Ziel dieser Arbeit ist es, sich mit ausgewählten deutschen und spanischen Werbeplakaten als Hauptgrundlage einen Überblick über die Verwendung des Imperativs und der Höflichkeitsform in verschiedenen Sprachen und Produktklassen zu verschaffen.
Die Arbeit wird sich im theoretischen Teil mit der Erklärung und dem Gebrauch des Imperativs und der Höflichkeitsform im Deutschen sowie im Spanischen befassen. Danach sollen die Begriffe Text und Textsorte definiert werden und im Anschluss soll mit Hilfe dieser Definitionen zum einen ermittelt werden, ob und inwieweit das Werbeplakat als Textsorte fungiert, und zum anderen die gängigsten Arten von Werbeplakaten aufgelistet und kurz erläutert werden.
Anschließend wird auf den Imperativ in Werbeanzeigen eingegangen und der Ansatz der kontrastiven Textologie, der in der Analyse angewendet werden soll, definiert. Für diese kontrastive Analyse werden dann spanische Werbeplakate mit deutschen aus den Produktbereichen Automarken, Kosmetik und Fast-Food verglichen. Hier werden zwar, unter Anderem, auch Bild- und Textrelationen berücksichtigt, der Fokus wird jedoch auf dem Gebrauch des Imperativs und der Höflichkeitsform in den ausgewählten Werbeplakaten liegen, um somit mögliche interlinguale und -kulturelle Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten zu veranschaulichen. Außerdem können Vermutungen bezüglich der Abhängigkeit des Imperativgebrauchs von der Zielgruppe der jeweiligen Produkte aufgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Theoretische Grundlagen: Der Imperativ und die Höflichkeitsform
1.1 Imperativ und Höflichkeitsform im Deutschen
1.2 Imperativ und Höflichkeitsform im Spanischen
1.3 Definition von Text und Textsorte
1.3.1 Das Werbeplakat als Textsorte
1.3.2 Arten von Werbeplakaten
1.4 Der Imperativ in Werbeanzeigen
1.5 Kontrastive Textologie
2. Analyseteil
2.1 Das Korpus: Ausgewählte spanische und deutsche Plakatwerbung
2.2 Methode
2.3 Analyse: Deutsche und spanische Werbeplakate im Vergleich
2.3.1 Automarken
2.3.2 Kosmetikprodukte
2.3.3 Fast-Food-Produkte
3. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, anhand ausgewählter deutscher und spanischer Werbeplakate einen Überblick über die Verwendung des Imperativs und der Höflichkeitsform zu gewinnen, um interlinguale und interkulturelle Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten in verschiedenen Produktklassen aufzuzeigen und mögliche Abhängigkeiten des Imperativgebrauchs von der Zielgruppe zu untersuchen.
- Verwendung des Imperativs im Deutschen und Spanischen
- Kulturelle Unterschiede bei der Höflichkeitsform (Duzen vs. Siezen)
- Das Werbeplakat als spezifische Textsorte
- Kontrastive Analyse von Werbeplakaten aus den Bereichen Automobil, Kosmetik und Fast-Food
- Einfluss der Zielgruppenansprache auf die Sprachwahl in Werbeslogans
Auszug aus dem Buch
1.3.1 Das Werbeplakat als Textsorte
Auf der Grundlage von Brinkers Textsortendefinition, die die kontextuellen (situativen), kommunikativ-funktionalen und strukturellen (grammatischen und thematischen) Merkmale zentriert, bemerken wir, dass das Werbeplakat diese Merkmale aufweist. Kontextuelle Merkmale weist das Werbeplakat in dem Sinn auf, dass es stets in einem situativen Rahmen auftaucht, zum Beispiel: Neben einer Bushaltestelle am Straßenrand, in Geschäftshäusern etc. und vermittelt stets eine Botschaft bezüglich des beworbenen Produktes (vgl. Tinnefeld 2014: 125). Diese Botschaft, die im Normalfall ziemlich eindeutig und klar ist, kann wiederum als das kommunikativ-funktionale Merkmal der Textsortendefinition verstanden werden (vgl. Tinnefeld 2014: 125). Durch den Text, den Werbeplakate aufzeigen, weisen sie ebenso strukturelle Merkmale auf, die "grammatisch (reduzierte Satzformen, unvollständige Sätze) und thematisch (Produkt- und Adressatenorientierung) unterscheidbar sind" (Tinnfeld 2014: 125). Was ebenfalls auf Werbeplakate übertragbar ist, ist Spillners gleichrangige Stufung von Text- und Bildelementen (vgl. Spillner 1982: 92). Da ein Werbeplakat ohne Text zumal nicht mehr als Textsorte fungieren kann und ein Werbeplakat ohne Bildelemente, nicht den ursprünglichen Zweck eines Werbeplakats, ein Produkt zu werben, erfüllen würde.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Imperativverwendung in Werbeslogans ein und legt das Ziel fest, anhand eines Korpus aus verschiedenen Produktklassen kontrastiv zu untersuchen, wie deutsche und spanische Werbeplakate ihre Zielgruppen ansprechen.
1. Theoretische Grundlagen: Der Imperativ und die Höflichkeitsform: Dieses Kapitel definiert die zentralen grammatikalischen Begriffe und erläutert den Gebrauch des Imperativs und der Höflichkeitsform in der deutschen und spanischen Sprache sowie die textlinguistische Einordnung des Werbeplakats.
2. Analyseteil: Der Analyseteil bildet das Kernstück der Arbeit und vergleicht systematisch spanische und deutsche Werbeplakate aus den Bereichen Automarken, Kosmetik und Fast-Food hinsichtlich ihrer Imperativnutzung und Anredeformen.
3. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und stellt fest, dass in den analysierten spanischen Werbeplakaten primär die 2. Person Singular verwendet wurde, während im Deutschen eine größere Abhängigkeit von der Zielgruppe und ein häufigeres Ausweichen auf Infinitive oder höfliche Formen erkennbar ist.
Schlüsselwörter
Werbeplakate, Imperativ, Höflichkeitsform, kontrastive Textologie, Werbeslogans, Textsorte, Spanisch, Deutsch, Zielgruppenansprache, Automarken, Kosmetikprodukte, Fast-Food, interkulturelle Kommunikation, Werbekommunikation, Sprachvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht den Gebrauch des Imperativs und der Höflichkeitsform in spanischer und deutscher Plakatwerbung, um sprachliche und kulturelle Unterschiede in der Werbekommunikation aufzuzeigen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die grammatikalische Definition des Imperativs, die soziolinguistische Verwendung der Höflichkeitsform (Duzen/Siezen) und die textlinguistische Analyse von Werbeplakaten als spezifische Textsorte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob es interlinguale Unterschiede bei der Aufforderung zum Kauf gibt und inwieweit die Wahl der Anredeform (Imperativ vs. Höflichkeitsform) von der Zielgruppe und dem beworbenen Produkt abhängt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine kontrastiv-textologische Analyse durchgeführt, bei der ausgewählte Werbeplakate aus beiden Sprachräumen in den Produktbereichen Automarken, Kosmetik und Fast-Food miteinander verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe sowie einen umfangreichen Analyseteil, in dem spezifische Plakate beschrieben und sprachlich auf ihre Imperativstrukturen hin untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Imperativ, Höflichkeitsform, kontrastive Textologie, Werbeplakate, Zielgruppenansprache und Werbeslogans charakterisiert.
Warum wird beim Opel-Werbeplakat eine andere Anredeform gewählt als beim Toyota-Plakat?
Während im deutschen Opel-Beispiel eher auf Seriosität durch Höflichkeitsformen gesetzt wird, nutzt Toyota im spanischen Beispiel die 2. Person Singular, um eine vertraulichere Verbindung zum Käufer aufzubauen.
Welche Rolle spielt die Zielgruppe bei der Wahl der Imperativform?
Die Analyse legt nahe, dass bei Produkten mit breiterer oder jüngerer Zielgruppe (wie Fast-Food) häufiger der persönliche Imperativ gewählt wird, während bei exklusiveren Produkten (wie Autos) eher Distanz durch höfliche Anredeformen gewahrt bleibt.
- Quote paper
- Nevin Baidoun (Author), 2018, Der Imperativ in deutschen und spanischen Werbeplakaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1042140