Hesse, Hermann - Unterm Rad - Vergleich mit Wedekind, Frank - Frühlingserwachen


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
9 Seiten, Note: 1 und 2

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Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung

2.1. Inhalt von „Unterm Rad“
2.2. Inhalt von „Frühlingserwachen“

3.1 Erzählperspektive/-weise von „Unterm Rad“
3.2. Erzählperspektive/-weise von „Frühlingserwachen“

4. Vergleichende Interpretation

5. Fazit Seite

1. Einleitung/Hinführung

Die Medien berichten jeden Tag aufs Neue welche Liebschaften welcher Star zur Zeit gerade hat. Regt sich darüber jemand auf oder findet jemand Anstoß daran? Die Antwort heißt meist nein. Tatsache ist, dass wir heute in einer aufgeklärten Gesellschaft leben. Man spricht über alles, egal ob es um Sex, Außerirdische oder Politik geht. Schaut man in eine Schule hinein, so kann man sehen wie jeder Schüler individuell die Möglichkeit hat, seinen persönlichen Interessen nachzugehen (z.B. durch Profilwahl). Dort werden nicht nur zeitlose Themen wie z.B. Potenzen und Wurzeln in Mathematik, sondern auch aktuelle Probleme wie z.B. Drogen besprochen. Und wenn man mal versagt hat, kann man sich immer wieder aufrappeln, man steht dann nicht als Dummkopf der Nation da. Es ist eigentlich unvorstellbar, dass das einmal anders war.

Zur Zeit der Jahrhundertwende waren Sex und Fortpflanzung das Tabuthema Nummer eins in Deutschland. Den Kindern erzählte man, dass der Storch die Kinder bringen würde und wenn eine Frau ein uneheliches Kind bekam, war sie eine Schande für die ganze Familie und wurde von allen gemieden. In der Schule standen Disziplin und Gehorsam an erster Stelle. Wenn ein Schüler bei den Lehrern unbeliebt war, sollte er auch, wenn möglich, von den Schülern gemieden werden. Außerdem wurden die Schüler damals nicht unbedingt wegen ihrer schlechten Leistungen nicht in die nächste Klassenstufe versetzt, sondern aufgrund der Größe der Klassenzimmer. Wenn also 25 Schüler in einer Klasse waren aber fürs nächste Jahr nur 20 in ein Zimmer hineinpassten, mussten fünf sitzen bleiben, egal ob sie es von ihren Leistungen her geschafft hätten oder nicht.

Hermann Hesse (1877-1962) und auch Frank Wedekind (1864-1918) sahen die Probleme dieser Gesellschaft. Hesse verarbeitete intensiv und kritisch das Thema Bildung und Schule in seinem Schülerroman „Unterm Rad“. Er sagte selbst: „Schule ist die einzige moderne Kulturfrage, die ich ernst nehme und die mich gelegentlich aufregt [...]“

Wedekind hingegen beschäftigte sich in seinem Bühnenstück

„Frühlingserwachen“ hauptsächlich mit der fehlenden Aufklärung zur Zeit der Jahrhundertwende. In beiden Werken wird jedoch aufgezeigt wie das damalige System das Leben zweier überaus intelligenten Menschen zerstört hat (Hans Giebenrath in Hesses „Unterm Rad“ und Melchior Gabor in Wedekinds „Frühlingserwachen“).

2. Inhalte der beiden Werke

2.1. Inhalt von „Unterm Rad“

Hans Giebenrath, die Hauptfigur dieses Romans, gilt als äußerst begabtes Kind und wird so als einziger Schüler seines Heimatdorfes zum Landexamen, welches aus Deutsch-, Latein- und Griechischprüfungen besteht, nach Stuttgart geschickt. Nach einer intensiven Vorbereitung und unter großem Druck seines Vaters und seiner Lehrer besteht er die Prüfung als Zweitbester. Das berechtigt ihn, das Tübinger Seminar auf Staatskosten zu besuchen, um dann eine Karriere als Lehrer oder Pfarrer anzustreben. Nach dem bestandenen Examen darf sich Hans wieder seinem Lieblingshobby widmen, dem Angeln. Doch das wird schnell wieder durch Übungsstunden in Neugriechisch, Religion und Mathematik ersetzt, da sich Hans optimal auf Maulbronn vorbereiten will. Sein Ehrgeiz wächst immer mehr an und schließlich verbringt er den ganzen Rest seiner Ferien mit dem Lernen, bis er von seinem Vater ins Maulbronner Jungenkloster gebracht wird. Nach und nach werden dort Freundschaften geschlossen, nur Hans bleibt lange alleine. Eines Tages macht er jedoch Bekanntschaft mit Hermann Heilner, einem Dichter und Freidenker, der das Kloster als Gefängnis betrachtet. Die beiden freunden sich miteinander an. Diese Freundschaft erschöpft Giebenrath sehr, da er das Lernen und Heilner nicht unter einen Hut bringt.

Nach einer Rauferei mit einem Mitschüler wird der bei den Professoren sowieso schon unbeliebte Hermann mit acht Stunden Karzer bestraft. Danach wird er von allen Schülern gemieden, auch Hans lässt ihn im Stich und widmet sich wieder den Schulbüchern. Erst nach dem Tod eines Mitbewohners wird ihm klar, dass er einen Fehler gemacht hat, entschuldigt sich bei Heilner und die beiden werden wieder Freunde. Die Lehrer betrachten das mit Argwohn, denn Giebenraths Leistungen verschlechtern sich massiv. Schließlich wird Giebenrath zum Ephorus diktiert, der versucht, ihm Heilner auszureden. Doch dieses Mal steht Hans zu seinem Kameraden, was den Ephorus erzürnt. Nun ist er also auch bei den Lehrern unbeliebt.

Kurze Zeit später verschwindet Heilner, er ist ausgerissen. Als er wiedergefunden wird, wird er aus dem Kloster rausgeworfen. Hans verschlechtert sich immer mehr. Er hat jetzt auch starke Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme und wird schließlich nervenkrank. Das ist der Grund, warum er zum „Urlaub“ nach Hause geschickt wird. Es ist allerdings klar, dass er nie mehr nach Maulbronn zurückkehren wird.

Wieder zu Hause ist er völlig isoliert. Er hat keine Freunde mehr und wird von seinem Vater ständig mit Samthandschuhen angefasst. Außerdem fühlt er sich als Versager, er konnte den Ansprüchen der anderen nicht gerecht werden. Hans geht oft in die Natur hinaus und flüchtet sich in eine Traumwelt seiner Kindheit vor dem Landexamen, wobei er versucht zu sich selbst zu finden. Dann muss er aber erkennen, dass die Zeit der „schönen Jugend“ vorbei ist. Hans denkt oft an Selbstmord, er sucht sich sogar schon einen Platz für seine Tat aus, die aber letztendlich nicht ausführt.

Nach einiger Zeit verliebt er sich in ein Mädchen. Doch schon bald reist das sie ohne Abschied ab, noch bevor Hans ihr seine Liebe gestehen kann. Wieder ein Tiefschlag in seinem Leben.

Im Herbst beginnt Giebenrath eine Mechanikerlehre, was für ihn sehr hart ist, da er keine körperliche Arbeit gewöhnt ist. Am Ende seiner ersten Arbeitswoche lässt er sich von Kollegen überreden mit ihnen einen trinken zu gehen. An jenem Tag raucht und trinkt zu viel, das erste Mal in seinem Leben. Er erkennt, dass auch dass nichts für ihn ist und begibt sich im Dunkeln allein auf den Heimweg. Am nächsten Morgen wird er tot in der Bach gefunden.

2.2. Inhalt von „Frühlingserwachen“

Die Geschichte von „Frühlingserwachen“ beginnt mit Wendla Bergmann, einem jungen Mädchen, das gerade 14 Jahre alt geworden ist. Sie hat an ihrem Geburtstag eine „Nachtschlumpe“, ein langes dunkles Kleid, geschenkt bekommen. Sie streitet sich deshalb mit ihrer Mutter, da sie lieber kurze Kleider tragen möchte.

Zur gleichen Zeit gehen Melchior und Moritz spazieren und unterhalten sich über Mädchen, erotische Träume usw. Melchior verspricht dem noch unaufgeklärten Moritz, ihm eine Abhandlung über Fortpflanzung zu schreiben, denn Moritz’ Schamgefühl ist zu groß um offen darüber zu sprechen. Auch die drei Freundinnen Martha, Thea und Wendla unterhalten sich. Sie sprechen über Marthas Eltern, die ihre Tochter schlagen. Als Wendla Melchior später dann einmal im Wald trifft, erzählt sie ihm, dass ihre Freundin geschlagen wird. Sie bittet ihn, das einmal bei ihr zu tun, da sie zu Hause nie Schläge bekommt und einmal wissen möchte, wie sich das anfühlt. Nach langem Betteln erfüllt Melchior ihr den Wunsch, rennt aber danach sofort davon.

Moritz, der versetzungsgefährdet ist, erfährt zu diesem Zeitpunkt, dass er und noch ein anderer Schüler auf Probe versetzt werden. Nach einem viertel Jahr soll sich dann entscheiden, wer von beiden der bessere ist und bleiben darf. So versucht er natürlich die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, da er nicht ertragen könnte, seine Eltern zu enttäuschen.

Wendla bekommt zu dieser Zeit zu Ohren, dass ihre Schwester ein Kind bekommen hat und fragt ihre Mutter, wo das her kommt. Diese erzählt ihr, dass der Storch die Kinder bringen würde, was Wendla ihrer Mutter nicht glaubt. Daraufhin berichtet Frau Bergmann, dass man wenn man verheiratet sei und sich ganz sehr lieben würde, würde man ein Kind bekommen. Das könne Wendla in ihrem Alter aber niemals passieren.

Als Wendla Melchior das nächste Mal auf einem Heuboden trifft, küssen sie sich und schlafen miteinander. Dabei wird Wendla schwanger.

Etwa zur gleichen Zeit erfährt Moritz, dass er nicht derjenige ist, der in der Klasse bleiben darf. Das heißt, er wurde doch nicht versetzt. Er will es nicht ertragen, wie enttäuscht seine Eltern sein werden. So erschießt er sich. Bei der Beerdigung des Jungen wird nicht um ihn getrauert, sondern es wird darüber gesprochen, was für ein schlimmer Junge er ja gewesen sei usw.

Nach Moritz’ Tod findet dessen Vater die von Melchior geschriebene Abhandlung und übergibt sie der Schule. Die Lehrer finden heraus, dass Melchior der Autor dieses Aufsatzes ist. Er wird vor das Lehrerkollegium berufen und es soll entschieden werden, was mit ihm passiert. Die Frage ist jetzt, ob Melchior in eine Korrektionsanstalt soll oder nicht. Dieses Thema führt auch zu heftigen Diskussionen im Hause Gabor. Herr Gabor ist der Meinung, dass sein Sohn unbedingt in so eine Anstalt müsse. Frau Gabor befürwortet das überhaupt nicht. Doch als ihr Mann ihr berichtet, dass er am Morgen erfahren hätte, dass Wendla von Melchior schwanger sei, ändert sie ihre Meinung. Melchior geht daraufhin in die Korrektionsanstalt.

Bei Wendla soll eine heimliche Abtreibung vorgenommen werden. Eine Nachbarin hilft dabei. Aber es geht schief. Wendla stirbt.

Melchior flieht derweil aus der Korrektionsanstalt, weil er es dort nicht mehr aushält. Er flüchtet auf den Friedhof, wo er Wendlas Grab entdeckt. Offiziell ist sie an Schwindsucht gestorben. Er macht sich Selbstvorwürfe als ihm plötzlich der Geist von Moritz erscheint. Dieser berichtet ihm von seinem schönen Geisterleben und bittet seinen Freund ihm doch zu folgen. Doch dann erscheint noch ein vermummter Mann, der Moritz des Lügens beschuldigt. Moritz geht schließlich mit dem Unbekannten mit, der ihm helfen möchte, damit er sich wieder ein normales Leben aufbauen kann

3. Erzählperspektive/Erzählweise

3.1. Erzählperspektive/Erzählweise von „Unterm Rad“

„Unterm Rad“ ist ein episches Werk bei dem ein auktorialer Erzähler die Geschichte erzählt. Der Erzähler ist also ein Allwissender, der von Anfang an weiß, wie die Handlung verläuft und kennt das Ende.

Hesse verwendet in diesem Roman wenige Stilmittel, lebt seine Kreativität aber in umfangreichen, detailierten Naturschilderungen aus. In seinen Sätzen verwendet er geläufige Ausdrücke und gewöhnliche Wörter. Auch der Satzbau ist einfach. Die Geschichte ist also leicht verständlich.

3.2. Erzählperspektive/Erzählweise von „Frühlingserwachen“

„Frühlingserwachen“ ist ein dramatisches Werk, bei dem es ein Handlungsdreieck gibt:

Die Exposition steht am Anfang, als Wendla, Melchior und Moritz, die drei Hauptdarsteller vorgestellt werden. Der Höhepunkt ist der Tod von Moritz, da von da an alles für Melchior schief geht (muss aufgrund der gefundenen Abhandlung und der Schwangerschaft Wendlas in die Korrektionsanstalt). Das tragische Ende ist, als Melchior vom Tod der Wendla erfährt und anschließend dem Unbekannten folgt.

Wedekind hat dieses Bühnenstück in drei Akte mit Szenen gegliedert. Die Regieanweisungen vor jeder Szene sind kurz, aber trotzdem geben sie dem Leser sofort Aufschluss, wo die Handlung gerade spielt. Wedekind hat viel in Dialogen geschrieben. Aber auch Monologe, die die Gefühle und Gedanken der sprechenden Personen verdeutlichen, kommen oft vor. Die Sprache der Handelnden ist leicht zu verstehen, sie verwenden bekannte und gwöhnliche Wörter. Wesekind übt außerdem Sarkasmus an den Lehrern aus, indem er ihnen Namen wie z.B. Rektor Sonnenstich oder Prof. Affenschmalz gibt. Außerdem läßt er sie über total banale Dinge, wie das Öffnen eines Fensters diskutieren, als ob das sonst wie wichtig wäre. Damit stellt er ihre Dummheit dar.

4. Vergleichende Interpretation

Die umgangssprachliche Wendung „unter die Räder kommen“, kann man mit „zugrunde gehen“ definieren. Der Titel „Unterm Rad“ stellt somit genau den Zustand dar, in dem sich Hans Giebenrath befindet. Er wurde von seinem Vater und seinen Lehrern so weit gebracht und bleibt darunter, bis sein Leben erlischt. Bei diesem Titel lässt sich somit sofort erkennen, dass es ein tragisches Ende gibt.

Den Titel „Frühlingserwachen“ kann man als Symbol für die Pubertät deuten, denn diese wird ja auch als Frühling des Lebens bezeichnet. Alles im Körper und im Geist erwacht, man möchte alles wissen und ausprobieren, nur in der Zeit um 1900 stieß man da schnell an die Grenzen der Gesellschaft. Das bekam Melchior Gabor auch am eigenen Leib zu spüren.

Beide Werke haben ein offenes Ende. Bei „Unterm Rad“ ist nicht zu erkennen, ob Hans Selbstmord begangen hat, um aus seinem stumpfen Leben zu entfliehen oder ob der Sturz in den Bach nur ein Unfall war. Am Ende von „Frühlingserwachen“ folgt Melchior dem vermummten Mann, von dem der Leser nicht erfährt, wer sich dahinter verbirgt. Ich denke, man kann diesen Unbekannten als Hoffnung interpretieren. Man kann dann zwar nicht wissen, was mit Melchior passiert, aber Hoffnung ist ja etwas Positives, also wird sich das Leben des Jungens vielleicht wieder zum Positiven wenden.

Ich denke, dass vor allem die Lehrer das Leben der beiden negativ beeinflussten. Von Hans Giebenrath dachten sie, er wäre eine Maschine. Sie traktierten ihren talentierten Schüler mit soviel Wissen, dass daran kaputt ging. Sie haben einfach nicht respektiert, dass ein Kind Freizeit braucht, Zeit um mit Freunden zu spielen, an die frische Luft zu gehen oder einfach nur um zu relaxen. Die Lehrer in „Frühlingserwachen“ waren so stumpfsinnig, dass sie einen pubertierenden Schüler von der Schule werfen wollten, der nichts weiter gemacht hatte, außer seinen Freund schriftlich aufzuklären. Das Ganze endete schließlich damit, dass Melchior in eine Korrektionsanstalt eingewiesen wurde, damit er dort eiserne Disziplin erlernt und moralischen Zwang erfährt. Das war schrecklich für ihn, da er als normaler Mensch zwischen Verrückten lebte. Er war völlig von der Außenwelt isoliert, ähnlich wie Giebenrath als dieser zurück in seinen Heimatort kam.

Ich glaube auch, dass die Eltern von Melchior und der Vater von Hans den Entwicklungsweg von ihren Kindern stark prägten. Herr Giebenrath stichelte seinen Sohn nur noch mehr auf, für die Schule zu leben. Er entzog seinem Sohn nach und nach alles das, was ihm viel bedeutet hat, die Kaninchen, das Angeln z.B. So raubte er ihm die Kindheit. Er wollte, dass sein Sohn etwas Besseres wird, als er es war. Hesse charakterisiert ihn so: „Er hätte mit jedem beliebigen Nachbarn Namen und Wohnug vertauschen können, ohne daß irgend etwas anders geworden wäre [...]“ Das bedeutet, dass jeder damals sein Kind so zu Grunde gerichtet hätte, wenn dieses ein Hans Giebenrath gewesen wäre. Auch die Eheleute Gabor haben Schuld an dem Werdegang ihres Sohnes. Sie gaben ihre Einverständnis, ihn in die Korrektionsanstalt zu schicken. Aber letztendlich kann man es ihnen bzw. Herrn Giebenrath nicht ankreiden, wie sie handelten, da sie in einer Zeit ohne Aufklärung lebten, in der Disziplin und Normen das Leben bestimmten.

Wenn man sich jetzt das Leben der beiden Jungen betrachtet, kann man sehen, dass die Gesellschaft ihr Leben zerstört hat. Selbst das eines Hans Giebenraths, der ein Mensch war, der sich sein Leben lang nur allen angepasst hat und immer versucht hat, das zu tun was ihm aufgetragen wurde. Auch Melchior, ein selbstbewusster, intelligenter Junge, schaffte es nicht, sich diesem System zu wiedersetzen.

5. Fazit

Wenn man sich diese beiden Werke anschaut, so finde ich, kann man sagen, dass es sich hier teilweise um hervorragende Quellen der Erziehungs- bzw. Bildungspolitik einer vergangenen Epoche handelt. „Unterm Rad“ zeigt ebenso wie „Frühlingserwachen“ das Leben, Handeln und Denken der Menschen zu dieser Zeit auf. Wenn man dann noch beachtet, dass beide Werke autobiographisch geprägt sind, erhält man sogar einen kleinen Einblick in das Leben der Autoren.

H. Hesse war selber ein Schüler in Maulbronn und auch er musste das Kloster aufgrund einer Nervenkrankheit verlassen. Ebenso wie seine Romanfigur wollte er sich später umbringen. Frank Wedekind sagte zu seinem Bühnenstück: „Ich begann zu schreiben ohne irgendeinen Plan, mit der Absicht zu schreiben, was mir Vergnügen macht. Der Plan entstand nach der dritten Szene und setzte sich aus persönlichen Erlebnissen meiner Schulkameraden zusammen. Sogar die Worte: "Der Junge war nicht von mir", die man mir als krasse Übertreibung vorgeworfen, fielen in Wirklichkeit.“

Ich glaube, dass die Intentionen der beiden Autoren ziemlich ähnlich waren.

Beide wollten zeigen, dass das Denken und die Normen der Menschen zu dieser Zeit keine Zukunft haben. Die Menschen sollten aufhören, so verspießt und pietistisch zu leben und sich stattdessen der Moderne zuwenden. Für Hesse war es meiner Meinung nach auch eine Abrechnung mit seiner Vergangenheit, da er eben so viele Erlebnisse aus seiner Schulzeit mit einfließen ließ. Er meinte: „[...] An mir hat die Schule viel kaputtgemacht, und ich kenne wenige bedeutende Persönlichkeiten, denen es nicht ähnlich ging. Gelernt habe ich dort Latein und Lügen [...]“

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Hesse, Hermann - Unterm Rad - Vergleich mit Wedekind, Frank - Frühlingserwachen
Note
1 und 2
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V104332
Dateigröße
347 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hesse, Hermann, Unterm, Vergleich, Wedekind, Frank, Frühlingserwachen
Arbeit zitieren
Theresia Fleischer (Autor), 2001, Hesse, Hermann - Unterm Rad - Vergleich mit Wedekind, Frank - Frühlingserwachen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104332

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