ein Teil Fausts sein
- d.h.: in Faust steckt Gutes und Böses
- da Faust für die Menschheit steht, steckt in jedem Menschen Gutes und Böses
- Anreiz zur Weiterentwicklung

1.1 Pakt zwischen Faust und Mephisto

- Vorbereitung durch den Pudel
- Vorschlag kommt von Faust
- Faust wird dadurch angeregt, dass er erkennt, dass sich die Hölle bzw. der Teufel an bestim- mte Vorschriften halten muss
- Mephisto muss sich auch an Vertragsbedingungen halten und kann die Wette nicht einfach so abbrechen
- Faust´s Ziel ist es, durch die schwarze, verbotene Magie an die absolute Erkenntnis zu kommen

Warum gibt es eine Verzögerung beim Abschließen des Vertrages?

- um Faust noch stärker an dem Pakt zu interessieren
- Faust ist im Vorteil, da Mephisto wegen dem Pentagramm nicht aus der Tür kommt
- Mephisto will Faust diesen Vorteil nicht lassen
- „Du bist noch nicht der Mann, den Teufel festzuhalten.“ Z:1509
- Faust hat noch nicht die Kraft, den Teufel festzuhalten
- beim zweiten Treffen übernimmt Mephisto die Initiative:
- Mephisto macht Faust verlockende Angebote:- Faust soll erfahren, was das Leben sei
- Faust verflucht alles :- ihm sei alles egal
- macht sich für Mephisto frei

Nachwirkungen des Osterspaziergangs bei Faust:

- Übersetzung des neuen Testaments

- am Anfang war das Wort – Sinn – Kraft – Tat (Bedeutung für den weiteren Handlungsverlauf)

Welche Bedeutung für den weiteren Handlungsverlauf?

Faust muss der Tätige werden, nicht im Sinne des Sterbens, sondern im Sinne vom tatsächlichen erkennen der Natur – muss seine Studierstube verlassen

1.2 Wette zwischen Faust und Mephisto

Zweck: - dient dazu, dass Mephisto seine Wette mit dem Herrn gewinnt

Ziel: - Mephisto will beweisen, dass alle Menschen schlecht sind

- will Fausts Seele

Wettbedingungen:

- Faust: „Wird ich beruhigt mich auf ein Faulbett legen...“

„... wird ich zum Augenblicke sagen: verweile doch! Du bist so schön!“

„kannst du mich mit Genuss betrügen, das sei für mich der letzte Tag.“

- Mephisto: „Ich will mich hier zu deinem Dienst verbinden, wenn wir uns drüben wiedersehen.“

Vergleich der Wette bei Goethe und der im Volksbuch

Goethe Volksbuch

- verlässt einerseits die Vorlage des Volksbuches - Ausgang steht wegen dem Sinn des
- offener Ausgang Buches fest (Seele gehört dem Teufel)
- Faust entscheidet selbst - Zeitdauer steht fest – 24 Jahre
- gleichberechtigte Partner
- keine zeitliche Begrenzung
- Faust entscheidet die Wette durch sein Handeln

Gemeinsamkeiten:

- gleiche Personen
- ähnliche Ziele

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Details

Titel
Goethe, Johann Wolfgang von - Faust - Teil 1
Hochschule
Real Centro Universitario Maria Cristina
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
15
Katalognummer
V104201
Dateigröße
373 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goethe, Johann, Wolfgang, Faust, Teil
Arbeit zitieren
Kathrin Schwarz (Autor), 2001, Goethe, Johann Wolfgang von - Faust - Teil 1, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104201

Kommentare

  • Gast am 10.10.2001

    Nett.

    Bis auf kleinere Sachen, beachtlich gut!

  • Gast am 16.10.2001

    respekt.

    hey Katrin!
    Echt coole Arbeit!
    Darf man fragen wie alt Du bist und welche Klasse Du besuchst!?!

    Greetings Benny

  • Gast am 21.11.2001

    super ausführlich.

    ich bin echt baff, wie lang die Arbeit ist und wie ausführlich. Ich werde sehr viel damit anfangen können. Vielen Dank!
    besonders beeindruckt mich auch der Inhalt.

  • Julia Bäcker am 16.2.2006

    super geil!.

    hab ma ne frage: auf welcher schule warst du? der wortlaut der fragen, die du in deiner arbeit beantwortet hast, gleicht haargenau dem wortlaut der fragen, die unser deutschlehrer uns immer als hausaufgaben aufgibt...
    na, vielen dank jedenfalls
    lg, julia

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