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Gerechtigkeit aus einer wirtschafts- und unternehmensethische Perspektive

Titel: Gerechtigkeit aus einer wirtschafts- und unternehmensethische Perspektive

Studienarbeit , 2020 , 12 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Elisabeth Hauser (Autor:in)

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit stellt sich die Frage: inwiefern geht es in der Ökonomie überhaupt um Gerechtigkeit und wie kann diese realisiert werden? Der Gerechtigkeitsbegriff spielt in der Ethik eine zentrale Rolle. Eine Aufgabe der Wirtschaftsethik ist die Explikation der grundlegenden normativen Leitbegriffe wie Solidarität und Gerechtigkeit. Wirtschaftliche Entscheidungen betreffen die legitimen Interessen anderer. Daher darf, und muss, immer gefragt werden, ob sie umfassend vernünftig und moralisch richtig sein. Bei der Betrachtung einer gerechten und fairen Gestaltung einer wirtschaftlichen Ordnung spielt die Globalisierung eine wichtige Rolle. Aufgrund der heutigen transnationalen Tätigkeiten von Unternehmen, sind auch die internationalen Beziehungen und damit verbundene internationale, wirtschaftliche Gerechtigkeit immer häufiger Gegenstand von Diskussionen. Die Forderungen nach mehr Moral in der Wirtschaft werfen aber auch eine ganze Reihe weiterer Fragen auf – Fragen der Gerechtigkeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gerechtigkeit in der Ökonomie

3. Gerechte Arbeitsbedingungen

4. Arbeitsentgelte und Gerechtigkeit

5. Geschlechtergerechtigkeit

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Studienarbeit untersucht die zentrale Rolle der Gerechtigkeit im Kontext der Wirtschafts- und Unternehmensethik. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie in einer modernen marktwirtschaftlichen Ordnung Gerechtigkeit definiert und praktisch realisiert werden kann, wobei der Fokus auf den Bereichen Arbeitsbedingungen, Entlohnung und Geschlechtergerechtigkeit liegt.

  • Grundlagen des Gerechtigkeitsbegriffs in der Ökonomie nach Aristoteles
  • Analyse der verschiedenen Gerechtigkeitsarten in der Marktwirtschaft
  • Rechtliche und ethische Anforderungen an faire Arbeitsbedingungen
  • Prinzipien der Lohngerechtigkeit und deren Herausforderungen
  • Messung und Ursachen der Geschlechtergerechtigkeit am Arbeitsmarkt

Auszug aus dem Buch

4. Arbeitsentgelte und Gerechtigkeit

Gedanklich anknüpfend an die gerechten Arbeitsbedingungen, darf die Betrachtung von Gerechtigkeit in Bezug auf Arbeitsentgelte nicht fehlen. Der Zusammenhang der Unternehmensethik und der Personalhonorierung liegt in der moralischen Pflicht einer Unternehmung, das Anreizsystem möglichst gerecht zu gestalten.22 Hier stellt sich also die Frage: Welcher Lohn ist gerecht? Mit dieser Frage haben sich bereits unzählige Denker befasst – ohne ein überzeugendes Ergebnis. Beispielhaft werden im Folgenden die Prinzipien der Lohngerechtigkeit nach Kößler erläutert. Kößler unterscheidet zwischen drei Kernprinzipien: Anforderungsgerechtigkeit, Leistungsgerechtigkeit und Marktgerechtigkeit, sowie fünf Randprinzipien.

Nach dem Prinzip der Anforderungsgerechtigkeit gilt: „Gerecht erscheint zum einen, bei höheren Anforderungen auch höhere Löhne zu zahlen, zum anderen, Arbeitsplätze mit vergleichbaren Anforderungen gleich zu entlohnen“.23 Die Leistungsgerechtigkeit bezieht die individuell erbrachte Leistung eines Arbeitnehmers mit ein. Gemessen wird diese z.B. in Stückzahlen oder Umsätzen. Eigens erbrachte höhere Leistung wird höher entlohnt und bei gleicher Leistung gleicher Lohn gezahlt.24 Dass dies noch nicht allseits der Fall ist, wird im folgenden Kapitel im Kontext der Geschlechtergerechtigkeit gesondert erläutert. Die Marktgerechtigkeit thematisiert die Lohnänderungen bei veränderter Marktnachfrage. Geänderte Marktnachfrage führt zu schwankenden Löhnen im Zeitablauf, je nach der herrschenden Marktlage. Als Gerechtigkeitsindiz gilt die freiwillige Zustimmung des Arbeitnehmers im Arbeitsvertrag. Die Bedarfsgerechtigkeit fordert, dass der Lohn sich nach dem persönlichen Bedarf des Arbeitnehmers richtet. Der Lohn für eine Vollzeitstelle soll mindestens die Existenz des Arbeitnehmers sichern. Als gerecht gilt demnach auch, demjenigen mehr zu geben, der mehr braucht, weil er z.B. eine große Familie ernähren muss. Die Bedarfsgerechtigkeit scheitert hier an der Umsetzbarkeit. Kein Unternehmen würde die sozialpolitisch gewollten Mehrkosten auf sich nehmen.25 Das zweite Randprinzip ist die Sozialgerechtigkeit, bei welcher die Verteilung der Einkommenschancen in einer Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt. Nach dem Prinzip der Sozialgerechtigkeit gilt es als gerecht, „beschäftigten Arbeitnehmern Lohnverzichte zuzumuten, um mehr Arbeitslose einstellen zu können“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Gerechtigkeitsthematik innerhalb der Wirtschaftsethik ein und erläutert die methodische Fokussierung der Arbeit auf zentrale Teilbereiche.

2. Gerechtigkeit in der Ökonomie: Dieses Kapitel expliziert den klassischen Gerechtigkeitsbegriff nach Aristoteles und überträgt diesen auf marktwirtschaftliche Mechanismen wie Tausch- und Verteilungsgerechtigkeit.

3. Gerechte Arbeitsbedingungen: Der Fokus liegt hier auf rechtlichen Rahmenbedingungen und internationalen Standards zur Sicherung fairer und menschenwürdiger Arbeitsumgebungen.

4. Arbeitsentgelte und Gerechtigkeit: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Lohnprinzipien wie Anforderungs-, Leistungs- und Bedarfsgerechtigkeit sowie deren moralische und ökonomische Implikationen.

5. Geschlechtergerechtigkeit: Die Autorin untersucht hier Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen, insbesondere unter Berücksichtigung des Gender Pay Gaps und struktureller Diskriminierung am Arbeitsplatz.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Gerechtigkeit ein stetiger, durch Politik und Unternehmen zu gestaltender Prozess ist, bei dem weltweit weiterhin erheblicher Handlungsbedarf besteht.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsethik, Gerechtigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Arbeitsbedingungen, Lohngerechtigkeit, Leistungsgerechtigkeit, Bedarfsgerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit, Gender Pay Gap, Unternehmensverantwortung, Arbeitnehmerrechte, Verteilungsgerechtigkeit, Wirtschaftsordnung, Diskriminierung, Marktmechanismen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Einordnung und praktischen Bedeutung des Gerechtigkeitsbegriffs innerhalb der Wirtschafts- und Unternehmensethik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Gerechtigkeit in der Ökonomie, die Gestaltung gerechter Arbeitsbedingungen, die Prinzipien der Entlohnung sowie die Gleichstellung der Geschlechter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Komplexität der Gerechtigkeitsdebatte in der Wirtschaft aufzuzeigen und spezifische Teilbereiche zu analysieren, um ein tieferes Verständnis für die moralische Gestaltung einer Wirtschaftsordnung zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um den Gerechtigkeitsbegriff zu explizieren und bestehende wirtschaftsethische Theorien auf aktuelle arbeitsweltliche Herausforderungen anzuwenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Gerechtigkeit in der Ökonomie sowie die Untersuchung der drei praktischen Anwendungsfelder: Arbeitsbedingungen, Entgeltsysteme und Geschlechtergerechtigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Wirtschaftsethik, Gerechtigkeit, Lohngerechtigkeit, Gender Pay Gap und Soziale Marktwirtschaft.

Was unterscheidet die Bedarfsgerechtigkeit von der Leistungsgerechtigkeit bei der Lohnfindung?

Während die Leistungsgerechtigkeit den Lohn an den individuell erbrachten Output (z.B. Stückzahlen) koppelt, orientiert sich die Bedarfsgerechtigkeit am individuellen Lebensbedarf des Arbeitnehmers, was in der Praxis oft an der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit scheitert.

Welche Bedeutung hat der Gender Pay Gap in dieser Untersuchung?

Der Gender Pay Gap dient als zentraler Indikator für fehlende Geschlechtergerechtigkeit, wobei zwischen bereinigten und unbereinigten Werten unterschieden wird, um strukturelle Diskriminierung von anderen Faktoren abzugrenzen.

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Details

Titel
Gerechtigkeit aus einer wirtschafts- und unternehmensethische Perspektive
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, ehem. Fachhochschule Landshut
Note
1,0
Autor
Elisabeth Hauser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
12
Katalognummer
V1042180
ISBN (eBook)
9783346463302
ISBN (Buch)
9783346463319
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensethik Wirtschaftsethik Gerechtigkeit Geschlechtergerechtigkeit Gerechte Arbeitsbedingungen Gerechtigkeit in der Ökonomie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elisabeth Hauser (Autor:in), 2020, Gerechtigkeit aus einer wirtschafts- und unternehmensethische Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1042180
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Leseprobe aus  12  Seiten
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