Unterrichtsentwurf Grundschule Englisch Klasse 3. Planning my Birthday Party


Unterrichtsentwurf, 2021

20 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Thema der Unterrichtseinheit

It’s my birthday! – Eine handlungsorientierte Unterrichtseinheit zur selbständigen Auseinan­dersetzung mit dem Thema birthday sowie weiteren verwandten Themenbereichen initiiert durch die Erstellung eines Lapbooks im Kontext der eigenen Geburtstagsfeier.

Schwerpunktziele der Unterrichtseinheit

Am Ende der Unterrichtseinheit sollen die Schülerinnen und Schüler1 durch selbständiges Ar­beiten und Verwenden geeigneter, auch digitaler, Hilfsmittel (vgl. Lehrplan 2008: 21) ein Lapbook zum Thema It’s my birthday! erstellt haben, welches sie „nach Vorbereitung mit for­melhaften Wendungen und zunehmend auch selbständig konstruierten Sätzen zusam­menhängend“ (Lehrplan 2008: 15) bzw. ihrem individuellen Leistungsvermögen entsprechend präsentieren.

Aufbau der Unterrichtseinheit

1. Sequenz: months (ÜK 1)

Einführen und Erproben des Wortfelds months mit besonderem Augenmerk auf die Rei­henfolge bzw. die entsprechende Zahl der Monate im Jahresverlauf in Verbindung mit dem Redemittel: „What month is number …?“

2. Sequenz: dates (ÜK 1, ÜK 2)

Einführen der Ordinalzahlen und deren Verknüpfung mit dem Wortfeld months mithilfe des Bilderbuches when’s my birthday? (Fogliano & Robinson 2018) und einer class survey zur Frage: „When is your birthday?“

3. Sequenz: Planning my birthday party (ÜK 1, ÜK 2, ÜK3, ÜK4)

Stationenbetrieb zur Erstellung eines Lapbooks im Kontext der eigenen Geburtstags­feier unterstützt durch das Bilderbuch when’s my birthday? (Fogliano & Robinson 2018) .

Thema der Unterrichtsstunde

Planning my birthday party – Stationenbetrieb zur selbständigen Auseinandersetzung mit den im Kontext der eigenen Geburtstagsfeier relevanten Themenbereichen initiiert durch die Weiterarbeit am individuellen Lapbook und unterstützt von sowohl analogen als auch digitalen Hilfsmitteln.

Ziel der Unterrichtsstunde

Im Rahmen der Unterrichtsstunde werden die Lernstrategien und Arbeitstechniken der Schüler:innen gefördert, indem ihnen verschiedene Medien zur Verfügung gestellt werden, die ihnen dabei helfen sollen, eigenständig die eingeführten Redemittel zu festigen und die Wiederholung vorangegangener Themen sowie das Erarbeiten weiterer Themenbereiche vornehmen zu können (s. Lehrplan 2008: 19-21).

Didaktisch-methodischer Schwerpunkt und Begründungszusammenhang

Das Thema birthday kann dem Erfahrungsfeld Jeden Tag und jedes Jahr und vorrangig der Rubrik special days (s. Lehrplan 2008: 13) zugeordnet werden, da es zum einen die allgegenwärtigen Zeiteinheiten Woche, Monat und Jahr aufgreift und zum anderen den Geburtstag thematisiert, welcher in den meisten Kulturen einen zelebrierten Feiertag darstellt. Der Impuls, den Schwerpunkt der Unterrichtseinheit It’s my birthday! auf die Geburtstagsfeier zu legen, erfolgte durch die Schüler:innen der 3b und deren kundgegebener Enttäuschung darüber, aufgrund von Corona keine Feier veranstalten zu können verbunden mit der Hoffnung, diese demnächst nachholen zu dürfen. Dieses Stimmungsbild wurde als Ausgangspunkt für die Unterrichtseinheit genutzt, wodurch die unmittelbare Lebenswirklichkeit der Kinder aufgegriffen und sinnstiftendes Lernen ermöglicht wird. Unterricht, der das sinnstiftende Lernen fördert, gilt als besonders lernwirksamer Unterricht (vgl. Krepf 2019: 23), denn „Sachwissen allein macht noch keine Bildung aus. Erst die Fähigkeit, dieses Wissen in persönliche oder lebensbezügliche Kontexte einzubinden, also fachliche Denkweisen zu problematisieren, bringt Bildung mit sich“ (Herbst 2000: 6). Bezogen auf die Praxis bedeutet dies, dass die Kinder „durch den aufgeworfenen Kontext so intensiv angesprochen werden müssen, dass sie das im Raum stehende Problem zu ihrem eigenen machen“ (ebd.). Für die vorliegende Unterrichtseinheit ist es umgekehrt der Fall, dass das eigene Problem zum Inhalt des Unterrichts gemacht wurde, indem die Kinder die Gelegenheit erhalten, im Rahmen der Unterrichtssequenz Planning my birthday party, in welche auch die heutige Unterrichtsstunde gebettet ist, ihre nächste Geburtstagsfeier planen zu können.

Da nicht in Aussicht gestellt werden kann, wann bzw. unter welchen Rahmenbedingungen die Kinder ihre Geburtstagsplanung umsetzen werden können und nicht jedes Kind die Mittel dazu hätte, steht die Unterrichtssequenz unter dem kommunizierten Motto anything is possible. Auf Grundlage dessen können die Schüler:innen eine Geburtstagsfeier ihrer Träume planen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen, sodass alle Kinder unabhängig von äußeren Einflussfaktoren die Möglichkeit haben, zu einem für sie bedeutsamen Ergebnis zu kommen. Diese Rahmung soll durch das Bilderbuch when’s my birthday (Fogliano & Robinson 2018) verstärkt werden, bei welchem die Protagonistin ihren Geburtstag herbeisehnt und sich währenddessen in fantasievoller Weise ihre Geburtstagsfeier ausmalt. Die dazugehörigen Illustrationen bieten neben der Inspiration auch Anlass, sich mit verwandten Themenbereichen auseinanderzusetzen und unterstreicht die Ergiebigkeit der Lernaufgabe Planning my birthday party. So werden zusätzlich zu den bereits erwähnten Zeiteinheiten auch für das Planen einer Geburtstagsfeier spezifische Themenbereiche angerissen wie bspw. leisure time, my family, my friends, clothes und food and drinks (s. Lehrplan 2008: 13), welche wiederum zur natürlichen Wiederholung bzw. Erweiterung der bekannten Redemittel führen.

Um den Kindern die Erarbeitung eines bisher nicht thematisierten, für sie und ihre Geburtstagsplanung aber relevanten, Wortfelds zu ermöglichen, wird in Ansätzen das Unterrichtsmodell Flipped Classroom implementiert, indem die Wissensvermittlung, die für gewöhnlich lehrerzentriert erfolgt, verlagert wird (vgl. DKSJ) und die Kinder nicht über die Lehrkraft, sondern über das Lernmanagementsystem LOGINEO NRW2 Impulse zur selbständigen Auseinandersetzung und Wissensaneignung erhalten. „Im Unterricht selbst haben die Schülerinnen und Schüler dann Zeit, das neue Wissen anzuwenden und einzuüben, während die Lehrkraft sie dabei individuell unterstützt“ (ebd.). Diese Komplexität, d. h. die neue Arbeitsweise in Kombination mit der Fülle an potentiellen Unterthemen, wird durch das offene Arbeiten an Stationen aufgefangen. Mithilfe des Stationenbetriebs kann der Lerninhalt, in diesem Fall die Geburtstagsplanung, in Teilaspekte, die Stationen, untergliedert werden (vgl. Munser-Kiefer 2014: 367). Insgesamt wurden sieben Pflichtstationen und eine Wahlstation erstellt, welche sich nach den o. g. Themenbereichen richten und in Anhang 1 näher beschrieben werden. Die Reihenfolge der Stationen kann frei gewählt werden, weshalb alle Stationen von Beginn an zugänglich sind. Dadurch und durch die Tatsache, dass sich die Kinder die Aufgaben möglichst eigenständig erschließen sollen, können vor allem leistungsschwächere Kinder schnell den Überblick verlieren und sich überfordert fühlen. Offene Lernformen müssen daher auf den „individuellen Lern- und Entwicklungsstand zugeschnitten sein, sodass jedem Kind gezielt die Freiheitsspielräume eröffnet werden, mit denen es zurechtkommt“ (Munser-Kiefer 2014: 369). Aus diesem Grund wurde sich u. a. für ein strukturiertes und einheitliches Vorgehen in den Unterrichtsstunden zur Bearbeitung der Stationen entschieden. Zu Beginn der Stunde wird immer eine Station, die station of the day, in den Blick genommen und von Kindern, welche die Station bereits bearbeitet und sich als Experten für die jeweilige Station gemeldet haben, kurz erklärt. Auf diese Weise werden die einzelnen Stationen veranschaulicht, wodurch sich die Kinder gegebenenfalls besser orientieren und ein Grundverständnis für die Bearbeitung der jeweiligen Station aufbauen können. Weitere, auf die einzelnen Kinder abgestimmte, Unterstützungsmaßnahmen werden bei der Beschreibung der heutigen Stunde geschildert.

Damit die einzelnen Stationen, als Teilaspekte der Geburtstagsplanung, zusammengesetzt ein individuelles Gesamtwerk, die Geburtstagsfeier, ergeben, ist eine simultane Anfertigung eines Lapbooks angedacht worden. Jede Station geht mit der Erstellung eines sog. Minibuches einher, wodurch ein sofortig sichtbares Ergebnis erzielt wird, das die Freude und Motivation der Kinder aufrechterhält (vgl. Blumhagen 2018: 6). Die Schwierigkeit des sinnstiftenden Lernens, welches auch problemorientiertes Lernen ist, besteht darin, dass die anfangs eingeführte „Problemstellung häufig zu Gunsten des Stoffes aus den Augen verloren wird“ (Herbst 2000: 4). Mithilfe des Lapbooks jedoch wird sowohl die Relevanz der Stationenbearbeitung als auch das übergeordnete Ziel der Geburtstagsplanung immer wieder vergegenwärtigt. Vor dem Hintergrund, dass das selbständige Erarbeiten im Sinne des Flipped Classroom vorrangig digital erfolgt, bietet das Lapbook darüber hinaus den Vorteil, den Kindern ein konkretes bzw. haptisches Ergebnis bieten zu können. „Da die Schüler meist sehr stolz auf ihre fertigen Lapbooks sind“ (Blumhagen 2018: 29), werden diese am Ende der Unterrichtseinheit mithilfe eines kurzen, zuvor eingeübten, Vortrags den Mitschüler:innen präsentiert. Aufgrund des persönlichen Aspekts der Geburtstagsplanung wird den Kindern bei der Präsentation freigestellt, wie detailliert sie die Minibücher ihres Lapbooks vorstellen. Dabei üben die Kinder nicht nur das zusammenhängende Sprechen (vgl. Lehrplan 2008: 15), sondern sie wiederholen die erarbeiteten Redemittel und verinnerlichen diese dadurch nochmals.

Die zu zeigende Unterrichtsstunde stellt die dritte Stunde der Sequenz Planning my birthday dar, womit sich die Kinder im Bearbeitungsprozess zur Erstellung des Lapbooks befinden, und wird in der Klasse 3 der Grundschule durchgeführt. Durch die coronabedingten Umstände konnte die Klasse in voller Klassenstärke zuletzt im Dezember unterrichtet werden. Danach folgten zunächst einmal wöchentliche Zoomzeiten, Wechselunterricht mit zwei Englischstunden in der Woche und seit Ende der Osterferien wieder Zoomzeiten im Distanzunterricht.

Die Klasse setzt sich aus 14 Mädchen und 10 Jungen zusammen und zeichnet sich durch ihr positives Sozialverhalten und die überwiegend vorhandene Leistungsbereitschaft aus. Das Leistungsniveau ist bezogen auf das Fach Englisch als sehr heterogen zu bezeichnen und zeigt sich vor allem in dem sprachlichen Handeln der Schüler:innen. Während einige Schüler:innen den für die jeweilige Unterrichtsreihe spezifischen Wortschatz nur mit Unterstützung anwenden können3, greifen andere sowohl auf Redewendungen der behandelten Themen als auch ihren eigenständig aufgebauten Wortschatz zurück.4 Diese Leistungsschere wirkt sich in hohem Maße auf das Arbeitstempo der Schüler:innen aus, sodass bei der Bearbeitung von ein und derselben Aufgabe große Zeitunterschiede zu erwarten sind. Hinsichtlich der Teilnahme der Schüler:innen am Unterrichtsgeschehen ist zu vermerken, dass die meisten Schüler:innen sich regelmäßig und aktiv beteiligen. Es gibt jedoch auch einige Kinder, die womöglich aufgrund von Unsicherheit, die gegebenenfalls auch im Zusammenhang mit einer Innervationsstille, der sog. silent period, steht (vgl. Orth & Benecke 2007: 160), bisher noch wenig zum Englischunterricht beitragen und erst nach Animation und Aufforderung, ihr Wissen zeigen.5 Des Weiteren ist in der 3b auf Schüler:innen zu achten, die u. a. aufgrund von Förderschwerpunkten und sozial auffälligem Verhalten je nach Gefühlslage das Bearbeiten bestimmter Aufgabenformate oder die Zusammenarbeit mit bestimmten Personen ablehnen und danach schwer für das Weiterarbeiten zu motivieren sind.6 In besonderem Maße muss auch auf Schüler:innen geachtet werden, die schnell das Interesse bzw. den Fokus verlieren und sich stumm dem Unterrichtsgeschehen entziehen.7 Diesen unterschiedlichen Lernvoraussetzungen soll in der heutigen Unterrichtsstunde angemessen begegnet werden, wie im Folgenden anhand der einzelnen Unterrichtsphasen beschrieben wird.

Da immer wiederkehrende Handlungen und Redewendungen den Kindern Sicherheit vermitteln und gleichzeitig zur Strukturierung des Unterrichtsgeschehens beitragen (vgl. Wysocki 2010: 18), beginnt der Englischunterricht immer mit dem English Assistant (EA). Normalerweise wird der English Assistant nach der Klassenliste ausgewählt mit der Option, sich gegen die Aufgabe zu entscheiden und sie an ein freiwilliges Kind abzugeben. Bisher wurde diese Option nicht wahrgenommen, da sich alle Kinder sehr motiviert und aufgeschlossen der neuen Aufgabe gegenüber zeigen. Für die heutige Unterrichtsstunde wurde dieses Vorgehen unterbrochen und vorab erfragt, wer sich vor dem Hintergrund des heutigen Besuchs mit der Rolle des English Assistant wohlfühlt. Der English Assistant moderiert das Morgenritual, bei welchem auch die Mitschüler:innen involviert werden, indem ihnen eine Antwort auf dem Legamaster vorgestellt wird oder sie das von dem English Assistant Gesagte wiederholen. Dies bietet besonders den leistungsschwächeren, aber auch schüchternen Schüler:innen, die Möglichkeit, sich mithilfe der bekannten Redewendungen anonym am Unterrichtsgeschehen zu beteiligen und sich in die fremdsprachliche Unterrichtsstunde einzustimmen. Die Question Time wird für die Unterrichtsstunden zur Stationenarbeit nicht wie sonst mit der Decide Now! App durchgeführt, sondern immer mit Fragen, die sich in der Stunde zuvor aus dem Handlungsverlauf des Bilderbuches ergeben haben und den Themenbereich einer bestimmten Station widerspiegeln. Der Grund für diese Abwandlung besteht darin, dass die Kinder auf natürliche Weise an den Inhalt der letzten Stunde erinnert werden und sie die Möglichkeit erhalten, die jeweiligen Satzstrukturen systematisch zu wiederholen und ihren Wortschatz sukzessive zu erweitern. Selbst Kinder, die sich noch in der silent period befinden oder zu schüchtern für die aktive Teilnahme sind, können durch das Beobachten von leistungsstärkeren Schüler:innen (vgl. QUA-LiS NRW) bzw. dem Lernen am Modell (Bandura 1976) profitieren, indem ihnen Antwortmöglichkeiten vergegenwärtigt werden, welche sie als Bereicherung ihres Ideenguts für die Bearbeitung der jeweiligen Station nutzen können. Nachdem aus zeitökonomischen Gründen im Sinne der Give me five-Methode insgesamt fünf Kinder an der Reihe waren, beendet der English Assistant das Morgenritual mit der Benennung der station of the day und einem Spruch, bei welchem die Mitschüler:innen eingebunden sind, wodurch wieder die Aufmerksamkeit aller Schüler:innen gefordert ist. Der anschließende Wechsel der Sozialform in den Sitzkreis aktiviert die Schüler:innen zusätzlich und leitet die nächste Unterrichtsphase ein. Im Sitzkreis angekommen lässt die LAA einstimmend in das Vortragen der Geschichte ein Bild beschreiben, das die Neugierde der Kinder wecken soll und die neuen Redemittel für die heutige Station des Tages anbahnt. Anschließend trägt die LAA eine Seite des Buches frei und mithilfe von Bildkarten vor, die analog zum Gesagten in die Sitzkreismitte gelegt werden, wodurch die LAA die Aufmerksamkeit der Kinder steuern und das Verständnis erleichtern kann. Die Stelle der Geschichte wurde ausgewählt, da sie nur wenig Vorlesezeit in Anspruch nimmt, aber dennoch großes Potential für das Wiederholen und Erweitern der Redemittel bietet und zu Transferleistungen anregt. Das Buch selbst wurde anhand der von Böttger (2010: 85f) aufgestellten Kriterien ausgewählt, indem die Geschichte humorvoll die Erfahrungswelt der Kinder aufgreift und farbenfrohe Illustrationen sowie kurze syntaktische Sätze beinhaltet. Zudem bereitet der Einsatz von Kinderliteratur den Kindern in der Regel viel Freude und „erhöht ihre Motivation für das Sprachenlernen“ (QUA-LiS NRW: 21). Des Weiteren ergibt sich beim Vorlesen bzw. dem Verstehen des Vorgelesenen eine natürliche Differenzierung, da die Schüler:innen je nach Leistungsvermögen und Vorwissen unterschiedlich viele Details erfassen (vgl. QUA-LiS NRW: 21). Da es bei dem Vorlesen vorrangig um das thematische Einleiten der Station geht und die aktive Lernzeit der Kinder im Vordergrund stehen soll, wird an dieser Stelle jedoch auf Sprachmittlungen und Inhaltswiedergaben verzichtet. Die LAA überträgt den Inhalt der Seite unmittelbar auf die Kinder und stellt die Frage: „What would you like to get for your birthday?“, während sie das Schriftbild zur Antwort zeigt und die neue Satzstruktur an einem Beispiel demonstriert. Die LAA ermutigt die Kinder, indem sie im Sinne des Mottos anything is possible daran erinnert, dass alles möglich sei und sie die Antwort auch auf Deutsch sagen können. Diese greift die LAA in Englisch auf und lässt sie von den Kindern in die Satzstruktur einbetten, die in der nächsten Stunde für die Question Time genutzt wird. Auf diese Weise erhalten die Kinder, welche die Station noch nicht bearbeitet haben, Ideen, während die anderen Kinder Impulse zur Überarbeitung oder Erweiterung ihrer Ergebnisse bekommen. Die LAA nutzt die genannten Geburtstagswünsche, um zu der Station writing the wish list überzuleiten und deutet den Experten an, diese kurz vorzustellen. Das Ziel ist es, mithilfe einer kurzen Schilderung der Aufgabenstellung der Station allen Mitschüler:innen die eigenständige Bearbeitung zu ermöglichen, weshalb für die Zeit der Erklärung Deutsch gesprochen und durch das Umdrehen der Flagge versinnbildlicht wird. Gleichzeitig nehmen sich die Kinder gegenseitig als Unterstützung wahr, indem die Experten auch während der Arbeitsphase als Ansprechpartner konsultiert werden können, wodurch die Rolle der Lehrkraft als Lernbegleiter unterstrichen wird. Wenn es keine Nachfragen mehr gibt, wird die Flagge wieder auf Englisch gedreht und die Kinder begeben sich an ihre Plätze. Die LAA spielt ein Lied ab, in dessen Begleitung die Kinder ihre Materialien sichten und sich auf ihre jetzige Station/Aufgabe fokussieren können. Das Ende des Lieds signalisiert die nun erwartete Stille während der Arbeitsphase. Die Aufgabe der Schüler:innen ist es nun, in Einzelarbeit eine bereits angefangene Stationen zu beenden, oder mit der Bearbeitung einer neuen Station ihrer Wahl zu beginnen. Die Kinder arbeiten alleine, weil es um ihre individuelle Geburtstagsplanung gehen soll, bei welcher ein Partner bzw. eine Partnerin die eigene Kreativität und Fantasie einschränken könnte. Zudem ist es für die Kinder schön, ein eigenes Lapbook gestalten und mit nach Hause nehmen zu können (vgl. Blumhagen 2018: 12). Lediglich für Nik. wurde die gemeinsame Arbeit mit Ka. ermöglicht, da er sich in der Partnerarbeit mit Ka. bisher besonders motiviert und ausdauernd zeigte. Die Partnerarbeit ist daher als psychische Unterstützung zu sehen, da sowohl Ka. als auch Nik. weiterhin eine eigene Feier planen, dabei aber im Austausch miteinander stehen. Die Methode des Stationenlernens wurde, neben den bereits geschilderten Vorteilen, deshalb gewählt, weil sich durch ihr offenes Lernarrangement nahezu allen geschilderten Lernvoraussetzungen der Schüler:innen begegnen lassen und deren individuellen Lernbedingungen und Lerneingangskanäle bedacht werden können (vgl. Bojes 2017: 5f). Mithilfe verschiedener Aufgabenformate und einer größtenteils frei wählbaren Reihenfolge der Aufgabenbearbeitung können die unterschiedlichen Arbeitstempi, die Leistungsschere und die schnelle Abneigung gegen gewisse Aufgabenformate aufgefangen werden. Lernen an Stationen ist in einem hohen Maß schülerorientiert und soll zur Selbstständigkeit befähigen, indem die Kinder nicht nur ihr Lernen organisieren müssen, sondern auch die Überprüfung und das Einholen von Hilfe vornehmen (vgl. Bojes 2017: 5f). Die Schüler:innen müssen dabei selbst entscheiden, ob sie Hilfe benötigen und welche Form der Hilfe für sie die richtige ist. Auf Logineo können sie sich sowohl Anregungen holen als auch einzelne Wörter und die Arbeitsaufträge auf Englisch und Deutsch anhören. An der English Learning Station (ELS) können sie die bisherigen und aktuell eingeführten Wortschatz nachschauen, oder aber sie schauen eigene Wörter auf Englisch nach, indem sie auf dem iPad das digitale Wörterbuch pons aufrufen oder das ausliegende Duden Wörterbuch nutzen. Zusätzlich können sie die für die jeweilige Station eingetragenen Experten aufsuchen. Diese Hilfsangebote sind in die Kategorien Idee bzw. Hilfe und Recherche unterteilt und durch Symbole an den Stationen und Aufgabenblättern aufgeführt. Den Kindern Le., Mi., Al., Ra., und Nik. werden die Hilfsmittel in greifbarer Nähe am Platz hingelegt, an welchem sie auch die Hilfsmittelsymbole finden, die noch einmal erläutert sind, um ihnen das selbständige Arbeiten zu erleichtern. Durch die Vielzahl an Hilfsmittel, welche an die Bedürfnisse der Schüler:innen abgestimmt sind, und der Offenheit der einzelnen Arbeitsaufträge soll es den Kindern ermöglicht werden, ein und dieselbe Aufgabe auf unterschiedliche Weise lösen und auf natürliche Weise ihrem Leistungsniveau anpassen zu können, weshalb keine zusätzliche inhaltliche Differenzierung erfolgt. Unabhängig von dem Leistungsvermögen und der Station setzen sich alle Kinder selbständig bastelnd, malend und schreibend mit den Teilthemen auseinander (Blumhagen 2018: 6), bis das Ende der Arbeitsphase durch ein den Kindern bekanntes Lied signalisiert wird.

[...]


1 Im Folgenden wird für eine geschlechterneutrale Schreibweise der Genderdoppelpunkt verwendet.

2 Ein Projekt des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen mit Unterstützung der QUA-LiS NRW und der Medienberatung NRW.

3 Hierzu gehören Ali., Ale., Le., Ra., Nik., Ka., Si., Ar. und Mi.

4 Hierzu gehören Ou., Fa., Ko. und Ma.

5 Hierzu gehören Ka., Al., Le., Si., Mi. und Ar.

6 Hierzu gehören Ou., Ra., So. und Nik.

7 Hierzu gehören Al., Ko., Si., Le. und So.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsentwurf Grundschule Englisch Klasse 3. Planning my Birthday Party
Hochschule
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung, Gelsenkirchen; ehem. Studienseminar für Lehrämter an Schulen Gelsenkirchen
Note
1,0
Jahr
2021
Seiten
20
Katalognummer
V1043509
ISBN (eBook)
9783346475053
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Corona, Distanzunterricht, Englisch, Birthday, Lapbook, Birthday Party, Klass 3, Grundschule
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Unterrichtsentwurf Grundschule Englisch Klasse 3. Planning my Birthday Party, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1043509

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