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Karl der Große und seine Machtpolitik gegen Herzog Tassilo III. Motive des Frankenkönigs und Quellenanalyse

Titel: Karl der Große und seine Machtpolitik gegen Herzog Tassilo III. Motive des Frankenkönigs und Quellenanalyse

Hausarbeit , 2021 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Politik - Politisches System Deutschlands
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Vorgehen Karl des Großen gegen Tassilo III. hinsichtlich der Fahnenflucht und des Schauprozesses von Ingelheim. Da diese Ereignisse für die Geschichtsschreibung Karls des Großen, aber vor allem für Tassilo III von großer Bedeutung sind, wird in dieser Arbeit weiter ausgeführt, welche Motive der Frankenkönig in seinem Handeln hatte. Daraus ergibt sich die Frage, ob Tassilo III absichtlich unehrenhaft dargestellt wurde, um die Absichten des Frankenkönigs zu legitimieren. Abschließend soll die These diskutiert werden, dass das Ereignis der Fahnenflucht im Jahre 663 nicht stattgefunden hat, sondern von den Geschichtsschreibern des Königs inszeniert wurde.

Ziel der Arbeit ist es, zu diskutieren, was wirklich zwischen den Männern vorgefallen sein könnte und ob man die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel betrachten müsste. Welche Aspekte der Lebensgeschichte Tassilo III. wurden durch die Geschichtsschreiber verfälscht? Um die Glaubwürdigkeit der Quellen zu beurteilen, beschäftigt sich die Arbeit vor allem mit den Reichsannalen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.1 Einleitung

2.1 Vita Karoli Magni

2.2 Die Annales regni Francorum

3 Die Person Tassilo III.

3.1 Der Eid Tassilos

3.2 Die Frage der Heeresflucht

3.3 Die Entmachtung Tassilos III.

3.4 Der Prozess von Ingelheim und die Absetzung Tassilos

4.1 Mögliche Machtpoltische Gründe für das Vorgehen Karls des Großen

4.2 Die Darstellung der Geschehnisse in den Reichsannalen

5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Machtpolitik Karls des Großen gegenüber dem bayerischen Herzog Tassilo III., insbesondere unter dem Aspekt der historischen Glaubwürdigkeit der Vorwürfe in den Reichsannalen. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, ob Tassilo III. absichtlich unehrenhaft dargestellt wurde, um das Vorgehen des Frankenkönigs zu legitimieren.

  • Analyse der Machtkonstellation zwischen den Agilolfingern und den Karolingern
  • Kritische Quellenanalyse der Annales regni Francorum und der Vita Karoli Magni
  • Untersuchung des Schauprozesses von Ingelheim und der Vorwürfe von Fahnenflucht und Eidbruch
  • Bewertung der Rolle Karls des Großen als „gütiger“ Herrscher im Kontrast zur Darstellung Tassilos

Auszug aus dem Buch

3.4 Der Prozess von Ingelheim und die Absetzung Tassilos

Ende Juni 788 holte Karl der Große zum finalen Schlag gegen Tassilo III. aus. Im Prozess von Ingelheim wurde Tassilo abgesetzt und zu Klosterhaft verurteilt. Damit erlangte Karl der Große die Macht über das Herzogtum Bayern.

In Ingelheim, einer Stadt am Rhein, hielt Karl der Große eine Versammlung ab. Tassilo wurde vorgeladen und ihm wurde der Prozess gemacht. Die Bayern, also seine eigenen Landsleute klagten den Herzog an. Die Anklage lautete Hochverrat und Untreue Karl dem Großen gegenüber.“ […] zuverlässige Baiern fingen an zu sagen, Tassilo halte sein Wort nicht, vielmehr erwies er sich nachher als eidbrüchig. […]“40. Tassilo, so die Vorwürfe sollte in den Jahren zuvor arglistig gegen Karl den Großen gehandelt haben. Auch gegen seine Lehnsherren, Karl den Großen, soll er bewusst gearbeitet haben. Angestiftet durch seine Gemahlin Liutperg.41

Zu den Vorwürfen gegen Tassilo III. gehörte außerdem das Bündnis mit den Awaren. Im Falle einer Vereinigung der Awaren und der Bayern gegen Karl den Großen hätte es für diesen eine Bedrohung dargestellt. Dieser hatte zuvor schon Schlachten gegen die Truppen der Awaren gewonnen. Das Reich der Awaren lag südöstlich der Franken. Schon zuvor waren awarische Truppen ins Land der Franken eingefallen.42 Tassilo war es jedoch durch seinen Eid im Jahr 787 untersagt, Außenpolitik zu betreiben.43

Zusammenfassung der Kapitel

1.1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik um Tassilo III. ein und definiert die zentrale Fragestellung bezüglich der Legitimation des fränkischen Vorgehens durch die Quellen.

2.1 Vita Karoli Magni: Dieses Kapitel analysiert Einhards Biografie als zeitgenössische Quelle, hebt deren Nähe zum karolingischen Hof hervor und weist auf die einseitige Stilisierung Karls des Großen hin.

2.2 Die Annales regni Francorum: Hier wird die Entstehung und Intention der Reichsannalen untersucht, die als Instrument der rückwirkenden Rechtfertigung fränkischer Politik gedeutet werden.

3 Die Person Tassilo III.: Es erfolgt eine biographische Skizze Tassilos und eine Erläuterung des wachsenden Konfliktpotenzials zwischen dem bayerischen Herrscherhaus und den Karolingern.

3.1 Der Eid Tassilos: Dieses Kapitel befasst sich mit der Vasallität Tassilos und hinterfragt die historische Korrektheit des überlieferten ältesten Vasalleneids durch geographische und politische Diskrepanzen.

3.2 Die Frage der Heeresflucht: Die Untersuchung konzentriert sich auf den Vorwurf der Heeresflucht während des Aquitanienfeldzugs und hinterfragt die Plausibilität des gegen Tassilo erhobenen Betrugsvorwurfs.

3.3 Die Entmachtung Tassilos III.: Darstellung der eskalierenden politischen Lage, der Isolierung Bayerns durch die Eroberung des Langobardenreichs und des zunehmenden Drucks auf Tassilo.

3.4 Der Prozess von Ingelheim und die Absetzung Tassilos: Analyse des Schauprozesses als kulminierendes Ereignis, bei dem Tassilo durch die Inszenierung der Anklage und das „gütige“ Eingreifen Karls entmachtet wird.

4.1 Mögliche Machtpoltische Gründe für das Vorgehen Karls des Großen: Das Kapitel beleuchtet Karls Expansionsbestrebungen sowie die strategische Bedeutung der Alpenpässe und die Gefahr eines Bündnisses zwischen Bayern und Awaren.

4.2 Die Darstellung der Geschehnisse in den Reichsannalen: Zusammenfassende Betrachtung der manipulativen Erzählweise der Annalen, die Tassilo bewusst als Antagonisten inszenieren, um Karls Macht zu glorifizieren.

5 Fazit und Ausblick: Zusammenführung der Ergebnisse, die eine kritische Distanz zu den einseitigen Quellen nahelegen und das Bild Karls des Großen als geschickten Manipulator der Geschichtsschreibung betonen.

Schlüsselwörter

Karl der Große, Tassilo III., Agilolfinger, Karolinger, Reichsannalen, Annales regni Francorum, Ingelheim, Fahnenflucht, Eidbruch, Machtpolitik, Geschichtsschreibung, Mittelalter, Bayern, Vasallität, Quellenkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das schwierige politische Verhältnis zwischen Karl dem Großen und dem bayerischen Herzog Tassilo III. und analysiert, wie dieses in fränkischen Quellen dargestellt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Machtansprüche der Karolinger, die Autonomiebestrebungen der bayerischen Herzöge sowie die Frage nach der Wahrheit und Manipulation in mittelalterlichen Geschichtswerken.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob Tassilo III. in den Quellen absichtlich durch erfundene Vorwürfe wie Fahnenflucht diskreditiert wurde, um das brutale Vorgehen Karls des Großen politisch zu rechtfertigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Methode, bei der die Texte der Reichsannalen und Einhards Vita Karoli Magni auf ihre politische Tendenz und ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft werden.

Was ist der inhaltliche Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die historischen Ereignisse – vom Eid des Tassilo bis zum Schauprozess von Ingelheim – und vergleicht diese mit den politisch motivierten Darstellungen in den Reichsannalen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Machtpolitik, Quellenmanipulation, Agilolfinger, Tassilo III. und die Legitimationsstrategien der Karolinger.

Inwieweit spielte die Rolle der Gemahlin Liutperg bei den Anklagen eine Rolle?

Sie wird als Anstifterin Tassilos dargestellt, was den Vorwurf der bewussten Intrige gegen Karl den Großen in den Augen der fränkischen Geschichtsschreiber weiter verschärfte.

Welche Bedeutung hatte der Schauprozess von Ingelheim für die Machtübernahme?

Der Prozess diente als formeller Rahmen, um Tassilo rechtmäßig abzusetzen, wobei Karl sich durch die Umwandlung der Todesstrafe in Klosterhaft gleichzeitig als frommer und gütiger Herrscher inszenieren konnte.

Warum wird die Heeresflucht von 763 heute in der Forschung kritisch betrachtet?

Da es keine unabhängigen Beweise gibt und die Vorwürfe sehr spät in den Reichsannalen betont wurden, besteht der Verdacht, dass das Ereignis konstruiert wurde, um Tassilo rückwirkend als Eidbrecher zu brandmarken.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Karl der Große und seine Machtpolitik gegen Herzog Tassilo III. Motive des Frankenkönigs und Quellenanalyse
Hochschule
Universität Münster  (Fachbereich Mittelalterliche Geschichte)
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
15
Katalognummer
V1042655
ISBN (eBook)
9783346467867
ISBN (Buch)
9783346467874
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Karl der Große Bayern Tassilo III Machtpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Karl der Große und seine Machtpolitik gegen Herzog Tassilo III. Motive des Frankenkönigs und Quellenanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1042655
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Leseprobe aus  15  Seiten
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