Dieser Unterrichtsentwurf ist an die regionale Stadtgeschichte einer Schule angebunden und vergleicht die aktuelle Schulordnung der Schule mit der Schulordnung zur Kaiserzeit. Anhand der Schulordnung sollen Erziehungsziele und die zugrunde gelegten gesellschaftlichen Werte der Kaiserzeit für Kinder und Jugendliche erarbeitet und mit den heutigen in Kontrast gesetzt werden.
Die Lernenden erweitern ihre Orientierungskompetenz, indem sie anlässlich einer möglichen Überarbeitung ihrer aktuellen Schulordnung diese mit der Schulordnung der Höheren Bürgerschule aus dem Jahr 1899 vergleichen und so grundlegende Werte für das heutige gesellschaftliche Zusammenleben reflektieren und diskutieren.
Inhaltsverzeichnis
Kompetenzorientierte Unterrichtseinheit mit didaktischen Zentren
Kompetenzbeschreibung
Stundenskizze
Lernbedingungen
Sachanalyse
Didaktische Überlegungen
Methodische Überlegungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit entwirft eine kompetenzorientierte Unterrichtsstunde für das Fach Geschichte, in der Lernende durch den diachronen Vergleich einer historischen Schulordnung aus dem Jahr 1899 mit ihrer aktuellen Schulordnung ein tieferes Verständnis für gesellschaftliche Werte, Wandel und Kontinuität im Deutschen Kaiserreich entwickeln.
- Historisches Lernen am Beispiel der Alltagsgeschichte im Kaiserreich
- Vergleich von Schulordnungen zur Reflexion gesellschaftlicher Werte
- Förderung der Urteils- und Orientierungskompetenz
- Einsatz problemorientierter Settings (Venn-Diagramm, Rollenübernahme)
- Verknüpfung von Regionalgeschichte mit übergeordneten historischen Prozessen
Auszug aus dem Buch
Didaktische Überlegungen
Die Unterrichtseinheit „Das Deutsche Kaiserreich – Ein Reich, viele Facetten?“ ist Bestandteil des Epochenbezugs Neuzeit des Kerncurriculums für die Sekundarstufe I. Die Themenwahl von Schule und Erziehung im Kaiserreich beleuchtet die geschichtswissenschaftliche Dimension der Alltagsgeschichte. Diese Dimension soll insbesondere zu einem Verständnis von „Gesellschaft“ und deren Veränderung im Lauf der Zeit (von einer eher konservativ geprägten, militaristischen Gesellschaft hin zu einer humanistisch geprägten Gesellschaft) führen. Da die Deutsche Kaiserzeit sehr stark von politischen Entscheidungen und Verläufen geprägt ist, welche unter anderem letztlich zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führten, erscheint mir der Blick auf die Alltagswelt und die gesellschaftliche Gestaltung der Menschen wichtig und passend, um durch die persönliche Ansprache ein präziseres Verständnis für die Vergangenheit entwickeln zu können.
Zudem soll durch die Hinwendung zu bestimmten Gesellschaftsgruppen, in diesem Fall Kindern und Jugendlichen, ein breiterer Blick auf eine vergangene Zeit eröffnet werden, in welchem nicht ausschließlich durch bekannte Politiker Geschichte geschrieben wird. Als Unterrichtsgegenstand dienen hierfür zum einen eine didaktisierte Schulordnung der Höheren Bürgerschule (1899) und zum anderen die aktuell gültige Schulordnung. Mithilfe dieser regionalen und an die Lebenswelt der Lernenden direkt angebundenen Gegenstände im Rahmen eines problemorientierten Settings sollen die Lernenden zur Förderung des historischen Denkens angehalten werden, indem sie Fragen aus ihrer gegenwärtigen Alltagswelt an die Vergangenheit formulieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Kompetenzorientierte Unterrichtseinheit mit didaktischen Zentren: Dieses Kapitel skizziert die methodischen Schritte und Lernziele der gesamten Unterrichtseinheit inklusive spezifischer Aufgabenstellungen zu verschiedenen Themenfeldern des Kaiserreichs.
Kompetenzbeschreibung: Hier werden die angestrebten fachlichen und überfachlichen Kompetenzen der Lernenden detailliert in Indikatoren und zu erwartende Lernerträge unterteilt.
Stundenskizze: Die detaillierte Verlaufsplanung führt durch die verschiedenen Phasen der Unterrichtsstunde, vom Einstieg über die Erarbeitung mittels Venn-Diagramm bis zur Evaluation.
Lernbedingungen: Dieser Abschnitt analysiert den Entwicklungsstand der Lernenden auf Basis psychologischer Modelle und erläutert, warum die gewählten Methoden für diese Lerngruppe besonders geeignet sind.
Sachanalyse: Hier wird der historische Kontext der Schulpflicht und der Erziehungsziele im Kaiserreich dargelegt, insbesondere im Hinblick auf Disziplinierung, Geschlechterrollen und obrigkeitsstaatliche Werte.
Didaktische Überlegungen: Dieser Teil begründet die Einbettung der Thematik in das Kerncurriculum und erläutert den Einsatz des problemorientierten Settings sowie des Regionalbezugs.
Methodische Überlegungen: Das Kapitel erläutert die didaktische Reduktion der Quellen und die methodische Umsetzung der Arbeit mit dem Venn-Diagramm zur Förderung der Urteilskompetenz.
Schlüsselwörter
Deutsches Kaiserreich, Schulordnung, Geschichtsunterricht, Orientierungskompetenz, Urteilskompetenz, Alltagsgeschichte, Regionalgeschichte, Industrialisierung, Schulpflicht, Erziehung, Werte, Historisches Denken, Didaktik, Sekundarstufe I, Venn-Diagramm
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf?
Der Entwurf befasst sich mit der Konzeption einer Geschichtsstunde zum Deutschen Kaiserreich, in der Schülerinnen und Schüler durch den Vergleich historischer und aktueller Schulordnungen das gesellschaftliche Miteinander reflektieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen das Schulwesen um 1900, gesellschaftliche Werte im Kaiserreich, Disziplinierung und der Wandel von Erziehungsvorstellungen im Vergleich zur Gegenwart.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Ziel ist die Stärkung der Orientierungskompetenz der Lernenden, damit sie historische Werte kritisch hinterfragen und eine fundierte Meinung zur Gestaltung von Schule und Gesellschaft entwickeln können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt Ansätze der Alltagsgeschichte und der Fallanalyse, um Geschichte anhand des lokalen Beispiels einer ehemaligen Höheren Bürgerschule konkret erfahrbar zu machen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende Sachanalyse zur Erziehung im Kaiserreich, didaktische Begründungen für das gewählte Setting sowie die methodische Aufarbeitung der Quellenarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Historisches Denken, Kompetenzorientierung, Kaiserreich, Schulerziehung, Regionalbezug und Wertebildung.
Warum spielt das Venn-Diagramm eine so zentrale Rolle?
Das Venn-Diagramm dient als visuelles Werkzeug, um Kontinuitäten und Brüche zwischen der historischen Quelle und der heutigen Schulordnung schrittweise herauszuarbeiten und die Ergebnisse strukturiert zu sichern.
Wie werden die Lernenden motiviert, sich mit einer 1899 verfassten Schulordnung zu beschäftigen?
Die Motivation erfolgt über den Regionalbezug zur eigenen Stadt und Schule sowie ein problemorientiertes Setting, das die Lernenden in die Rolle von Beratern der Schulkonferenz versetzt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Schule und Erziehung im Kaiserreich. Unterrichtsentwurf für das Fach Geschichte (8./9. Klasse, Gymnasium), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1042652