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Soziale Medien und Verschwörungstheorien. Entscheidungsgewohnheiten im Mediengebrauch

Title: Soziale Medien und Verschwörungstheorien. Entscheidungsgewohnheiten im Mediengebrauch

Term Paper , 2021 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Max Christ (Author)

Communications - Research, Studies, Enquiries
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Der zentrale Gegenstand der vorliegenden Untersuchung richtet sich auf die Verschwörungsmentalität als eine Vorbedingung für Verschwörungsideologie. Die Corona-Pandemie stellt enorme Anforderungen an unsere Fähigkeit, Ambiguität zu ertragen bzw. mit Unsicherheit zu leben. Neben diesen situativen Herausforderungen ist die Reduzierung von Unsicherheit stark abhängig von den individuellen Persönlichkeitseigenschaften der Betroffenen und deren Informations- und Kommunikationsquellen. Dies schafft einen Nährboden für die epidemische Ausbreitung von sogenannten Verschwörungstheorien und deren ungebremste mediale Verbreitung im Internet und den Sozialen Medien.

Um ihre Unsicherheit abzubauen, neigen Verschwörungsgläubige zur Annahme einfacher Schuldursachen für Ereignisse, die sie geheimen Eliten zuschreiben. Den Begriff "Verschwörungstheorie" wird in dieser Studie nicht benutzt, da die darin enthaltenen Aussagen nicht falsifiziert werden können und damit wissenschaftlichen Anforderungen nicht genügen. Stattdessen wird der Begriff der Verschwörungsideologie für manifeste, d.h. veröffentlichte Verschwörungsannahmen gebraucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung, Zielstellung und Forschungsfrage

2 Was kennzeichnet Verschwörungsideologien

3 Was kennzeichnet eine Verschwörungsmentalität?

4 Einfluss von Internet und Medien

4.1 Die Bedeutung von Internet und Medien für die Verbreitung von Verschwörungsglauben

4.2 Glaubwürdigkeit von Medien

5 Kognitive Geschlossenheit und Verschwörungsglauben

6 Hypothesen

7 Fragebogendesign und Datenerhebung

8 Datenauswertung

9 Zusammenfassung

10 Literaturverzeichnis

11 Anhang

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsdimension der kognitiven Geschlossenheit und einer bestehenden Verschwörungsmentalität, insbesondere im Kontext des Mediengebrauchs während der Corona-Pandemie. Es soll geklärt werden, ob kognitive Geschlossenheit als Prädiktor für Verschwörungsglauben fungiert und wie dies die Medienpräferenzen beeinflusst.

  • Analyse von Verschwörungsideologien und deren psychologischen Grundlagen.
  • Untersuchung der Rolle von Internet und Sozialen Medien bei der Verbreitung konspirativer Annahmen.
  • Operationalisierung der kognitiven Geschlossenheit mittels standardisierter Testverfahren.
  • Empirische Überprüfung des Zusammenhangs zwischen Verschwörungsmentalität und Medienvertrauen.
  • Diskussion über den Einfluss des persönlichen Informationsverhaltens auf die Anfälligkeit für Verschwörungserzählungen.

Auszug aus dem Buch

2 Was kennzeichnet Verschwörungsideologien?

Karl. R. Popper prägte 1945 in seiner Abhandlung „Die offene Gesellschaft“ den Begriff der Verschwörungstheorie als „unkritische Theorie des Alltagsverstandes“. Deren Annahme, dass immer jemand verantwortlich für alles Böse ist, das in dieser Welt geschieht, nannte er ein gefährliches Vorurteil. Das Ergebnis solcher Verschwörungstheorien sei, dass sie zu wirklichen Verschwörungen führten, zu einer „Geschichte von religiösen Verfolgungen, Verfolgungen um der Rechtsgläubigkeit willen.“ Den Common Sense verstand er zwar als einzig möglichen Ausgangspunkt, den es aber zu kritisieren gelte, um ihn zu verbessern. Daher plädiert er für einen „kritischen Pluralismus“, eine Einstellung, die heute als Diversität bezeichnet wird. Auch naturwissenschaftliches Wissen ist eben „nicht sicheres Wissen“. „Es ist revidierbar. Es besteht aus überprüfbaren Vermutungen und gilt nur, solange es nicht falsifiziert werden kann.“

Der inflationär gebrauchte Begriff der Verschwörungstheorie muss damit selbst als irreführend betrachtet werden. Da diese von einem nicht revidierbaren inneren Wahrheitsgehalt ihrer Annahmen ausgeht, erfüllt sie die Bedingungen einer wissenschaftlichen Theorie nicht.

In seiner klassischen und bekannten Abhandlung „The Paranoid Style in American Politics“ aus dem Jahr 1952 bezeichnete Richard Hofstadter Verschwörungstheorien als „paranoiden Stil“. Er legte Wert darauf, diesen Denkstil nicht im klinischen Sinn zu benutzen. „Style has to do with the way in which ideas are believed and advocated rather than with the truth or falsity of their content.“ Und weiter: “It is the use of paranoid modes of expression by more or less normal people that the phenomenon significant.” Typisch für einen paranoiden Stil immer ein Verfolgungswahn und ein Größenwahn. Bei der klinischen Form von Paranoia fühlt sich die eine Person speziellen persönlichen Angriffen von außen ausgesetzt. Menschen, die einem paranoiden Denkstil folgen, gehen dagegen von der Existenz von elitären Gruppen aus, die sich feindselig gegen eine Gesellschaft, deren Kultur, Lebensart oder Gesundheit verschworen haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung, Zielstellung und Forschungsfrage: Einführung in die Thematik der Corona-Pandemie als Auslöser für Unsicherheiten und Definition der Forschungsfrage bezüglich des Zusammenhangs von kognitiver Geschlossenheit und Verschwörungsmentalität.

2 Was kennzeichnet Verschwörungsideologien: Historische und theoretische Einordnung des Begriffs der Verschwörungstheorie, unter anderem unter Bezugnahme auf Karl R. Popper und Richard Hofstadter.

3 Was kennzeichnet eine Verschwörungsmentalität?: Definition der Verschwörungsmentalität als latente Persönlichkeitseigenschaft, die sich durch monologisches Denken und Ambiguitätsintoleranz auszeichnet.

4 Einfluss von Internet und Medien: Untersuchung der Rolle digitaler Medien und Echokammern bei der Verbreitung von Verschwörungsmythen sowie die Bedeutung der Glaubwürdigkeit verschiedener Medienquellen.

5 Kognitive Geschlossenheit und Verschwörungsglauben: Theoretische Herleitung des Konstrukts der kognitiven Geschlossenheit (Need for Closure) und dessen Verknüpfung mit den Mechanismen der Komplexitätsreduktion.

6 Hypothesen: Formulierung der Arbeitshypothesen, die einen Zusammenhang zwischen kognitiver Geschlossenheit, Medienwahl und der Neigung zu Verschwörungsmythen postulieren.

7 Fragebogendesign und Datenerhebung: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Erstellung des Fragebogens unter Verwendung bestehender und selbst entwickelter Skalen.

8 Datenauswertung: Präsentation der statistischen Ergebnisse der Online-Befragung sowie die Korrelationsanalyse zwischen den erhobenen Persönlichkeitsmerkmalen und den Mediennutzungsgewohnheiten.

9 Zusammenfassung: Reflexion der Studienergebnisse im Hinblick auf die Forschungsfrage und Diskussion der methodischen Grenzen der Untersuchung.

Schlüsselwörter

Verschwörungsideologien, Verschwörungsmentalität, Kognitive Geschlossenheit, Ambiguitätstoleranz, Need for Closure, Mediennutzung, Corona-Pandemie, Soziale Medien, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Echokammern, Medienkompetenz, Psychologie, Empirische Studie, Falschinformationen, Komplexitätsreduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht psychologische Persönlichkeitsmerkmale, konkret die kognitive Geschlossenheit, und deren Einfluss auf die Anfälligkeit für Verschwörungserzählungen während der Corona-Krise.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Themenfelder umfassen die psychologischen Grundlagen von Verschwörungsmentalität, die Theorie der kognitiven Geschlossenheit sowie die Rolle der Medien und des Internet bei der Verbreitung solcher Denkweisen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Hauptfrage ist, ob die Persönlichkeitsdimension der kognitiven Geschlossenheit ein geeignetes Konstrukt ist, um eine Verschwörungsmentalität zu erklären und ob es einen nachweisbaren Zusammenhang mit der Mediennutzung gibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wurde eine quantitative Online-Studie durchgeführt, bei der ein Fragebogen zur Messung von kognitiver Geschlossenheit (GSKG-15), Verschwörungsmentalität (VMS) und Mediennutzungsverhalten bei 38 Probanden ausgewertet wurde.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Verschwörungstheorien und kognitiven Mustern sowie in einen empirischen Teil, der die erhobenen Daten korrelativ auswertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Verschwörungsmentalität, kognitive Geschlossenheit, Medienvertrauen und Ambiguitätstoleranz.

Wie korreliert die kognitive Geschlossenheit mit der Verschwörungsmentalität?

Die Studie konnte zeigen, dass ein höheres Bedürfnis nach kognitiver Geschlossenheit statistisch signifikant mit einer ausgeprägteren Verschwörungsmentalität korreliert.

Welche Rolle spielen soziale Medien laut den Ergebnissen bei der Verbreitung von Verschwörungsmythen?

Die Daten deuten darauf hin, dass die Informationsbeschaffung über soziale Netzwerke signifikant mit einer höheren Neigung zu konspirativen Annahmen zusammenhängt, im Gegensatz zum Konsum öffentlich-rechtlicher Medien.

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Details

Title
Soziale Medien und Verschwörungstheorien. Entscheidungsgewohnheiten im Mediengebrauch
College
University of Applied Sciences Köln RFH
Grade
1,0
Author
Max Christ (Author)
Publication Year
2021
Pages
24
Catalog Number
V1042545
ISBN (eBook)
9783346463487
ISBN (Book)
9783346463494
Language
German
Tags
Mediennutzung Corona Verschwörungstheorie Fragebogen Ambiguität Unsicherheit Need For Cognitive Closure kognitive Geschlossenheit kognitive Geschlossenheit Medienkompetenz NCCS Karl Popper Richard Hofstadter paranoid Verschwörungsmentalität Moscovici Pfahl-Traughber Verschwörungsideologie Internet Soziale Medien Glaubwürdigkeit öffentlich-rechtlicher Rundfunk Ambiguitätsintolleranz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Max Christ (Author), 2021, Soziale Medien und Verschwörungstheorien. Entscheidungsgewohnheiten im Mediengebrauch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1042545
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