Der "Wegweiser Arbeit" wurde ursprünglich im Jahr 2000 von Experten der Therapie und Rehabilitation unter dem Titel "Kölner Instrumentarium" eingeführt. Der Wegweiser dient als Orientierungshilfe in der Planung, Gestaltung und Durchführung der Teilhabe und beruflichen Rehabilitation. Die vierzehn Hilfen sind sowohl einzeln als auch in Kombination miteinander anwendbar. Es werden drei große Bereiche differenziert: Die Vorbereitung auf berufliche Rehabilitation, berufliche Rehabilitation und Integration in die Arbeit. Im Vordergrund stehen die individuellen Bedürfnisse der Rehabilitanden mit Psychiatrieerfahrung.
Inhaltsverzeichnis
1 Wegweiser Arbeit
1.1 Belastungserprobung
1.2 Umschulung
1.3 Vermittlung in die Arbeit
Aufgabe 2
2.1 Belastungen von Teams durch Kollegen mit psychischen Erkrankungen
2.2 Typische Interventionen von Führungskräften bei Mitarbeitern mit psychischen Störungen
2.3 Unterstützung von Arbeitgebern durch Rehabilitations-Fachpersonen
Aufgabe 3
3.1 Elf therapeutische Faktoren der Gruppentherapie nach Yalom
3.2 Funktion des Gruppenleiters
3.3 Nutzung der Komponenten „Entwicklung sozialer Kompetenzen“ und „Imitationsverhalten“ in einem beruflichen Trainingszentrum
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit zentralen Aspekten der beruflichen Rehabilitation sowie der Anwendung gruppentherapeutischer Prinzipien im beruflichen Trainingskontext. Das primäre Ziel ist die Analyse von Unterstützungsmöglichkeiten für Rehabilitanden mit psychischen Erkrankungen bei der Integration in den ersten Arbeitsmarkt sowie die Untersuchung der Rolle von Führungskräften und Therapeuten im Rehabilitationsprozess.
- Struktur und Instrumente der beruflichen Rehabilitation (Wegweiser Arbeit)
- Herausforderungen und Interventionsstrategien im Umgang mit psychisch erkrankten Mitarbeitern am Arbeitsplatz
- Professionelle Begleitung und Vermittlung durch Rehabilitations-Fachpersonen
- Therapeutische Faktoren der Gruppentherapie nach Yalom
- Praktische Anwendung von Trainingskomponenten in einem beruflichen Trainingszentrum (BTZ)
Auszug aus dem Buch
1.1 Belastungserprobung
Die Belastungserprobung (BE) gehört in den Bereich der vorbereitenden Maßnahmen auf eine berufliche Rehabilitation. Die Aufgabe der BE besteht darin, die aktuelle (handlungsorientierte) Arbeitsfähigkeit einer Person in einem oder mehreren Arbeitsfeldern festzustellen (forschen und teilen (Hrsg.), 2021, Belastungserprobung). Die BE dient der Feststellung, ob der Betroffene in der Lage ist, in seinen früheren Beruf zurückzukehren, ob er an einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) teilnehmen kann oder ob er schulungsfähig ist (Talentplus (Hrsg.), 2021, Belastungserprobung).
Tritt während der Rehabilitation der Zeitpunkt ein, dass zwar die medizinische Behandlung noch im Vordergrund steht, aber bereits die Frage aufkommt, wie die berufliche Zukunft aussehen könnte, sollte mit der BE begonnen werden (Rehadat Bildung (Hrsg.), 2021, Belastungserprobung). Aufgrund der Ergebnisse einer BE wird mit dem Betroffenen gemeinsam entschieden, ob bspw. eine Wiedereingliederung in den früheren Beruf möglich ist, ob die Perspektive in einer Umschulung liegt und welches berufliche Arbeitsfeld ggf. in Betracht kommt.
Die BE richtet sich grundsätzlich an Menschen mit einer körperlichen und/oder psychischen Beeinträchtigung, die ihrer bisherigen Tätigkeit möglicherweise nicht mehr nachgehen können (reIntegro (Hrsg.), 2021, Arbeitserprobung und Belastungserprobung). Sie haben die Akutphase ihrer Erkrankung bereits überwunden und sind gewillt, wieder arbeiten zu gehen. Zudem können Personen die Erprobung in Anspruch nehmen, die länger berentet oder krankgeschrieben waren und ihre Arbeitsfähigkeit ausloten möchten (forschen und teilen (Hrsg.), 2021, Belastungserprobung).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Wegweiser Arbeit: Dieses Kapitel führt in die Struktur der beruflichen Rehabilitation ein und erläutert die Phasen der Belastungserprobung, Umschulung sowie die abschließende Vermittlung in den Arbeitsmarkt als Orientierungshilfe.
Aufgabe 2: Hier wird die Dynamik am Arbeitsplatz bei psychisch erkrankten Mitarbeitern beleuchtet, insbesondere die Belastung für Teams, typische Interventionsversuche durch Vorgesetzte sowie die beratende Rolle von Rehabilitations-Fachleuten.
Aufgabe 3: Dieses Kapitel analysiert die elf therapeutischen Wirkfaktoren nach Yalom für die Gruppentherapie, definiert das Rollenprofil des Gruppenleiters und zeigt deren praktische Umsetzung im Rahmen eines beruflichen Trainingszentrums (BTZ) auf.
Schlüsselwörter
Rehabilitationspsychologie, berufliche Rehabilitation, Belastungserprobung, Umschulung, Arbeitsmarktintegration, psychische Erkrankungen, Gruppentherapie, Yalom, Gruppenkohäsion, Führungskräfte, Interventionsstrategien, therapeutische Faktoren, berufliches Trainingszentrum, Wiedereingliederung, Sozialkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht verschiedene Facetten der beruflichen Rehabilitation, mit besonderem Fokus auf der Unterstützung psychisch erkrankter Menschen bei der (Wieder-)Eingliederung in das Arbeitsleben sowie der Anwendung gruppentherapeutischer Ansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der "Wegweiser Arbeit", der Umgang mit psychischen Störungen im beruflichen Umfeld, die Rolle von Fachberatung und die Anwendung von Yaloms Faktorenmodell in Trainingszentren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch gezielte rehabilitative Maßnahmen und professionelle Begleitung die Teilhabe am Arbeitsleben trotz psychischer Beeinträchtigungen gelingen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung theoretischer Grundlagen, wie z.B. dem Modell von Yalom und verschiedenen rehabilitationspsychologischen Konzepten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Rehabilitationsprozesses, die Analyse von Team- und Führungskräftedynamiken bei psychischen Erkrankungen sowie die theoretische und praktische Fundierung der Gruppentherapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind berufliche Rehabilitation, Wiedereingliederung, Gruppentherapie, therapeutische Wirkfaktoren, Arbeitsplatzgestaltung und psychosoziale Unterstützung.
Welche Rolle spielt die Führungskraft bei der Integration?
Die Führungskraft trägt eine hohe Verantwortung, interveniert jedoch oft unspezifisch. Die Arbeit betont, dass professionelle Unterstützung durch Reha-Fachleute hierbei wesentlich ist, um Stigmatisierung zu vermeiden.
Warum ist das "Imitationsverhalten" im BTZ relevant?
Imitationsverhalten ermöglicht den Klienten im geschützten Rahmen, neue soziale Verhaltensweisen zu erproben und von anderen Gruppenmitgliedern oder dem Leiter zu lernen, was die Integration in den Arbeitsmarkt erleichtert.
- Quote paper
- Katharina Gross (Author), 2021, Spezielle Anwendungsfelder der beruflichen Rehabilitationspsychologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1042965