Der Aufbau des römischen Heeres


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
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Die Legion

Um sich im Wettkampf mit den Völkern zu behaupten, musste Rom etruskische, griechische, keltische und damnitische Einflüsse für die Zusammensetzung, Bewaffnung und Kampfesführung des römischen Heeres geltend machen. Für den Römer war Bürger und Soldat das gleiche. Die in Centurien abstimmende politische Volksversammlung war nichts anderes als das in militärischer Zucht nach Kampfformation aufmarschierende Heer. Es wurde in Centurien gegliedert.

Die Wehrpflicht lastete auf denen, die nach der Höhe ihres Grundvermögens imstande waren, sich auszurüsten. Denn der Staat zahlte ursprünglich keinen Sold und deine Bewaffnung. Daher stellte der vermögende Adel die Reiter, die wohlhabenden Bürger bildeten die schwere Infanterie, ausgerüstet mit Schwert und Stoßlanze, ledernen Brustpanzer, erzbeschlagenem Lederhelm, Rundschild und Beinschienen. Die nicht so wohlhabenden Bürger leisteten den Dienst mit Wurfspieß und Schleuder.

Die Hauptmacht des Heeres lag wie bei den Griechen in der Infanterie. Die Schlachtordnung bis ungefähr zum Jahre 400 v. Chr. war die anscheinend von den Etruskern übernommene Phalanx von 500 Mann in der Front und 6 Mann in der Tiefe, also 3000 Mann. Dazu kamen noch 1200 Leichtbewaffnete, die als Plänkler oder zur Rückendeckung dienten.

Später wurde an Stelle der starren Phalanx die beweglichere Aufstellung nach Manipeln eingeführt. Danach waren die Soldaten jeder Legion (von légere = auswählen), deren durchschnittliche Stärke 4200 Mann betrug, entsprechend ihren Dienstjahren und ihrer Tüchtigkeit in drei Treffen gegliedert. Das vorderste Treffen bildeten 1200 Hastati (hasta = Speer), jüngere aber voll ausgebildete Krieger in 10 Manipel geordnet. Die 2 Reihe bestand aus 1200 Principes, mit der selben Eingliederung. In der letzten Reihe standen 600 Triári, die erprobtesten Männer, wiederum in 10 Manipel eingeteilt. Die Triári griffen nur in das Kampfgeschehen ein, wenn es unsicher war, wie die Schlacht ausgehen würde.

Um die Beweglichkeit weiter zu erhöhen, teilte man die Manipel nochmals in je 2 Centurien ein (Kommandant = Centurio). Diese Manipelaufstellung hatte sich in der Folgezeit bei den schweren Abwehrkämpfen gegen die nördlichen Kriegsvölker als zu feingliedrig und kraftlos erwiesen. Daher fasste man die in drei Linien hintereinander stehenden Manipel zu einer neuen Heeresabteilung zusammen: die Kohorte.

Daraus ergab sich folgende Einteilung: Die Legion hatte zehn Kohorten, die Kohorte 3 Manipel, der Manipel zwei Centurien. Die legioarii wurden seit Marius nicht mehr nach dem Census ausgehoben, sondern er öffnete auf dem Umwege der freiwilligen Werbung auch den besitz u. berufslosen Bürgern den Zugang zur Aufnahme in das Heer. Der durchschnittlich 20 Jahre ausgeübte Dienst wurde zu einem neuen Beruf. Der Soldat erhielt einen Sold, Anteil an der Beute und bei Entlassung aus dem Heer, die nun dem Verlust des Berufes gleichkam, eine staatliche Versorgung durch Landzuteilung.

Die ausgedienten Soldaten, die freiwillig weiterhin im Dienst blieben, nannte man veterani. Ausgediente Soldaten, die sich über Aufforderung des Feldherren zu weiterem Dienst als bevorzugte Truppe verpflichteten, bildeten die Leibgarde des Feldherrn, sie hatten den Rang von Centurionen. In dieser Kohorte dienten auch junge Römer, die sich von den Feldherren in der Kunst der Kriegsführung ausbilden lassen wollten.

Reiter und Leichtbewaffnete stellten die Hilfstruppen. Sie waren im Gegensatz zum Legionssoldaten, für den der Besitz des römischen Bürgerrechtes Voraussetzung war, entweder in den Provinzen ausgehoben oder aus fremden Völkern gegen Sold angeworben. So dienten zu Caesars Zeit Söldner aus Gallien, Spanien und Germanien als Reiter, während die kretischen Bogenschützen und balearischen Schleuderer als die vorzüglichsten Leichtbewaffneten galten.

Den Oberbefehl über das Heer (imperium) führten die Konsuln, Legionskommandanten waren die Legati, Männer senatorischen Ranges. In Abwesenheit der Feldherren übernahmen sie das Kommando. Zum Offiziersstand gehörten die 3 Kriegstribune, die dem Legati unterstellt waren, der Generalintendant oder Quaestor im senatorischen Rang, dem die Feldkasse, die Auszahlung des Soldes, die Verteilung von Verpflegung und der Beute oblagen. Dazu kamen die Praefecti, ritterlichen Standes, die Befehlshaber der Pioniere, der Reiterei und der Hilfstruppen.

Die Unteroffiziere oder Centurionen waren die Führer der einzelnen Centurien, die aus den Legionssoldaten hervorgegangen waren und ihre wichtige Stellung allein ihrem Dienstalter und ihrer vorzüglichen militärischen Leistung verdankten. Die Centurionen hatten die Disziplin aufrechtzuerhalten und trugen deshalb als Kommandostab einen Stock aus Rebholz. Der höchste Centurio unter allen war der Centurio primi pili oder kurz Primipilus. Er war der Centurio der ersten Centurie des ersten Manipels der ersten Kohorte. Er wurde auch dem Kriegsrat zugezogen.

Als Kleidung trugen die Legionäre das wollene kurzärmelige Untergewand der Römer (tunica), das bis zum Knie reichte, mit einem Gürtel zusammengehalten wurde, an dem das Wehrgehenk befestigt war. Darüber legte er den auf der rechten Schulter durch eine Spange zusammengehaltenen, bis zu den Knien reichenden , vorn offenen wollenen Kriegsmatel. Die Füße steckten in ledernen Schnürstiefeln, die die Zehen freiließen. Der Feldherr trug noch das paludamentum, den scharlachroten, goldbestickten Feldherrenmantel.

Als Schutzwaffen (arma) dienten Panzer, Helm und Schild. Der Panzer war ein Riemenpanzer mit aufgelegten Metallplatten. Der Helm aus Metall, öfters mit Helmbusch geziert oder aus Leder hatte Backenlaschen, Stirn- und Nackenschirm. Als Schild diente zuerst der erzene Rundschild, später der viereckige hölzerne Langschild, mit Leder überzogen und mit einem Metallrand eingefasst.

Als Angriffswaffen (tela) dienten Wurfspeer und Schwert. In älteren Zeiten trugen die Römer die lange Stoßlanze, später den Wurfspeer (pilum). Er bestand aus zwei je 1 m langen Teilen, dem unten zugespitzten Holzschaft und dem Speereisen, an dem nur die Spitze gehärtet war, so dass es sich beim Eindringen in den getroffenen Gegenstand krumm bog. Somit konnte der Speer nur schwer wieder herausgezogen werden und war zum Gegenwurf unbrauchbar. Die Tragweite des Speeres betrug 30 m. Der Angriff begann mit einem Salvenartigen Abwurf der Pilen, dann ging man zum Nahkampf mit dem Schwert über. Das Normalschwert (gladius) der Römer, von den Spaniern im zweiten Punischen Krieg übernommen, war zwei Drittel Meter lang, zweischneidig, gerade, ohne Korb. Es diente hauptsächlich als Stichwaffe.

Die Reiter führten ein längeres Schwert und einen leichten, oben und unten spitzen Wurfspieß, der mit einem Schwungriemen versehen war und an diesem zurückgezogen werden konnte. Die Bogenschützen waren mit einem 1,20 m langen Bogen und 50 cm langen Rohrpfeilen bewaffnet.

Ein gewöhnlicher Tagmarsch mit Waffen und Gepäck betrug ungefähr 30 km. Eilmärsche brachten natürlich größere Tagesleistungen. So legte Caesar auf dem Gewaltmarsch von Gergovia zu den Aeduern mit vier Legionen ohne Gepäck binnen 24 Stunden unter Einschaltung einer dreistündigen Nachtruhe 75 km zurück. Ein Soldat hatte etwa 20 kg persönliches Gepäck mit sich.

Die Verpflegung war einfach aber ausgiebig. Der Legionär bekam Getreide, dass er sich selbst mahlen und zubereiten musste. Gelegentlich kam dazu Wein, Gemüse, Käse und selten Fleisch. Dieses war auch eher unbeliebt. Zur Nachtruhe wurde meistens ein Lager gebaut um gegen Überfälle gefeilt zu sein.

Für besondere Verdienste erhielten Soldaten Belobigungen, Auszeichnungen und Beförderungen. Es gab auch viele Spezialauszeichnungen (wer einen Bürger rette: Bürgerkranz, oder wer eine feindliche Mauer als erster erstieg: Mauerkranz). Die höchste Auszeichnung für einen Feldherren, lag darin, dass ihn die Soldaten den Titel Imperator gaben. Um einen Triumph zuerkannt zu bekommen, mussten mind. 5000 Gegner getötet worden sein, weiters die Zustimmung des Senates und es musste ein Sieg gegen einen auswärtigen Gegner unter eigenem Oberkommando sein. Wurden diese Bedingungen erfüllt veranstaltete man einen Triumphzug durch die Straßen Roms.

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Details

Titel
Der Aufbau des römischen Heeres
Autor
Jahr
2001
Seiten
2
Katalognummer
V104289
Dateigröße
324 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Legion
Arbeit zitieren
Martin Rumersdorfer (Autor), 2001, Der Aufbau des römischen Heeres, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104289

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